Grenzen des Wachstums

Stand: 20.09.2019
Die Bürger Europas - zunächst vor allem im Süden Europas - müssen nun erkennen, daß das Wachstum der Wirtschaft vorbei ist und auch nicht wiederkommen wird. Die Wirtschaft stößt an unüberwindbare Grenzen.
Es ist zum einen unmittelbar eine finanzielle Grenze und zum anderen grundlegend eine ökologische Grenze spürbar.
Zur Finanzlage: Die Wirtschaft Europas wächst nur noch durch den ständigen Aufkauf von Staats- und Unternehmensanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB). Es handelt sich jedoch um ein Schein-Wachstum, bei dem die Höhe des Bruttoinlandsprodukts zwar nominell steigt, jedoch nur durch Inflation verursacht ist.
Dies führt zu einer immer größer werdenden Abhängigkeit aller Wirtschaftsaktivitäten von EZB und Staatsausgaben.
Wir entfernen uns immer mehr von einer Marktwirtschaft und bewegen uns hin zu einer Planwirtschaft.
Die Schuldenfalle ist also die Folge eines auf zwanghaftes Wachstum ausgerichteten Wirtschaftssystems und bedeutet abnehmende Effizienz der Wirtschaft und sinnentleerte Beschäftigung durch staatliche Aufträge.
Die Ursache ist die Leugnung von Grenzen des Wachstums.
Heinz-Werner Rapp , 30.07.2019 :
"Angesichts schwächelnder Weltkonjunktur und ausufernder globaler Verschuldung gerät die globale Geldpolitik aus den Fugen. Sowohl die europäische als auch die US-amerikanische Zentralbank haben ihren zuvor angekündigten Kurs einer 'geldpolitischen Normalisierung' innerhalb kürzester Zeit beendet und eine erneute Kehrtwende eingeleitet. Gleichzeitig haben abstruse Ideen für eine 'alternative Geldpolitik' Hochkonjunktur – wie etwa die 'Modern Money Theory' (MMT) oder das 'Overt Monetary Financing' (OMF). Eine aktuelle Studie des FERI Cognitive Finance Institute hat diese brisante Thematik analysiert und zieht ein beunruhigendes Fazit: Notenbanken werden zunehmend politisiert und zu staatlichen 'Bad Banks' degradiert, die durch Gelddrucken ökonomische Probleme lösen oder als 'Endlager' für staatliche Schulden dienen sollen. Bedenklich erscheint auch, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) parallel Konzepte für noch tiefere Negativzinsen und eine Abschaffung von Bargeld entwickeln lässt. Anleger und Vermögensinhaber sollten gewarnt sein, wenn die nächste Runde der 'monetären Lockerung' eingeleitet wird. Bislang geht das politische Establishment mit zunehmenden strukturellen Problemen genauso um, wie bereits im Zuge der Großen Finanzkrise: Systemische Fehler und strukturelle Schieflagen werden nicht korrigiert oder beseitigt, da die politischen Kosten offenbar zu hoch erscheinen. Stattdessen werden bestehende Beschränkungen der Geldpolitik gelockert, aufgeweicht oder umgangen, damit Notenbanken offene Geldschöpfung betreiben und so – stellvertretend für den Staat – als 'financier of last resort' mit unlimitierter finanzieller Feuerkraft einspringen können. Mittel- oder langfristige Risiken für die Integrität, die Stabilität oder den künftigen Bestand des zugrundliegenden Finanzsystems und dessen Geldordnung werden dabei gezielt negiert oder stark verharmlost. Folglich lautet die Prognose: Die Geldpolitik wird noch extremer, ihre Grenzen dürften schon in naher Zukunft noch mehr gedehnt werden. Damit dürfte auch das Ausloten neuer Möglichkeiten zur offenen Geldschöpfung und zur Staatsfinanzierung über die Notenpresse weiter voranschreiten. Niemand kann heute mit Gewissheit vorhersehen, ob und wie stark sich Konzepte wie MMT und OMF zukünftig durchsetzen werden. Allerdings wird deren Attraktivität – scheinbar unbegrenzte Finanzierungsmöglichkeiten trotz leerer Kassen – für ehrgeizige Politiker extrem hoch sein. Die bisherige Politik exzessiver Geldschöpfung und massiver Aufblähung von Zentralbankbilanzen hat in Europa bereits wichtige Präzedenzfälle in 'monetärer Verwässerung' geschaffen. Und nach Mario Draghis Sintra-Ansprache ist zu befürchten, dass dieser Trend sich weiter verschärft. Schon in sehr naher Zukunft ist in nahezu allen westlichen Finanzsystemen von einer anhaltenden und zunehmend unverblümt durchgeführten Politik monetärer Verwässerung und finanzieller Repression auszugehen. Erste Signale in diese Richtung sind bereits heute sehr klar erkennbar. Notenbanken werden dabei immer stärker zu 'Bad Banks' des jeweiligen Finanzsystems, mit dem klaren Auftrag, systemische Altlasten (Schulden) möglichst dauerhaft zu entsorgen. Zugleich werden Notenbanken immer stärker politisiert und instrumentalisiert; sie werden damit zu Erfüllungsgehilfen eines Kurses offener monetärer Finanzierung, der in politischen Kreisen immer stärker um sich greift. Besonders beunruhigend: Der IWF gibt derartigen Überlegungen noch 'akademischen Flankenschutz', statt auftragsgemäß ein stabiles Finanzsystem zu gewährleisten. Die aufgezeigten Tendenzen sind gefährlich und sollten nicht nur Investoren und Vermögensinhaber, sondern alle Bürger beunruhigen."
Johannes Eisleben , 23.08.2019 :
"Wie wir gesehen haben, kann sich der Staat mit Hilfe des Passivgeldes bequem verschulden und Legitimität auf Kosten der Zukunft kaufen. Daher hält er über seine Zentralbanken die Zinsen niedrig. Dies lässt sich derzeit in allen relevanten Währungsräumen lehrbuchartig beobachten. So geht die Produktion von Passivgeld immer mit einem Zinsniveau einher, das niedriger ist als der natürliche Zins. Dieser entsteht, weil Menschen die Präferenz haben, Güter jetzt oder sehr bald zu erwerben, und für den Verzicht auf diesen Konsum beim Sparen eine Entschädigung in Form von Zinsen erhalten wollen. Die vom Staat festgelegten, zu niedrigen Zinsen führen dazu, dass Unternehmen Projekte angehen, die im natürlichen Zinsumfeld nicht rentabel wären, weil die Kreditkosten zu hoch wären. Dabei vergeben die Banken aufgrund der Anreize im Geldschöpfungssystem Kredite, die später nicht zurückgezahlt werden können und abgeschrieben werden müssen. Auf diese Weise entsteht eine massive Überschuldung, die immer weiter wächst, weil Unternehmen und Staaten die Kreditschöpfungsmöglichkeiten zu stark nutzen. Und in der Tat ist die Gesamtverschuldung seit 1971 immer weiter gewachsen. Nun sehen wir auch, warum das Teilreservesystem Passivgeld braucht. Es erzeugt so schnell Schuldenberge, dass eine Deckung der Passivseite der Zentralbank mit Gold gar nicht möglich ist. Denn die Goldmenge wächst jährlich nur um maximal zwei bis drei Prozent, während die Verschuldung schneller zunimmt. Daher hat der Ausbau der Teilreserve seit dem Ende des 19. Jahrhunderts eine schrittweise Entkopplung des Papiergeldes vom Realwert bis zu seiner totalen Loslösung Anfang der 1970er Jahre erzwungen. Dabei wird das Anwachsen der Geldmenge über Kreditvermehrung zunächst als Boom sichtbar: Durch das neue Geld wächst die Wirtschaft, es entstehen Arbeitsplätze, die Löhne steigen, Menschen konsumieren mehr. Die gesamte Produktionsstruktur wird so vom niedrigen Zins abhängig gemacht, knappe Ressourcen werden in unrentable Prozesse gelenkt. Tritt der Staat als Käufer auf, ist die Allokation oft am wenigsten rentabel. Und früher oder später erweisen sich überhaupt immer mehr Investitionen als unrentabel, weil sie wegen der zu niedrigen Zinsen falsch kalkuliert waren. Wenn dies geschieht, können die betroffenen Unternehmen ihre Kredite nicht mehr bedienen, sie werden 'faul'. Die Banken müssen diese Kredite dann abschreiben oder die darauf beruhenden Derivate abstoßen (was zu deren Preisverfall führt). Wie reagiert der Staat auf eine solche Finanzkrise, die für ihn immer eine Ertragskrise ist? Durch Erhöhung der Geldmenge, Senkung der Zinsen bis in den Negativbereich und direkten Kauf von Anleihen (quantitative easing), also mit monetärer Staatsfinanzierung – bis hin zum 'helicopter money', der direkten Ausgabe frisch erzeugten Geldes an die Bürger. Es entsteht ein Finanzsozialismus, bei dem der Staat immer stärker in das Finanzsystem eingreifen muss – über Aktionen der Zentralbank und Regulation. Und so ist es auch. Über- und Fehlregulierung sowie monetäre Staatsfinanzierung sehen wir seit 2008 bereits chronisch, weil bei der letzten Finanzkrise keine Fundamentalkorrektur vollzogen wurde, sondern, bildlich gesprochen, der Alkoholiker mit Schnaps (noch mehr Passivgeld, Bankverstaatlichungen und Verlustvergesellschaftungen auf Kosten der Steuerzahler und regulatorischer Symptomtherapie) behandelt wurde. Das System ist nun vollkommen von Negativzinsen, Geldmengenausweitung und Schuldenvergrößerung abhängig. Scheinbar kann der Staat das beliebig lange machen, denn er kann so viel Passivgeld erzeugen, wie er will. Doch wenn die nächste Finanzkrise kommt, trifft sie auf bereits hoch verschuldete Staaten – die Staatsschuld liegt in den OECD-Ländern im Mittel um die 100 Prozent des BSP, rechnet man die impliziten Schulden durch Pensionsansprüche bei schrumpfender Bevölkerung hinzu, kommt man auf über 300 Prozent; in der Euro-Zone ist das Bild noch komplizierter, weil die Staaten mit Handelsbilanzüberschuss für die Schulden der Staaten mit Handelsbilanzdefiziten haften und dadurch auch noch fremde Schulden schultern müssen. Deutschland wird dann, anders als in der Krise von 2008, keine Staatsanleihen auf normalem Wege mehr emittieren können, weil es – so wie Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien bei der letzten Krise – nicht mehr kreditwürdig sein wird. Also wird die monetäre Staatsfinanzierung massiv ausgeweitet werden. Warum kann der Staat nicht beliebig Passivgeld produzieren, um die eigenen Staatsanleihen zu kaufen? Durch diese Gelddruckerei kommt zu einem krassen inflationären Preisanstieg, wenn die durch die gestiegene Geldmenge erzeugte Nachfrage das Angebot so massiv übersteigt und Pufferungsmechanismen wie beispielsweise die Verfügbarkeit billiger Arbeitskräfte in Asien nicht mehr reichen. Diese Inflation beobachten wir schon heute bei Realgüterpreisen (Häuser, Land, Aktien, Gold). Sie ist, wie wir gesehen haben, einer der wesentlichen Mechanismen des automatischen Transfers von Vermögen zu den Reichen. Früher oder später trifft der Preisanstieg aber auch Konsumgüter. Spätestens dann verlieren die Bürger und Unternehmen das Vertrauen in das Finanzsystem. Sie verkaufen Staatsanleihen und Lebensversicherungen, und sie versuchen Realgüter zu kaufen. Dadurch beschleunigen sie das Ende des Finanzsystems. Wenn die Hyperinflation eintritt, sind die Unter- und Mittelschichten (in Deutschland mind. 85 Prozent der Bevölkerung) existenziell bedroht, weil ihnen die Kaufkraft für das Nötigste ausgeht. Die Bürger verweigern die Nutzung des staatlichen Geldes und steigen auf Tauschhandel um. Das Finanzsystem zerfällt, dadurch werden alle finanziellen Transaktionen massiv erschwert, es kommt zu einer Kontraktion der wirtschaftlichen Leistung mit Unterversorgung der Bevölkerung. Es kommt dann zu politischen Unruhen. Dies ist die Krise, die uns bevorstehen könnte. Sie wird global sein, weil das Finanzsystem global hochgradig vernetzt ist – irgendwo in der OECD oder China wird die Krise beginnen, und dann wird sie sich über den Globus ausbreiten."
Markus Krall , 13.09.2019 :
"Albert Einstein wird der Satz nachgesagt: 'Die Definition von Wahnsinn ist es, immer wieder das Gleiche zu tun und dann ein anderes Ergebnis zu erwarten.' Nun ist es nicht so, dass ich der EZB jemals unterstellt hätte, dass dort Einsteins arbeiten und von daher ist es vielleicht etwas viel verlangt, dass sie von selbst auf Ideen dieser Qualität kommen. Aber mal ganz unter uns: So schwer ist der Satz nicht zu verstehen, oder? Offenbar doch. Denn mit Ihrer Entscheidung, den Einlagenzins um weitere 10 Basispunkte auf -0,5% zu drücken, erfüllen unsere Zentralbanker genau diese Definition. Seit über 10 Jahren stemmen sie sich mit dem Mut der Verzweiflung gegen die Realität, dass der Euro eine Fehlkonstruktion und gescheitert ist. Eine Währung, die man ständig retten muss, ist in Wahrheit gar keine Währung (W. Hankel) oder haben Sie jemals aus dem Munde eines Bundesbankpräsidenten den Satz hören müssen 'wir werden alles tun was nötig ist (whatever it takes) um die DM zu retten'? Jetzt also Rettung, Klappe die zehnte. Es ist bemerkenswert, dass die EZB verkündete, die geldpolitische Lockerung ohne Zeitbegrenzung fortzuführen. Es gibt kein Zurück, die Geldpolitik steckt in der Falle. Eisberg voraus? Volle Kraft voraus! Die Titanic ist stärker. So sieht Panik aus, wenn man weiß: Wir sitzen in der Falle. Immerhin hat es sich bis zu Herrn Draghi herumgesprochen, dass diese falsche Medizin das Bankensystem zum Kollaps bringt. Wer ihm genau zugehört hat, konnte seine Verunsicherung feststellen, als er aus dem Kreise der auf der Pressekonferenz anwesenden Journalisten gefragt wurde, was er von der Bemerkung des Chefs der Deutschen Bank, Sewing, halte, dass der Negativzins das Potential habe das Finanzsystem zum Zusammenbruch zu bringen. Er weiß mittlerweile ganz genau, in welcher Art sich die EZB verrannt hat. Draghi: Es sind nicht die Erträge, es ist die Cost-Income-Ratio. Aha. Geradezu kafkaesk aber wurde es, als der Herr der Druckerpresse auf die Vorhaltung, dass der Negativzins die Erträge der Banken beschädigt mit dem Hinweis auf die Cost-Income-Ratio parierte, um die sich die Banken seiner Meinung nach vorrangig kümmern sollten. Das ist entweder dreist oder dumm oder beides. Ich tippe aber auf ersteres. Herr Präsident, Sie wissen ganz genau, dass sich diese Cost-Income Ratio aus Erträgen und Kosten zusammensetzt. Ihre Zinspolitik ruiniert die Erträge, und ihre wie Mehltau über die Banken ausgebreitete Form und Idee der Regulierung bringt die Kosten zum Explodieren. Gleichzeitig hört man aus dem Hause der Geldsozialisten kein Wort darüber, dass es die Politik ist, die mit dem Arbeitsrecht verhindert, dass die Banken den notwendigen Kostenabbau überhaupt durchführen können ohne sich dabei ins Messer der Abfindungen und Restrukturierungskosten zu stürzen und so aus Angst vor dem Tod Selbstmord zu begehen. Deshalb bleibt für die von Herrn Draghi ebenfalls angemahnte Digitialisierung der Banken auch nicht genug Geld übrig. Dafür muss man nämlich investieren und zwar erhebliche Beträge. Und die EZB weiß es. Was wird die konkrete Wirkung dieser Maßnahmen sein? Die EZB glaubt, sie könnte damit die Dose noch ein paar Monate länger die Straße heruntertreten, aber das ist ein Irrtum, wie sich sehr schnell herausstellen wird. Die unmittelbare Wirkung des um 0,1% erhöhten Negativzinses sind alleine für die Deutschen Banken zusätzliche Kosten von 600 Mio. Euro, wie ein Blick in die Bilanz der Deutschen Bundesbank zeigt, die 600 Milliarden Einlagen der Banken ausweist. Sie werden künftig mit einem Strafzins von 3 Milliarden Euro pro Jahr belegt, bisher waren es schon 2,4 Milliarden. Die Aussicht auf dauerhaft niedrige Zinsen wird zugleich die Blasen an den Immobilien- und Aktienmärkten weiter aufpumpen. Die Anleger werden wie die Lemminge in Anlageformen getrieben, deren Kursabsturz sie am Ende der Fahnenstange ein Vermögen kosten wird, wohl mindestens die Hälfte oder mehr. Richtig ermuntert es aber, wenn Herr Draghi, der uns gerade erzählt hat, dass wir sehr, sehr lange mit den Nullzinsen leben müssen nur wenige Minuten später seiner Zuversicht Ausdruck verleiht, dass die Zinsen mit der Rückkehr des Wachstums (und seiner heiß geliebten, ersehnten Inflation, die er in Stabilität umgetauft hat) auch wieder mal steigen werden. Im nächsten Leben, liebe Deutsche, Holländer und andere schwäbische Hausfrauen. Diese Leier des 'wir wachsen aus dem Problem raus und alles wird gut' hören wir uns jetzt seit 2008 an. Aber das Wachstum wurde dabei immer anämischer, was auch keine Überraschung sein kann, wenn man sich die Zombifizierung der Unternehmenswelt ansieht, die die direkte Folge dieser Nullzinsen ist. Das Wachstum kehrt nicht in den Euroraum zurück. Niemals, nie wieder. Und der Grund ist einfach: Der Nullzins, der die Pleiten eigentlich unproduktiver Unternehmen verhindert führt zu einer immer größeren Bindung von Mitteln in schlechten Verwendungen, unproduktive, ineffiziente Unternehmen, die Dinge herstellen, für die es in einer echten Marktwirtschaft keine Nachfrage gäbe. Zugleich ermuntert er die Staaten in der Eurozone, ihre fiskalische Disziplinlosigkeit fortzusetzen und so immer mehr Geld, Personal und Mittel in die Bürokratie zu investieren, die alles tut, nur kein Produktivitäts-wachstum herstellen. Da wir uns mitten in der digitalen Revolution befinden (sie haben davon gehört, ja? Denn sie finden ja dass die Banken sie zu langsam umsetzen.) und uns jede erst zu nehmende Studie dazu sagt, dass wir in 10 Jahren die gleiche Menge Güter und Dienstleistungen mit der Hälfte der Menschen herstellen können, dann müsste es doch im Umkehrschluss so sein, dass wir mit der gleichen Anzahl Leute dann doppelt so viel herstellen können, das Bruttosozialprodukt sich also verdoppelt. Das entspräche einem Wachstumspotential von 7% (!) pro Jahr. Wo geht denn das alles hin, Herr Präsident? Genau. Es geht in die Zombifizierung und Bürokratisierung unserer geldsozialistischen Planwirtschaft. Aber für Sie, verehrte Leser habe ich Trost: ja, das Wachstum wird zurückkehren, nur nicht in den Euroraum, weil der dann weg sein wird. Nein, leider wird das nicht ohne den Kollaps gehen, den Herr Sewing ahnt und den Herr Draghi leugnet obwohl ich persönlich sehr überzeugt bin, dass er es besser weiß. Aber ja, wenn wir die Planwirtschaft des Geldsozialismus über Bord geworfen haben werden, haben wir unsere besten Tage noch vor uns. Herr Draghi wird dann an seinen Memoiren sitzen und uns erklären, dass alles super war, solange er noch im Amt war. Frau Lagarde wird es nicht gefallen, es stimmt aber ironischerweise."



Es gibt noch andere Grenzen des Wachstums, eigentlich hat alles, was zahlenmäßig erfassbar ist, eine obere und eine untere Grenze (letztere oft Null). Nur in der Mathematik kann man theoretisch über das Unendliche nachdenken. Und in der Physik ist das Wesen von Raum und Zeit noch nicht geklärt und damit die Frage, ob diese beiden Größen unendliche Ausmaße erreichen. Eine der größten Entdeckungen der Physik ist die obere Grenze der Geschwindigkeit jedes beliebigen Objektes, die Lichtgeschwindigkeit.
Überbevölkerung, das heißt die Überbeanspruchung der natürlichen Lebensgrundlagen durch zu hohe Bevölkerungsdichte, ist die Hauptursache vieler ökologischer Probleme.
Noch bevor sich dadurch eine ökologische Krise zuspitzt und Menschen verhungern, kommt es im allgemeinen zu sozialen Unruhen: Patriarchalisches Weltbild -> Überbevölkerung -> Arbeitslosigkeit/Armut/Ausweglosigkeit
-> Kriminalität/Plünderungen/Krieg -> Reduzierung der Überbevölkerung durch Tod oder Flucht
Ein Beispiel ist der Terror des Erdogan-Regimes gegen nach Selbstbestimmung strebende Kurden:
Es ist eine Schande, daß westliche Politiker sich vor Erdogan ducken und die Türkei immer noch zur NATO gehört.
In Deutschland scheint sich folgendes Szenario zu entwickeln: Materialistisches Weltbild -> Gier nach immer mehr
-> Wachstum um jeden Preis -> Gelddruckerei durch die Zentralbank + Masseneinwanderung
-> Fehlinvestitionen/Blasenbildung + hohe Wohnkosten -> Abschwung der Wirtschaft -> Arbeitslosigkeit/Armut/Neid
-> Kriminalität/Ausschreitungen -> Regierungswechsel -> Stopp von Gelddruckerei und Masseneinwanderung
Je später ein Politikwechsel erfolgt, desto schwerer werden Kriminalität/Ausschreitungen.
Es ist also das Bestreben der amtierenden Regierung, daß in Deutschland möglichst viele Menschen leben.


Dies steht im totalen Widerspruch zu einer nachhaltigen Lebensweise.
Stefan Anderl , 18.06.2019 :
"An die Vereinten Nationen zum Thema Überbevölkerung: Laut den Zahlen Ihrer Schätzungen zur Erdbevölkerung hat sich diese innerhalb von ziemlich genau 100 Jahren vervierfacht. So betrug im Jahre 1910 die gesamte Erdbevölkerung noch 1,750 Milliarden Menschen, im Jahre 2010 schon 6,916 Milliarden Menschen. Die von Ihnen herausgegebenen Bevölkerungsschätzungen ergeben sich dadurch, dass Ihnen nur etwa die Hälfte der Nationen und Gebiete ihre eigenen Bevölkerungszahlen zukommen lassen. Das Fehlen von verlässlichen Zahlen wird also durch grobe Schätzungen kompensiert, um eine Gesamt-Erdbevölkerungszahl abschätzen zu können. Aus diesem Grund ist es nachvollziehbar, wenn andere Quellen von sogar weit über 8 Milliarden Menschen im Jahr 2014 sprechen. Dies würde schliesslich nur einem prozentualen Fehler von etwa einem Sechstel, sprich 16,6% entsprechen. Die Vereinten Nationen würden also jeden sechsten Erdenbürger nicht ausfindig gemacht haben. Angesichts der Tatsache, dass der Grossteil der Menschheit ungleich wie in Europa in Gebieten ohne verwaltungstechnische und bürokratische Erfassung lebt, ist es gut möglich, dass Ihre Erdbevölkerungsschätzung von der Wahrheit um mehr als eine Milliarde nach unten abweicht. Sie als Organisation haben es sich laut Ihrer Charta zum Ziel gesetzt, weltweite Probleme friedlich zu lösen. Dies betrifft Probleme wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und humanitärer Natur. Das Bevölkerungswachstum auf der Erde hat jedoch unzweifelhaft zu vielfältigen Problemen geführt. So sprechen viele Umweltorganisationen wie der WWF davon, dass die Menschheit momentan mehr als eine Erde bräuchte, um ihren Hunger nach Ressourcen stillen zu können.
Der Bevölkerungsdruck führt unzweifelhaft primär zu Konflikten, Kriegen, Ackerlandmangel, Hunger, Vertreibungen, Umweltverschmutzung, Regenwaldabholzung, Landraub, materieller Ungleichheit, industrieller Landwirtschaft, Massentierhaltung, Klimawandel, Extremwetter, Über- und Qualzüchtungen, Treibhausgasen, Bodenauslaugung, Wohnungsmangel, Mietpreissteigerungen, Arbeitslosigkeit, Bodenerosion, Desertifikation, Preissteigerungen, Trinkwasserknappheit usw. usf. In einer zweiten Phase verrohen auch die zwischenmenschlichen Beziehungen und die gesellschaftlichen Strukturen, da aufgrund eines Mangels an natürlichen Ressourcen nicht mehr in Frieden miteinander gelebt werden kann. Kriminalität, Anonymität, Wanderarbeit, Korruption, Lobbyismus, behördliche Gleichschaltung, Extremismus, Gier, staatliche Tyrannei, Terrorismus und Menschenhandel erhöhen und vermehren sich, und die Wertschätzung jeglichen Lebens verringert sich. Als Vergleich dient meiner Ansicht nach am besten das Hausaquarium. Jeder Besitzer eines Aquariums weiss, dass nur eine bestimmte Anzahl an Fischen pro Wasservolumen einen gesunden und friedlichen Fischbestand zur Folge hat. Konkret sind dies 1 cm Fisch auf 10 Liter Wasser. Alles darüber hinaus führt dazu, dass die Wasseraufbereitung optimiert werden muss und die Fische anfangen, sich gegenseitig zu bekämpfen resp. ‹anzuknabbern›, weil nicht genug Raum für ein eigenes Territorium vorhanden ist. Der Lebensraum des Menschen ist dem eines Aquariums vergleichbar. Er lebt in einer dünnen Atmosphäre, die wie eine dünne Apfelhaut den Planeten Erde umgibt. Jegliche Luftverschmutzung breitet sich unweigerlich über den ganzen Raum aus, und Lebensräume sind nicht unbegrenzt gross. Alle genannten menschgemachten Problematiken sind Wirkungen der Ursache Überbevölkerung.
Durch eine planetengerechte Menschenanzahl auf der Erde würde uns eine Natur erhalten bleiben, die stets ausgleichend auf das Handeln des Menschen reagiert. Die Wirkungen der Überbevölkerung haben Eingang in Ihre Charta gefunden.
Die Frage ist nun, inwieweit Sie imstande oder gewillt sind, die Probleme von Grund auf zu lösen, oder ob Sie nur Makulatur betreiben wollen und dies dann als Ihre Aktivitäten bezeichnen möchten. Als überstaatliche Organisation wäre es erfreulich, und ich würde es auch erwarten, wenn Sie den Anspruch hätten, Probleme ursächlich von Grund auf zu lösen. Die Logik lehrt uns, dass Probleme bzw. Wirkungen nur durch Behebung der Ursache komplett und damit langfristig gelöst werden können."
Volker Seitz , 11.07.2019 : "Für eine radikale Wende der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika plädiert der Diplomat Volker Seitz. Nach 40 Jahren zeige sich, dass die bisherige Strategie den afrikanischen Kontinent nicht voran gebracht hat. Im Gegenteil: Armut sei zum Geschäft für korrupte Staatsführer geworden, schreibt Seitz in einem Gastbeitrag für das Meinungsmagazin Tichys Einblick. 'Das größte Kapital mancher Länder in Afrika sind nicht der Boden oder die Rohstoffe. Es ist die arme Bevölkerung, denn sie sorgt dafür, dass weiter Entwicklungshilfe ins Land fließt', schreibt Seitz, der insgesamt 17 Jahre unter anderem als Botschafter in den afrikanischen Ländern Kamerun, Benin, der Zentralafrikanischen Republik und Äquatorialguinea gearbeitet hat. 'Je bedürftiger ein Land ist, desto mehr können die Regierenden kassieren: Sie erhalten leichter internationale Unterstützung und können sich an der Macht halten, wenn ihre Bevölkerung arm, ungebildet und unselbstständig bleibt. Armut ist ein Trumpf bei den Forderungen nach Entwicklungshilfe.' Für Seitz ist die jetzige Form von Entwicklungshilfe in Afrika 'eine Belohnung für schlechtes Regierungshandeln'. 'In 17 Jahren in Afrika habe ich beobachtet, dass die afrikanischen Länder, die am meisten Entwicklungshilfe erhalten, am wenigsten gegen die Armut unternehmen', so der Diplomat. 'Die Entwicklungshilfe ist eines der wichtigsten Instrumente, mit denen sich korrupte und inkompetente Regime in Afrika an der Macht halten.' Der größte Teil der Entwicklungsgelder fließe offenbar in die Taschen der Machthaber. 'Es verdichten sich die empirisch bestätigten Informationen, dass die große Mehrheit der afrikanischen Präsidenten inzwischen Milliardär geworden ist und im Begriff steht, sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit weiter zu bereichern. Sie besitzen Luxusimmobilien in westlichen Ländern und dort auch dicke Bankkonten.' Deutschland solle deshalb die Mittel streichen, die beispielsweise in Waffen und Sicherheitskräfte investiert werden. 'Wir Bürger (und unsere Abgeordneten!) müssten der Regierung verbieten, Steuergelder für die Steigerung der repressiven Kapazität dieser Länder auszugeben und dies dann als Entwicklungsbeiträge darzustellen.' Die Entwicklung Afrikas könne nicht über die zutiefst korrupten Regierungen laufen. 'Sie liegt in der Hand der jeweiligen Zivilgesellschaften. Diese verdienen unsere Unterstützung, aber nur, wenn sie es selbst wünschen.' Seitz: 'Wir müssen den Willen zur selbstgesteuerten Entwicklung respektieren – Afrika hat genug materielle und humane Ressourcen – und dürfen uns nicht, wie über 60 Jahre geschehen, weiter schamlos aufdrängen.' "
Egon W. Kreutzer , 20.09.2019 :
"Es ist eine nicht widerlegbare Tatsache, dass die hauchdünne Schicht des 'Lebens' auf der ungleich mächtigeren, vergleichsweise aber immer noch hauchdünnen, festen Kruste des Planeten, eine begrenzte, d.h. endliche Masse biologisch nutzbaren Materials enthält. Weil alles Leben auf der Erde aus dieser endlichen Masse aufgebaut werden muss, ist auch die Zahl der gleichzeitig lebenden Organismen ebenso begrenzt, wie die Ausgestaltung einigermaßen stabiler Nahrungsketten, von denen eine, immer mehr Biomasse beanspruchende, jene ist, an deren Ende der Mensch steht. Reinhold Messners Folgerung: 'Wir werden nicht mehr allzu lange Ressourcen haben, um den Lebensstandard zu halten, den wir haben', steht kein vernünftiges, rationales Argument gegenüber, mit dem sie entkräftet werden könnte. Es ist naiv anzunehmen, man müsse eben einfach noch mehr Kunstdünger erzeugen und auf die Felder ausbringen, um die Erträge im gleichen Maße zu steigern. Es gibt ein Optimum für den Einsatz von Kunstdüngern. Wird dieses überschritten, wird der Ertragszuwachs pro Düngermenge immer geriniger, und es gibt eine Obergrenze für den Einsatz von Kunstdüngern, bei deren Überschreiten die 'chemisch verbrannte Erde' ein Pflanzenwachstum nicht mehr zulässt, selbst dann nicht, wenn genügend Süßwasser vorhanden ist, um die für das Pflanzenwachstum notwendige Bewässerung besorgen zu können. Wobei die Bereitstellung von Süßwasser in immer weiteren Gebieten der Erde ebenfalls immer problematischer wird. Technokraten rechnen mit großem Optimismus immer wieder gerne aus, welche noch zu erwartenden Fortschritte der Landwirtschaft in Verbindung mit welchen großtechnischen Verfahren der Chemie und der Gentechnologie welches Wachstum der Weltbevölkerung noch als verkraftbar erscheinen lassen. Inzwischen spricht man von mindestens 12 Milliarden Menschen, die von diesem Planeten ernährt werden könnten, und dass es bis zum Ende dieses Jahrhunderts schon 11 Milliarden sein werden, wird als sehr sicher angenommen. Dass die Fokussierung des menschlichen Wirtschaftens auf die Ernährung einer immer größeren Zahl von Menschen zwangsläufig auf das Ende der 'Natur', wie wir sie heute noch kennen, hinausläuft, dass es Kleidung aus Baumwolle nicht mehr geben wird, dass es Holz nicht mehr geben wird, weil alle verfügbare Flächen von der industriellen Landwirtschaft und den Chemiefabriken zur Erzeugung von künstlichem Nahrungseiweiß und künstlichen Kohlenhydraten besetzt sind, ist dabei noch immer nicht das Ende des Albtraums. Es ist eminent wichtig zu erkennen, dass wir auf diese apokalyptischen Zustände unweigerlich auch dann zulaufen, wenn es gelingt kriegerische Auseinandersetzung soweit einzudämmen, dass die verheerenden atomaren, biologischen und chemischen Waffenvernichtungswaffen in den Arsenalen verrotten und niemals eingesetzt werden. Mit der Verwendung eines einzigen, als homogen definierten 'Menschheits-Wir' wird weder klar, wie sich die Weltbevölkerung heute auf die Fläche, die Staaten und die Ethnien verteilt, noch, wo derzeit die höchsten Zuwachsraten zu verzeichnen und für die weitere Zukunft zu erwarten sind, und schon gar nicht, wo sich Mensch und Umwelt in einem einigermaßen harmonischen Gleichgewicht befinden und wo nicht. Das Prinzip der 'Kunst' nicht leistungsadäquate Einkommen zu generieren nun aber dergestalt umkehren zu wollen, dass alles, was auf diesem Planeten erzeugt wird, zu gleichen Teilen auf alle Menschen zu verteilen sei, unabhängig davon, was sie dazu beigetragen haben, ist um keinen Deut gerechter und führt, wie soeben angesprochen, auf dem Weg blutiger Unterdrückung ins Chaos. Die globale, alle Staaten, Gesellschaften und Kulturen umfassende Einigung darauf, dass jeder Mensch auf dieser Welt ein Recht als 'Menschenrecht' für sich in Anspruch nehmen kann, sich überall niederzulassen wo es ihm gefällt und sich und seine Familie überall alimentieren zu lassen, wo er sich niedergelassen hat, ist blanker Irrsinn. Es ist aber genau der Irrsinn, der von den vereinten Nationen ersonnen wurde und verbreitet wird, es ist der Irrsinn, dem Angela Merkel tiefgläubig anhängt. Je mehr Afrikaner ein Land ihrer Sehnsucht erreichen und dort – auch ohne zu arbeiten – einen Lebensstandard erreichen, den sie zuhause nicht erreichen können, desto mehr werden ihnen folgen, bis die aufnehmenden Staaten wirtschaftlich zusammenbrechen. Jetzt ist es an den Völkern Afrikas, ihre Bevölkerungsexplosion zu bremsen, und es ist grottenfalsch, wenn Staaten mit einer stabilen oder gar rückläufigen Bevölkerung aus keinen anderen Gründen als denen der Wahrung von Kapitalrenditen sich bemüßigt sehen, diesen Geburtenüberschuss aufzunehmen. Das bringt uns dem Punkt, an dem das Leben auf dem Planeten tatsächlich zusammenbrechen muss, nur noch schneller noch näher."

Die oben beschriebene Gelddruckerei hat in den vergangenen Jahren das Wachstum der Wirtschaft künstlich aufrecht erhalten und für einen künstlichen Anstieg der Erwerbstätigkeit gesorgt. Trotzdem kann der Bedarf an Jobs nicht gedeckt werden, wie aus einer Statistik (September 2019) der Arbeitsagentur hervorgeht:
Rund 5,5 Mio. Leistungsberechtigte nach dem SGB II sind Personen mit Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Sozialgeld, davon sind rund 3,8 Mio. erwerbsfähig.
Nun, da die Konjunktur nachlässt, steigt die Zahl der Arbeitslosen wieder und es drohen soziale Unruhen.
Dann wird sich für alle zeigen, dass die Masseneinwanderung ein schwerer politischer Fehler ist.

Helmut Creutz (1923-2017) :

Noch immer reden und tun Politiker und Manager so, als ob es keine Grenzen des Wachstums gäbe.
Stabiles Wirtschaften bedeutet gleich bleibendes Bruttoinlandsprodukt, keine Verzinsung und keine Inflation.
Gibt es dann noch Fortschritt?
Die Perspektive sollte sein: "Klasse statt Masse!" - man kann auch sagen "Qualität statt Quantität!"

zur Startseite