Grenzen des Wachstums

Stand: 07.12.2017
Die Bürger Europas - zunächst vor allem im Süden Europas - erkennen zunehmend, daß das Wachstum unserer Wirtschaft an Grenzen stößt. Es ist zum einen unmittelbar eine finanzielle Grenze und zum anderen grundlegend eine ökologische Grenze spürbar.
Zur Finanzlage: Die Wirtschaft Europas wächst nur noch durch den Kauf von immer mehr Staats- und Unternehmensanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB). Während ein als notwendig erachtetes Wirtschaftswachstum nur durch diesen ständigen Aufkauf von Anleihen erzwungen werden kann, erreicht das Wachstum aber eine Grenze, wenn diese Anleihen früher oder später als wertlos deklariert und gestrichen werden müssen, was zu starker Inflation führen wird.
Dies führt schließlich zu einer Währungsreform, wodurch die Gläubiger (Sparer) ihr Geld verlieren werden.
Die gegenwärtige Geldpolitik gefährdet damit den Euro und andere ungedeckte Währungen.
Die Schuldenfalle ist also die Folge eines auf zwanghaftes Wachstum ausgerichteten Wirtschaftssystems und hat dramatische Konsequenzen. Die Ursache ist die Leugnung von Grenzen des Wachstums.
Das umstrittene EZB-Kaufprogramm von Staats- und Unternehmensanleihen in Höhe von 60 Milliarden Euro monatlich soll noch bis mindestens Ende 2017 fortgeführt werden. Von Januar 2018 an wollen die Währungshüter monatlich Staatsanleihen und andere Wertpapiere für 30 Milliarden Euro kaufen. Das Programm soll bis mindestens Ende September 2018 laufen und damit neun Monate länger als bislang geplant - bis dann veranschlagtes Volumen: 2,55 Billionen Euro. Die EZB lässt sich weiterhin die Möglichkeit offen, das Kaufprogramm in Umfang und Dauer auszuweiten, falls die Konjunkturlage sich verschlechtern sollte.
Malte Fischer (26.10.2017) : "Gefragt, ob die EZB bei besserer Konjunktur ihre Käufe entsprechend schneller zurückfahren werde, antwortete Draghi ausweichend. Ein solches Szenario habe man bei den Planungen nicht berücksichtigt, so der EZB-Chef. Das zeigt, dass die EZB asymmetrisch agiert: Läuft es konjunkturell schlechter als erwartet, lässt sie sich nicht lange bitten, die Zügel zu lockern. Läuft es wirtschaftlich hingegen besser, denkt sie nicht daran, die Zügel zu straffen. Das führt dazu, dass die Geldpolitik im Trend immer expansiver wird. Zudem beraubt sich die Notenbank eigenhändig der Munition, um auf unerwartete Konjunktureinbrüche zu reagieren. Die heutigen Beschlüsse zeigen, dass die EZB mehr und mehr zum Finanzier der schuldenbesoffenen Regierungen im Süden der Eurozone mutiert ist. Diese Rolle wird sie erst los, wenn die Südländer das Sparen lernen und ihre Schulden abbauen."
Daniel Stelter (07.12.2017) : "Im Kern ist der Euro ein Subventionsprogramm für die exportorientierte Industrie, für das alle Steuerzahler aufkommen. Verbunden damit ist ein Export unserer Ersparnisse in das Ausland, denn wer mehr Waren exportiert als importiert, exportiert zwangsläufig auch mehr Geld, als er importiert. In einer Welt mit zu vielen Schulden ist es keine gute Idee, Gläubiger zu sein. Doch genau das sind wir. Der Euro führt dazu, dass wir einen immer größeren Teil unserer Ersparnisse im Ausland anlegen, statt bei uns und dabei vor erheblichen Verlusten stehen. Der Euro wird zugleich als politische Waffe gegen uns genutzt. Angesichts der Handelsüberschüsse und der irrtümlichen Annahme, dass wir die Nutznießer des Euro seien, nehmen die Forderungen nach Umverteilung innerhalb der Eurozone zu. Es genügt nicht, dass wir den anderen Ländern schon mehr als 10.000 Euro pro Kopf der Bevölkerung zins- und tilgungsfreien, unbesicherten Kredit in Form der Target2-Forderungen gewähren. Ein Kredit, der uns und unsere Politiker erpressbar macht. Zerfällt der Euro, sind diese Forderungen wertlos. Eigentlich sind sie es heute auch schon, nur können wir alle noch so tun, als wäre es nicht so. Zusätzlich sollen die deutschen Steuerzahler direkt Zahlungen in die Krisenländer leisten. Dies, obwohl die deutschen Privathaushalte zu den ärmsten in der EU gehören. Die Tatsache, dass uns nun eine Neuauflage der Großen Koalition droht, stimmt nicht optimistisch. Eine prinzipienlose CDU dürfte einer SPD folgen, die unter 'pro-europäisch' nur mehr Umverteilung in die Krisenländer versteht. Der französische Präsident Macron bedrängt Martin Schulz nicht zufällig, steigen doch seine Chancen, an deutsches Geld zu kommen, deutlich. Dabei wäre gegen mehr 'Solidarität' - also Umverteilung von Steuern und Schulden - nichts einzuwenden, würden sich die Probleme des Euro so lösen lassen. Dem ist jedoch nicht so. Es würde lediglich Zeit gekauft. Ein Überleben des Euros setzt voraus, dass die faulen Schulden abgeschrieben und die europäischen Banken saniert werden. Länder, die nicht im Euro wettbewerbsfähig werden können, sollten aus der Währungsunion austreten. Alles andere ist eine Illusion, die Schaden und Leiden nur unnötig vergrößert. Schon heute dürften Forderungen von weit über drei Billionen Euro in der Eurozone uneinbringlich sein. Mit jedem Tag wächst dieser finanzielle Schaden für die Gläubiger - allen voran Deutschland - weiter an. Dabei sind nicht nur die bereits erwähnten Target2-Forderungen gemeint, sondern vielfältige Kredite, die unsere Kapitalsammelstellen (Banken und Versicherungen) in unserem Namen im Ausland anlegen. Die Schuldner können nur dank Tiefstzinsen die Illusion aufrechterhalten, die Verbindlichkeiten noch zu bedienen. In Wahrheit haben wir es mit Zombies zu tun. Wie im Märchen 'Des Kaisers neue Kleider' tun Banken so, als wären die Forderungen werthaltig und die Bankenaufsicht, als wären die Banken noch solvent. Von Portugal, Griechenland und Italien ganz zu schweigen. Irgendwie müssen und werden diese faulen Schulden verschwinden. Über Pleiten, geordnete Restrukturierungen oder über massive Inflation. Egal, auf welchem Wege es auch erfolgt: Die Verluste für die Gläubiger, also uns, sind vorprogrammiert. Gerade dann, wenn wir uns darauf freuen unseren Ruhestand mit unseren Ersparnissen zu bestreiten, werden wir feststellen, dass die Ersparnisse verloren sind. Verloren für ein politisches Projekt namens 'Euro'. Ohne die EZB wäre der Euro schon längst Geschichte. Um den Euro und damit sich selbst zu 'retten', hat die EZB begonnen, in erheblichem Maße und ohne jegliche demokratische Legitimierung Vermögen zwischen den Mitgliedsländern zu verschieben. Die Subventionierung der Zinsen hilft den Schuldnern und schadet den Gläubigern. Daran ist - angesichts der sonst unlösbaren Überschuldungssituation - nichts auszusetzen. Zu bemängeln ist, dass diese Umverteilung sehr ungerecht verläuft. Nicht die großen Profiteure des Euros müssen die Zeche zahlen, sondern der normale Sparer. Wer immer genug Kapital besitzt, um in Sachwerte zu investieren oder an der Party an den Börsen teilzunehmen, profitiert vom billigen Geld und der Vermögensblase, die entsteht. Wer das nicht kann, dem bleiben Nullzins und Sparformen, die weit überteuert sind. Damit legt die EZB die Grundlage für erhebliche soziale Spannungen. Vor allem leistet sie einen erheblichen Beitrag dazu, dem alternden Deutschland, die Reserven fürs Alter zu nehmen."



Es gibt noch andere Grenzen des Wachstums, eigentlich hat alles, was zahlenmäßig erfaßbar ist, eine obere und eine untere Grenze (letztere oft Null). Nur in der Mathematik kann man theoretisch über das Unendliche nachdenken. Und in der Physik ist das Wesen von Raum und Zeit noch nicht geklärt und damit die Frage, ob diese beiden Größen unendliche Ausmaße erreichen. Eine der größten Entdeckungen der Physik ist die obere Grenze der Geschwindigkeit jedes beliebigen Objektes, die Lichtgeschwindigkeit.
Dudo Erny (geb. 1953) im April 2016: "In der Zeit des Atomkraftwerkebaus sind die grünen Parteien entstanden.
Leider sind viele Lösungsvorschläge der Umweltschützer nur Scheinlösungen: Man muss auf den Konsum verzichten, den Müll trennen, eine Stromsparlampe einschrauben – dann wird alles gut. Die Umweltschützer verschweigen, dass die Überbevölkerung die Hauptursache vieler ökologischer Probleme ist, darum habe ich das Buch „Die Grünschwätzer“ (2009) geschrieben. Leider ist das Buch kein Bestseller geworden – Der grüne Ablasshandel funktioniert weiter wie geschmiert."
Noch bevor sich eine ökologische Krise zuspitzt und Menschen verhungern, kommt es im allgemeinen zu sozialen Unruhen: Patriarchalisches Weltbild -> Überbevölkerung -> Arbeitslosigkeit/Armut/Ausweglosigkeit
-> Kriminalität/Plünderungen/Krieg -> Reduzierung der Überbevölkerung durch Tod oder Flucht
Ein Beispiel ist der 2011 ausgebrochene Syrien-Krieg: Solange das patriarchalische Weltbild fortbesteht, werden weiter zu viele Kinder in die Welt gesetzt, ein echter Friede kann nicht entstehen, nur eine Waffenruhe, weil die Munition vorübergehend ausgegangen ist.
In Europa scheint sich folgendes Szenario zu entwickeln: Materialistisches Weltbild -> Gier nach immer mehr
-> Wachstum um jeden Preis -> Gelddruckerei durch die Zentralbank und Masseneinwanderung
-> Fehlinvestitionen/Blasenbildung/hohe Inflation -> Abschwung der Wirtschaft -> Arbeitslosigkeit/Armut/Neid
-> Kriminalität/Ausschreitungen -> Regierungswechsel -> Stopp von Gelddruckerei und Masseneinwanderung
Je später ein Politikwechsel erfolgt, desto schwerer werden Kriminalität/Ausschreitungen.
Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (09.11.2017): „In Deutschland leben heute knapp 83 Mio. Menschen – und damit so viele wie nie zuvor. Ursache für den anhaltenden Anstieg der Bevölkerungsgröße ist vor allem der Zuzug aus dem Ausland. Allein im Jahr 2015 wuchs die Bevölkerungszahl dadurch um rund eine Million Menschen. Damit überlagern internationale Migrationsbewegungen gegenwärtig den Trend zum Bevölkerungsrückgang, der durch eine lang anhaltende Phase des Geburtenrückgangs angelegt ist. In Deutschland lebten im Jahr 2016 rund 18,6 Mio. Menschen mit Migrationshintergrund. Dies entspricht einem Anteil von 22,5 % der Bevölkerung. Seit 2005 ist die Zahl der Bevölkerung mit Migrationshintergrund damit um rund 3,6 Mio. und deren Anteil an der Gesamtbevölkerung um 4,3 Prozentpunkte gestiegen. Gut zwei Drittel der Personen mit Migrationshintergrund hatten eine eigene Migrationserfahrung.“
Die oben beschriebene Gelddruckerei hat in den vergangenen Jahren das Wachstum der Wirtschaft künstlich aufrecht erhalten und für einen künstlichen Anstieg der Erwerbstätigkeit gesorgt. Trotzdem kann der Bedarf an Jobs nicht gedeckt werden: In einer Pressemitteilung (September 2017) des Statistischen Bundesamtes heißt es:
"5,4 Millionen Menschen wollen (mehr) Arbeit"
Sollte die Konjunktur nachlassen, wird die Zahl der Arbeitssuchenden stark steigen und es drohen soziale Unruhen.
Dann wird sich für alle zeigen, dass die Masseneinwanderung ein schwerer politischer Fehler ist.
Lesen Sie zu Fehlinvestitionen/Blasenbildung auch einen "Ecopop"-Artikel (September 2017) vom Schweizer Verein "Umwelt und Bevölkerung"
An neuerer Literatur sind zu empfehlen:
Weltflucht und Massenwahn von Thorsten Hinz (2016)
Das Migrationsproblem von Rolf-Peter Sieferle (2017)

Helmut Creutz (1923-2017) :

Noch immer reden und tun Politiker und Manager so, als ob es keine Grenzen des Wachstums gäbe.
Stabiles Wirtschaften bedeutet gleich bleibendes Bruttoinlandsprodukt, keine Verzinsung und keine Inflation.
Gibt es dann noch Fortschritt?
Die Perspektive sollte sein: "Klasse statt Masse!" - man kann auch sagen "Qualität statt Quantität!"

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