Grenzen des Wachstums

Stand: 15.02.2018
Die Bürger Europas - zunächst vor allem im Süden Europas - erkennen zunehmend, daß das Wachstum unserer Wirtschaft an Grenzen stößt. Es ist zum einen unmittelbar eine finanzielle Grenze und zum anderen grundlegend eine ökologische Grenze spürbar.
Zur Finanzlage: Die Wirtschaft Europas wächst nur noch durch den Kauf von immer mehr Staats- und Unternehmensanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB). Während ein als notwendig erachtetes Wirtschaftswachstum nur durch diesen ständigen Aufkauf von Anleihen erzwungen werden kann, erreicht das Wachstum aber eine Grenze, wenn diese Anleihen früher oder später als wertlos deklariert und gestrichen werden müssen, was zu starker Inflation führen wird.
Dies führt schließlich zu einer Währungsreform, wodurch die Gläubiger (Sparer) ihr Geld verlieren werden.
Die gegenwärtige Geldpolitik gefährdet damit den Euro und andere ungedeckte Währungen.
Die Schuldenfalle ist also die Folge eines auf zwanghaftes Wachstum ausgerichteten Wirtschaftssystems und hat dramatische Konsequenzen. Die Ursache ist die Leugnung von Grenzen des Wachstums.
Thorsten Schulte (06.01.2018) : "Momentan stellt die EZB die Weichen in Richtung Inflationierung – und schafft dabei unglaubliche Blasen. Sie sorgt bei den Anleihen für Mondpreise! Per Ende 2017 besaß sie italienische Staatsanleihen für über 300 Milliarden Euro und eine durchschnittliche Laufzeit von 8,4 Jahren. Das sind 15,5 Prozent der Staatsanleihen Italiens! Folge: Die Rendite einer zehnjährigen italienischen Staatsanleihe liegt trotz Rekordverschuldung bei lächerlichen 1,79 Prozent und damit unter der für US-Staatspapiere von derzeit 2,39 Prozent. Diese Blasen können platzen, so wie auch 1987 der Aktiencrash kam, obwohl die Geldmengenaggregate noch im Plus lagen. Brüssel zieht immer mehr Kompetenzen an sich, und die einst viel beschworene Subsidiarität kommt nur noch in Fensterreden vor. Der Zentralismus hat in der EU die Oberhand gewonnen. Das aber ist nicht meine Vorstellung eines einigen Europas. Ob Geldsozialismus, Zentralismus, finanzielle Repression oder Freihandelsabkommen, durch all das – und noch viel mehr – wird unsere Freiheit beschnitten. Präsident Macron etwa will angesichts der Gesamtschulden Frankreichs – inklusive der privaten – nichts anderes als eine Haftungs- und Transfer­union mit uns. Natürlich aber traut sich niemand, das dem deutschen Michel so zu sagen. Aber eine EU-Arbeitslosenversicherung, gemeinsame EU-Bankeinlagensicherung, Euro-Bonds und vieles mehr, über das derzeit nachgedacht wird, stehen doch genau dafür. Wenn sich also diese Kräfte durchsetzen, dann wird Deutschland in einem Umfang zum Zahlmeister, daß uns schwindelig werden wird. Mit einer Stabilitätsunion hat dies nichts mehr zu tun. Ich spreche daher auch nicht mehr von einer Euro-Rettungs-, sondern viel treffender von einer Euro-Sünder-Belohnungspolitik".
Roman Baudzus (15.01.2018) : "Heute hängen die Mitgliedsstaaten mehr als jemals zuvor von der Geldpolitik der EZB ab. Kritiker würden behaupten, dass die EZB nationalstaatliche Regierungen mittels ihrer Bondankäufe durch die Hintertür finanziert, was unter Bezugnahme auf die Europäischen Verträge strikt verboten ist. Doch wer in Brüssel schert sich noch darum? Alles, was einmal für sakrosankt erklärt wurde - darunter auch die No-Bailout-Klausel -ist seit vielen Jahren - und spätestens seit dem Ausbruch der Euro- und Griechenlandkrise - aus dem Fenster geflogen. Viele Firmen befinden sich nur deshalb noch im Wettbewerb, weil das Negativzinsregime der EZB und deren (Junk-)Bondunternehmenssektor-Ankaufprogramm diesen eine artifizielle Rettungsleine zugeworfen hat. Die Bank of America kam in einem im letzten Jahr veröffentlichten Bericht zu dem Fazit, dass sich knapp 10% der größten Euro-Unternehmen als lebende Tote – und somit Zombies – klassifizieren ließen. Sobald die EZB ihre Unterstützung zurückziehen wird, werden diese Unternehmen nicht mehr dazu in der Lage sein, ihren Zinsdienst auch weiterhin aufrecht zu erhalten. Es zeigt sich, dass die EZB in den letzten Jahren keine Schritte unternommen hat, um die systemischen Risiken, welche die Eurozone plagen, zu adressieren. Dies gilt insbesondere auch für die Banken. Vielmehr haben Mario Draghi und die EZB veritable und unumkehrbare Abhängigkeiten ins Leben gerufen, während sich die Probleme an der Wurzel noch weiter vergrößert haben. Es stellt sich aus diesem Blickwinkel die Frage, wie die Eurozone auf eigene Faust und ohne eine sich verewigende Unterstützung der EZB überleben soll, wenn die auf dem Tisch liegenden Fakten in allen Belangen in eine andere Richtung deuten."
Daniel Stelter (06.02.2018) : "Seit mehr als 30 Jahren erleben wir an den Finanzmärkten dasselbe Spiel: Die Kurse steigen in immer luftigere Höhen – und wenn es dann zur unvermeidlichen Korrektur kommt, werden die Notenbanken zur Hilfe gerufen. Mit immer tieferen Zinsen und immer neu gedrucktem Geld sollen sie dann Märkte und Spekulanten retten. Und tun es brav. Angefangen hat es 1987 mit dem Börsenkrach. Aus Angst vor der Wiederholung einer großen Depression wie in den 1930er Jahren wurden damals die Zinsen deutlich gesenkt – und nach Überwindung der Krise wieder erhöht. Aber eben nicht so hoch wie sie vor der Krise gewesen waren. Dasselbe Spiel in den folgenden Krisen (die die meisten von uns längst vergessen haben):bei der Schieflage des hoch spekulativen Fonds LTCM,in der Russlandkrise,in der Asienkrise, zu Beginn des Jahres 2000, als alle fürchteten, weltweit könnten wegen des “Millenium Bugs“ die Computer abstürzen, und natürlich nach den Anschlägen vom 11. September. Die Notenbanken halfen und halfen. Sie senkten die Zinsen ein ums andere Mal – und nach den Krisen hoben sie sie nicht wieder aufs ursprüngliche Niveau. Deshalb erleben all jene Anleger, die auf Kredit spekulieren, seit Mitte der 1980er Jahre goldene Zeiten. Egal, ob sie Aktien oder Immobilien kaufen. Kein Wunder, dass jeder vierte der reichsten 400 Amerikaner mit “Investments“, also dem Kauf auf Kredit – so reich geworden ist. Kein Wunder, dass Immobilienpreise weltweit deutlich schneller gestiegen sind als die Wirtschaftsleistung. Diese einseitige Politik der Notenbanken hat erhebliche Nebenwirkungen. Zum einen steigt die Verschuldung weltweit immer weiter. Man muss sich das wie bei einem Hochhaus vorstellen: Die Notenbanken pumpen billiges Geld in das Fundament unseres Schuldenturmes, während gleichzeitig oben immer neue Stockwerke draufgebaut werden. Noch nie war die Welt so hoch verschuldet wie heute. Weltweit liegen die Schulden mit über 215 Billionen US-Dollar um volle 70 Billionen Dollar höher als vor zehn Jahren. Das sind 325 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) der gesamten Welt. In den Industrie-ländern wuchsen die Schulden seit 2006 von 348 Prozent des BIP auf 390 Prozent. In den Schwellenländern – vor allem von China getrieben – stiegen sie von 146 auf 215 Prozent des BIP. Diese hohe Verschuldung ist nur tragbar, wenn Geld billig ist und bleibt. Schlimmer: Tiefe Zinsen heute machen noch tiefere Zinsen morgen erforderlich, will man die Illusion der Zahlungsfähigkeit aufrechterhalten. Zugleich feuert das billige Geld die Anleger zu immer neuen Spekulationen an. Deshalb erleben wir schon zum dritten Mal innerhalb von 20 Jahre eine Blase an den Finanzmärkten. Erst die Dot.com- Blase im Zuge der ersten Internet-Euphorie im Jahr 2000, dann die Immobilienblase in den USA, Spanien, Irland und weiteren europäischen Ländern. Und heute? Haben wir es mit einer Blase in fast allen Märkten zu tun- getrieben von Zinsen, die so tief sind wie noch nie zuvor. Besonders problematisch ist die Lage am Markt für Unternehmensanleihen.
Auf der Suche nach Rendite haben Investoren – auch unsere Lebensversicherungen und Pensionskassen – zunehmend in Unternehmensanleihen investiert. Dies wäre nicht zu beanstanden, wäre nicht zeitgleich auch die Verschuldung der Unternehmen auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Mit Blick auf die USA warnt der Internationale Weltwährungsfonds seit Jahren vor den Folgen der zügellosen Verschuldungspolitik der Unternehmen. Schon ein kleiner Zinsanstieg droht hier zum Desaster zu werden. Steigt der Zins, droht sofort das Kreditausfallrisiko. Die Zinsdifferenz steigt schnell und deutlich, was zu einer erheblichen Verteuerung der Unternehmensfinanzierung und Verlusten für die Anleger führt. Seit einem Jahr haben sich die Hoch-Risikoanleihen vom Aktienmarkt in den USA entkoppelt. Während die Börse deutlich zulegte, stagnierten die Hoch-Risiko-Anleihen auf hohem Niveau. Das war ein erstes Warnsignal. Seit Jahresanfang fallen die Anleihen schlechter Schuldner. Das war ein weiteres Warnsignal. Die Investoren nahmen die Risiken wahr – und wetteten zugleich mit Rekordsummen auf weiter fallende Anleihenkurse. Deshalb war es zu erwarten, dass die Börsen der Entwicklung folgen. Der Auslöser dieser Entwicklung liegt schon länger zurück: Es war der Anstieg der Zinsen in den USA. Vor dem Hintergrund gestiegener Inflationserwartungen bewegte sich der Zins für 10-jährige US-Staatsanleihen in Richtung drei Prozent. Doch schon bei rund 2,7 Prozent kam es zum Einbruch an den Märkten. Im Jahr 2007 stiegen die Zinsen bis auf fünf Prozent, bevor es zum Einbruch an der Börse kam. Das ist, was uns Angst machen sollte. Wir sind gefangen in einem Spiel auf Zeit. Aus der Furcht vor den Folgen einer wirklichen, großen, schauderhaften Finanzkrise und weil wir uns weigern, das eigentliche Problem zu bekämpfen – die Überschuldung – setzen wir stur darauf, mit immer neuem billigem Geld und dem Aufkaufen von Wertpapieren den Kollaps zu verhindern. Lösen oder auch nur heilen kann man das Problem damit nicht. Im Gegenteil: Es wird größer und größer. Es wird unbeherrschbar. Und wie geht es nun weiter? Schauen wir zurück, da finden wir die Antwort: Nach dem ersten Einbruch an den Börsen im Jahr 2007 kam es zu einer Zwischenerholung – aber 2008 und 2009 ging es dann richtig bergab. Die Erholung setzte erst ein, als die Notenbanken eingriffen. Genau darauf setzen einige Börsianer auch heute. Gut möglich, dass es noch einmal gelingt, mit Hilfe noch tieferer Zinsen (Negativzinsen dann auch in den USA), mit noch mehr Wertpapierkäufen und der direkten Finanzierung von Staatsausgaben durch die Notenbank das internationale Finanzsystem vorübergehend noch mal zu stabilisieren. Aber das kann dann die große Krise auslösen, die sogar die Notenbanken überfordert."
Holger Zschaepitz‏


Es gibt noch andere Grenzen des Wachstums, eigentlich hat alles, was zahlenmäßig erfaßbar ist, eine obere und eine untere Grenze (letztere oft Null). Nur in der Mathematik kann man theoretisch über das Unendliche nachdenken. Und in der Physik ist das Wesen von Raum und Zeit noch nicht geklärt und damit die Frage, ob diese beiden Größen unendliche Ausmaße erreichen. Eine der größten Entdeckungen der Physik ist die obere Grenze der Geschwindigkeit jedes beliebigen Objektes, die Lichtgeschwindigkeit.
Überbevölkerung, das heißt die Überbeanspruchung der natürlichen Lebensgrundlagen durch zu hohe Bevölkerungsdichte, ist die Hauptursache vieler ökologischer Probleme.
Noch bevor sich dadurch eine ökologische Krise zuspitzt und Menschen verhungern, kommt es im allgemeinen zu sozialen Unruhen: Patriarchalisches Weltbild -> Überbevölkerung -> Arbeitslosigkeit/Armut/Ausweglosigkeit
-> Kriminalität/Plünderungen/Krieg -> Reduzierung der Überbevölkerung durch Tod oder Flucht
Ein Beispiel ist der 2011 ausgebrochene und nun zu Ende gehende Syrien-Krieg: Die Geflüchteten sollten ermutigt werden, in ihre Heimat zurückzukehren und dort zusammen mit ihren Familien am Wiederaufbau ihres Landes zu arbeiten. Nur so wird verhindert, dass die islamistischen Kämpfer wieder die Oberhand gewinnen.
In Europa scheint sich folgendes Szenario zu entwickeln: Materialistisches Weltbild -> Gier nach immer mehr
-> Wachstum um jeden Preis -> Gelddruckerei durch die Zentralbank und Masseneinwanderung
-> Fehlinvestitionen/Blasenbildung -> hohe Inflation -> Abschwung der Wirtschaft -> Arbeitslosigkeit/Armut/Neid
-> Kriminalität/Ausschreitungen -> Regierungswechsel -> Stopp von Gelddruckerei und Masseneinwanderung
Je später ein Politikwechsel erfolgt, desto schwerer werden Kriminalität/Ausschreitungen.
Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (09.11.2017) : „In Deutschland leben heute knapp 83 Mio. Menschen – und damit so viele wie nie zuvor. Ursache für den anhaltenden Anstieg der Bevölkerungsgröße ist vor allem der Zuzug aus dem Ausland. Allein im Jahr 2015 wuchs die Bevölkerungszahl dadurch um rund eine Million Menschen. Damit überlagern internationale Migrationsbewegungen gegenwärtig den Trend zum Bevölkerungsrückgang, der durch eine lang anhaltende Phase des Geburtenrückgangs angelegt ist. In Deutschland lebten im Jahr 2016 rund 18,6 Mio. Menschen mit Migrationshintergrund. Dies entspricht einem Anteil von 22,5 % der Bevölkerung. Seit 2005 ist die Zahl der Bevölkerung mit Migrationshintergrund damit um rund 3,6 Mio. und deren Anteil an der Gesamtbevölkerung um 4,3 Prozentpunkte gestiegen. Gut zwei Drittel der Personen mit Migrationshintergrund hatten eine eigene Migrationserfahrung.“
Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung (September 2017) : "Deutschland hat sich in seiner Nachhaltigkeitsstrategie aus guten Gründen vorgenommen, den Primärenergieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 2008 zu senken, die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um 40 Prozent zu reduzieren und den Flächenverbrauch auf 30 Hektar pro Tag zu begrenzen. Doch diese wichtigsten Ziele der Strategie werden nach heutigem Stand um Längen verfehlt.
So fraß sich die Siedlungs- und Verkehrsfläche noch 2014 um täglich durchschnittlich 69 Hektar in die Landschaft.
Die Reaktion der Bundesregierung: Sie hat einfach in der jüngst 'überarbeiteten' Nachhaltigkeitsstrategie die Frist für das Flächenverbrauchsziel um zehn Jahre bis 2030 verlängert. Jetzt weiß jeder, wie ernst solche Ziele gemeint sind und dass ein Nichterreichen erst mal keine Konsequenzen nach sich zieht.
Zwischen 1992 und 2014 haben Städte und Gemeinden fast eine Million Hektar neue Siedlungs- und Verkehrsflächen ausgewiesen. Dies entspricht zehnmal der Fläche von Rügen, Deutschlands größter Insel. Aktuell gehen pro Tag knapp 70 Hektar Naturfläche verloren, meist vorheriges Ackerland. Gebäude, dazugehörige Freiflächen sowie Verkehr nehmen mit fast 90 Prozent den größten Anteil an Siedlungsflächen ein. Die Geschwindigkeit der täglichen Neuausweisungen geht nur langsam zurück. Weder das von der Bundesregierung angestrebte Ziel von 30 Hektar pro Tag und noch weniger das unter anderem vom Sachverständigenrat für Umweltfragen geforderte Null-Hektar-Ziel sind in greifbarer Nähe."
Gero Jenner (Mai 2017) : "Die Menschenflut von 7,5 Milliarden vermag der Globus nur deshalb heute noch zu ernähren, weil gegen Ende des 18. Jahrhunderts Verfahren entwickelt wurden, um die erneuerbaren Ressourcen, die einzigen, die man bis dahin nutzte, um gespeicherte zu erweitern – anders gesagt, um den Globus erbarmungslos auszuquetschen.
Die seit Äonen von der Sonne im Inneren des Planeten akkumulierten Energiereserven werden seitdem in zunehmendem Tempo verbraucht. Wir leben von Nahrungsmitteln, deren Erzeugung mehr an energetischem Input verlangt als wir anschließend an energetischem Output aus ihnen beziehen. Anders gesagt, essen wir Öl – eine auf Dauer unhaltbare Situation. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte lebt die Menschheit von nicht-erneuerbaren Reserven, die sie in absehbarer Zukunft aufgezehrt haben wird. Einerseits wird die Natur sich auf ihre eigene, sehr grausame Weise zu helfen wissen. Ständige Bürgerkriege wie jetzt schon im Nahen Osten, Bürgerkriege, denen Millionen Menschen zum Opfer fallen, ersetzen die Unfähigkeit des Menschen zu eigener vernünftiger Planung. Mögen die äußeren Anlässe zu solchen Kriegen ideologischer, politischer, sozialer Art sein – die tiefer liegenden Ursachen sind der Mangel an Wasser und Nahrung oder schlicht die fehlende Aussicht für einen Großteil der Jugend, im eigenen Land jemals ein menschenwürdiges Leben zu führen (Gunnar Heinsohn hat diese Entwicklung in seinem Buch 'Söhne und Weltmacht' vorausgesehen).
Diese grausame Selbsthilfe der Natur beschreibt freilich nur eine von zwei Strategien. Im zweiten Fall ergreifen die be- troffenen Menschen selbst die Initiative. Sie fliehen aus ihrer Heimat, gleichgültig ob man sie politisch verfolgt oder ob sie 'nur' hungern. Die Unterscheidung von Kriegsverfolgten mit Asylanspruch und Wirtschaftsflüchtlingen ohne ein derartiges Recht ist deswegen so absurd, weil die meisten Kriege gerade dort entstehen, wo die Menschen ohne Aussicht auf Besserung ihrer wirtschaftlichen Lage mehr vegetieren als leben. Das Resultat ist offensichtlich: Alle vernünftige Bevölkerungsplanung zur Entlastung des Globus wird dadurch auch in den Ländern des Westens zunichte gemacht. Unbegrenzte Einwanderung – wie viele bei uns sie eine Zeitlang für unabwendbar oder sogar moralisch geboten hielten – würde die Gewalt einer Lawine entfalten, weil das globale Reservoir an hungernden Menschen oder solchen ohne Aussicht auf ein menschenwürdiges Leben im Vergleich zu dem Anteil derer, die in Wohlstand leben, schlechterdings unerschöpflich ist – solange jedenfalls bis es gelingt, das Bevölkerungswachstum einzudämmen."

Die oben beschriebene Gelddruckerei hat in den vergangenen Jahren das Wachstum der Wirtschaft künstlich aufrecht erhalten und für einen künstlichen Anstieg der Erwerbstätigkeit gesorgt. Trotzdem kann der Bedarf an Jobs nicht gedeckt werden, wie aus einer Statistik (Dezember 2017) der Arbeitsagentur hervorgeht:
6,0 Mio. Regelleistungsberechtigte nach dem SGB II sind Personen mit Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Sozialgeld, davon sind 4,3 Mio. (71,5 %) erwerbsfähig.
Sollte die Konjunktur nachlassen, wird die Zahl der Arbeitssuchenden stark steigen und es drohen soziale Unruhen.
Dann wird sich für alle zeigen, dass die Masseneinwanderung ein schwerer politischer Fehler ist.

Helmut Creutz (1923-2017) :

Noch immer reden und tun Politiker und Manager so, als ob es keine Grenzen des Wachstums gäbe.
Stabiles Wirtschaften bedeutet gleich bleibendes Bruttoinlandsprodukt, keine Verzinsung und keine Inflation.
Gibt es dann noch Fortschritt?
Die Perspektive sollte sein: "Klasse statt Masse!" - man kann auch sagen "Qualität statt Quantität!"

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