Blaise Pascal, Philosoph, Physiker, Mathematiker (1623 - 1662) :
"Was ist der Mensch in der Natur? Ein Nichts vor dem Unendlichen, ein All gegenüber dem Nichts, eine Mitte zwischen Nichts und All. Unendlich entfernt von dem Begreifen der äußersten Grenzen, sind ihm das Ende aller Dinge und ihrer Gründe undurchdringlich verborgen, unlösbares Geheimnis; er ist gleich unfähig, das Nichts zu erfassen, aus dem er gehoben, wie das Unendliche, das ihn verschlingt.
Das ist die Lage, die uns natürlich ist und in jedem Fall die gegensätzlichste zu unseren Wünschen; wir brennen vor Gier, einen festen Grund zu finden und eine letzte beständige Basis, um darauf einen Turm zu bauen, der bis in das Unendliche ragt; aber alle unsere Fundamente zerbrachen, und die Erde öffnet sich bis zu den Abgründen.
Also suche man keine Sicherheit und Beständigkeit. Immer täuscht die Vergänglichkeit der Erscheinungen unsere Vernunft, nichts kann das Endliche zwischen den beiden Unendlichen bannen, die es einschließen und es fliehen. Hat man das recht begriffen, so wird man sich, glaube ich, ruhig verhalten und jeder in der Lage, wohin ihn die Natur gestellt hat.
Bei allem Tun müssen wir außer auf das Tun selbst, auf unseren gegenwärtigen, vergangenen und zukünftigen Zustand achten und auf den der anderen, für die unser Tun Bedeutung hat, und müssen die Zusammenhänge all dieser Dinge sehen. Und dann wird man sehr zurückhaltend sein."

Dr. Friedrich Wilhelm Dahmen, Landschaftsarchitekt (1922-2014) 1973 in
"Umwelt - Schlagwort oder rettende Einsicht?":
"Wir schädigen ein Lebewesen nicht erst, wenn wir ihm seinen Körper verletzen, sondern bereits, wenn wir seine Umwelt beeinträchtigen oder verderben. Durch Störung oder Zerstörung seiner Umwelt rotten wir ein Lebewesen aus - auch uns selbst!"
"Fragen wir nach den Ursachen der nunmehr akut gewordenen Selbstbedrohung der Menschheit und der Bedrohung der gesamten Umweltbasis, so stoßen wir auf eine - ganz allgemein - falsche Auffassung von der Welt und von der Stellung des Menschen zur Natur. Im einzelnen:
- Wir beschränken uns auf die Betrachtung von Ausschnitten und Einzelbeziehungen; statt dessen sollten wir uns bemühen, die Welt als Gefüge und System zu erkennen.
- Wir betrachten uns als die Herren über die Natur und sind in Wirklichkeit nur ein (besonders eigenwilliger) Baustein von ihr.
- Wir versuchen, uns rücksichtslos über die Natur (um uns wie in uns) hinwegzusetzen anstatt durch Einfügung ein Höchstmaß an Geborgenheit und Freiheit zu gewinnen
- Wir verbrauchen die Möglichkeiten, welche die Natur uns bietet; statt dessen sollten wir die natürlichen Möglichkeiten gebrauchen.
- Wir unterbrechen nämlich natürliche Kreisläufe und bezahlen dabei kurzfristige, scheinbare Vorteile mit dauerhafter Zerstörung anstatt uns in die Kreisläufe der Natur einzuschalten und sie eventuell zu unserem dauerhaften Vorteil umzuleiten."
"Wir haben falsche Wertmaßstäbe: Besitz und Macht. Mit Geld kann man die vielen verschiedenen Dinge (z.B. Landschaften, Lebewesen, Nahrung) und erst recht die andersartigen Qualitäten dieser Welt (Schönheit, Gesundheit, Zeit, Zuneigung, Liebe, Stolz auf die eigene Arbeit) in ihrer wahren Bedeutung überhaupt nicht beurteilen. Geld hat seine Berechtigung eigentlich nur innerhalb des ökonomischen Systems. Wirtschaft und Gesellschaft sind jedoch gleichzeitig im ökologischen System der Natur verankert und können nur dann auf Dauer funktionieren, wenn ihre Struktur und ihre Gesetze an den sie tragenden Naturgesetzen ausgerichtet sind!"
"Der einzig mögliche Ausweg, den wir jetzt beschreiten müssen, heißt: Selbstbescheidung! Es gilt zu begreifen, daß wir nicht alles haben können, weil menschliches Vermögen größer ist als das irdische Potential hergeben kann. Wir müssen wieder lernen, daß der Mensch sich so glücklich fühlt, wie er zufrieden ist. Dabei geht es um Verzicht auf Dinge, die wir nicht oder kaum benötigen, um Rohstoffe und Energie zu sparen für die Dinge, die wir zum Weiterleben unbedingt nötig haben. Darüber hinaus geht es um den Rück- oder Zugewinn von Gesundheit, Lebensfreude, Menschenwürde und wahrer Freiheit."

Kenneth E. Boulding, britisch-amerikanischer Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler (1910-1993):
"Jeder, der glaubt, dass exponentielles Wachstum für immer weitergehen kann in einer endlichen Welt, ist entweder ein Verrückter oder ein Ökonom."
"Der wirtschaftliche Erfolg wird gegenwärtig daran gemessen, welche Mengen die Fabriken aus unseren Vorräten an Rohmaterial bearbeiten und zu Produkten machen, die schließlich nur die Schadstoff- und Müllmengen erhöhen. Das Bruttoinlandsprodukt ist letzten Endes nur eine Meßzahl für den Durchsatz an Rohstoffreserven, die zu Müll werden."

Maurice Strong , kanadischer Geschäftsmann (1929-2015) :
"Das eigene Verhalten auf die natürlichen Prozesse abzustellen, von denen wir alle abhängen, ist in der Tat der entscheidende Punkt der zukünftigen Entwicklung der Menschheit."