Grenzen des Wachstums

Stand: 21.04.2018
Die Bürger Europas - zunächst vor allem im Süden Europas - erkennen zunehmend, daß das Wachstum unserer Wirtschaft an Grenzen stößt. Es ist zum einen unmittelbar eine finanzielle Grenze und zum anderen grundlegend eine ökologische Grenze spürbar.
Zur Finanzlage: Die Wirtschaft Europas wächst nur noch durch den Kauf von immer mehr Staats- und Unternehmensanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB). Während ein als notwendig erachtetes Wirtschaftswachstum nur durch diesen ständigen Aufkauf von Anleihen erzwungen werden kann, erreicht das Wachstum aber eine Grenze, wenn diese Anleihen früher oder später als wertlos deklariert und gestrichen werden müssen, was zu starker Inflation führen wird.
Dies führt schließlich zu einer Währungsreform, wodurch die Gläubiger (Sparer) ihr Geld verlieren werden.
Die gegenwärtige Geldpolitik gefährdet damit den Euro und andere ungedeckte Währungen.
Die Schuldenfalle ist also die Folge eines auf zwanghaftes Wachstum ausgerichteten Wirtschaftssystems und hat dramatische Konsequenzen. Die Ursache ist die Leugnung von Grenzen des Wachstums.
Niemand kann trennscharf zwischen 'Wirtschaftswachstum' und Inflation unterscheiden.
Inflation, Geldentwertung ist Betrug. Die EZB strebt eine Inflationsrate, also eine Betrugsrate von knapp 2 % an.
Oswald Metzger , 05.04.2018 : "Der wichtigste Grund, warum die offizielle Inflation in der Eurozone konsequent zu niedrig ausgewiesen wird, ist leicht erklärt. Die Kosten für selbstgenutztes Wohneigentum fallen in Europa, anders als in den USA, völlig aus dem Verbraucherpreisindex heraus. In Amerika macht dieser Kostenblock fast 24 Prozent des gesamten Warenkorbs aus. Bei der Berechnung der Kerninflationsrate ist er sogar mit 30 Prozent gewichtet.
Im Euro-Raum stiegen die Kosten für selbstgenutztes Wohneigentum zuletzt mit einer Jahresrate von knapp über 3 Prozent. Analog der Inflationsberechnung in den USA läge allein damit die offizielle Euro-Inflationsrate spürbar höher. Der EZB-Zielinflationswert von 2 Prozent wäre erreicht, wenn nicht sogar überschritten. Das wichtigste (aber vorgeschobene) Argument der Nullzinspolitik hätte sich längst in Luft aufgelöst. Im vierten Quartal 2017 verteuerten sich die Vermögens- werte deutscher Haushalte um sage und schreibe 9,3 Prozent. Nach den Rekordwerten im zweiten und dritten Quartal 2017 war dies der dritte Höchstwert in Folge. Immobilien notierten mit einem Plus von 8,2 Prozent im Jahresvergleich, Aktien mit plus 11,8 Prozent und Betriebsvermögen mit plus 24,1 Prozent. In der offiziellen Inflationsstatistik tauchen diese Teuerungseffekte nicht auf. Sie konterkarieren aber die Mär von der niedrigen Inflation spektakulär, zeigen die Tendenz einer von der Geldschwemme getriebenen Blasenbildung bei Immobilien und Aktien. Sie verdeutlichen aber auch eine sozialpolitische Konsequenz der Nullzinspolitik der EZB in aller Dramatik: Die wohlhabendsten Haushalte und Personen vor dem Renteneintrittsalter profitieren von den steigenden Vermögenspreisen am meisten, da sie anteilsmäßig das größte Betriebsvermögen besitzen und über ein großes Immobilienvermögen verfügen. Dass sich breite Bevölkerungsschichten abgehängt vorkommen, sie die kollektive Erfahrung eint, dass immer weniger Netto vom Brutto bleibt, lässt sich also nicht nur mit der staatlichen Steuer- und Abgabenpolitik begründen, sondern auch mit der statistischen Manipulation der Geldentwertungsrate. Die amtlichen Inflationsstatistiken sind Fake-News. Die gefühlte Inflationsrate liegt nicht nur fiktiv, sondern tatsächlich deutlich höher."
Klaus Peter Krause , 01.03.2018 : "Im herrschenden Geldsystem hat die Zentralbank ein staatlich privilegiertes Geldmonopol. Sie allein entscheidet darüber, mit wieviel Geld die Wirtschaft versorgt wird. Es ist ein Schuldgeldsystem, in dem das hergestellte („geschöpfte“) Geld durch keinen Sachwert gedeckt ist – anders als bei einem Vollgeldsystem. Folglich ist dieses Schuldgeld beliebig vermehrbar: durch Kreditvergabe. Mit jedem erhaltenen Kredit steigt die Geldmenge und mit ihr die Kaufkraft der Nachfrage nach Produkten. Hält das Produktangebot mit einer steigenden Geldmenge nicht Schritt, ist also das Produktangebot gegenüber der kaufkräftigen Nachfrage zu knapp, steigen, soweit Wettbewerbsfreiheit herrscht, die Preise der Produkte. Durch Aufblähen der Geldmenge kommt es also zum Aufblähen der Preise, zur Preisinflation oder kurz: zur Inflation (von lateinisch inflare = aufblähen). Wegen ihres Monopols und weil Inflation das Geldvermögen der Bürger entwertet, die Bürger also heimlich enteignet, ist die Zentralbank zur Geldwertstabilität verpflichtet. Das hat auch für die Zentralbank der Europäischen Union zu gelten. Weil sie sich stattdessen um Inflation sogar bemüht, ist das skandalös. Vertrauen kann eine solche Bank nicht bekommen, sie verspielt es. Aber Geld ist Vertrauenssache. Weil das von der Zentralbank mit ihrem Geldmonopol in Umlauf gebrachte Geld durch keine notwendig knappen Sachwerte gedeckt ist, besteht die 'Deckung' einzig und allein in dem Vertrauen, das die Menschen dieser Bank und deren Geld entgegenbringen. Die EZB verdient dieses Vertrauen nicht."
Rainer Zitelmann , 19.03.2018 :
"Zwischen 2008, dem Jahr in dem die Finanzkrise ausbrach, und 2018 sind die Schulden der entwickelten Staaten der Welt von 25 auf 45 Billionen Dollar gestiegen – auf den höchsten Stand in der Weltgeschichte. Addiert man alle Schulden, so Hank und Meck, also nicht nur der OECD-Staaten, sondern auch die der anderen Staaten sowie die Verbindlichkeiten von Banken, Unternehmen und privaten Haushalten, dann kommt man auf 233 Billionen Dollar. Die globale Schuldenquote liegt damit 37 Prozentpunkte höher als vor Ausbruch der Finanzkrise. Besonders brisant sei die Lage in Italien, wo die Verschuldung bei 130% liege. Dass das Land nicht längst schon die Staatspleite anmelden musste, liegt an den berühmt-berüchtigten Target-Verbindlichkeiten, die bewirken, dass die italienische Zentralbank mit 440 Milliarden Euro inzwischen der größte Schuldner im Zahlungssystem der EZB ist; Hauptgläubiger dieses Systems ist mit Forderungen von 906 Milliarden Euro die Deutsche Bundesbank. Durch 'normales' Wirtschaftswachstum können die Staaten nicht mehr aus der Schuldenfalle gelangen, dafür sind die Verbindlichkeiten viel zu hoch. Es bleiben als Auswege nur die Szenarien, die in der Geschichte die Folgen exorbitanter Verschuldung waren: Inflation, Währungsreform oder Staatsbankrott. Die Ökonomen Kenneth S. Rogoff und Carmen M. Reinhart haben zusammengerechnet, dass es seit dem Jahre 1800 mindestens 250 Staatspleiten für die Auslandsschulden gab und mindestens 68 Inlandspleiten, bei denen die Einlagen der eigenen Bevölkerung in Landeswährung betroffen waren. Manche Länder sind häufiger zahlungsunfähig geworden, Spitzenreiter sind Spanien mit 13 Pleiten und Venezuela mit zehn. Andere Länder waren noch nie pleite, so etwa die USA, Kanada, Australien oder Norwegen. Die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken verstärkt das Schuldenproblem, weil die Staaten sich das Geld praktisch kostenlos leihen können. In Deutschland und anderen europäischen Ländern wurden schon Staatsanleihen mit einem negativen Zins ausgegeben. Unter solchen Bedingungen ist die Aufnahme neuer Schulden scheinbar kein Problem und die Parteien können weiterhin soziale Wohltaten in großem Stil verteilen, um ihre Wähler bei Laune zu halten. Das Programm der Großen Koalition ist ein trauriges Beispiel dafür. Angesichts der historisch niedrigen Zinsen könnte der Staat sparen oder die Steuern senken, aber er tut weder das eine noch das andere. 'Je länger die Phase der niedrigen Zinsen andauert', warnte schon vor Jahren der Ökonom Thomas Mayer, 'desto stärker werden die Preise für Vermögenswerte verzerrt und desto größer ist die Gefahr, dass der Ausstieg aus der Politik der niedrigen Zinsen einen erneuten Einbruch der Wirtschaft und eine weitere Finanzkrise zur Folge hat.' Diese Krise, das kann man mit Sicherheit vorhersagen, wird von Politikern und Medien dann dem 'Kapitalismus' zugeschrieben, obwohl sie in Wahrheit gerade aus einer Verletzung kapitalistischer Prinzipien resultieren. Wenn die Diagnose falsch ist, ist auch die Therapie falsch. Und diese (falsche) Therapie heißt: Noch mehr Schulden und noch mehr Staat – und noch weniger Markt."
Daniel Stelter , 20.03.2018 : "Ein immer größerer Anteil der Unternehmen ist bei ehrlicher Betrachtung insolvent. Eine solche ehrliche Betrachtung kann und will sich niemand leisten, denn dann fällt die Illusion der überwundenen Krise in sich zusammen. Steigen die Zinsen, ist das Spiel vorbei. Immerhin neun Prozent der Unternehmen in Europa sind nach Schätzungen der Bank of America 'Zombies', also eigentlich insolvent und nur noch am Leben, weil sie mit Mühe die Zinszahlungen leisten können. Andere Schätzungen beziffern den Anteil des Kapitals, der in Zombies gebunden ist, auf fünf bis 18 Prozent, wobei es in Italien, Spanien und Portugal besonders schlecht aussieht. Selbst in Deutschland dürfte es nicht wenige Unternehmen geben, die nur in einem Nullzins-Umfeld über die Runden kommen. In den anderen Regionen der Welt sieht es nicht besser aus. So schätzte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich schon vor einem Jahr, dass rund 20 Prozent der US-Unternehmen in Schwierigkeiten gerieten, sobald die Zinsen steigen würden. Chinas Zombie-Probleme sind ebenfalls bekannt, vor allem bei den staatlichen Unternehmen, die trotz Rekordschulden, Überkapazitäten und schwacher Produktivität weiter am Markt bleiben. In Japan, dem Land wo die Unternehmenszombies Anfang der 1990er-Jahre nach dem Platzen der Immobilien- und Aktienblase erstmals in großer Zahl auftraten, dürften nicht wenige bis heute durchgehalten haben. Das Entstehen der Zombies ist die logische Folge unserer Politik der letzten Jahrzehnte. Immer, wenn eine Rezession oder eine Krise an den Finanzmärkten drohte, haben die Notenbanken mit großzügigen Liquiditätsspritzen und Zinssenkungen reagiert. Nach der Krise haben sie allerdings die Zinsen nie wieder über das Niveau vor der Krise erhöht. In der Folge dieser asymmetrischen Reaktion kannten die Zinsen nur eine Richtung: nach unten. Strukturell sinkende Zinsen verführen jedoch Unternehmen, Banken und Investoren, mit immer weniger Eigenkapital und immer mehr Einsatz von Schulden zu arbeiten. Da dieser Trend zur Verschuldung auf allen Ebenen vom Finanzsektor bis zur Realwirtschaft gleichermaßen erfolgt, wächst die Krisenanfälligkeit des Systems. Die Notenbanken müssen immer häufiger und immer stärker intervenieren. Alleiniges Ziel der Interventionen ist es, die Illusion der Solvenz aufrechtzuerhalten. Um jeden Preis soll und muss verhindert werden, dass es zum Offenbarungseid kommt, weil dieser nicht nur für die betroffenen Schuldner und Gläubiger fatal wäre, sondern für die Weltwirtschaft insgesamt. Eine Krise würde die große Depression der 1930er-Jahre locker in den Schatten stellen. Offensichtliches Symptom dieser Entwicklung ist der Anteil der Scheintoten im System, der Zombies: also Unternehmen, die lediglich das Geld für die (schon herabgesetzten) Zinszahlungen erwirtschaften können und von den Banken nur deshalb am Leben erhalten werden, weil sie selber die Abschreibungen nicht verkraften können. Zombie-Banken und Zombie-Unternehmen stützen sich gegenseitig. Mit jeder neuen Krise wächst zudem der Anteil der Zombies, weil zu den Altfällen neue hinzukommen.
In der Tat ist die Argumentation der 'Optimisten', die mit Blick auf die Ausweglosigkeit der Situation fest damit rechnen, dass die Zinsen nie wieder steigen werden. Einfach, weil sie es nicht können. Deshalb raten sie auch dazu, in Sachwerte zu flüchten, weil am Ende der Entwicklung nur eine völlige Monetarisierung der Schulden durch die Notenbanken stehen kann. Gemeint ist, dass die Notenbanken zunächst alle Staatsschulden aufkaufen und sodann annullieren, also in ihren Bilanzen auf null abschreiben. Dies wäre ein eleganter Weg, die Schulden aus der Welt zu schaffen und dürfte vermutlich auch der einzige verbliebene sein, der zumindest die Chance hat, einigermaßen geordnet und ohne zu große Verwerfungen abzulaufen. Die Zinsen steigen nicht, weil sie nicht steigen dürfen. Zumindest in der Theorie. In der Praxis zeichnet sich jedoch vorübergehend eine Trendwende ab. Die US-Notenbank macht ernst mit dem Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes. Die Bilanz wird schrittweise zurückgeführt, Zinserhöhungen stehen an. Die chinesische Notenbank ist ebenfalls auf dem Bremspedal und versucht das ungezügelte Kreditwachstum unter Kontrolle zu bekommen. Selbst in Japan gibt es erste Stimmen, die dafür eintreten, den Gelddruckprozess zu verlangsamen. Lediglich in der Eurozone hält die Europäische Zentralbank (EZB) unter Führung von Mario Draghi am eingeschlagenen Kurs fest, der zu einer Bilanzsumme der EZB in Höhe von rund 40 Prozent des BIP geführt hat. Draghi weiß besser als jeder andere, dass die Zombies in seinem Heimatland - und zwar Unternehmen wie Staat - bei der kleinsten Zinserhöhung in die Pleite schlittern. So haben wir es in der Praxis weltweit mit einer sich abzeichnenden Verknappung der Liquidität und damit dem Szenario steigender Zinsen zu tun. Die Rendite der zehnjährigen US-Anleihen hat deutlich zugelegt, bisher jedoch nicht die als charttechnisch kritisch angesehene Marke von drei Prozent überschritten. Sollte dies der Fall sein, wären erhebliche Turbulenzen zu erwarten. Immer, wenn die Zinsen in den letzten Jahren im langfristigen Abwärtskanal an den oberen Rand stießen, kam es zu Finanzkrisen, zuletzt 2007. Dass dabei der kritische Punkt immer tiefer liegt, kann niemanden verwundern, der das Spiel mit der zunehmenden Zombifizierung verstanden hat. Das Zittern beginnt bereits. Noch ist es nur in einigen Bereichen der Finanzmärkte zu beobachten. So underperformen die Aktien hoch verschuldeter US-Unternehmen schon seit dem letzten Jahr. Gleiches gilt für die Anleihen dieser Unternehmen. Die kurzfristigen Zinsen steigen und der Dreimonats-LIBOR (der Zins, zu dem sich Banken in London gegenseitig Geld leihen) hat ein Zehnjahreshoch erreicht. Letzterer ist besonders wichtig, hängen doch zwei Drittel aller US-Unternehmenskredite und immerhin 90 Prozent der sogenannten 'Leveraged Loans', die vornehmlich zur Finanzierung von Firmenübernahmen durch Private-Equity-Fonds dienen, direkt an diesem Satz. Steigt der LIBOR, wird es für alle teurer - und nicht alle können es sich leisten. Beginnen die ersten Zombies zu fallen, kommt es zu einer sich selbst verstärkenden Abwärtsspirale. Die Märkte beginnen dann wieder, das Ausfallrisiko einzupreisen und die Risikozuschläge steigen deutlich. Genau dies beschleunigt den Niedergang weiterer Zombies, Panik greift um sich. Der Totentanz beginnt und droht Finanzmärkte und Realwirtschaft mit sich zu reißen. Die Zombies müssen erst zittern und einige wirklich sterben, bevor die Notenbanken wieder einen offensichtlichen Grund haben, eine weitere, noch größere Dosis ihrer süchtig machenden und letztlich tödlichen Medizin zu verabreichen, um das Spiel noch eine Runde weiter zu bekommen. Uns stehen also noch weitere radikale Maßnahmen ins Haus auf dem Weg zur völligen Monetarisierung aller Schulden. Wie im Sozialismus haben die Notenbanken die Budgetrestriktion abgeschafft. Geld kostet (fast) nichts und geht niemals aus; die Misswirtschaft kann ewig fortgesetzt werden. Immer mehr Zombies, immer weniger Wachstum, immer untragbarere Schulden. Das geht so lange gut, bis die Substanz so stark erodiert ist, dass die gesamte Wirtschaft zombifiziert ist. In der Politik hat dieses Schicksal zuletzt die DDR ereilt."
Holger Zschaepitz‏


Es gibt noch andere Grenzen des Wachstums, eigentlich hat alles, was zahlenmäßig erfaßbar ist, eine obere und eine untere Grenze (letztere oft Null). Nur in der Mathematik kann man theoretisch über das Unendliche nachdenken. Und in der Physik ist das Wesen von Raum und Zeit noch nicht geklärt und damit die Frage, ob diese beiden Größen unendliche Ausmaße erreichen. Eine der größten Entdeckungen der Physik ist die obere Grenze der Geschwindigkeit jedes beliebigen Objektes, die Lichtgeschwindigkeit.
Überbevölkerung, das heißt die Überbeanspruchung der natürlichen Lebensgrundlagen durch zu hohe Bevölkerungsdichte, ist die Hauptursache vieler ökologischer Probleme.
Noch bevor sich dadurch eine ökologische Krise zuspitzt und Menschen verhungern, kommt es im allgemeinen zu sozialen Unruhen: Patriarchalisches Weltbild -> Überbevölkerung -> Arbeitslosigkeit/Armut/Ausweglosigkeit
-> Kriminalität/Plünderungen/Krieg -> Reduzierung der Überbevölkerung durch Tod oder Flucht
Ein Beispiel ist der 2011 ausgebrochene und nun zu Ende gehende Syrien-Krieg: Die Geflüchteten sollten ermutigt werden, in ihre Heimat zurückzukehren und dort zusammen mit ihren Familien am Wiederaufbau ihres Landes zu arbeiten. Nur so wird verhindert, dass die islamistischen Kämpfer wieder die Oberhand gewinnen.
In Europa scheint sich folgendes Szenario zu entwickeln: Materialistisches Weltbild -> Gier nach immer mehr
-> Wachstum um jeden Preis -> Gelddruckerei durch die Zentralbank und Masseneinwanderung
-> Fehlinvestitionen/Blasenbildung -> hohe Inflation -> Abschwung der Wirtschaft -> Arbeitslosigkeit/Armut/Neid
-> Kriminalität/Ausschreitungen -> Regierungswechsel -> Stopp von Gelddruckerei und Masseneinwanderung
Je später ein Politikwechsel erfolgt, desto schwerer werden Kriminalität/Ausschreitungen.
In Deutschland leben heute knapp 83 Mio. Menschen – und damit so viele wie nie zuvor. Ursache für den anhaltenden Anstieg der Bevölkerungsgröße ist vor allem der Zuzug aus dem Ausland. Allein im Jahr 2015 wuchs die Bevölkerungszahl dadurch um rund eine Million Menschen. In Deutschland lebten im Jahr 2016 rund 18,6 Mio. Menschen mit Migrationshintergrund. Dies entspricht einem Anteil von 22,5 % der Bevölkerung. Seit 2005 ist die Zahl der Bevölkerung mit Migrationshintergrund damit um rund 3,6 Mio. und deren Anteil an der Gesamtbevölkerung um 4,3 Prozentpunkte gestiegen. Gut zwei Drittel der Personen mit Migrationshintergrund hatten eine eigene Migrationserfahrung.
2016 wurden in Deutschland 792 131 Kinder geboren. Das waren 54 556 Babys oder 7 % mehr als 2015 (737 575). Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stieg die Anzahl der Geborenen damit das fünfte Jahr in Folge und erreichte wieder das Niveau von 1996. In allen Bundesländern kamen 2016 mehr Kinder zur Welt als im Vorjahr. In den westdeutschen Flächenländern und in den Stadtstaaten stieg die Geborenenzahl um 8 %, während sie in den ostdeutschen Flächenländern mit + 4 % etwas schwächer zunahm. 'Deutsche' Mütter haben rund 607 500 Kinder zur Welt gebracht, 3 % mehr als 2015. Mütter mit ausländischer Staatsangehörigkeit haben 184 660 Kinder geboren, das ist ein Anstieg von 25 % gegenüber 2015. Dazu trugen die Veränderungen in der Anzahl und Zusammensetzung der potenziellen ausländischen Mütter nach der Staatsangehörigkeit bei. Die Anzahl der Frauen aus Ländern mit traditionell relativ hoher Geburtenneigung ist dabei gestiegen. Außerdem hat 2016 die Geburtenhäufigkeit aller ausländischen Frauen insgesamt zugenommen.
Zum Jahresende 2017 waren rund 10,6 Millionen Personen mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit im Ausländerzentralregister (AZR) erfasst. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg die Zahl der registrierten Ausländer damit um rund 585 000 beziehungsweise 5,8 % gegenüber dem Vorjahr.
Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung (September 2017) : "Deutschland hat sich in seiner Nachhaltigkeitsstrategie aus guten Gründen vorgenommen, den Primärenergieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 2008 zu senken, die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um 40 Prozent zu reduzieren und den Flächenverbrauch auf 30 Hektar pro Tag zu begrenzen. Doch diese wichtigsten Ziele der Strategie werden nach heutigem Stand um Längen verfehlt.
So fraß sich die Siedlungs- und Verkehrsfläche noch 2014 um täglich durchschnittlich 69 Hektar in die Landschaft.
Die Reaktion der Bundesregierung: Sie hat einfach in der jüngst 'überarbeiteten' Nachhaltigkeitsstrategie die Frist für das Flächenverbrauchsziel um zehn Jahre bis 2030 verlängert. Jetzt weiß jeder, wie ernst solche Ziele gemeint sind und dass ein Nichterreichen erst mal keine Konsequenzen nach sich zieht.
Zwischen 1992 und 2014 haben Städte und Gemeinden fast eine Million Hektar neue Siedlungs- und Verkehrsflächen ausgewiesen. Dies entspricht zehnmal der Fläche von Rügen, Deutschlands größter Insel. Aktuell gehen pro Tag knapp 70 Hektar Naturfläche verloren, meist vorheriges Ackerland. Gebäude, dazugehörige Freiflächen sowie Verkehr nehmen mit fast 90 Prozent den größten Anteil an Siedlungsflächen ein. Die Geschwindigkeit der täglichen Neuausweisungen geht nur langsam zurück. Weder das von der Bundesregierung angestrebte Ziel von 30 Hektar pro Tag und noch weniger das unter anderem vom Sachverständigenrat für Umweltfragen geforderte Null-Hektar-Ziel sind in greifbarer Nähe."
Gero Jenner (Mai 2017) : "Die Menschenflut von 7,5 Milliarden vermag der Globus nur deshalb heute noch zu ernähren, weil gegen Ende des 18. Jahrhunderts Verfahren entwickelt wurden, um die erneuerbaren Ressourcen, die einzigen, die man bis dahin nutzte, um gespeicherte zu erweitern – anders gesagt, um den Globus erbarmungslos auszuquetschen.
Die seit Äonen von der Sonne im Inneren des Planeten akkumulierten Energiereserven werden seitdem in zunehmendem Tempo verbraucht. Wir leben von Nahrungsmitteln, deren Erzeugung mehr an energetischem Input verlangt als wir anschließend an energetischem Output aus ihnen beziehen. Anders gesagt, essen wir Öl – eine auf Dauer unhaltbare Situation. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte lebt die Menschheit von nicht-erneuerbaren Reserven, die sie in absehbarer Zukunft aufgezehrt haben wird. Einerseits wird die Natur sich auf ihre eigene, sehr grausame Weise zu helfen wissen. Ständige Bürgerkriege wie jetzt schon im Nahen Osten, Bürgerkriege, denen Millionen Menschen zum Opfer fallen, ersetzen die Unfähigkeit des Menschen zu eigener vernünftiger Planung. Mögen die äußeren Anlässe zu solchen Kriegen ideologischer, politischer, sozialer Art sein – die tiefer liegenden Ursachen sind der Mangel an Wasser und Nahrung oder schlicht die fehlende Aussicht für einen Großteil der Jugend, im eigenen Land jemals ein menschenwürdiges Leben zu führen (Gunnar Heinsohn hat diese Entwicklung in seinem Buch 'Söhne und Weltmacht' vorausgesehen).
Diese grausame Selbsthilfe der Natur beschreibt freilich nur eine von zwei Strategien. Im zweiten Fall ergreifen die be- troffenen Menschen selbst die Initiative. Sie fliehen aus ihrer Heimat, gleichgültig ob man sie politisch verfolgt oder ob sie 'nur' hungern. Die Unterscheidung von Kriegsverfolgten mit Asylanspruch und Wirtschaftsflüchtlingen ohne ein derartiges Recht ist deswegen so absurd, weil die meisten Kriege gerade dort entstehen, wo die Menschen ohne Aussicht auf Besserung ihrer wirtschaftlichen Lage mehr vegetieren als leben. Das Resultat ist offensichtlich: Alle vernünftige Bevölkerungsplanung zur Entlastung des Globus wird dadurch auch in den Ländern des Westens zunichte gemacht. Unbegrenzte Einwanderung – wie viele bei uns sie eine Zeitlang für unabwendbar oder sogar moralisch geboten hielten – würde die Gewalt einer Lawine entfalten, weil das globale Reservoir an hungernden Menschen oder solchen ohne Aussicht auf ein menschenwürdiges Leben im Vergleich zu dem Anteil derer, die in Wohlstand leben, schlechterdings unerschöpflich ist – solange jedenfalls bis es gelingt, das Bevölkerungswachstum einzudämmen."

Die oben beschriebene Gelddruckerei hat in den vergangenen Jahren das Wachstum der Wirtschaft künstlich aufrecht erhalten und für einen künstlichen Anstieg der Erwerbstätigkeit gesorgt. Trotzdem kann der Bedarf an Jobs nicht gedeckt werden, wie aus einer Statistik (Februar 2018) der Arbeitsagentur hervorgeht:
6,0 Mio. Regelleistungsberechtigte nach dem SGB II sind Personen mit Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Sozialgeld, davon sind 4,3 Mio. (71,5 %) erwerbsfähig.
Sollte die Konjunktur nachlassen, wird die Zahl der Arbeitssuchenden stark steigen und es drohen soziale Unruhen.
Dann wird sich für alle zeigen, dass die Masseneinwanderung ein schwerer politischer Fehler ist.

Helmut Creutz (1923-2017) :

Noch immer reden und tun Politiker und Manager so, als ob es keine Grenzen des Wachstums gäbe.
Stabiles Wirtschaften bedeutet gleich bleibendes Bruttoinlandsprodukt, keine Verzinsung und keine Inflation.
Gibt es dann noch Fortschritt?
Die Perspektive sollte sein: "Klasse statt Masse!" - man kann auch sagen "Qualität statt Quantität!"

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