Grenzen des Wachstums

Stand: 30.11.2019
Die Bürger Europas - zunächst vor allem im Süden Europas - müssen nun erkennen, daß das Wachstum der Wirtschaft vorbei ist und auch nicht wiederkommen wird. Die Wirtschaft stößt an unüberwindbare Grenzen.
Es ist zum einen unmittelbar eine finanzielle Grenze und zum anderen grundlegend eine ökologische Grenze spürbar.
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, daß die Marktwirtschaft, bzw. der böse Kapitalismus, auf ständiges Wachstum programmiert ist und damit Schuld hat , wenn die finanziellen und ökologischen Grenzen überschritten werden. Jedes Wirtschaftssystem gehorcht Spielregeln, die der jeweilige Staat (oder Staatenbund wie die EU) vorgibt. Die wichtigste Regelung ist dabei das Geldsystem. Es sind die Regierungen dieser Staaten und der ihnen nahe stehenden Zentralbank, die die (Markt)Wirtschaft dazu antreiben, immer weiter zu wachsen und sich dabei immer weiter zu verschulden. Der Grund ist, daß die Regierungen selbst nicht mit den Einnahmen (Steuern) auskommen. Und der Grund dafür liegt an der dummen, habgierigen Masse der Wähler, die diese Regierungen an die Macht gebracht hat. Eine Regierung, die auf solides Wirtschaften setzt, wird abgesetzt. Die Marktwirtschaft wäre ein hervorragendes System, um frühzeitig die bereits überschrittenen Grenzen zu erkennen und zu korrigieren. Dazu müssten die Politiker es lediglich Ernst meinen mit einem ausgeglichenen Haushalt (schwarze Null und Schuldenbremse) beim Staat und bei der Zentralbank. Aber die breite Mehrheit der Bevölkerung sieht nicht die Gefahr eines Finanzcrashs.
Die Wirtschaft Europas wächst nur noch durch den ständigen Aufkauf von Staats- und Unternehmensanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB). Es handelt sich jedoch um ein Schein-Wachstum, bei dem die Höhe des Bruttoinlandsprodukts zwar nominell steigt, jedoch nur durch Inflation verursacht ist.
Dies führt zu einer immer größer werdenden Abhängigkeit aller Wirtschaftsaktivitäten von EZB und Staatsausgaben.
Wir entfernen uns immer mehr von einer Marktwirtschaft und bewegen uns hin zu einer Planwirtschaft.
Die Schuldenfalle ist also die Folge eines auf zwanghaftes Wachstum ausgerichteten Wirtschaftssystems und bedeutet abnehmende Effizienz der Wirtschaft und sinnentleerte Beschäftigung durch staatliche Aufträge.
Die Ursache ist die Leugnung von Grenzen des Wachstums.
Johannes Eisleben , 23.08.2019 :
"Wie wir gesehen haben, kann sich der Staat mit Hilfe des Passivgeldes bequem verschulden und Legitimität auf Kosten der Zukunft kaufen. Daher hält er über seine Zentralbanken die Zinsen niedrig. Dies lässt sich derzeit in allen relevanten Währungsräumen lehrbuchartig beobachten. So geht die Produktion von Passivgeld immer mit einem Zinsniveau einher, das niedriger ist als der natürliche Zins. Dieser entsteht, weil Menschen die Präferenz haben, Güter jetzt oder sehr bald zu erwerben, und für den Verzicht auf diesen Konsum beim Sparen eine Entschädigung in Form von Zinsen erhalten wollen. Die vom Staat festgelegten, zu niedrigen Zinsen führen dazu, dass Unternehmen Projekte angehen, die im natürlichen Zinsumfeld nicht rentabel wären, weil die Kreditkosten zu hoch wären. Dabei vergeben die Banken aufgrund der Anreize im Geldschöpfungssystem Kredite, die später nicht zurückgezahlt werden können und abgeschrieben werden müssen. Auf diese Weise entsteht eine massive Überschuldung, die immer weiter wächst, weil Unternehmen und Staaten die Kreditschöpfungsmöglichkeiten zu stark nutzen. Und in der Tat ist die Gesamtverschuldung seit 1971 immer weiter gewachsen. Nun sehen wir auch, warum das Teilreservesystem Passivgeld braucht. Es erzeugt so schnell Schuldenberge, dass eine Deckung der Passivseite der Zentralbank mit Gold gar nicht möglich ist. Denn die Goldmenge wächst jährlich nur um maximal zwei bis drei Prozent, während die Verschuldung schneller zunimmt. Daher hat der Ausbau der Teilreserve seit dem Ende des 19. Jahrhunderts eine schrittweise Entkopplung des Papiergeldes vom Realwert bis zu seiner totalen Loslösung Anfang der 1970er Jahre erzwungen. Dabei wird das Anwachsen der Geldmenge über Kreditvermehrung zunächst als Boom sichtbar: Durch das neue Geld wächst die Wirtschaft, es entstehen Arbeitsplätze, die Löhne steigen, Menschen konsumieren mehr. Die gesamte Produktionsstruktur wird so vom niedrigen Zins abhängig gemacht, knappe Ressourcen werden in unrentable Prozesse gelenkt. Tritt der Staat als Käufer auf, ist die Allokation oft am wenigsten rentabel. Und früher oder später erweisen sich überhaupt immer mehr Investitionen als unrentabel, weil sie wegen der zu niedrigen Zinsen falsch kalkuliert waren. Wenn dies geschieht, können die betroffenen Unternehmen ihre Kredite nicht mehr bedienen, sie werden 'faul'. Die Banken müssen diese Kredite dann abschreiben oder die darauf beruhenden Derivate abstoßen (was zu deren Preisverfall führt). Wie reagiert der Staat auf eine solche Finanzkrise, die für ihn immer eine Ertragskrise ist? Durch Erhöhung der Geldmenge, Senkung der Zinsen bis in den Negativbereich und direkten Kauf von Anleihen (quantitative easing), also mit monetärer Staatsfinanzierung – bis hin zum 'helicopter money', der direkten Ausgabe frisch erzeugten Geldes an die Bürger. Es entsteht ein Finanzsozialismus, bei dem der Staat immer stärker in das Finanzsystem eingreifen muss – über Aktionen der Zentralbank und Regulation. Und so ist es auch. Über- und Fehlregulierung sowie monetäre Staatsfinanzierung sehen wir seit 2008 bereits chronisch, weil bei der letzten Finanzkrise keine Fundamentalkorrektur vollzogen wurde, sondern, bildlich gesprochen, der Alkoholiker mit Schnaps (noch mehr Passivgeld, Bankverstaatlichungen und Verlustvergesellschaftungen auf Kosten der Steuerzahler und regulatorischer Symptomtherapie) behandelt wurde. Das System ist nun vollkommen von Negativzinsen, Geldmengenausweitung und Schuldenvergrößerung abhängig. Scheinbar kann der Staat das beliebig lange machen, denn er kann so viel Passivgeld erzeugen, wie er will. Doch wenn die nächste Finanzkrise kommt, trifft sie auf bereits hoch verschuldete Staaten – die Staatsschuld liegt in den OECD-Ländern im Mittel um die 100 Prozent des BSP, rechnet man die impliziten Schulden durch Pensionsansprüche bei schrumpfender Bevölkerung hinzu, kommt man auf über 300 Prozent; in der Euro-Zone ist das Bild noch komplizierter, weil die Staaten mit Handelsbilanzüberschuss für die Schulden der Staaten mit Handelsbilanzdefiziten haften und dadurch auch noch fremde Schulden schultern müssen. Deutschland wird dann, anders als in der Krise von 2008, keine Staatsanleihen auf normalem Wege mehr emittieren können, weil es – so wie Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien bei der letzten Krise – nicht mehr kreditwürdig sein wird. Also wird die monetäre Staatsfinanzierung massiv ausgeweitet werden. Warum kann der Staat nicht beliebig Passivgeld produzieren, um die eigenen Staatsanleihen zu kaufen? Durch diese Gelddruckerei kommt zu einem krassen inflationären Preisanstieg, wenn die durch die gestiegene Geldmenge erzeugte Nachfrage das Angebot so massiv übersteigt und Pufferungsmechanismen wie beispielsweise die Verfügbarkeit billiger Arbeitskräfte in Asien nicht mehr reichen. Diese Inflation beobachten wir schon heute bei Realgüterpreisen (Häuser, Land, Aktien, Gold). Sie ist, wie wir gesehen haben, einer der wesentlichen Mechanismen des automatischen Transfers von Vermögen zu den Reichen. Früher oder später trifft der Preisanstieg aber auch Konsumgüter. Spätestens dann verlieren die Bürger und Unternehmen das Vertrauen in das Finanzsystem. Sie verkaufen Staatsanleihen und Lebensversicherungen, und sie versuchen Realgüter zu kaufen. Dadurch beschleunigen sie das Ende des Finanzsystems. Wenn die Hyperinflation eintritt, sind die Unter- und Mittelschichten (in Deutschland mind. 85 Prozent der Bevölkerung) existenziell bedroht, weil ihnen die Kaufkraft für das Nötigste ausgeht. Die Bürger verweigern die Nutzung des staatlichen Geldes und steigen auf Tauschhandel um. Das Finanzsystem zerfällt, dadurch werden alle finanziellen Transaktionen massiv erschwert, es kommt zu einer Kontraktion der wirtschaftlichen Leistung mit Unterversorgung der Bevölkerung. Es kommt dann zu politischen Unruhen. Dies ist die Krise, die uns bevorstehen könnte. Sie wird global sein, weil das Finanzsystem global hochgradig vernetzt ist – irgendwo in der OECD oder China wird die Krise beginnen, und dann wird sie sich über den Globus ausbreiten."
Markus Krall , 13.09.2019 :
"Albert Einstein wird der Satz nachgesagt: 'Die Definition von Wahnsinn ist es, immer wieder das Gleiche zu tun und dann ein anderes Ergebnis zu erwarten.' Nun ist es nicht so, dass ich der EZB jemals unterstellt hätte, dass dort Einsteins arbeiten und von daher ist es vielleicht etwas viel verlangt, dass sie von selbst auf Ideen dieser Qualität kommen. Aber mal ganz unter uns: So schwer ist der Satz nicht zu verstehen, oder? Offenbar doch. Denn mit Ihrer Entscheidung, den Einlagenzins um weitere 10 Basispunkte auf -0,5% zu drücken, erfüllen unsere Zentralbanker genau diese Definition. Seit über 10 Jahren stemmen sie sich mit dem Mut der Verzweiflung gegen die Realität, dass der Euro eine Fehlkonstruktion und gescheitert ist. Eine Währung, die man ständig retten muss, ist in Wahrheit gar keine Währung (W. Hankel) oder haben Sie jemals aus dem Munde eines Bundesbankpräsidenten den Satz hören müssen 'wir werden alles tun was nötig ist (whatever it takes) um die DM zu retten'? Jetzt also Rettung, Klappe die zehnte. Es ist bemerkenswert, dass die EZB verkündete, die geldpolitische Lockerung ohne Zeitbegrenzung fortzuführen. Es gibt kein Zurück, die Geldpolitik steckt in der Falle. Eisberg voraus? Volle Kraft voraus! Die Titanic ist stärker. So sieht Panik aus, wenn man weiß: Wir sitzen in der Falle. Immerhin hat es sich bis zu Herrn Draghi herumgesprochen, dass diese falsche Medizin das Bankensystem zum Kollaps bringt. Wer ihm genau zugehört hat, konnte seine Verunsicherung feststellen, als er aus dem Kreise der auf der Pressekonferenz anwesenden Journalisten gefragt wurde, was er von der Bemerkung des Chefs der Deutschen Bank, Sewing, halte, dass der Negativzins das Potential habe das Finanzsystem zum Zusammenbruch zu bringen. Er weiß mittlerweile ganz genau, in welcher Art sich die EZB verrannt hat. Draghi: Es sind nicht die Erträge, es ist die Cost-Income-Ratio. Aha. Geradezu kafkaesk aber wurde es, als der Herr der Druckerpresse auf die Vorhaltung, dass der Negativzins die Erträge der Banken beschädigt mit dem Hinweis auf die Cost-Income-Ratio parierte, um die sich die Banken seiner Meinung nach vorrangig kümmern sollten. Das ist entweder dreist oder dumm oder beides. Ich tippe aber auf ersteres. Herr Präsident, Sie wissen ganz genau, dass sich diese Cost-Income Ratio aus Erträgen und Kosten zusammensetzt. Ihre Zinspolitik ruiniert die Erträge, und ihre wie Mehltau über die Banken ausgebreitete Form und Idee der Regulierung bringt die Kosten zum Explodieren. Gleichzeitig hört man aus dem Hause der Geldsozialisten kein Wort darüber, dass es die Politik ist, die mit dem Arbeitsrecht verhindert, dass die Banken den notwendigen Kostenabbau überhaupt durchführen können ohne sich dabei ins Messer der Abfindungen und Restrukturierungskosten zu stürzen und so aus Angst vor dem Tod Selbstmord zu begehen. Deshalb bleibt für die von Herrn Draghi ebenfalls angemahnte Digitialisierung der Banken auch nicht genug Geld übrig. Dafür muss man nämlich investieren und zwar erhebliche Beträge. Und die EZB weiß es. Was wird die konkrete Wirkung dieser Maßnahmen sein? Die EZB glaubt, sie könnte damit die Dose noch ein paar Monate länger die Straße heruntertreten, aber das ist ein Irrtum, wie sich sehr schnell herausstellen wird. Die unmittelbare Wirkung des um 0,1% erhöhten Negativzinses sind alleine für die Deutschen Banken zusätzliche Kosten von 600 Mio. Euro, wie ein Blick in die Bilanz der Deutschen Bundesbank zeigt, die 600 Milliarden Einlagen der Banken ausweist. Sie werden künftig mit einem Strafzins von 3 Milliarden Euro pro Jahr belegt, bisher waren es schon 2,4 Milliarden. Die Aussicht auf dauerhaft niedrige Zinsen wird zugleich die Blasen an den Immobilien- und Aktienmärkten weiter aufpumpen. Die Anleger werden wie die Lemminge in Anlageformen getrieben, deren Kursabsturz sie am Ende der Fahnenstange ein Vermögen kosten wird, wohl mindestens die Hälfte oder mehr. Richtig ermuntert es aber, wenn Herr Draghi, der uns gerade erzählt hat, dass wir sehr, sehr lange mit den Nullzinsen leben müssen nur wenige Minuten später seiner Zuversicht Ausdruck verleiht, dass die Zinsen mit der Rückkehr des Wachstums (und seiner heiß geliebten, ersehnten Inflation, die er in Stabilität umgetauft hat) auch wieder mal steigen werden. Im nächsten Leben, liebe Deutsche, Holländer und andere schwäbische Hausfrauen. Diese Leier des 'wir wachsen aus dem Problem raus und alles wird gut' hören wir uns jetzt seit 2008 an. Aber das Wachstum wurde dabei immer anämischer, was auch keine Überraschung sein kann, wenn man sich die Zombifizierung der Unternehmenswelt ansieht, die die direkte Folge dieser Nullzinsen ist. Das Wachstum kehrt nicht in den Euroraum zurück. Niemals, nie wieder. Und der Grund ist einfach: Der Nullzins, der die Pleiten eigentlich unproduktiver Unternehmen verhindert führt zu einer immer größeren Bindung von Mitteln in schlechten Verwendungen, unproduktive, ineffiziente Unternehmen, die Dinge herstellen, für die es in einer echten Marktwirtschaft keine Nachfrage gäbe. Zugleich ermuntert er die Staaten in der Eurozone, ihre fiskalische Disziplinlosigkeit fortzusetzen und so immer mehr Geld, Personal und Mittel in die Bürokratie zu investieren, die alles tut, nur kein Produktivitäts-wachstum herstellen. Da wir uns mitten in der digitalen Revolution befinden (sie haben davon gehört, ja? Denn sie finden ja dass die Banken sie zu langsam umsetzen.) und uns jede erst zu nehmende Studie dazu sagt, dass wir in 10 Jahren die gleiche Menge Güter und Dienstleistungen mit der Hälfte der Menschen herstellen können, dann müsste es doch im Umkehrschluss so sein, dass wir mit der gleichen Anzahl Leute dann doppelt so viel herstellen können, das Bruttosozialprodukt sich also verdoppelt. Das entspräche einem Wachstumspotential von 7% (!) pro Jahr. Wo geht denn das alles hin, Herr Präsident? Genau. Es geht in die Zombifizierung und Bürokratisierung unserer geldsozialistischen Planwirtschaft. Aber für Sie, verehrte Leser habe ich Trost: ja, das Wachstum wird zurückkehren, nur nicht in den Euroraum, weil der dann weg sein wird. Nein, leider wird das nicht ohne den Kollaps gehen, den Herr Sewing ahnt und den Herr Draghi leugnet obwohl ich persönlich sehr überzeugt bin, dass er es besser weiß. Aber ja, wenn wir die Planwirtschaft des Geldsozialismus über Bord geworfen haben werden, haben wir unsere besten Tage noch vor uns. Herr Draghi wird dann an seinen Memoiren sitzen und uns erklären, dass alles super war, solange er noch im Amt war. Frau Lagarde wird es nicht gefallen, es stimmt aber ironischerweise."
Anja Ettel , 'Welt'-Redaktion , 17.10.2019 :
"Weltweit explodieren die Schulden von Unternehmen und Staaten. Zugleich drängen Investoren auf der Suche nach Rendite in immer riskantere Bereiche. Wie gefährlich diese Mixtur für die Weltwirtschaft ist, zeigen jetzt Zahlen des IWF. Eine sonderlich entspannende Lektüre war der globale Finanzstabilitätsbericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) noch nie. Irgendwo in der weiten Welt der Banken, Bonds und Börsen liegt schließlich immer irgendetwas im Argen. Doch die Zahl an Anfälligkeiten, die die Finanzwächter aus Washington in ihrem aktuellen Report auflisten, lässt dann doch aufhorchen. Weltweit steigt der Verschuldungsgrad von Unternehmen und Staaten rasant an. Gleichzeitig drängen Investoren auf der Suche nach Rendite in einem Umfeld extrem niedriger Zinsen in immer risikoreichere Papiere. Und parallel dazu steigt angesichts der geopolitischen Spannungen und des anhaltenden Handelskonflikts zwischen den USA und China die Unsicherheit – und damit auch die Gefahr von überschießenden Reaktionen an den Finanzmärkten. Mit besonderer Sorge blicken die Ökonomen dabei auf die steigende Schuldenlast von Unternehmen rund um den Globus. 'Die Anfälligkeiten im Unternehmenssektor sind in einigen systemrelevanten Volkswirtschaften bereits erhöht', warnt der IWF und verweist dabei auf die steigende Verschuldung und die gleichzeitig sinkenden Möglichkeiten, die sich auftürmenden Schulden im Falle einer Konjunkturflaute oder bei sich plötzlich verschlechternden Zinskonditionen noch ausreichend bedienen zu können. Sollte es zu einem Einbruch kommen, der auch nur halb so stark ausfallen würde wie einst die globale Finanzkrise vor elf Jahren, könnte der Wert der potenziell ausfallgefährdeten Unternehmensschulden auf 19 Billionen Dollar steigen, so die Schätzung des IWF. 'Das wären fast 40 Prozent der gesamten Unternehmensschulden in den größten Industrienationen', warnen die Experten. Dieser Wert würde dann sogar noch über dem damaligen Krisenniveau liegen – ein klarer Hinweis darauf, wie wackelig die Lage in diesem Bereich mittlerweile ist. Ebenso besorgniserregend: die wachsenden Risiken für sogenannte Nichtbanken im Finanzsektor. Dazu zählen zum Beispiel Versicherer oder Venture-Capital-Firmen. In 80 Prozent der Ökonomien mit – gemessen am Anteil an der Wirtschaftsleistung – systemrelevantem Finanzsektor seien die Anfälligkeiten in dieser Gruppe bereits erhöht, heißt es im IWF-Report. Und auch in diesem Fall verweisen die Ökonomen aus Washington darauf, dass dieser Anteil zuletzt während der großen Finanzkrise solche Höhen erreicht hat. Hinter der deutlich gestiegenen Risikoneigung steckt vor allem die verzweifelte Jagd nach Rendite, auf die sich viele institutionelle Investoren begeben haben, seit klassische Staatsanleihen kaum noch etwas abwerfen beziehungsweise sogar mit Negativzinsen belegt sind. Wie dramatisch die Verhältnisse mittlerweile sind, belegt ebenfalls eine Zahl aus dem IWF-Report. Nach Schätzungen der Finanzinstitution liegt das Volumen ausstehender Schuldtitel mit negativer Rendite weltweit mittlerweile bei rund 15 Billionen Dollar. Davon seien etwa sieben Billionen von den großen Industrienationen begeben worden, darunter etwa Deutschland, Frankreich, Japan und die Schweiz. Und ein Ende der verkehrten Zinswelt ist weiterhin nicht in Sicht: An den Märkten sind demnach für die großen Währungsräume weiterhin fallende Zinsen bis weit in das Jahr 2022 hinein eingepreist. Zu diesem Zeitpunkt könnten dann sogar 20 Prozent aller Staatsanleihen eine Minusverzinsung aufweisen, schätzt der IWF. Dass in der Folge gerade institutionelle Investoren wie Pensionsfonds und Versicherer immer stärker in besser verzinste, dafür aber auch deutlich riskantere Anlagen drängen, registrieren die Finanzwächter mit wachsender Sorge. Gerade weil viele Institutionelle mittlerweile ein ähnliches Portfolio aufwiesen, könnte sich im Fall von Turbulenzen der dann zu erwartende Ausverkauf sogar noch beschleunigen. Eine weitere Gefahr schlummert laut IWF zudem in den Schwellenländern. Denn deren Kapitalzuflüsse sind wegen der weltweiten Jagd nach Rendite ebenfalls stark gestiegen. Im Durchschnitt liegt das Verhältnis von Auslandsschulden zu Exporten mittlerweile bei 160 Prozent und damit deutlich höher als noch 2008, zu Beginn der großen Finanzkrise. In einigen Ländern sei diese Rate sogar bereits auf 300 Prozent gestiegen, heißt es im IWF-Bericht. Sollten sich die Finanzierungskonditionen rasant verschlechtern, dürfte das die betroffenen Länder und ihre oft hoch verschuldeten Staatskonzerne vor erhebliche Probleme stellen."



Es gibt noch andere Grenzen des Wachstums, eigentlich hat alles, was zahlenmäßig erfassbar ist, eine obere und eine untere Grenze (letztere oft Null). Nur in der Mathematik kann man theoretisch über das Unendliche nachdenken. Und in der Physik ist das Wesen von Raum und Zeit noch nicht geklärt und damit die Frage, ob diese beiden Größen unendliche Ausmaße erreichen. Eine der größten Entdeckungen der Physik ist die obere Grenze der Geschwindigkeit jedes beliebigen Objektes, die Lichtgeschwindigkeit.
Überbevölkerung, das heißt die Überbeanspruchung der natürlichen Lebensgrundlagen durch zu hohe Bevölkerungsdichte, ist die Hauptursache vieler ökologischer Probleme.
Noch bevor sich dadurch eine ökologische Krise zuspitzt und Menschen verhungern, kommt es im allgemeinen zu sozialen Unruhen: Patriarchalisches Weltbild -> Überbevölkerung -> Arbeitslosigkeit/Armut/Ausweglosigkeit
-> Kriminalität/Plünderungen/Krieg -> Reduzierung der Überbevölkerung durch Tod oder Flucht
Ein Beispiel ist der Terror des Erdogan-Regimes gegen nach Selbstbestimmung strebende Kurden:
Es ist eine Schande, daß westliche Politiker sich vor Erdogan ducken und die Türkei immer noch zur NATO gehört.
In Deutschland scheint sich folgendes Szenario zu entwickeln: Materialistisches Weltbild -> Gier nach immer mehr
-> Wachstum um jeden Preis -> Gelddruckerei durch die Zentralbank + Masseneinwanderung
-> Fehlinvestitionen/Blasenbildung + hohe Wohnkosten -> Abschwung der Wirtschaft -> Arbeitslosigkeit/Armut/Neid
-> Kriminalität/Ausschreitungen -> Regierungswechsel -> Stopp von Gelddruckerei und Masseneinwanderung
Je später ein Politikwechsel erfolgt, desto schwerer werden Kriminalität/Ausschreitungen.
Es ist also das Bestreben der amtierenden Regierung, daß in Deutschland möglichst viele Menschen leben.


Dies steht im totalen Widerspruch zu einer nachhaltigen Lebensweise.
Egon W. Kreutzer , 20.09.2019 :
"Es ist eine nicht widerlegbare Tatsache, dass die hauchdünne Schicht des 'Lebens' auf der ungleich mächtigeren, vergleichsweise aber immer noch hauchdünnen, festen Kruste des Planeten, eine begrenzte, d.h. endliche Masse biologisch nutzbaren Materials enthält. Weil alles Leben auf der Erde aus dieser endlichen Masse aufgebaut werden muss, ist auch die Zahl der gleichzeitig lebenden Organismen ebenso begrenzt, wie die Ausgestaltung einigermaßen stabiler Nahrungsketten, von denen eine, immer mehr Biomasse beanspruchende, jene ist, an deren Ende der Mensch steht. Reinhold Messners Folgerung: 'Wir werden nicht mehr allzu lange Ressourcen haben, um den Lebensstandard zu halten, den wir haben', steht kein vernünftiges, rationales Argument gegenüber, mit dem sie entkräftet werden könnte. Es ist naiv anzunehmen, man müsse eben einfach noch mehr Kunstdünger erzeugen und auf die Felder ausbringen, um die Erträge im gleichen Maße zu steigern. Es gibt ein Optimum für den Einsatz von Kunstdüngern. Wird dieses überschritten, wird der Ertragszuwachs pro Düngermenge immer geriniger, und es gibt eine Obergrenze für den Einsatz von Kunstdüngern, bei deren Überschreiten die 'chemisch verbrannte Erde' ein Pflanzenwachstum nicht mehr zulässt, selbst dann nicht, wenn genügend Süßwasser vorhanden ist, um die für das Pflanzenwachstum notwendige Bewässerung besorgen zu können. Wobei die Bereitstellung von Süßwasser in immer weiteren Gebieten der Erde ebenfalls immer problematischer wird. Technokraten rechnen mit großem Optimismus immer wieder gerne aus, welche noch zu erwartenden Fortschritte der Landwirtschaft in Verbindung mit welchen großtechnischen Verfahren der Chemie und der Gentechnologie welches Wachstum der Weltbevölkerung noch als verkraftbar erscheinen lassen. Inzwischen spricht man von mindestens 12 Milliarden Menschen, die von diesem Planeten ernährt werden könnten, und dass es bis zum Ende dieses Jahrhunderts schon 11 Milliarden sein werden, wird als sehr sicher angenommen. Dass die Fokussierung des menschlichen Wirtschaftens auf die Ernährung einer immer größeren Zahl von Menschen zwangsläufig auf das Ende der 'Natur', wie wir sie heute noch kennen, hinausläuft, dass es Kleidung aus Baumwolle nicht mehr geben wird, dass es Holz nicht mehr geben wird, weil alle verfügbare Flächen von der industriellen Landwirtschaft und den Chemiefabriken zur Erzeugung von künstlichem Nahrungseiweiß und künstlichen Kohlenhydraten besetzt sind, ist dabei noch immer nicht das Ende des Albtraums. Es ist eminent wichtig zu erkennen, dass wir auf diese apokalyptischen Zustände unweigerlich auch dann zulaufen, wenn es gelingt kriegerische Auseinandersetzung soweit einzudämmen, dass die verheerenden atomaren, biologischen und chemischen Waffenvernichtungswaffen in den Arsenalen verrotten und niemals eingesetzt werden. Mit der Verwendung eines einzigen, als homogen definierten 'Menschheits-Wir' wird weder klar, wie sich die Weltbevölkerung heute auf die Fläche, die Staaten und die Ethnien verteilt, noch, wo derzeit die höchsten Zuwachsraten zu verzeichnen und für die weitere Zukunft zu erwarten sind, und schon gar nicht, wo sich Mensch und Umwelt in einem einigermaßen harmonischen Gleichgewicht befinden und wo nicht. Das Prinzip der 'Kunst' nicht leistungsadäquate Einkommen zu generieren nun aber dergestalt umkehren zu wollen, dass alles, was auf diesem Planeten erzeugt wird, zu gleichen Teilen auf alle Menschen zu verteilen sei, unabhängig davon, was sie dazu beigetragen haben, ist um keinen Deut gerechter und führt, wie soeben angesprochen, auf dem Weg blutiger Unterdrückung ins Chaos. Die globale, alle Staaten, Gesellschaften und Kulturen umfassende Einigung darauf, dass jeder Mensch auf dieser Welt ein Recht als 'Menschenrecht' für sich in Anspruch nehmen kann, sich überall niederzulassen wo es ihm gefällt und sich und seine Familie überall alimentieren zu lassen, wo er sich niedergelassen hat, ist blanker Irrsinn. Es ist aber genau der Irrsinn, der von den vereinten Nationen ersonnen wurde und verbreitet wird, es ist der Irrsinn, dem Angela Merkel tiefgläubig anhängt. Je mehr Afrikaner ein Land ihrer Sehnsucht erreichen und dort – auch ohne zu arbeiten – einen Lebensstandard erreichen, den sie zuhause nicht erreichen können, desto mehr werden ihnen folgen, bis die aufnehmenden Staaten wirtschaftlich zusammenbrechen. Jetzt ist es an den Völkern Afrikas, ihre Bevölkerungsexplosion zu bremsen, und es ist grottenfalsch, wenn Staaten mit einer stabilen oder gar rückläufigen Bevölkerung aus keinen anderen Gründen als denen der Wahrung von Kapitalrenditen sich bemüßigt sehen, diesen Geburtenüberschuss aufzunehmen. Das bringt uns dem Punkt, an dem das Leben auf dem Planeten tatsächlich zusammenbrechen muss, nur noch schneller noch näher."
Angelo Glashagel , 04.10.2019 :
"Die Regierungen dieser Welt sollen endlich mehr tun, um dem Klimawandel Einhalt zu gebieten. Die Forderung das Thema endlich global anzupacken ist in den letzten Monaten immer lauter geworden. Doch es steht zu befürchten, dass all die Warnungen und Forderungen nutzlos verhallen werden. Denn wenn man wirklich etwas ändern wollte, müsste man an den Grundfesten der Weltordnung rütteln. Wenn man mit der Klimarettung wirklich ernst machen würde, müsste man die grundlegenden Wirkmechanismen der globalisierten Welt umstellen. Der Warenverkehr zu Wasser, zu Land und in der Luft ist da nur einer der ganz dicken Brocken. Die Warenproduktion als solche, getrieben von möglichst billiger Arbeitskraft und stetig steigender Produktivität, müsste umgestaltet werden und das weltweit. Das Primat der Politik ist gesellschaftliche Stabilität durch wirtschaftlichen Wohlstand, das Primat der Wirtschaft ist Profit. Letztlich leben wir in einer durchkapitalisierten Welt, auch dort wo man andere '-ismen' vor sich her trägt. So lange der 'alte Weg' günstiger kommt als die 'grüne' Alternative, wird man den eingetretenen Pfaden folgen. Wo satter, zeitnah abgreifbarer Gewinn winkt, wird man sich nicht ernsthaft mit Langzeitfolgen auseinandersetzen. Das ist die dem System immanente Logik. Mit der materiellen Revolution in der Produktion müsste ein breiter, gesellschaftlicher Mentalitätswandel einhergehen, der nicht länger nach 'mehr, besser und günstiger' verlangt, der Verzicht zur Tugend erklärt und schwer vermittelbar sein dürfte, insbesondere wenn er 'von oben' oder gar von dritter, supranationaler Seite, aufoktroyiert würde. Den Pfad der neumodernen Welt- und Wirtschaftsordnung, der wir seit ein paar Jahrhunderten folgen, zu verlassen, birgt Risiken, die dem Primat von Politik und Wirtschaft entgegenstehen, auch wenn ein solcher Schritt langfristig dringend geboten wäre und laut warnend gefordert wird. Ein Blick in die Geschichte lehrt, dass die Menschheit noch (fast) jeder Katastrophe steten Schrittes und sehenden Auges entgegen gegangen ist, auch wenn sie, ein ums andere mal, zu verhindern gewesen wäre. Öffentlichkeitswirksam ein paar Bäume zu pflanzen, ist angesichts des Ausmaßes der zu erwartenden Umwälzungen weniger als ein Tropfen auf den heißen Stein, so löblich und wohlmeinend solche Aktionen auch sein mögen. Mit ein paar Plakaten durch die Städte zu ziehen und das justieren einiger Stellschrauben zu fordern, wird ebenso unwirksam bleiben, wenn sich der Protest nicht in Wahlergebnissen signifikant niederschlägt und damit ist, global betrachtet, wohl eher nicht zu rechnen. Werden beide Herangehensweisen, die praktische und die außerparlamentarisch-politische, gegeneinander ausgespielt, ist das umso betrüblicher. Einigkeit wäre hier schon ein Anfang, zumindest für den Beginn eines mentalen Transformationsprozesses. Ein philosophischer Unterbau, wie er für die gesellschaftlichen Veränderungen seit der französischen Revolution existiert hat, scheint im Moment nicht greifbar, mag aber im Entstehen begriffen sein. Vielleicht. Wie lange würde es dauern bis sich ein 'neues Denken' in den Köpfen der Menschen festsetzt? Bis gewohnte Wege bewusst verlassen werden? Folgt man dem Beispiel unserer bisherigen Geschichte muss die Anwort lauten: Jahrzehnte mindestens, eher Jahrhunderte, begleitet von Leid, Kummer, Krieg und Hunger. Wahrscheinlich muss die Menschheit auch erst diese Krise durchwaten und den Karren vor die sprichwörtliche Wand fahren, bevor sie handelt. Aber da spricht der Pessimist in mir."
Volker Seitz , 20.11.2019 : "Das Wachstum der Bevölkerung sei ein entscheidender Parameter für den Klimawandel und den Planeten insgesamt, sagt Professor Mojib Latif vom Geomar Helmholtz Center for Ocean Research Kiel. Ohne die Zunahme der Weltbevölkerung könne man auch den Klimawandel nicht verstehen. Vor allem im südlich der Sahara gelegenen Teil Afrikas wird sich die Bevölkerung bereits in den nächsten 32 Jahren erneut verdoppeln. In Entwicklungsländern kommt es jährlich zu 89 Millionen ungewollten Schwangerschaften – in Afrika sind Kinderehen und der soziale Druck, viele Kinder zu bekommen, hoch. Ein Bewusstsein für die langfristigen Gefahren eines anhaltend hohen Bevölkerungswachstums ist bei den meisten Afrikanern, besonders auf dem Land, nicht zu erkennen. Große Fortschritte mit Verhütungsmitteln wurden in Ruanda, Botswana, Mauritius und Äthiopien erzielt. Die Geburtenraten sind in diesen Ländern seit Jahren fallend. Auch Kenia, Ghana, Senegal, Tunesien und Marokko machen laut der eingangs erwähnten Studie Fortschritte. Es gibt keine einfachen und schnellen Lösungen bei der Strategie, wie das weltweite Bevölkerungswachstum begrenzt werden kann. Etwa durch Bildung, Familienplanung, Aufklärung, die bereits in der Schule beginnt, und mehr Rechte für Frauen. Kronprinzessin Mary von Dänemark forderte in Nairobi, immer noch bestehende Tabus rund um Verhütung und Sexualaufklärung müssten beseitigt werden. In Afrika südlich der Sahara nutzen Frauen – nach meinen Informationen – aus der obersten Einkommensschicht im Durchschnitt dreimal häufiger Verhütungsmittel als solche aus dem untersten Einkommensbereich. Wohlhabendere Frauen haben einen höheren Bildungsgrad und mehr Einkommen und deshalb einen besseren Zugang zu Informationen und mehr Wahlmöglichkeiten hinsichtlich der Verhütungsmittel. Auch wird es weiter darauf ankommen, wirklich Alternativen bezüglich der Einkommenssicherung und Altersvorsorge anzubieten. Sicherlich trägt eine Absicherung im Alter dazu bei, den Wunsch nach vielen Kindern zu verringern. Auf staatlicher Seite hapert es leider oft am politischen Willen: Es bedarf aber politischer Überzeugungsarbeit bei den Regierungen. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) betonte zwar in Interviews die Relevanz von Bildung, Aufklärung, Familienplanung und Verbesserung der Rechte der Frauen, blieb dann der Konferenz aber ebenfalls fern. Den Menschen in Afrika Zugang zu Nahrung, Bildung, Arbeit und Gesundheitsversorgung zu ermöglichen, sind die zentralen Herausforderungen. Denn es sind vor allem die weltweit ärmsten Länder, in denen die meisten Kinder geboren werden. Staaten, die ihrer Bevölkerung keine angemessene Grundversorgung bereitstellen, kann eine Zunahme der Bevölkerung an die Grenzen ihrer Handlungsfähigkeit bringen und so vermehrt zu Konflikten führen. Auf dem gesamten Kontinent werden pro Jahr nur etwa drei Millionen formale Arbeitsplätze geschaffen. Ob die Nairobi-Konferenz viel bewirkt, muss sich zeigen. Die Beteiligung war freiwillig, die Verpflichtungen sind nicht bindend. Ohne die notwendige Aufklärung, auch in medizinischer Hinsicht der Männer in die Aufklärungsarbeit, wird die Position und Rolle der Frauen in großen Teilen der afrikanischen Gesellschaft gegenwärtig noch nicht stark genug sein, wirklich an den entsprechenden Tagen Nein zu sagen. Einige Frauen empfinden einen hohen Druck, viele Kinder zu bekommen, um vom Mann anerkannt zu werden. Damit sich Geschlechterrollen und -normen verändern, ist es meines Erachtens besonders wichtig, auch Jungen und Männer in Familienplanungsprogramme einzubinden. Denn sie können erheblich dazu beitragen, dass Mädchen und Frauen bei der Familienplanung mitentscheiden, indem sie Verhütungsmittel verwenden, ihre Partnerin unterstützen, keine Gewalt ausüben und die Gleichstellung der Geschlechter fördern. Aber auch die gesamte Gemeinschaft und vor allem politische und religiöse Meinungsführer müssen miteinbezogen werden, um langfristige Änderungen zu bewirken. Allerdings ist es 'oft ist nicht ein Problem des Unwissens, sondern ein Problem des Nicht-wissen-wollens.' "

Die oben beschriebene Gelddruckerei hat in den vergangenen Jahren das Wachstum der Wirtschaft künstlich aufrecht erhalten und für einen künstlichen Anstieg der Erwerbstätigkeit gesorgt. Trotzdem kann der Bedarf an Jobs nicht gedeckt werden, wie aus einer Statistik (November 2019) der Arbeitsagentur hervorgeht:
Rund 5,4 Mio. Leistungsberechtigte nach dem SGB II sind Personen mit Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Sozialgeld, davon sind rund 3,8 Mio. erwerbsfähig.
Nun, da die Konjunktur nachlässt, steigt die Zahl der Arbeitslosen wieder und es drohen soziale Unruhen.
Dann wird sich für alle zeigen, dass die Masseneinwanderung ein schwerer politischer Fehler ist.

Helmut Creutz (1923-2017) :

Noch immer reden und tun Politiker mit ideologischer Rückendeckung von Arbeitgeber-Lobbyisten so, als ob es keine Grenzen des Wachstums gäbe.
Stabiles Wirtschaften bedeutet gleich bleibendes Bruttoinlandsprodukt, keine Verzinsung und keine Inflation.
Gibt es dann noch Fortschritt?
Die Perspektive sollte sein: "Klasse statt Masse!" - man kann auch sagen "Qualität statt Quantität!"

zur Startseite