Gerd Binnig, Physik-Nobelpreisträger, (geb. 1947) aus seinem Buch  ’Aus dem Nichts’ von 1986, Seite 51:
“Sind wir einmal im Erwachsenenalter, dann tun wir uns schwer, uns schnellen Veränderungen anzupassen. Die Quantenmechanik z.B. war, als sie eingeführt wurde, für die meisten Physiker ein Schock. Wie bereits erwähnt, hat sogar das Genie Einstein gezweifelt: ’Der Herrgott würfelt nicht.’ Er hat sich gegen die neuen Erkenntnisse gewehrt. Und viele seiner Zeitgenossen hätten sich wahrscheinlich nie hundertprozentig mit dem Gedanken vertraut machen können, daß zum Teil der Zufall unsere Welt regiert. Die Jüngeren jedoch sind mit dieser Vorstellung aufgewachsen. Für sie ist das etwas Natürliches, und sie gehen damit auch ungezwungen um. Insofern sterben mit den Individuen z.B. überholte Vorstellungen, die sonst nur sehr langsam verschwinden würden. Man könnte sich allerdings fragen:
Ist der natürliche Tod nicht doch das Resultat des Verbrauchtseins eines Individuums? - Ich glaube nicht, daß ein Mensch notwendiger weise verbraucht wird.
Die Baupläne sind ja vorhanden, und damit hätte im Prinzip jedes Lebewesen die Fähigkeit, sich ständig mit Hilfe des Stoffwechsels zu erneuern. Selbst bei ernsthaften Verletzungen könnte es sich selbst mit einem gewissen Energieaufwand reparieren, d.h. Verbrauch könnte im Prinzip durch Erneuerung behoben werden.
Die Natur zeigt aber offensichtlich an einer perfekten Erneuerung kein Interesse, sondern hat statt dessen ‘künstlich den natürlichen’ Tod eingeführt, eben um die Gruppe zu stärken. Dies ist zumindest meine Überzeugung. Es scheinen auch die wissenschaftlichen Untersuchungen der Biologen und Mediziner darauf hinzuweisen.
Darüber hinaus kann man sogar sagen, daß der individuelle Mensch nicht nur einmal, sondern ständig stirbt, da einiges an ihm ständig erneuert wird, nicht nur im Sinne von ‘Verbrauch kompensieren’, sondern im Sinne von ‘Austausch gegen etwas Neues’.
Wir sind nicht die gleichen, die wir vor zehn Jahren waren, d.h. die Person von vor zehn Jahren ist tot. Es gibt sie nicht mehr.
Ideen sterben, Zellen sterben, Neues wird geboren. Damit findet auch schon auf der Ebene unterhalb des Individuums der Austausch statt, und irgendwann muß dann das ganze Individuum ‘dran glauben’. Der Tod des Individuums ist eine Notwendigkeit, um eine Gruppe oder Gesellschaft lebensfähiger zu machen.
Wir wissen, daß nicht nur Lebewesen sterben. Auch ein Stern stirbt. Irgendwann explodiert er als Supernova, und dann existiert der Stern, in dieser Form zumindest, nicht mehr. Es gibt möglicherweise nichts, was für alle Zeiten existiert.” 

Aus ‘Wo das Glück zu finden ist’  von A. de Mello, Herder Verlag:
“Als der Meister mit einer Gruppe von Lehrern zusammentraf, unterhielt er sich lange und angeregt mit ihnen, denn er war selbst einmal Lehrer gewesen. ‘Das Schlimme bei den Lehrern ist’, sagte er, ‘daß sie immer wieder vergessen, was das Ziel der Erziehung ist, nämlich nicht das Lernen, sondern das Leben,’
Und er erzählte, wie er einmal einen Jungen, der eigentlich in der Schule sein sollte, beim Fischen erwischte.
‘Hallo, ein schöner Tag, zum Fischen!’ sagte er zu dem Jungen.
‘Ja’, kam es kurz und bündig zurück.
Nach einer Weile fragte der Meister: ’Warum bist du heute nicht in der Schule?’
‘Nun, wie Sie ja eben selbst gesagt haben - es ist ein schöner Tag zum Fischen.’ “

Dorothee Sölle, evang. Theologin (1929-2003) :
"Schon in den persönlichen Beziehungen verfehlen wir einander, wenn wir die Vision des anderen Menschen nicht kennen oder wenn wir glauben, auf diese Kenntnis verzichten zu können. Wir wissen zu wenig voneinander, wenn wir die Vision des Lebens, die uns trägt, nicht miteinander teilen. Wir brauchen Bilder:
der Häuser und Städte, in denen wir leben könnten, der Arbeit und der Beziehungen der Menschen untereinander. Wenn wir nicht mehr gemeinsam zu träumen wagen, unsere Wünsche isolieren und verschämt verstecken, so leben wir in einer uns erstickenden Dumpfheit. Es ist, als hätten wir darauf verzichtet, den Engel, der hinter einem Menschen steht, kennenzulernen. Einen Menschen lieben, heißt immer auch, die Vision des anderen zu spüren. Die Gemeinsamkeit der Liebe ist auch und wesentlich: geteilte Vision."