Grenzen des Wachstums

Stand: 05.10.2018
Die Bürger Europas - zunächst vor allem im Süden Europas - erkennen zunehmend, daß das Wachstum unserer Wirtschaft an Grenzen stößt. Es ist zum einen unmittelbar eine finanzielle Grenze und zum anderen grundlegend eine ökologische Grenze spürbar.
Zur Finanzlage: Die Wirtschaft Europas wächst nur noch durch den Kauf von immer mehr Staats- und Unternehmensanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB). Weil ein als notwendig erachtetes Wirtschaftswachstum nur durch diesen ständigen Aufkauf von Anleihen erzwungen werden kann, handelt es sich um ein Schein-Wachstum, bei dem die Höhe des Bruttoinlandsprodukts zwar nominell steigt, jedoch nur durch Inflation verursacht ist.
Dies führt zu einer immer größer werdenden Abhängigkeit aller Wirtschaftsaktivitäten von EZB und Staatsausgaben.
Wir entfernen uns immer mehr von einer Marktwirtschaft und bewegen uns hin zu einer Planwirtschaft.
Die Schuldenfalle ist also die Folge eines auf zwanghaftes Wachstum ausgerichteten Wirtschaftssystems und bedeutet abnehmende Effizienz der Wirtschaft und sinnentleerte Beschäftigung durch staatliche Aufträge.
Die Ursache ist die Leugnung von Grenzen des Wachstums.
Niemand kann trennscharf zwischen 'Wirtschaftswachstum' und Inflation unterscheiden.
Inflation, Geldentwertung ist Betrug. Die EZB strebt eine Inflationsrate, also eine Betrugsrate von knapp 2 % an.
Gunther Schnabl , 25.08.2018 :
"Die EZB wirkt über zwei Kanäle auf die deutsche Leistungsbilanz. Zum einen hat die EZB seit der Krise die Zinsen gegen null gesenkt und kauft seit 2015 in großem Umfang Staatsanleihen. Während bei Ausbruch der europäischen Schuldenkrise im Jahr 2012 die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen in Deutschland und den USA noch ungefähr gleich war, liegt die Verzinsung der deutschen Staatsanleihen heute 1,8 Prozentpunkte unter den Renditen der Staatsanleihen der USA. Die Zinsdifferenz führt dazu, dass viel Kapital in die USA abfließt und dort den Import deutscher Waren finanziert. Der Euro hat seit Januar 2012 entsprechend um 10% gegenüber dem Dollar abgewertet, was deutsche Exporte außerhalb der Eurozone billiger gemacht hat. Zudem wirkt das sogenannte TARGET2-Interbankenzahlungssystem des Europäischen Systems der Zentralbanken auf die deutsche Leistungsbilanz. Obwohl TARGET2 ursprünglich nur als Plattform für die Abwicklung von Zahlungsströmen konzipiert wurde, hat es seit dem Jahr 2008 auch die Funktion eines öffentlichen Kreditmechanismus übernommen. Die TARGET2-Forderungen der Deutschen Bundesbank bei der EZB sind auf 976 Milliarden Euro gestiegen, die Verbindlichkeiten der GIPS-Krisenländer (Griechenland, Italien, Portugal und Spanien) liegen inzwischen bei 981 Milliarden Euro. Die Veränderungen der TARGET2-Salden werden in der Kapitalbilanz unter 'übriger Kapitalverkehr' verbucht. Zu Beginn der Krise finanzierte die Veränderung der TARGET2-Salden zunächst direkt die Leistungsbilanzdefizite der Krisenländer. Mit dem Rückgang der Leistungsbilanzdefizite sind diese zunehmend als Ausgleichposten für Kapitalflucht zu sehen: Wenn z.B. Kapital aus einer italienischen Bank abgezogen und bei einer deutschen Bank eingelegt wird, dann steigen die Einlagen der deutschen Banken bei der Deutschen Bundesbank und die Einlagen der Deutschen Bundesbank bei der EZB. Italienische Geschäftsbanken können die abgezogene Liquidität durch Kreditaufnahme bei der Banca d’Italia aus zwei Gründen ausgleichen. Erstens werden alle Liquiditätsanfragen an das Europäische System der Zentralbanken voll zugeteilt. Zweitens wurden die Anforderungen an die Sicherheiten, die die nationalen Geschäftsbanken bei der Kreditaufnahme bei den nationalen Zentralbanken zu hinterlegen haben, sukzessive gelockert. Seit 2015 haben die umfangreichen Staatsanleihekäufe der EZB den Umfang der TARGET2-Ungleichgewichte deutlich erhöht. Das liegt auch daran, dass die nationalen Zentralbanken im Süden der Währungsunion viele Staatsanleihen aus Drittländern zurückkaufen. Beispielsweise kauft die Banca d’Italia eine italienische Staatsanleihe von Barclays in London, wobei Barclays nur ein Konto bei der Deutschen Bundesbank in Frankfurt hat. Die Banca d’Italia schöpft bei der EZB Geld für den Kauf, was deren TARGET2-Verbindlichkeiten bei der EZB erhöht. Bei Zahlung steigen die Einlagen von Barclays bei der Deutschen Bundesbank, die entsprechend ihre Einlagen bei der EZB und damit TARGET2-Forderungen gegenüber der EZB erhöht. Im Ergebnis wird die Reduktion der Auslandsverschuldung Italiens gegenüber dem Vereinigten Königreich durch eine neue Auslandsverbindlichkeit gegenüber der EZB bzw. Deutschland finanziert.
Der Vorteil für Italien ist, dass die TARGET2-Verbindlichkeit gegenüber der EZB nicht verzinst ist und von der EZB bzw. Deutschland nicht eingefordert werden kann. Die im Ausland ausstehende italienische Staatsanleihe musste hingegen verzinst werden und war rückzahlungspflichtig. Seit dem Jahr 2008 sind über TARGET2 im Durchschnitt pro Jahr 90 Milliarden Euro in die Krisenländer geflossen. Den Krisenländern standen so mehr Kredite für Importe zur Verfügung, was die deutschen Exporte in die Krisenländer stabilisiert hat. Ohne TARGET2-Kredite wäre die Kapitalflucht aus den Krisenländern unweigerlich mit erzwungener Ausgabenzurückhaltung und sinkenden Importen verbunden gewesen."
Rob Kenius , 23.08.2018 :
"Geld ist in in der Finanzwelt in einem riesigen Überschuss vorhanden und viele unterschiedliche Institutionen haben das Recht, Geld zu erschaffen. Geld wird dabei ständig mehr durch unkontrollierte Geldvermehrung in Staatsbanken, Notenbanken und Privatbanken. Die vorhandene Geldmenge ist etwa dreimal so groß, wie alle käuflichen Güter kosten würden. Zweidrittel allen Geldes dient nur der Finanzwelt. Diese Relation ist noch weitgehend unbekannt, sie hilft sehr, die Zusammenhänge zu verstehen und sollte deshalb ständig wiederholt werden: Geld ist in viel zu großem Überfluss vorhanden. Das System der Kreditvergabe mit Giralgeldschöpfung verlockt die Banken und ihre Angestellten zur Kreditvergabe auch an zweifelhafte Schuldner. Und die Buchungsregeln verleiten dazu, faule Kredite nicht als Verluste zu verbuchen. Deshalb schweben hunderte Banken in der Gefahr, dass ihre Lage offenkundig wird und fast alle Großgeldbesitzer wären betroffen, weil der Geldmarkt so verflochten ist, dass niemand ihn durchschaut, und das erzeugt Angst bei denen, die zuviel Geld haben. So ist ein Schuldenberg entstanden, der durch Zinsen und Zinseszinsen viel größer geworden ist, als die bereits überdimensionierte Geldmenge. Die vorhandenen Schulden können nie zurückgezahlt werden. Allein, um den Schuldendienst aufrecht zu erhalten, muss ständig neues Geld ins System fließen. Wenn nur die amerikanische Notenbank FED ihren Geldzufluss drosselt, geraten Schuldner weltweit in die Krise. Aktuelles Beispiel Türkei. Das labile Konstrukt aus Guthaben und Krediten kann in jedem Moment zusammenbrechen. Die überschüssige Geldmenge und der Schuldenberg zwingen uns, schon jetzt mit der Idee aufzuräumen, dass Geld zwangsläufig Zinsen bringt. Das war damals so, als Geld noch knapp war, doch das ist lange her. Die Zeiten kommen auch nicht wieder, weil die Geldmenge nicht weniger wird. Bekanntlich vergibt die Europäische Zentralbank inzwischen Geld an Banken bei null Zinsen, doch die wollen das Geld nicht haben, sondern sie deponieren noch Tagesgeld in Frankfurt, weshalb die Zentralbank ihnen gelegentlich negative Zinsen auferlegt. Allein die Zinsen verlangen, dass das Geld mehr wird. Jede Firma will aber obendrein einen Gewinn machen. Dieser Gewinn und die Zinsen für eine Investition müssen erwirtschaftet werden. Das geht am besten mit einer Umsatz-Steigerung und das bewirkt in der Breite, weil überall Firmen expandieren, einen Zwang zum Wachsen der gesamten Wirtschaft. Für diejenigen, welche die Welt aus der Vogelperspektive sehen, ist das Wirtschaftswachstum ein oberflächliches Kriterium für Erfolg. Wirtschaftswachstum ist also das Postulat. Wer postuliert es? Die Finanzwirtschaft, die Wirtschaftsbosse und merkwürdiger Weise auch die Regierung und die meisten Journalisten, die über Wirtschaftsthemen schreiben, und sie alle denken wie die Geldverleiher in Prozenten. Man verlangt ein Wirtschaftswachstum von beispielsweise zwei bis fünf Prozent. Und man verlangt es von allen Beteiligten, auch von den Normalbürgern, die sollen mehr Geld ausgeben. Das Verlangen wird erfüllt. Die Wirtschaft wächst und wächst und dabei wachsen am meisten die hoch rentablen Zweige der Wirtschaft. Das sind zum großen Teil Firmen, die verführerische Genussmittel und kurzlebige Konsumgüter produzieren, genau das, wofür am meisten Reklame gemacht wird. Aber da wachsen auch andere Zahlen exponentiell, die funktional mit dem Wirtschaftswachstum verbunden sind: Die Abfallmenge. Der Energieverbrauch. Der CO2-Ausstoß. Der Verbrauch an Ressourcen. Es wachsen exponentiell die Managergehälter und die Bonus-Zahlungen an die höheren Angestellten. Das Geld kompensiert die Intelligenz der Führungskräfte, die das Spiel durchschauen könnten und dem Einhalt gebieten müssten, um die Zukunft zu retten, aber es geschieht nichts. Das Geld korrumpiert und blamiert sie. Häufig hört man, wenn von den Auswüchsen der Finanzwirtschaft und der Gefahr durch permanentes Wirtschaftswachstum die Rede ist, dass man daran nichts ändern kann, oder dass man erst den Kapitalismus abschaffen müsste, ehe es losgeht. Aber, weil das Geld eine rein menschliche Erfindung ist und außer der Mathematik nichts daran unumstößlich, kann auch jeder am Markt beteiligte Mensch etwas am Geldverkehr ändern. Wir bestimmen selbst, welchen Wert das Geld für uns hat. Wir können es einerseits hoch einschätzen und alles tun, um Geld zu verdienen und dann alle Dinge nur nach ihrem Preis beurteilen, Marken- und Luxusartikel eingeschlossen. Wir können aber auch die Dinge hoch bewerten, die kein Geld kosten: Die Luft zum Atmen, die Gefühle in unserer näheren Umgebung, das Wasser im Meer und die Zeit, die wir uns nehmen. Zeit, die wir zusätzlich zum Leben brauchen, können wir leicht gewinnen, indem wir das Fernsehen ausschalten, den ständigen Programmwechsel nicht mitmachen, nur einzelne Sendungen auswählen und dann etwas anderes unternehmen. Das Fernsehen zeigt uns, wie wir denken, reden, kaufen, essen, trinken, uns anziehen, ausziehen und schlafen sollen. Es betreibt die Verkündigung des aufwändigen Lebensstils. Das Fernsehen repräsentiert die bestehende Herrschaft des Geldes. Wieso? Das Medium ist die Botschaft. Fernsehen zu machen, ist sehr teuer, es verbraucht Unmengen an Geld. Das Geld kommt von den Zuschauern, ob sie wollen oder nicht. Wer Fernsehen nicht zur Kenntnis nimmt, gewinnt nicht nur Zeit, sondern auch Geld und Gedanken-Freiheit. Das Maximum, nach dem die Ideologie des Geldes strebt, ist unerreichbar. Dagegen hilft nur eins: Sich der Ideologie des Geldes so schnell wir möglich zu entziehen, gegenzusteuern, es anders zu machen, am besten das Gegenteil von dem, was die Geldideologie will. Weniger statt mehr. Nicht mehr, sondern weniger essen, trinken, konsumieren, verbrauchen, wegwerfen, weniger Gas geben. Bei jedem dieser Vorschläge gibt es eine Fülle von Gegenargumenten und Ausnahmen, aber gegen die These, dass wir zurückstecken müssen, sticht kein einziges Argument. Was wir am meisten reduzieren sollten, ist, neben dem Energieverbrauch, genau das, wofür am heftigsten Reklame gemacht wird: Billige Klamotten, sinnlos teure Markenartikel, süße Leckereien, protzige Autos, Kurzurlaub mit dem Flieger… die besten Ziele des Verzichts sind leicht anhand der Werbung zu erkennen. Augen auf und nein sagen!"
Thorsten Polleit , 23.07.2018 :
"Fiat-Geld – man kann es auch als 'ungedecktes Papiergeld' bezeichnen – zeichnet sich vor allem durch drei Eigenschaften aus: (1) Fiat-Geld ist staatlich monopolisiertes Geld. Die staatlichen Zentralbanken haben das Produktionsmonopol des Geldes. (2) Fiat-Geld wird in der Regel durch Kreditvergabe geschaffen, der keine echte Ersparnis gegenübersteht. Es wird aus dem Nichts geschaffen, oder ex nihilo, wie der Lateiner sagt. Und (3): Fiat-Geld ist entmaterialisiertes Geld. Es hat die Form von bunt bedruckten Papierzetteln (genauer: Baumwollstücken) und Einträgen auf Computerfestplatten (Bits und Bytes). Ob US-Dollar, Euro, chinesischer Renminbi, japanischer Yen, Britisches Pfund oder Schweizer Franken: Sie alle sind Fiat-Geld. Diese Geldart leidet unter ökonomischen und ethischen Defekten, von denen viele Menschen häufig wenig oder gar nichts wissen. Ich darf daher im Folgenden auf einige dieser Defekte hinweisen. (i) Fiat-Geld ist inflationär. Es verliert seine Kaufkraft im Zeitablauf, weil seine Menge von den staatlichen Zentralbanken unablässig und nach politischen Erwägungen vermehrt wird. Inflationäres Geld ist jedoch schlechtes Geld, weil es die Wirtschaftsrechnung erschwert und viele Menschen um die Früchte ihrer Arbeit und Sparsamkeit bringt.
(ii) Fiat-Geld begünstigt einige auf Kosten vieler. Es sorgt für eine Umverteilung von Einkommen und Vermögen, indem es die Erstempfänger des neuen Geldes begünstigt auf Kosten derjenigen, die die neue Geldmenge erst später erhalten oder gar nichts von ihr abbekommen (das ist der 'Cantillon Effekt'). Zwar führt jede Erhöhung der Geldmenge zu einer Umverteilung von Einkommen und Vermögen, und das notwendigerweise. Das ist beim Warengeld wie auch beim Fiat-Geld der Fall. Die Umverteilung fällt jedoch beim Fiat-Geld besonders stark aus – und das ist ja auch der Grund, warum der Staat das Warengeld durch sein eigenes, beliebig vermehrbares Fiat-Geld ersetzt hat: Der Staat und die ihm besonders nahestehenden Gruppen profitieren vom inflationären Geld auf Kosten der übrigen. (iii) Fiat-Geld sorgt für Wirtschaftsstörungen, für Boom-und-Bust. Denn die Vermehrung der Geldmenge durch Bankkreditvergabe senkt die Marktzinsen künstlich ab. Die Ersparnis nimmt dadurch ab, und Investitionen und Konsum nehmen zu. Die Volkswirtschaft beginnt über ihre Verhältnisse zu leben. Früher oder später zerplatzt der monetär angezettelte Scheinaufschwung, und aus dem Boom wird ein Bust. (iv) Fiat-Geld treibt die Volkswirtschaft in die Überschuldung. Die künstlich gesenkten Zinsen verleiten Private, Unternehmen und Staaten zur Schuldenwirtschaft. Die Schuldenlasten wachsen dabei im Zeitablauf stärker an, als die Einkommen zunehmen. (v) Fiat-Geld lässt den Staat auswuchern – zu Lasten der Freiheit der Bürger und Unternehmen. Das Fiat-Geld erlaubt es dem Staat, seine Finanzkraft gewaltig auszuweiten, und damit kann er sich im wahrsten Sinne des Wortes eine wachsende Gefolgschaft erkaufen, die Wähler bestechen. (vi) Das Fiat-Geld beschädigt die Moral- und Wertevorstellungen der Menschen, die mit Fiat-Geld tagtäglich umgehen. Das Fiat-Geld verlockt zum Leben auf Pump, befördert Konsum zu Lasten der Ersparnisbildung, erhöht die Gegenwartsorientierung der Menschen zu Lasten ihrer Zukunftsorientierung. Das Leben wird kurzatmiger, weniger reflektiert und weniger verantwortungsvoll. Wer sich in Fiat-Geld verschuldet, entwickelt rasch eine geradezu sklavische Treue zu dem vorherrschenden Wirtschafts- und Politiksystem, in dem er die benötigten Einkommen erzielt, um seinen Schuldendienst leisten zu können. Je länger Fiat-Geld verwendet wird, desto mehr Arbeitnehmer und Unternehmer werden abhängig von der Fortführung des Fiat-Geldsystems. Arbeitsplätze, Altersvorsorge, Aufträge und Gewinne, die berufliche Karriere und der soziale Status vieler Menschen – alles steht und fällt mit dem Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, das vom Fiat-Geld mitgeformt wird. Eine wachsende Zahl von Menschen wird aufgrund des Eigennutzkalküls zum willigen Unterstützer des FiatGeldes. Das eröffnet in Krisen den politischen Spielraum, um 'Rettungsmaßnahmen' in großem Stile auf den Weg zu bringen – in Form von zum Beispiel Kreditgarantien, Niedrigzinsen, Geldspritzen et cetera –, um das Fiat-Geld vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Es sind vor allem die Krisen, für die das Fiat-Geld sorgt, die sich als ein Wachstumselixier für den Staat erweisen. Denn in der Krise werden regelmäßig und fälschlicherweise die freien Märkte als Schuldige an den Pranger gestellt – nicht aber das staatliche Fiat-Geld. Dem Staat eröffnen sich so Möglichkeiten, neue Ge- und Verbote, neue Gesetze zu erlassen, durch die die freiheitliche Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung immer weiter ausgehöhlt, durch die sie nach und nach in eine Befehls- und Zwangswirtschaft umgeformt wird. Das Fiat-Geld lässt folglich die Freiheitsgrade der Bürger und Unternehmer schwinden, es untergräbt sie zusehends."
Holger Zschaepitz‏


Es gibt noch andere Grenzen des Wachstums, eigentlich hat alles, was zahlenmäßig erfaßbar ist, eine obere und eine untere Grenze (letztere oft Null). Nur in der Mathematik kann man theoretisch über das Unendliche nachdenken. Und in der Physik ist das Wesen von Raum und Zeit noch nicht geklärt und damit die Frage, ob diese beiden Größen unendliche Ausmaße erreichen. Eine der größten Entdeckungen der Physik ist die obere Grenze der Geschwindigkeit jedes beliebigen Objektes, die Lichtgeschwindigkeit.
Überbevölkerung, das heißt die Überbeanspruchung der natürlichen Lebensgrundlagen durch zu hohe Bevölkerungsdichte, ist die Hauptursache vieler ökologischer Probleme.
Noch bevor sich dadurch eine ökologische Krise zuspitzt und Menschen verhungern, kommt es im allgemeinen zu sozialen Unruhen: Patriarchalisches Weltbild -> Überbevölkerung -> Arbeitslosigkeit/Armut/Ausweglosigkeit
-> Kriminalität/Plünderungen/Krieg -> Reduzierung der Überbevölkerung durch Tod oder Flucht
Ein Beispiel ist der 2011 ausgebrochene und nun zu Ende gehende Syrien-Krieg: Die Geflüchteten sollten ermutigt werden, in ihre Heimat zurückzukehren und dort zusammen mit ihren Familien am Wiederaufbau ihres Landes zu arbeiten. Nur so wird verhindert, dass die islamistischen Kämpfer wieder die Oberhand gewinnen.
In Deutschland scheint sich folgendes Szenario zu entwickeln: Materialistisches Weltbild -> Gier nach immer mehr
-> Wachstum um jeden Preis -> Gelddruckerei durch die Zentralbank und Masseneinwanderung
-> Fehlinvestitionen/Blasenbildung -> hohe Inflation -> Abschwung der Wirtschaft -> Arbeitslosigkeit/Armut/Neid
-> Kriminalität/Ausschreitungen -> Regierungswechsel -> Stopp von Gelddruckerei und Masseneinwanderung
Je später ein Politikwechsel erfolgt, desto schwerer werden Kriminalität/Ausschreitungen.
Es ist also das Bestreben der amtierenden Regierung, daß in Deutschland möglichst viele Menschen leben.
Dies steht im totalen Widerspruch zu einer nachhaltigen Lebensweise.
Egon W. Kreutzer , 19.07.2018 : "Ich frage mich allen Ernstes, ob alle, die von Links bis weit in die Mitte hinein, die Okkupation durch fremde und unverträgliche Überzeugungsgemeinschaften hinnehmen und daraus die Pflicht der gesamten Gesellschaft zu humanitärer Hilfe ableiten, wirklich nicht in der Lage sind, zwischen den wenigen Flüchtlingen und den vielen Zuwanderern zu unterscheiden. Ich frage mich so vieles, in diesem Zusammenhang, und komme zu dem Schluss, dass nicht, wie Seehofer es ausdrückte, die Herrschaft des Unrechts ausgebrochen ist, sondern die Herrschaft einer durch und durch dekadenten Unvernunft. Das Grundprinzip, das von Anbeginn der Welt an herrscht, nicht mehr wahrnehmen zu wollen, weil so die einfachste Entschuldigung für duldendes Nichtstun vorgetragen werden kann, und stattdessen alle, die noch an ihrer Heimat, in diesem weiten, eingangs beschriebenen Sinne festhalten und sie verteidigen wollen, zu zurückgebliebenen Idioten zu erklären, vorsätzlich die Grenzen weit für alles Fremde zu öffnen, weil von da ja nur Gutes kommen kann – das nannte man früher Defätismus, Fahnenflucht, Kollaboration und, entschuldigend: geisteskrank. Heute ist genau diese verbohrte Ignoranz das Mindestmaß an political correctness, das aufzubringen hat, wer nicht geächtet und aus der Gesellschaft ausgestoßen werden will, wer nicht wegen der Verbreitung von Hate-Speech oder Fake-News belangt und diffamiert werden will. Ist das der wahre Inhalt unserer Überzeugungsgemeinschaft? Dann haben wir wirklich die Regierung, die wir verdienen, dann werden wir – hoffentlich schnell und schmerzlos – aus der Geschichte eliminiert. Der Evolution ist das egal. Die Evolution wählt nicht aus, sie lässt geschehen, und gibt jedem das gleiche Recht zu scheitern oder zu überstehen."
Thomas K. Luther , 17.08.2018 : "Während die Jugend der entwickelten Welt mit großem pädagogischen Aufwand zu Frieden und Gewaltlosigkeit erzogen wird, drängen robuste Naturen aus rückständigen Kulturen in die befriedeten Territorien. Die Folgen sind bekannt. Und die deutschen Regierungsfiguren schauen zu, ermahnen das beunruhigte Volk, sich an Ethik und Ideale des Christentums zu orientieren und Brot, Platz und Liebe zu spenden, und vielleicht sogar, die zweite Wange hinzuhalten? Peinlich: Die Blauäugigkeit der Führungsetage ist nicht zu übersehen. So rächt sich, dass die Volksvertreter nicht aufgrund herausragender Fähigkeiten, ihres Fachwissens, Könnens, ihres weiten Überblicks nach oben gespült wurden, sondern durch Lavieren, glückliche Fügungen oder Partei-Seilschaften. Damit wird der Wert des demokratischen Systems fragwürdig und der fatale Geburtsfehler der Demokratie deutlich: Eher durchschnittliche Vertreter aus der Mitte der Population regieren – nicht die geistige Elite des Volkes. Im Hinblick auf die Asylanten-Schwemme wird immer deutlicher, dass das von den sterbenden Kirchen gezüchtete Gutmenschentum in Verbindung mit linksgrüner Gesinnung die Volksgemeinschaft spaltet: In Realisten und Heilige. Der treuherzige, exemplarische Spruch aus grünem Munde: „Wir bekommen Menschen geschenkt!“ erzeugt eher Angst als Freude, angesichts der Masse von Fremdkörpern mit intellektuellem Rückstand. Die Neuen schleppen ihre überholte Kultur, ihren autoritären Gott und sein gefährliches Buch mit in die Moderne, statt sich von dem Ballast zu trennen. Zusätzlich wird die ohnehin explosive Gemengelage angereichert durch edle Gutmenschen, die sich berufen fühlen, alle weltweit Benachteiligten zu retten. Nur in wenigen, im Luxus lebenden Gesellschaften entfaltet sich dieser weltumarmende, dennoch weltfremde Typus mit Helfer-Syndrom.
Die Guten erkennen nicht, dass im eigenen Volk genug Bedürftige vorhanden sind – und zusätzliche Loser das System sprengen. So gleichen die Gutmenschen – es gibt sie in der Färbung: rot, grün, religiös, und natur – naiven Schafen und sind trotz Heiligenscheins verschleierte Volksschädlinge. Sie weigern sich, wie einst die Feinde Galileis, durch sein Fernrohr zu schauen. Das seit Urzeiten erfolgreiche Rezept der Evolution, die Weiterentwicklung der Gewinner, wird unaufhaltsam seine Bahn ziehen – vorbei an den Träumern und Trümmern weltumspannender Nächstenliebe."
Ugo Bardi , 02.07.2018 : "Jetzt, mit doppelt so vielen Menschen - 7,6 Milliarden Menschen - sehen wir eine Rückkehr der Idee, dass es wirklich ein kleines Problem der Überbevölkerung geben könnte. Es gibt so viele Menschen, dass sie sich einen immer größeren Teil des Ökosystems aneignen. Das bedeutet immer weniger Platz für andere Arten, die in der Tat schnell verschwinden. Wenn du das liest, in einer nicht allzu fernen Zukunft, wird das einzige große Tier auf der Erde die Kuh sein - das stimmt nachdenklich. Ein spezifischer Aspekt der Diskussion ist, dass Überbevölkerung nicht nur ein Problem ist, sondern 'das' Problem. Wenn wir die Anzahl der Menschen reduzieren könnten, so wird gesagt, dann würden alle anderen Probleme, Umweltverschmutzung, globale Erwärmung, Ressourcenverarmung, automatisch viel besser handhabbar - wenn nicht sogar vollständig gelöst werden. Diese Meinung wird oft von Erklärungen begleitet, dass die Reduzierung durch faire und gewaltfreie Mittel erreicht werden muss: nur freiwillige Geburtenkontrolle.
Die gegenwärtigen 7,6 Milliarden Menschen auf der Erde leben in einem ganz besonderen Moment der Menschheits-Geschichte. Es war noch nie zuvor passiert und es ist unwahrscheinlich, dass es in absehbarer Zukunft wieder passieren wird. So viele Menschen sind heute am Leben, weil es ein ausgeklügeltes und unglaublich komplexes System gibt, das daran arbeitet, sie am Leben zu erhalten. Das gewaltige Transportsystem, das Nahrung auf der ganzen Welt transportiert, wird von fossiler Energie angetrieben und von dem finanziellen und politischen System kontrolliert, das wir 'Globalisierung' nennen. Solange fossile Energie und Globalisierung existieren, werden die Menschen ernährt und die Bevölkerung kann weiter wachsen. Aber für wie lange? Das gesamte System ist wegen Erschöpfung und Verschmutzung stark belastet. Natürliche Ressourcen werden immer teurer, während die Bekämpfung der Umweltverschmutzung - auch in Form der globalen Erwärmung - immer teurer wird. Ein neuer finanzieller Zusammenbruch wird ausreichen, um die Transportkette zu stören, die Nahrungsmittel auf dem ganzen Planeten transportiert. Ohne dieses System wird das Essen verrotten, wo es produziert wird, und die Menschen am anderen Ende der Kette werden verhungern. Es wird der Seneca Cliff des gesamten Systems sein, einschließlich der menschlichen Bevölkerung."

Die oben beschriebene Gelddruckerei hat in den vergangenen Jahren das Wachstum der Wirtschaft künstlich aufrecht erhalten und für einen künstlichen Anstieg der Erwerbstätigkeit gesorgt. Trotzdem kann der Bedarf an Jobs nicht gedeckt werden, wie aus einer Statistik (September 2018) der Arbeitsagentur hervorgeht:
5,7 Mio. Regelleistungsberechtigte nach dem SGB II sind Personen mit Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Sozialgeld, davon sind 4,1 Mio. (71,2 %) erwerbsfähig.
Sollte die Konjunktur nachlassen, wird die Zahl der Arbeitssuchenden stark steigen und es drohen soziale Unruhen.
Dann wird sich für alle zeigen, dass die Masseneinwanderung ein schwerer politischer Fehler ist.

Helmut Creutz (1923-2017) :

Noch immer reden und tun Politiker und Manager so, als ob es keine Grenzen des Wachstums gäbe.
Stabiles Wirtschaften bedeutet gleich bleibendes Bruttoinlandsprodukt, keine Verzinsung und keine Inflation.
Gibt es dann noch Fortschritt?
Die Perspektive sollte sein: "Klasse statt Masse!" - man kann auch sagen "Qualität statt Quantität!"

zur Startseite