Grenzen des Wachstums

Stand: 13.02.2020
Die Bürger Europas - zunächst vor allem im Süden Europas - müssen nun erkennen, daß das Wachstum der Wirtschaft vorbei ist und auch nicht wiederkommen wird. Die Wirtschaft stößt an unüberwindbare Grenzen.
Es ist zum einen unmittelbar eine finanzielle Grenze und zum anderen grundlegend eine ökologische Grenze spürbar.
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, daß die Marktwirtschaft, bzw. der böse Kapitalismus, auf ständiges Wachstum programmiert ist und damit Schuld hat , wenn die finanziellen und ökologischen Grenzen überschritten werden. Jedes Wirtschaftssystem gehorcht Spielregeln, die der jeweilige Staat (oder Staatenbund wie die EU) vorgibt. Die wichtigste Regelung ist dabei das Geldsystem. Es sind die Regierungen dieser Staaten und der ihnen nahe stehenden Zentralbank, die die (Markt)Wirtschaft dazu antreiben, immer weiter zu wachsen und sich dabei immer weiter zu verschulden. Der Grund ist, daß die Regierungen selbst nicht mit den Einnahmen (Steuern) auskommen. Und der Grund dafür liegt an der dummen, habgierigen Masse der Wähler, die diese Regierungen an die Macht gebracht hat. Eine Regierung, die auf solides Wirtschaften setzt, wird abgesetzt. Die Marktwirtschaft wäre ein hervorragendes System, um frühzeitig die bereits überschrittenen Grenzen zu erkennen und zu korrigieren. Dazu müssten die Politiker es lediglich Ernst meinen mit einem ausgeglichenen Haushalt (schwarze Null und Schuldenbremse) beim Staat und bei der Zentralbank. Aber die breite Mehrheit der Bevölkerung sieht nicht die Gefahr eines Finanzcrashs.
Die Wirtschaft Europas wächst nur noch durch den ständigen Aufkauf von Staats- und Unternehmensanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB). Es handelt sich jedoch um ein Schein-Wachstum, bei dem die Höhe des Bruttoinlandsprodukts zwar nominell steigt, jedoch nur durch Inflation verursacht ist.
Dies führt zu einer immer größer werdenden Abhängigkeit aller Wirtschaftsaktivitäten von EZB und Staatsausgaben.
Wir entfernen uns immer mehr von einer Marktwirtschaft und bewegen uns hin zu einer Planwirtschaft.
Die Schuldenfalle ist also die Folge eines auf zwanghaftes Wachstum ausgerichteten Wirtschaftssystems und bedeutet abnehmende Effizienz der Wirtschaft und sinnentleerte Beschäftigung durch staatliche Aufträge.
Die Ursache ist die Leugnung von Grenzen des Wachstums.
Anja Ettel , 'Welt'-Redaktion , 17.10.2019 :
"Weltweit explodieren die Schulden von Unternehmen und Staaten. Zugleich drängen Investoren auf der Suche nach Rendite in immer riskantere Bereiche. Wie gefährlich diese Mixtur für die Weltwirtschaft ist, zeigen jetzt Zahlen des IWF. Eine sonderlich entspannende Lektüre war der globale Finanzstabilitätsbericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) noch nie. Irgendwo in der weiten Welt der Banken, Bonds und Börsen liegt schließlich immer irgendetwas im Argen. Doch die Zahl an Anfälligkeiten, die die Finanzwächter aus Washington in ihrem aktuellen Report auflisten, lässt dann doch aufhorchen. Weltweit steigt der Verschuldungsgrad von Unternehmen und Staaten rasant an. Gleichzeitig drängen Investoren auf der Suche nach Rendite in einem Umfeld extrem niedriger Zinsen in immer risikoreichere Papiere. Und parallel dazu steigt angesichts der geopolitischen Spannungen und des anhaltenden Handelskonflikts zwischen den USA und China die Unsicherheit – und damit auch die Gefahr von überschießenden Reaktionen an den Finanzmärkten. Mit besonderer Sorge blicken die Ökonomen dabei auf die steigende Schuldenlast von Unternehmen rund um den Globus. 'Die Anfälligkeiten im Unternehmenssektor sind in einigen systemrelevanten Volkswirtschaften bereits erhöht', warnt der IWF und verweist dabei auf die steigende Verschuldung und die gleichzeitig sinkenden Möglichkeiten, die sich auftürmenden Schulden im Falle einer Konjunkturflaute oder bei sich plötzlich verschlechternden Zinskonditionen noch ausreichend bedienen zu können. Sollte es zu einem Einbruch kommen, der auch nur halb so stark ausfallen würde wie einst die globale Finanzkrise vor elf Jahren, könnte der Wert der potenziell ausfallgefährdeten Unternehmensschulden auf 19 Billionen Dollar steigen, so die Schätzung des IWF. 'Das wären fast 40 Prozent der gesamten Unternehmensschulden in den größten Industrienationen', warnen die Experten. Dieser Wert würde dann sogar noch über dem damaligen Krisenniveau liegen – ein klarer Hinweis darauf, wie wackelig die Lage in diesem Bereich mittlerweile ist. Ebenso besorgniserregend: die wachsenden Risiken für sogenannte Nichtbanken im Finanzsektor. Dazu zählen zum Beispiel Versicherer oder Venture-Capital-Firmen. In 80 Prozent der Ökonomien mit – gemessen am Anteil an der Wirtschaftsleistung – systemrelevantem Finanzsektor seien die Anfälligkeiten in dieser Gruppe bereits erhöht, heißt es im IWF-Report. Und auch in diesem Fall verweisen die Ökonomen aus Washington darauf, dass dieser Anteil zuletzt während der großen Finanzkrise solche Höhen erreicht hat. Hinter der deutlich gestiegenen Risikoneigung steckt vor allem die verzweifelte Jagd nach Rendite, auf die sich viele institutionelle Investoren begeben haben, seit klassische Staatsanleihen kaum noch etwas abwerfen beziehungsweise sogar mit Negativzinsen belegt sind. Wie dramatisch die Verhältnisse mittlerweile sind, belegt ebenfalls eine Zahl aus dem IWF-Report. Nach Schätzungen der Finanzinstitution liegt das Volumen ausstehender Schuldtitel mit negativer Rendite weltweit mittlerweile bei rund 15 Billionen Dollar. Davon seien etwa sieben Billionen von den großen Industrienationen begeben worden, darunter etwa Deutschland, Frankreich, Japan und die Schweiz. Und ein Ende der verkehrten Zinswelt ist weiterhin nicht in Sicht: An den Märkten sind demnach für die großen Währungsräume weiterhin fallende Zinsen bis weit in das Jahr 2022 hinein eingepreist. Zu diesem Zeitpunkt könnten dann sogar 20 Prozent aller Staatsanleihen eine Minusverzinsung aufweisen, schätzt der IWF. Dass in der Folge gerade institutionelle Investoren wie Pensionsfonds und Versicherer immer stärker in besser verzinste, dafür aber auch deutlich riskantere Anlagen drängen, registrieren die Finanzwächter mit wachsender Sorge. Gerade weil viele Institutionelle mittlerweile ein ähnliches Portfolio aufwiesen, könnte sich im Fall von Turbulenzen der dann zu erwartende Ausverkauf sogar noch beschleunigen. Eine weitere Gefahr schlummert laut IWF zudem in den Schwellenländern. Denn deren Kapitalzuflüsse sind wegen der weltweiten Jagd nach Rendite ebenfalls stark gestiegen. Im Durchschnitt liegt das Verhältnis von Auslandsschulden zu Exporten mittlerweile bei 160 Prozent und damit deutlich höher als noch 2008, zu Beginn der großen Finanzkrise. In einigen Ländern sei diese Rate sogar bereits auf 300 Prozent gestiegen, heißt es im IWF-Bericht. Sollten sich die Finanzierungskonditionen rasant verschlechtern, dürfte das die betroffenen Länder und ihre oft hoch verschuldeten Staatskonzerne vor erhebliche Probleme stellen."
Lisa Marie Kaus , 13.12.2019 :
"Ich bin kein Untergangsprophet, obwohl ich durchaus überrascht bin, dass alles sich immer noch dreht – an der Uni habe ich das anders gelernt. Was ich anspreche, ist nichts Neues und hat auch nichts mit dem Ankündigen eines Crashs im Jahr 20xx zu tun. Ihr Geld war noch nie etwas wert. Das Zeitalter von Goldmünzen und Golddeckung ist längst vorbei – und auch damals hat so mancher Staat an dem Edelmetallgehalt seiner Münzen oder dem Wechsel in Gold gedreht. Geld ist lediglich eine Forderung gegenüber der ausgebenden Stelle – meist der Zentralbank, bei Giralgeld auch gegenüber ihrer Geschäftsbank. Der Wert der Währung bestimmt sich allein dadurch, dass sie als Zahlungsmittel allgemein akzeptiert wird. Und jeden Abend gehen wir ins Bett und vertrauen darauf, dass das, wenn wir aufwachen, immer noch so ist. Egal ob Target Salden oder Ihr 10er im Portmonnaie – das entscheidende Gut, welches die EZB bewahren muss, ist nicht eine abstrakte Preisstabilität. Die EZB handelt mit Vertrauen. Und das mit dem Vertrauen ist so eine Sache. Die regelmäßigen Anhörungen des EZB-Präsidenten Draghi im Europäischen Parlaments haben mich immer beeindruckt. Wie oft habe ich bei Vorträgen mal einen flapsigen Satz fallen lassen, den ich mir im Nachhinein lieber verkniffen hätte. Einem Zentralbankchef darf so etwas nicht passieren, sonst geht mal eben das Vertrauen flöten und Panik bricht aus. Diesen enormen Druck hat man dem Italiener nie angemerkt – aber vielleicht kommt diese Gelassenheit auch einfach mit dem Alter und der richtigen Gehaltsstruktur. Dass aber Draghi und Lagarde zwar beeindruckend abgekochte Profis, aber bei Weitem keine selbstlosen Heiligen sind, die einzig dem Allgemeinwohl oder eben der Preisstabilität verpflichtet sind, weiß auch die Wirtschaftswissenschaft. Wir haben es hier mit dem Problem der Zeitinkonsitenz zu tun, das sich nicht nur einer Zentralbank, sondern jeder Institution stellt, die sich Regeln auferlegt. Es gibt gewisse politische Maßnahmen, die, langfristig betrachtet, objektiv schädlich sind – Staatsverschuldung für konsumtive Ausgaben zum Beispiel. Es ist eine absolute Ungerechtigkeit, wenn die heutige Generation von dem Geld der nachfolgenden lebt. Aber es ist nicht nur ungerecht und undemokratisch – no taxation without representation – es ist auch ineffizient. Denn diese Art des Haushaltens führt zu einer übermäßigen Verschuldung, kann man doch die Zeche einfach auf die noch nicht Geborenen abwälzen. Da bestellt man auch noch die dritte Flasche Rotwein. Nicht umsonst formulierte Artikel 115 des Grundgesetzes bis 2009 sehr klar die goldene Regel der Finanzwissenschaft: der Staat darf nur Kredite zu Investitionszwecken aufnehmen. Von der Brücke profitieren auch noch nachfolgende Generationen. Die Party von heute bringt den morgen Geborenen allerdings gar nichts und sollte aus den laufenden Einnahmen oder einer Steuererhöhung beglichen werden. Obwohl die goldene Regel also objektiv richtig ist – daran gehalten hat man sich nicht. Ist man nämlich mittendrin, haben doch wieder alle Beteiligten genügend Argumente, sich eben doch nicht an die vorher festgelegten Regeln zu halten. Eine enorme Bedrohung für das Vertrauen in Institutionen. Unsere gesamte Marktwirtschaft – jede menschliche Interaktion – basiert auf Vertrauen. Bei jeder Transaktion müssen beide teilnehmenden Parteien ausreichend davon überzeugt sein, dass sich der jeweils Andere an die Regeln halten wird, oder dass eine zentrale Stelle angerufen werden kann, wenn dem nicht so ist, die die Regeln durchsetzt. Schwindet das Vertrauen, gehen auch Transaktionen zurück. Unser Wirtschaftssystem ist ein Kartenhaus, das nur durch Vertrauen zusammengehalten wird. Und es hält aktuell, obwohl ein scharfer Wind weht. Ja, die Rule of Law ist die normativ beste Self fulfilling prophecy, die mir einfällt. Doch der Kitt des Kartenhauses kann brüchig werden und das ganze Konstrukt in sich zusammenfallen lassen. Wann das passiert, weiß niemand. Jeder, der eine Jahreszahl für den nächsten Crash nennt, handelt unseriös. Der Kipppunkt des Vertrauens lässt sich nicht bestimmen, und nur im Nachhinein wird alles ganz stringent, offensichtlich und zwangsläufig erscheinen – auch wenn es immer Zufall war. Wenn man mittendrin steckt, sieht man nur die einzelnen Pixel, nur aus der Ferne ergeben sie ein vermeintliches Bild. Natürlich kann man Zahlen betrachten und daraus Schlüsse über die Tragfähigkeit der Verschuldung ableiten. Aber auf die genauen Ergebnisse und die Nachkommastelle würde ich nicht viel geben. Ökonomen können hier immer nur eine Richtung anzeigen, in die es gehen könnte. Wann die Stimmung kippt und das Vertrauen schlagartig dem Markt entzogen wird, lässt sich zwar nicht vorhersagen. So führt das absolute Vertrauen in den Staat und seine Institutionen zu einer nie dagewesenen Abhängigkeit. Wir sind zum Vertrauen verdammt. Wenn morgen die Supermärkte nicht mehr öffnen würden, hätte ich ein großes Problem. Wer kann heute noch separat heizen, oder baut Kartoffeln im Garten an? Wenn der Klebstoff des Kartenhauses brüchig wird, sind wir aufgeschmissen. Während der Großen Depression der 30er Jahre verschwanden etwa 9.000 amerikanische Banken vom Markt. Die Wucht der Krise, die sozialen Verwerfungen und das Elend waren enorm – in den USA und in Europa. Das Schicksal Johannes Pinnebergs in 'Kleiner Mann, was nun', welches in den Jahren 1930 bis 32 spielt, ist brutal. Dennoch wären die Konsequenzen einer solchen Krise heute ungleich verheerender. Wir leben im 'besten Deutschland aller Zeiten'. Nichtsdestotrotz beträgt der Anteil der Sozialausgaben an der wirtschaftlichen Gesamtleistung des Landes 30 Prozent. Zum Vergleich, 1927, kurz vor der Großen Depression und nur vier Jahre nach der Hyperinflation, also keinesfalls in wirtschaftlich rosigen Zeiten, gab der Staat 10 Prozent des BIP für Sozialleistungen aus. Als die Große Depression dann mit voller Wucht aus den USA nach Europa überschwappte, steigerte der Staat den Anteil der Leistungen auf 20 Prozent. Johannes Pinneberg kommt nicht auf die Idee, nach dem Staat zu rufen. Zum Stempeln anstehen, ist sowieso nicht von Erfolg gekrönt. Er muss sich aus eigener Kraft über Wasser halten, sei es durch die Selbstversorgung im Schrebergarten. Heute sind Millionen von Menschen auf Transfers des Staates angewiesen. Und bei dieser Betrachtung sind noch nicht einmal jene berücksichtig, deren Gehalt der Staat zahlt. Ohne den Wohlfahrtsstaat in seiner heutigen Ausgestaltung, brächen millionenfach Lebensgrundlagen weg. Die westlichen Demokratien konnten seit den 1970er Jahren bis heute die verheerenden Konsequenzen der privaten Entschuldung in Wirtschaftskrisen durch öffentliche Verschuldung verhindern. Der Wohlfahrtsstaat – und damit der Steuerzahler, der sich dessen wohl nur in den seltensten Fällen bewusst ist – übernimmt immer wieder Bürgschaften, die das Eintreten von Verlusten durch das Vertrauen in die staatlichen Institutionen immer weiter in die Zukunft verschiebt. 'Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind. Auch dafür steht die Bundesregierung ein.' 'Within our mandate, the ECB is ready to do whatever it takes to preserve the euro. And believe me, it will be enough.' Unsere staatliche Ordnung und unser Wohlstand hängen am seidenen Faden Vertrauen. In der Geschichte waren die Zugkräfte immer mal wieder zu groß, und der Faden riss. Es ist nur eine Frage der Zeit. Solang die dicke Frau noch singt, ist die Oper nicht zu Ende."
Dorothea Siems , 'Welt'-Redaktion , 12.01.2020 :
"Die schwarze Null ist unter Dauerbeschuss, zumal jetzt auch die SPD höhere Staatsausgaben propagiert: Nach der Abschaffung der Zinsen sei sparsame Haushaltspolitik unsinnig. Eine gefährliche Voodoo-Ökonomie, der Deutschland nicht verfallen darf. Sparen gilt den meisten Bürgern hierzulande als Tugend. Doch es gibt im In- und Ausland immer mehr Stimmen, die dem deutschen Staat vorwerfen, eine allzu knauserige Finanzpolitik zu betreiben. Deutlich höhere Ausgaben seien nötig, zumal in diesen zinslosen Zeiten das Schuldenmachen für die öffentliche Hand so billig ist wie nie zuvor. Die neue SPD-Spitze ist fest entschlossen, die schwarze Null im Haushalt in diesem Jahr zu kippen. In der großen Koalition wollen die Sozialdemokraten eine auf Pump finanzierte Investitionsoffensive durchsetzen: Über die nächsten zehn Jahre soll der Staat zusätzlich fast eine halbe Billion Euro ausgeben. Überdies hat die Partei viele teure Sozialprojekte wie eine Kindergrundsicherung oder Verbesserungen bei Rente und Pflege auf ihre Agenda gesetzt. Gewerkschaften, Industrie und nicht zuletzt die EU-Kommission machen ebenfalls Druck auf den Bundesfinanzminister, die Geldschleusen weit zu öffnen, um die schwachen Wachstumskräfte zu beleben. Je länger diese Debatte läuft, desto verführerischer werden die Argumente, die von den Verfechtern ins Feld geführt werden. Geschickt werden neue ökonomische Theorien bemüht, um bedenkenloses Geldausgeben plötzlich als verantwortungsvolle, zukunftsorientierte Strategie darzustellen. Aus den USA ist der Ansatz der sogenannten Modern Monetary Theory nach Deutschland geschwappt und wird längst nicht mehr nur von linken Träumern ernsthaft diskutiert. Staatsschulden und permanente Haushaltsdefizite sind nach dem Urteil dieser Denkschule überhaupt kein Problem. Denn der Staat könne stets mehr ausgeben, als er einnehme – weil er das fehlende Geld einfach selbst drucken könne. Der amerikanische Demokrat und Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders will nach diesem Konzept das US-Gesundheitssystem ausbauen und verspricht kostenlose Collegeausbildung und andere Großvorhaben – finanziert über die Notenpresse. Dass Deutschland mit dieser Strategie vor hundert Jahren schon einmal Schiffbruch erlitten hat und Millionen Menschen wegen der Hyperinflation alles verloren haben, wollen die Anhänger einer schuldengetriebenen Finanzpolitik nicht hören. Inflation sei doch heutzutage gar kein Thema mehr. Momentan mag das stimmen, wenn man von katastrophalen Gegenbeispielen wie Venezuela absieht. Trotzdem bleibt die Frage, wie der Staat mit dem Drucken von Geldscheinen, die letztlich nichts anderes sind als bedrucktes Papier, neue Güter und Werte schaffen soll. Gäbe es einen solchen anstrengungslosen Weg zu Wachstum und Wohlstand, wäre das zweifellos das Ende aller Wirtschaftskrisen und aller sozialen Miseren. Tatsächlich aber erinnert diese Voodoo-Ökonomie fatal an die fantastischen Geschichten des Barons Münchhausen, der sich am eigenen Schopfe aus dem Sumpf zog. Mit seriöser Finanz- und Geldpolitik haben solche Vorschläge nichts zu tun. Die rasante Verteuerung der Vermögenswerte, allen voran der Immobilienpreise, bringt nicht nur Gewinner hervor. Weil als Folge auch die Mieten kräftig zulegen, bleibt vielen Menschen nun weniger Geld für andere Ausgaben. In einer alternden Gesellschaft wird der Einzelne immer stärker von den Versprechungen eines fürsorglichen Staates abhängig, der vorgibt, alle Renten-, Kranken- und Pflegeleistungen trotz der demografischen Veränderungen auch in Zukunft noch finanzieren zu können – notfalls mit noch höheren Schulden. In Japan, dem Land mit der ältesten Bevölkerung, ist es bereits so weit, zumal die asiatische Nation weltweiter Vorreiter der ultraexpansiven Geld- und Finanzpolitik ist. Die Staatsschuldenquote beträgt in Japan heute das Zweieinhalbfache der Jahreswirtschaftsleistung, die Zinsen sind negativ, und den Privatleuten hat man konsequent das Sparen abgewöhnt. Durch hohes Wachstum aber ist das einstige Wirtschaftswunderland schon seit Jahrzehnten nicht mehr aufgefallen. In diese Sackgasse sollten wir den Japanern nicht folgen. Die Geldpolitik der EZB birgt schon genug Gefahren. Wenn Deutschland nun als Anpassung an die Nullzinspolitik auch noch in der Finanzpolitik alle bewährten Regeln nachhaltigen Wirtschaftens aufgäbe, wäre das fatal. Andere Euro-Staaten würden nicht zögern, ihrerseits die Schuldenspirale anzutreiben."



Es gibt noch andere Grenzen des Wachstums, eigentlich hat alles, was zahlenmäßig erfassbar ist, eine obere und eine untere Grenze (letztere oft Null). Nur in der Mathematik kann man theoretisch über das Unendliche nachdenken. Und in der Physik ist das Wesen von Raum und Zeit noch nicht geklärt und damit die Frage, ob diese beiden Größen unendliche Ausmaße erreichen. Eine der größten Entdeckungen der Physik ist die obere Grenze der Geschwindigkeit jedes beliebigen Objektes, die Lichtgeschwindigkeit.
Überbevölkerung, das heißt die Überbeanspruchung der natürlichen Lebensgrundlagen durch zu hohe Bevölkerungsdichte, ist die Hauptursache vieler ökologischer Probleme.
Noch bevor sich dadurch eine ökologische Krise zuspitzt und Menschen verhungern, kommt es im allgemeinen zu sozialen Unruhen: Patriarchalisches Weltbild -> Überbevölkerung -> Arbeitslosigkeit/Armut/Ausweglosigkeit
-> Kriminalität/Plünderungen/Krieg -> Reduzierung der Überbevölkerung durch Tod oder Flucht
Ein Beispiel ist der Terror des Erdogan-Regimes gegen nach Selbstbestimmung strebende Kurden:
Es ist eine Schande, daß westliche Politiker sich vor Erdogan ducken und die Türkei immer noch zur NATO gehört.
In Deutschland scheint sich folgendes Szenario zu entwickeln: Materialistisches Weltbild -> Gier nach immer mehr
-> Wachstum um jeden Preis -> Gelddruckerei durch die Zentralbank + Masseneinwanderung
-> Fehlinvestitionen/Blasenbildung + hohe Wohnkosten -> Abschwung der Wirtschaft -> Arbeitslosigkeit/Armut/Neid
-> Kriminalität/Ausschreitungen -> Regierungswechsel -> Stopp von Gelddruckerei und Masseneinwanderung
Je später ein Politikwechsel erfolgt, desto schwerer werden Kriminalität/Ausschreitungen.
Es ist also das Bestreben der amtierenden Regierung, daß in Deutschland möglichst viele Menschen leben.

Dies steht im totalen Widerspruch zu einer nachhaltigen Lebensweise.
Volker Seitz , 20.11.2019 : "Das Wachstum der Bevölkerung sei ein entscheidender Parameter für den Klimawandel und den Planeten insgesamt, sagt Professor Mojib Latif vom Geomar Helmholtz Center for Ocean Research Kiel. Ohne die Zunahme der Weltbevölkerung könne man auch den Klimawandel nicht verstehen. Vor allem im südlich der Sahara gelegenen Teil Afrikas wird sich die Bevölkerung bereits in den nächsten 32 Jahren erneut verdoppeln. In Entwicklungsländern kommt es jährlich zu 89 Millionen ungewollten Schwangerschaften – in Afrika sind Kinderehen und der soziale Druck, viele Kinder zu bekommen, hoch. Ein Bewusstsein für die langfristigen Gefahren eines anhaltend hohen Bevölkerungswachstums ist bei den meisten Afrikanern, besonders auf dem Land, nicht zu erkennen. Große Fortschritte mit Verhütungsmitteln wurden in Ruanda, Botswana, Mauritius und Äthiopien erzielt. Die Geburtenraten sind in diesen Ländern seit Jahren fallend. Auch Kenia, Ghana, Senegal, Tunesien und Marokko machen laut der eingangs erwähnten Studie Fortschritte. Es gibt keine einfachen und schnellen Lösungen bei der Strategie, wie das weltweite Bevölkerungswachstum begrenzt werden kann. Etwa durch Bildung, Familienplanung, Aufklärung, die bereits in der Schule beginnt, und mehr Rechte für Frauen. Kronprinzessin Mary von Dänemark forderte in Nairobi, immer noch bestehende Tabus rund um Verhütung und Sexualaufklärung müssten beseitigt werden. In Afrika südlich der Sahara nutzen Frauen – nach meinen Informationen – aus der obersten Einkommensschicht im Durchschnitt dreimal häufiger Verhütungsmittel als solche aus dem untersten Einkommensbereich. Wohlhabendere Frauen haben einen höheren Bildungsgrad und mehr Einkommen und deshalb einen besseren Zugang zu Informationen und mehr Wahlmöglichkeiten hinsichtlich der Verhütungsmittel. Auch wird es weiter darauf ankommen, wirklich Alternativen bezüglich der Einkommenssicherung und Altersvorsorge anzubieten. Sicherlich trägt eine Absicherung im Alter dazu bei, den Wunsch nach vielen Kindern zu verringern. Auf staatlicher Seite hapert es leider oft am politischen Willen: Es bedarf aber politischer Überzeugungsarbeit bei den Regierungen. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) betonte zwar in Interviews die Relevanz von Bildung, Aufklärung, Familienplanung und Verbesserung der Rechte der Frauen, blieb dann der Konferenz aber ebenfalls fern. Den Menschen in Afrika Zugang zu Nahrung, Bildung, Arbeit und Gesundheitsversorgung zu ermöglichen, sind die zentralen Herausforderungen. Denn es sind vor allem die weltweit ärmsten Länder, in denen die meisten Kinder geboren werden. Staaten, die ihrer Bevölkerung keine angemessene Grundversorgung bereitstellen, kann eine Zunahme der Bevölkerung an die Grenzen ihrer Handlungsfähigkeit bringen und so vermehrt zu Konflikten führen. Auf dem gesamten Kontinent werden pro Jahr nur etwa drei Millionen formale Arbeitsplätze geschaffen. Ob die Nairobi-Konferenz viel bewirkt, muss sich zeigen. Die Beteiligung war freiwillig, die Verpflichtungen sind nicht bindend. Ohne die notwendige Aufklärung, auch in medizinischer Hinsicht der Männer in die Aufklärungsarbeit, wird die Position und Rolle der Frauen in großen Teilen der afrikanischen Gesellschaft gegenwärtig noch nicht stark genug sein, wirklich an den entsprechenden Tagen Nein zu sagen. Einige Frauen empfinden einen hohen Druck, viele Kinder zu bekommen, um vom Mann anerkannt zu werden. Damit sich Geschlechterrollen und -normen verändern, ist es meines Erachtens besonders wichtig, auch Jungen und Männer in Familienplanungsprogramme einzubinden. Denn sie können erheblich dazu beitragen, dass Mädchen und Frauen bei der Familienplanung mitentscheiden, indem sie Verhütungsmittel verwenden, ihre Partnerin unterstützen, keine Gewalt ausüben und die Gleichstellung der Geschlechter fördern. Aber auch die gesamte Gemeinschaft und vor allem politische und religiöse Meinungsführer müssen miteinbezogen werden, um langfristige Änderungen zu bewirken. Allerdings ist es 'oft ist nicht ein Problem des Unwissens, sondern ein Problem des Nicht-wissen-wollens.' "

Es ist leider eine traurige Tatsache, daß die meisten Umweltschützer ein 'linkes' und in meinen Augen falsches Weltbild haben und daher unvermeidlich zu völlig widersprüchlichen Aussagen kommen. Sehen diese Leute Ihre offenkundigen Denkfehler nicht? Ein typisches Beispiel ist der Gastbeitrag 'Klimareporter' , 20.01.2020
Es wird zunächst festgestellt: "Immer mehr Menschen wird bewusst, dass wir dabei sind, unseren Planeten unbewohnbar zu machen. Doch die Reaktionen der Politik sind weitgehend die alten: Neue Fernziele und Aktionspläne, marktbasierte Anreizprogramme, ein paar steuerliche Korrekturen – und immer wieder die Beschwörung von mehr Wachstum. Immer mehr Menschen aber wird klar, dass dieses Vorgehen nicht ausreicht, um der fortschreitenden Zerstörung unserer Lebensgrundlagen und den wachsenden sozialen Ungleichheiten entgegenzuwirken.
Auch die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bewirbt ihren kürzlich vorgestellten 'Green Deal', der die europäische Wirtschaft auf Klimakurs bringen soll, als 'Wachstumsstrategie für Europa'. Von der Leyen stellt zutreffend fest, dass das alte, auf fossilen Energieträgern aufbauende Wachstumsmodell 'nicht erdtauglich' sei. Ihre Antwort, die viele gute Ansätze enthält, bleibt aber dem Glauben verhaftet, Wirtschaftswachstum und neue Technologien seien die Lösung. Das alte Rezept 'Wachstum' wird nicht infrage gestellt. Statt fortlaufend das Märchen vom unendlichen Wachstum auf einem endlichen Planeten zu wiederholen, braucht es ein Wirtschaftssystem, das für Stabilität und gerechte Verteilung sorgt, ohne dabei von Wirtschaftswachstum abhängig zu sein. Denn Wachstum geht immer einher mit einem Anstieg des Ressourcenverbrauchs, den wir uns schlicht nicht mehr leisten können, wenn wir unser Überleben auf diesem Planeten sichern wollen. Im Umkehrschluss heißt das für unser Wirtschaften: Wir müssen den Verbrauch von Ressourcen und Rohstoffen nicht nur relativ, sondern absolut senken. Natürlich brauchen wir auch massive Investitionen in Effizienz – aber Effizienz allein ist keine Lösung."
Und dann heißt es: "Wir brauchen nicht nur andere Autos, wir brauchen vor allem viel weniger Autos", was mich sofort zum Gedanken bringt: Wir brauchen nicht nur andere (anders konsumierende) Menschen, wir brauchen vor allem viel weniger (oder zumindest nicht immer mehr) Menschen! Und dann heißt es: "Warum gestalten wir den Umgang etwa mit Wasser, Boden und Luft nicht so um, dass ihr Erhalt und der Zugang zu ihnen für alle Menschen gleichermaßen gesichert sind?" Meine Antwort: Siehe oben! Es gibt kein unendliches Wachstum auf einem endlichen Planeten. Wenn 'alle Menschen' immer mehr werden, weil sie ja alle Anspruch erheben können auf Wasser, Boden und Luft , dann verschärft ein sozialistisches Wirtschaftsmodell nur die Lage. Und dann heißt es noch: "Wirtschaft darf kein Eigenleben mehr gegen Natur und Menschen führen, sondern muss der Gesellschaft und dem Gemeinwohl dienen. Dafür brauchen wir einen neuen Sinn für die Grenzen von Wachstum und Konsum, für Solidarität und Gerechtigkeit." Meine Meinung: Wirtschaft sind wir alle. Und wie oben erwähnt, ist es zunächst die Politik, die weiterhin am Wachstum festhält. Welche Politiker sprechen sich für ein solides Wirtschaften aus? Und den Konsum einschränken, ist eine gute Sache. Und wenn man es tut, weil man nicht genug Geld hat, ist das dann gemäß dem Artikel automatisch ungerecht? Merke: Es sind immer die Armen, die dafür sorgen, daß die Reichen reich bleiben oder wer geht nach Aldi, Lidl oder Ikea?
Egon Kreutzer , 13.02.2020 :
"Wer als Wirtschaftsmigrant – unter Ausnutzung aller bestehenden Schwierigkeiten in der Umsetzung geltenden Rechts – seine Zelte in Deutschland aufschlagen konnte, steht vor der Entscheidung, sich tatsächlich selbst auf eigene Beine zu stellen und dabei den Wert der Sozialleistungen, die ihm zuteil werden, vielleicht irgendwann zu erkennen, doch die Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt können für ein derartiges Unterfangen nicht gerade günstig genannt werden. Daher fällt es vielen auch leicht, eben einfach in der Überzeugung zu leben, sie hätten, mit nicht mehr als vielleicht 4.000 Dollar für die Schlepper, Zugang zum Schlaraffenland erhalten, wo ihnen laufend 'das Gute' im Gegenwert von rund 1.000 Euro monatlich in den Schoß fällt, was wiederum dazu anregt, darüber nachzudenken, wie der Familiennachzug organisiert werden könnte. Den Menschen, die da kommen, kann kein Vorwurf gemacht werden. Sie nutzen ihre Chance. Schnäppchenjäger im Schlussverkauf und Honoratioren am Kalten Buffet verhalten sich nicht anders. Das Problem sind diejenigen, welche die Wühl- und Krabbeltische aus dem Kaufhaus herausgenommen und sie nicht nur – unbeaufsichtigt und ohne Kassierer – in die Fußgängerzone gestellt haben, sondern nicht müde werden, diese immer wieder aufzufüllen und die Information darüber in der ganzen Welt zu verbreiten. Ein Problem – in Bezug auf ihre Wirkung auf den Zuwachs der Weltbevölkerung – sind sie deshalb, weil die von ihnen Angelockten ihr einen Geburtenüberschuss hervorbringendes Verhalten aus der alten Heimat in die neue Heimat mitnehmen, wobei die neuen Lebensverhältnisse noch dazu die Erhöhung der durchschnittlichen Lebenserwartung stark begünstigen. In Deutschland haben daher (Stand 2017) bereits 41 Prozent der Kinder unter fünf Jahren einen Migrationshintergrund, wobei die deutsche Bevölkerung insgesamt zu 25,5 Prozent aus Personen mit Migrationshintergrund besteht, was dazu geführt hat, dass Deutschland – während die Deutschen selbst, mit weniger als zwei Kindern pro Frau, allmählich weniger werden – durchaus zu den Ländern mit deutlichem Bevölkerungswachstum gehört.
Die für menschliches Leben nutzbare Oberfläche der Erde ist nicht vermehrbar und bereits soweit genutzt, dass jede weitere Ausdehnung menschlicher Siedlungen, landwirtschaftlicher Anbauflächen, industrieller Anlagen und Verkehrswege den Verlust von intakter Umwelt, von Artenvielfalt und von intakten Regelkreisen bedeutet, die – auch wenn wir das noch nicht vollständig begriffen haben – für unser Überleben als Art nicht verzichtbar sind. Der Ressourcenverzehr der Menschheit ist in allen Bereichen immens und es ist nicht falsch, davon auszugehen, dass wir, an dem was wir haben, zumindest Raubbau treiben und späteren Generationen nur noch leere Hüllen hinterlassen. Auch das, was als 'Umweltverschmutzung' bezeichnet wird, ist ein Einflussfaktor, der mit der Zahl der Menschen auf dem Planeten wächst, was die Frage aufwirft: Können wir es uns als Menschheit eigentlich leisten, alle 7,8, in 30 Jahren alle 9,8 Milliarden Menschen, auf einen Wohlstandslevel zu bringen, der dem europäischen Durchschnitt entspräche, oder würde der Planet schon heute ächzend in die Knie gehen, wollte man ihm dies abverlangen? Die Frage ist rhetorisch. Es ist nicht möglich. Die ernsthafte Frage lautet: Ist es sinnvoll, wenn Europäer und Nordamerikaner Verzicht leisten um dem Rest der Welt von ihrem Wohlstand abzugeben, und falls ja, wie stark müsste dieser Verzicht ausfallen, und, falls ja, welche Gegenleistung dürfte von den so Alimentierten erwartet werden? Ich komme zu dem Schluss, dass dies der vollkommen falsche Ansatz ist, der die Menschheit insgesamt in ihrer Entwicklung weit zurückwerfen würde. Wir müssen uns die Frage stellen und ehrlich beantworten, ob unsere Prämissen noch stimmen, ob jede Steigerung der Quantität menschlichen Lebens auf der Erde vorteilhaft ist, ob sich die Gewissheit: 'Jedes menschliche Leben ist wertvoll', vom Individuum, für das sie gilt, auch zweifelsfrei auf die Gesamtbevölkerung übertragen lässt. Ich bezweifle das. Bezogen auf die Erde gilt eben nicht, was für Stamm und Sippe galt. Der Wohlstand der Weltgemeinschaft wächst nicht mit dem Bevölkerungswachstum, im Gegenteil! Das Bevölkerungswachstum führt auf mannigfache Weise zum Sinken des Lebensstandards (fast) aller Menschen, weil die Zahl der Gäste die Zahl der Kuchenstücke, die verteilt werden können, längst überschritten und die Phase der Rationierung längst begonnen hat. Dies zeigt sich nicht nur an der quantitativen Verfügbarkeit der Güter, es zeigt sich sehr viel mehr am Schwinden der Qualität, nicht nur, vor allem aber auch bei den Lebensmitteln für die Masse. Es ist absehbar, dass die Phase der Rationierung in die Phase eines Kampfes um das Minimum an überlebenswichtigen Krümeln übergehen wird."

Die oben beschriebene Gelddruckerei hat in den vergangenen Jahren das Wachstum der Wirtschaft künstlich aufrecht erhalten und für einen künstlichen Anstieg der Erwerbstätigkeit gesorgt. Trotzdem kann der Bedarf an Jobs nicht gedeckt werden, wie aus einer Statistik (Januar 2020) der Arbeitsagentur hervorgeht:
Rund 5,4 Mio. Leistungsberechtigte nach dem SGB II sind Personen mit Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Sozialgeld, davon sind rund 3,8 Mio. erwerbsfähig.
Nun, da die Konjunktur nachlässt, steigt die Zahl der Arbeitslosen wieder und es drohen soziale Unruhen.
Dann wird sich für alle zeigen, dass die Masseneinwanderung ein schwerer politischer Fehler ist.

Helmut Creutz (1923-2017) :

Noch immer reden und tun Politiker mit ideologischer Rückendeckung von Arbeitgeber-Lobbyisten so, als ob es keine Grenzen des Wachstums gäbe.
Stabiles Wirtschaften bedeutet gleich bleibendes Bruttoinlandsprodukt, keine Verzinsung und keine Inflation.
Gibt es dann noch Fortschritt?
Die Perspektive sollte sein: "Klasse statt Masse!" - man kann auch sagen "Qualität statt Quantität!"

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