Unsere Wirtschaft

Stand: 03.07.2019
Die Globalisierung, d.h. die Verflechtung der Weltwirtschaft durch exzessiven Handel befindet sich meiner Einschätzung nach auf ihrem Höhepunkt und wird in den nächsten Jahren zurückgehen, weil sich die Triebkräfte der Globalisierung abschwächen, während Vorteile einer verbrauchernahen Produktion deutlich werden:
Bisher führte die Industrialisierung von aufstrebenden Ländern, insbesondere von China, zu einem hohen Export deutscher Produkte wie Maschinen, Anlagenteile und Kraftfahrzeuge. Im Gegenzug wurden zumeist Waren, die viel Handarbeit erfordern, nach Deutschland importiert. Doch der Vorsprung, den die Technologie und die Qualität deutscher Produkte einstmals hatte und der einen relativ hohen Preis rechtfertigte, ist in den meisten Bereichen gesunken oder sogar ganz verschwunden. Dadurch sind viele Produktionszweige aus Deutschland abgewandert, obwohl diese Waren von praktisch jedem Bürger benutzt werden, wie u.a. Unterhaltungselektronik (Fernseher, Hifi-Anlage, Smartphones), Computer, Haushaltsgeräte, Schuhe und Bekleidung. Tatsächlich ist es für einen Käufer in den meisten Fällen schwierig, den Anteil heimischer Wertschöpfung an einer Ware zu erkennen.
Schaut man sich heutzutage in den Geschäften um, findet man außer Lebensmittel, Möbel und Baustoffen nur noch wenige Waren, die zweifelsfrei zu einem überwiegenden Teil bei uns hergestellt worden sind.
Die Chinesen sind dabei, nach ihrem Erfolg bei den Konsumgütern auch bei den Investitionsgütern den Markt zu erobern. Für die noch konkurrenzfähigen Produkte verschärft sich der Wettbewerb.
Bei der Energieversorgung ist Deutschland besonders vom Ausland abhängig. So hat Deutschland 2018 etwa 70 % seines Gesamtenergiebedarfs importiert und erst 5,6 % seines Energiebedarfs im Verkehr durch erneuerbare Energie gedeckt. Wir sollten unseren Verbrauch und damit unsere Abhängigkeit vom Erdöl reduzieren, denn der von kurzfristigen Schwan-kungen abgesehen noch relativ günstige Preis für fossilen Kraftstoff wird spätestens ab Ende nächsten Jahres deutlich steigen. Eine Lösung können Elektro-Autos sein, die mit Wasserstoff oder mit einem Akkusatz betrieben werden.
Die Akkutechnologie wird zwar auch in Deutschland entwickelt ; die Akkuzellen werden hierzulande aber noch nicht in Großserie produziert. Die beiden chinesischen Unternehmen CATL und Farasis Energy planen jeweils eine Akku-Fabrik.

Hauptursache der internationalen Arbeitsteilung ist, wie allseits bekannt, der Unterschied der Löhne und Gehälter bei uns zu denen in den Schwellenländern. Dieser Unterschied wird nur langsam sinken, denn einerseits verhindert das Heer der Arbeitsuchenden in Asien einen deutlichen Anstieg der dortigen Einkommen, andererseits stößt eine Stagnation der Einkommen bei uns auf großen Widerstand, zumal Manager und Politiker selbst immer mehr kassieren. Die Verlagerung von Investitionen bewirkt mehr als jede Entwicklungshilfe einen gewissen Ausgleich zwischen den (noch) reichen und den (noch) armen Ländern. Erwerbstätige in privaten Unternehmen in den wohlhabenden Ländern wie Deutschland müssen sich um den Arbeitsplatz sorgen.
Wir können also auf Dauer nicht hohe Einkommen beziehen und gleichzeitig billige Waren aus China kaufen, weil die hier hergestellten als zu teuer gelten.

Die folgenden vier Faktoren haben einen hemmenden Einfluss auf den Welthandel:
1. Verknappung und somit Verteuerung von Erdöl und Erdgas:
Dies führt zu einer Verteuerung von Transporten und macht Transporte unrentabel, die höhere Kosten verursachen als durch Einsparung bei den Personalkosten für die Produktion im Ausland herausgeholt werden kann. Eine Produktion in der Nähe der Verbraucher wird sich dann durchsetzen. Außerdem begünstigt es die Nutzung heimischer erneuerbarer Energiequellen und Rohstoffe , was inländische Arbeitsplätze schafft.
2. Automatisierung in der Produktion:
Diese ist bei uns schon weit fortgeschritten und hat den Anteil der Personalkosten an der Produktion gesenkt. Eine hohe Produktivität der Facharbeiter kann also die relativ hohen Löhne rechtfertigen.
Die Rationalisierung trägt demnach zwar betriebswirtschaftlich zur Konkurrenzfähigkeit hiesiger Produkte bei, doch volkswirtschaftlich ergibt sich das Problem der Arbeitslosigkeit. Der Staat sorgt künstlich für Entspannung auf dem Arbeitsmarkt , indem er unproduktive Arbeitsplätze im Sicherheitsbereich schafft.
3. Sättigung von Absatzmärkten:
Der lange angehaltene Wohlstand bei uns hat zu einer Sättigung des Bedarfs bei nahezu allen Produkten geführt. Bei nicht zum Leben notwendigen Waren ist entweder der Preis das wichtigste Verkaufsargument oder technische Verbesserungen , die jedoch entgegen den Aussagen aus der Werbung meist eher gering oder gar fragwürdig sind. Wirkliche Neuheiten, die einen unbestreitbaren Nutzen haben, gibt es vielleicht alle 10 Jahre. Wegen des stagnierenden Inlandsmarktes wird der Import kaum noch steigen, womit der Export ebenfalls nicht mehr steigen muss, um die Handelsbilanz auszugleichen.
4. Alterung der Gesellschaft:
Immer mehr Rentner bei weniger Berufstätigen stellen eine Herausforderung für den Generationenvertrag dar. Aber die meisten Rentner sind mit ihrer materiellen Situation durchaus zufrieden; die Gesundheit steht dann zunehmend im Vordergrund. Viele wollen und können noch eine sinnvolle Tätigkeit ausüben, z.B. die Betreuung der Enkel bis irgendwann die Kräfte nachlassen.

Manfred Julius Müller:
"Der völlige Zusammenbruch der Hochlohnländer konnte bisher nur verhindert werden durch eine atemberaubende Billigzinspolitik und teure Konjunkturpakete. Die Zentralbanken stellen den Geschäftsbanken frisch generiertes (= frisch gedrucktes) Geld fast zum Nulltarif zur Verfügung. Diese ausufernde Geldschwemme stellt alle moralischen und marktwirtschaftlichen Prinzipien auf den Kopf und entwertet natürlich auch echtes (reales) Geld. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann auch diese Blase platzt. Und alles nur, weil man glaubt, auf angemessene Einfuhrzölle verzichten zu müssen."

Oswald Metzger , 14.03.2019 :
"Im letzten Jahrzehnt wurde an den Welt-Börsen ein 'Mehrwert' von 50 Billionen Dollar notiert. Dabei 'wuchs' die globale Wirtschaft nur um 20 Billionen. Diese Börsenrallye der letzten Dekade ist teuer erkauft. Die US-Notenbank, die Bank von Japan und die EZB pumpten zusammen rund zehn Billionen Dollar in die Märkte. Sie blähten ihre Bilanzen durch den Kauf von Anleihen auf und senkten die Zinsen auf historische Tiefstände. Staaten, Unternehmen und Verbraucher nutzten das billige Geld und verschuldeten sich weiter kräftig. Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 sind deren Verbindlichkeiten von 118 Billionen Dollar auf aktuell 178 Billionen Dollar gestiegen. In diesem gewaltigen Schuldenaufwuchs von 60 Billionen Dollar verstecken sich die Risiken und Nebenwirkungen der aktuellen Börsenrallye. Ein Dollar Wirtschaftsaufschwung kostete umgerechnet drei Dollar Kreditaufnahme. Besonders anschaulich lässt sich das an der Verschuldung der USA im vergangenen Jahr aufzeigen. Um unglaubliche 1,5 Billionen Dollar ist dort 2018 der Schuldenstand gewachsen. Das entspricht etwa sieben Prozent des BIP. Das nominale Wirtschaftswachstum verzeichnete aber nur ein Plus von 5,3 Prozent. Wächst also die Wirtschaft nur noch kreditfinanziert? Ist die schöne Börsenrallye nur eine gewaltige Blase, die von den Injektionen der expansiven Geldpolitik der Notenbanken lebt? Dieser geschönte Börsenaufschwung wird gewaltig implodieren. Denn irgendwann werden die Schulden die Firmen auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Mit sieben Billionen Dollar stehen die US-Konzerne inzwischen in der Kreide. Das ist Negativrekord! Viele Unternehmen haben mit eigenen Anleihen billiges Fremdkapital eingeworben, mit dem sie dann eigene Aktien zurückgekauft haben. Fast 900 Milliarden Dollar sind allein an der Wallstreet im letzten Jahr Aktienrückkäufe registriert worden. Damit haben die Unternehmen künstlich ihre Kurse aufgeblasen, aber ihr operatives Geschäft nicht wirklich verbessert. Im laufenden wie im nächsten Jahr sind jeweils 700 Milliarden Dollar Firmenanleihen fällig. Wenn sich die Konjunktur weiter eintrübt, werden eine Reihe von Unternehmen Probleme bekommen, zu annehmbaren Konditionen zu prolongieren. Dass selbst Notenbankinjektionen dann nicht mehr unbedingt für Abhilfe sorgen, zeigen die europäischen Marktreaktionen auf Mario Draghis letzte Pressekonferenz in Frankfurt, in der er neue EZB-Finanzspritzen für Banken und eine Nullzinspolitik-Garantie bis ins kommende Jahr versprach. Die Märkte reagierten eher verhalten. Denn eigentlich dämmert immer mehr Akteuren, dass die EZB ihr Pulver weitgehend verschossen hat und Wachstum auf Pump nicht von Dauer sein kann. Dieser Pump-Kapitalismus wird scheitern – in seiner marktwirtschaftlichen wie staatskapitalistischen Ausprägung."

Peter Boehringer , 16.04.2019:
"Die AfD-Fraktion hat im Bundestag bereits zweimal von der Bundesbank und von den Vertretern der deutschen Steuerzahler im Bundestag ein verantwortungsvolleres Verhalten verlangt. Doch beide Male wurden sehr seriös formulierte AfD-Anträge zur Besicherung von Target-2 und damit zum Schutz dieser fast 50% des Nettoauslandsvermögens der Deutschen abgelehnt! Die Debattenbeiträge der Altparteien waren dabei wahlweise von wenig Sachkenntnis geprägt, dem Stand der wissenschaftlichen Debatte hinterherhinkend, unverantwortlich-abwiegelnd oder gar dreist die Zahlenentwicklung seit 2008 und damit die Target-Realität verleugnend. So war es z. B. kein Ausweis ökonomischer Verantwortung, als etwa der SPD-Abgeordnete Binding ernsthaft und trotzig sagte: »Forderungen sind erst dann ein Problem, wenn man sie fällig stellt.« Nun denn: Auch Plutonium in der Atombombe ist völlig harmlos, solange niemand auf den Zünder drückt.
Dieses komplette Ausblenden von Risiko ist infantile Vogel-Strauß-Politik. Auch die SPD muss zehn Jahre nach der Weltfinanzkrise, die durch gewaltige Kredite an schlechte Schuldner ausgelöst wurde, endlich einmal das Zerstörungs-potenzial von faulen Krediten verstehen. Und ja, Target-2 ist nur ein Symptom: ein superteures Ventil zur Verlängerung der Lebenslüge des fehlkonstruierten Euro. Ohne den Euro müsste es keine steuerbesicherte Kreditvergabe ohne Fälligkeitsdatum, Tilgungspflicht und Verzinsung geben. Internationale Geldtransaktionen würden dann vom privaten Interbankenmarkt gegen Sicherheitsstellung und mit klarem Rückzahlungsdatum ausgeführt – wie das jahrzehntelang überall auch ohne Target-System funktioniert hat! Target schaltet planwirtschaftlich die angemessenen Risikoprämien der Länder aus. Keine marktwirtschaftlich agierende Bank würde solche Kredite vergeben! Dass die Deutsche Bundesbank den Euro-Südländern unbegrenzte Kreditlinien für die Ewigkeit einräumen MUSS, darüber hat niemals je ein Abgeordneter entschieden. Über eine solche »demokratisch nicht legitimierte, erzwungene Umverteilung« per »goldener Kreditkarte« MUSS aber im Bundestag entschieden werden. Das gehört eindeutig zur parlamentarischen Hoheit über Einnahmen und Ausgaben, welche unveräußerliches Souveränitätsrecht aller Parlamente ist! Die Zitate stammen übrigens vom »Wirtschaftsrat der CDU«! Die CDU leistet sich ein solches scheinbar bürgernahes Marketing-Gremium, das manchmal die Wahrheit sagen darf – das aber in der politischen Praxis keinerlei Einfluss hat. Die AfD-Anträge sehen mit der Besicherung der Target-Forderungen und implizit damit auch wieder einer positiven Verzinsung eine Lösung vor. Es gäbe daneben weitere denkbare Varianten zur Reduzierung des Target-Saldos: Zum Beispiel einen Mittelmeerfonds, gespeist aus deutschen Krediten; oder ein großes Investitionsprogramm zur Sanierung deutscher Schulen und Straßen, welches aber operativ durch Firmen aus Euro-Schuldnerländern durchgeführt werden müsste. Das wäre zwar keynesianisch -schuldentreibend – es würde aber den sonst wertlosen Target-Saldo der Bundesbank einer guten Verwendung zuführen. Das wäre eigentlich sogar etwas für linke Parteien, die doch sonst immer gerne Kredite einsetzen … Manche sagen: »Die USA haben doch AUCH ein Target-System.« Korrekt – aber die EZB hat 1999 eine schlechte Kopie dieses Fed-Wire-Systems geschaffen: Den praktisch UNBEGRENZTEN Risikotransfer, der in Target eingebaut ist, gibt es bei Fed-Wire nicht: Die Regionalbanken des Fed-Systems müssen jährlich ihre Defizite mit realen Vermögenswerten ausgleichen; formell sogar mit Gold! Und so kommt es im US-Target-System niemals zu so absurden Verwerfungen wie im EZB-Target-System! Auch Goldkäufe wären deswegen ein guter Weg: Für 941 Milliarden Euro bekämen wir derzeit 25.000 Tonnen Gold – oder fast acht Mal das offizielle Staatsgold der Bundesbank! Gold ist eben doch kein barbarisches Relikt!"

Finanzmarktwelt , 06.05.2019:
"Auch wenn an den Aktienbörsen die Zukunft gehandelt wird, sind diese steigenden Kurse aufgrund der Manipulationen kein gutes Zeichen, sondern nur das letzte Aufbäumen vor einer sehr tiefgreifenden Krise, in der sich die von der Zukunft geborgte Wohlstandsillusion auflösen wird. Dies ist natürlich eine verkürzte Darstellung, die viele Aspekte nicht beleuchtet. Wer es detaillierter nachlesen will, sollte sich mit den Veröffentlichungen von Dr. Daniel Stelter, Prof. Dr. Hans Werner Sinn, Dr. Markus Krall oder Dr. Christian Meyer auseinandersetzen. Dies sind extrem kenntnisreiche, unabhängige und weitestgehend ideologiefreie Insider. Das Meiste, was zu tun wäre, liegt für Wirtschaftsexperten auch klar auf der Hand und hat Daniel Stelter immer wieder in seinem Blog beschrieben (siehe z.B. hier https://think-beyondtheobvious.com/stelter-in-den-medien/die-hoffnung-stirbt-zuletzt/ ). Das diese Punkte nicht in der Vergangenheit umgesetzt wurden, hat mit der tiefen Krise der westlichen Gesellschaften zu tun, die in Wohlstand erstarrt und reformunfähig geworden sind. In den wirtschaftlichen Blütezeiten funktionierte es auch, da es der Politik ermöglicht, den neu geschaffenen wirtschaftlichen Erfolg an die Bevölkerung zu verteilen. In den letzten Jahrzenten, wo immer geringer Produktivitätszuwachs und demographische Veränderungen dazu geführt haben, dass wirtschaftlicher Erfolg ausgeblieben ist, wurde von der Politik nicht gegengesteuert, sondern weiterhin der gegenwärtige Wohlstand auf Kosten der Zukunft vermehrt. Wie stark man die Zukunft beleihen kann, muss sich erst noch zeigen. Beruhigenden Aussagen wie denen von der ehemaligen FED-Chefin Janet Yellen, dass es zu ihren Lebzeiten keine schwere Wirtschaftskrise mehr geben wird, sollte man nicht ohne kritisches Hinterfragen trauen. Unser immer weiter ausgehöhltes westliches System ist fragiler geworden, was bedeutet, dass schon eine unvorhergesehene Entwicklung eine Kettenreaktion auslösen kann, die unsere schöne Wohlstandsillusion zum Platzen bringt. Eine eher unrealistischste Hoffnung auf ein weitestgehend schmerzfreies Auflösen unserer Probleme könnte dann eintreten, wenn doch noch ein wirklicher Game-Changer uns ein hohes Produktivitätswachstum zurückbringen würde. Auch wenn viele die Hoffnung haben, ist die Digitalisierung eher nicht so eine Entwicklung, da in den letzten Jahrzenten, trotz großer Fortschritte in der Digitalisierung immer geringere Produktivitätszuwächse zu beobachten waren. Vielleicht könnte ein Durchbruch bei der Kernfusionsenergieerzeugung ein solcher Game-Changer sein. Die Verfügbarkeit von quasi kostenloser Energie könnte sicherlich für einige Jahrzehnte hohe Produktivitätszuwächse zurückbringen. Auch könnten Fortschritte bei künstlicher Intelligenz oder Biotechnologie ein Game-Changer sein. Sie könnten aber genauso gut auch unsere schon vorhandenen Probleme noch weiter verstärken. Dass solch positive Ereignisse im Laufe des nächsten Jahrzehnts eintreten, wäre ein sehr glücklicher Zufall. Wenn wir klug wären, würden wir uns nicht ausschließlich darauf verlassen. Viel wahrscheinlicher ist es, dass die auf die Zukunft ausgestellten Schecks platzen und ein riesiger Wohlstandsverlust unsere westlichen Gesellschaften und damit auch die ganze Welt treffen. Was aber tun, wenn die These stimmt, dass unsere westlichen Gesellschaften nur unfallfrei funktionieren, wenn signifikante Wohlstandsgewinne vorhanden sind, wir aber in der Zukunft nur geringes Wachstum oder stagnierenden Wohlstand haben? Die jüngste Vergangenheit hat klar gezeigt, dass wirkliche Reformen in Zeiten einer noch aufrecht gehaltenen Wohlstandsillusion nicht möglich sind. Leider haben wir erst, wenn die Krise da ist, wieder die Chance, Dinge zu verändern, die seit Jahrzenten nicht korrigiert wurden. Um unsere Gesellschaft krisenfester zu machen, reicht es nicht aus, nur die naheliegenden Vorschläge von z.B. Daniel Stelter umzusetzen. Wir müssen nicht die Marktwirtschaft als solches in Frage stellen und alles anders machen, aber trotzdem alte Dogmen überdenken, um den sozialen Zusammenhalt langfristig erhalten zu können."

Hanno Vollenweider , 24.05.2019:
"Deutschland hat kein Problem mit Steuereinnahmen, es hat ein Problem auf der Ausgabenseite. Deutschland ist Ausgabenweltmeister. Platz 1 unter den Ausgaben: Der aufgeblähte Sozialstaat. Für die Vollkasko-Politik gibt Deutschland schon jetzt jährlich Tausend Milliarden Euro aus, Tendenz steigend! Der Grund: Immer mehr Bürger verdienen immer weniger Geld. 25% der Arbeitnehmer zahlen nichts in die Rentenkasse ein. Und was schlecht ist für die Rentner von heute, ist noch schlechter für die Rentner von morgen. Wer nicht genug verdient, muss aufstocken, wer pflegebedürftig wird und keine Rücklagen hat, für den muss der Staat einspringen. Menschen, die nur arbeiten, bekommen weniger Kinder, weniger Kinder bedeuten weniger Einnahmen in die Sozialkassen. Das Deutschland von heute lebt von seiner Substanz, die die Generationen vor uns geschaffen haben und auch nur schaffen konnten, weil Deutschland lange immer ganz vorne mit dabei war. Das System krankt vor sich hin und wir werden von Jahr zu Jahr für alle zu einer größeren Belastung. Wenn nicht in absehbarer Zeit ein Umdenken von Subventions- und Vollkaskopolitik in eine Investitions- und Entlastungspolitik stattfindet, wird Deutschland die kommende Rezession nicht nur extrem hart treffen, sie wird durch die derzeitige Politik höchstwahrscheinlich noch um ein Vielfaches verschlimmert. Hier eine kleine Auswahl an spannenden Zahlen zu ideologischer Verschwendung und Subventionierung der regierenden Parteien: – Im Jahr 2018 beliefen sich die Kosten für Flüchtlinge auf über 23 Mrd. – Tendenz steigend. – Über 13 Mrd. Euro Zahlungen an die Europäische Union (gerechnet am Beitrag Deutschlands, abzüglich der im Gegenzug erhaltenen Förderungen/Subventionen) – auch hier Tendenz stark steigend! Nach dem Brexit etc. könnten die Beitragszahlungen um rund 15 Mrd. Euro steigen. – Für den Wegfall von Arbeitsstellen und den Strukturwandel in den Regionen durch den Kohleausstieg will der Bund 40 Mrd. Euro bereitstellen – in der Summe sind weitere Kosten für den Kohleausstieg nicht enthalten. Prekär: In der CDU werden diese Subventionen auch als »AfD-Prävention« gesehen, hat man dort anscheinend Angst, dass arbeitslose Kumpel auf dem Weg in die Armut ihr Kreuz eher bei der AfD machen werden. – Subventionen für Elektromobilität werden rund eine halbe Mrd. Euro betragen. – Die Bauruine BER kostete Bund und Länder bisher 10 Mrd. Euro – peinlicherweise auch hier: Tendenz steigend. – Die von der SPD geplante Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung wird mindestens 10 Mrd. Euro kosten. – Verkehrsminister Andreas Scheuer will im Zuge der Verkehrsentlastung für das Klima rund 400 Mio. Euro für günstigere Zugtickets lockermachen. – Entwicklungshilfeminister Gerd Müller fordert zusätzliche Milliarden, um die international zugesagte Quote für Entwicklungshilfe in Höhe von 0,7 Prozent des Bruttosozialproduktes erfüllen zu können. – Der »Kampf gegen Rechts« kostet den Bund inzwischen über 110 Mio. Euro jährlich. – Um »Solidarität« und andere »europäische« Vorhaben zu verwirklichen, träumt zu allem Überfluss auch noch die EU-Kommission davon, eigene Steuern erheben zu dürfen. – Zu den sog. »Genderwissenschaften« finden sich wenig Zahlen. Jedoch hier ein Beispiel: Ein Projekt am »Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung« an der Universität Marburg wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit einer Summe von knapp einer Million Euro unterstützt; und dabei handelt es sich nur um ein einziges Projekt! Auf der anderen Seite lässt die Bundesregierung übrigens die Verfahren im »Cum-Ex-Steuerskandal« (der Deutschland Kurier berichtete) verjähren und verzichtet damit auf Steuernachzahlungen in Höhe von rund 7 Mrd. Euro."

Redaktion 'Freie Welt' , 05.06.2019 :
"Italien trifft erste Vorbereitungen für eine Parallelwährung zur europäische Einheitswährung Euro.
Die Abgeordnetenkammer verabschiedete einen Antrag, der es der Regierung erlaubt, die zweistelligen Milliardenschulden des italienischen Staates gegenüber den einheimischen Unternehmen unter anderem durch die Ausgabe von sogenannten Mini-Bots zu begleichen. Bot ist eine Abkürzung für »Buono ordinario del tesoro«, Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit (maximal zwölf Monate), die normalerweise zur Erhöhung der kurzfristigen Liquidität des Staates dienen. Der Nennwert der bisherigen Bots lautet auf mindestens 1.000 Euro. Die neuen Mini-Bots liegen bei einen Nennwert von 100 Euro oder noch tiefer. Experten warnen, dass die neuen Mini-Bots - sofern erst einmal ausgegeben - schnell als Zahlungsmittel verwendet und so zu einer Art Parallelwährung werden können, sich damit ein Austritt in Trippelschritten vollziehen könnte. Geistiger Vater der Mini-Bots ist der Ökonom, Lega-Abgeordnete und Präsident der Finanzkommission, Claudio Borghi. Der Eurokritiker und Salvini-Berater erklärte schon vor zwei Jahren: »In dem Moment, in dem man entscheidet, aus dem Euro auszutreten, werden die Mini-Bots zum Bargeld der neuen Währung.« Um den Euro-Exit zu erreichen, müsse man ihn nur »in einzelne Schritte zerlegen«, sagte Borghi. Chefvolkswirt Thomas Mayer äußerte in der »Welt«: »Mit diesen Mini-Bots könne die italienische Regierung zwar nicht die Fiskalkriterien umgehen, da sie auf Defizit und Schuldenstand und nicht auf die Art der Finanzierung abheben würde, aber Rom könne Brüssel drohen den Euro schrittweise zu verlassen, sollte die EU Italien zur Defizitreduktion zwingen."

M. Bruhns , 27.06.2019 :
"Die Eurozone ist dabei, künstlich Unternehmen im Süden und Norden (nur hier in deutlich geringerem Umfang) durch niedrigste Zinsen (und Geldspritzen an die Geschäftsbanken) am Leben zu halten, die längst pleite sein müssten.
Je länger dies anhält, desto größer werden die potenziell faulen Kredite in den Bilanzen. Kommt es zu einem externen Schock, brechen diese Unternehmen zusammen. Wenige genügen, um im Süden die Banken in Mitleidenschaft zu ziehen. Einige Wenige mehr genügen, um diese Banken zur Insolvenz zu bringen. Die Folge ist, sofern die Staaten nicht in der Lage sind, einzuspringen (ob eigener Überschuldung) die Möglichkeit des Totalverlustes der Spareinlagen – egal ob sie über oder unter der Grenze von 100.000 € liegen. Droht dies einmal glaubwürdig, werden die Menschen versuchen Ihr Geld von der Bank abzuheben – ein 'Bankrun', der schiefliegenden Häusern den Rest geben kann. Sobald dieses Stadium eintritt, ist die Rezession vor der Tür. Menschen verlieren Ihre Jobs, da ihre sie beschäftigenden Unternehmen in die Insolvenz gehen. Deren Kredite werden nicht mehr bedient. Die Banken kollabieren, da südliche Staaten bereits zu überschuldet sind, um glaubwürdig deren Sicherheit zu garantieren. Zusätzlich erhalten diese Staaten kein weiteres Kapital am Markt mehr. Das Geld, welches momentan durch die Druckerpresse hauptsächlich in Immobilien und Aktien floss, geht zurück in den Markt, weil jene Menschen ihre Häuser und Aktien verkaufen – das Gespenst der Inflation bei gleichzeitiger Wirtschaftskrise ist wieder da. Von den sozialen Verwerfungen, auch in Deutschland, wenn die Gäste, welche wir im Moment mit Geld ruhig stellen, dieses nicht mehr bekommen und beginnen zu fordern, was ihnen ihrer Meinung nach zusteht, ganz zu schweigen. Es wäre besser, den Prozess der Rezession heute als morgen einzuleiten, oder wenigstens mit moderaten Zinserhöhungen die gröbsten Fehler Stück für Stück auszukurieren. Einige Unternehmen werden schließen. Einige Banken werden in die Insolvenz gehen. Und einige Menschen werden Ihre Jobs verlieren. All das ist schmerzhaft, tut aber weniger weh, als wenn wir jetzt mit Vollgas der Doktrin 'weiter so, wir schaffen das' auf den Abgrund zu rasen und dann diese Situation einfach so auftritt – und zwar, wie es in solchen Fällen immer ist, zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Ja länger wir den Prozess der Konsolidierung aufschieben, desto unangenehmer wird es, soviel ist sicher."

Peter Boehringer , 03.07.2019 :
"Mit Christine Lagarde als EZB-Chefin wird die Herrschaft des Rechts endgültig der Erhaltung des Euro untergeordnet. Aller Voraussicht nach soll mit Christine Lagarde nun im Herbst 2019 die ehemalige französische Finanzministerin und heutige Chefin des IWF Nachfolgerin von EZB-Chef Draghi als Präsidentin der Europäischen Zentralbank werden. Nach dem Demokratie-unwürdigen Brüsseler Basarhandel von Merkel, Macron und anderen, soll nun ausgerechnet die Frau, die schon vor zehn Jahren die Herrschaft des Rechts der Erhaltung des Euro untergeordnet hat und dies 2010 auch ganz offen zugab, zur EZB-Präsidentin gekürt werden. Zur Erinnerung: Christine Lagarde sagte 2010: ‚Wir mussten die Verträge brechen, um den Euro zu retten.‘ Damit wird unter Stabilitätsaspekten ebenso wie unter denen des Rechtsstaats der Bock zum Gärtner gemacht. Es ist absehbar, dass Lagarde die bereits fast uferlose Gelddruckerei des Herrn Draghi (‚Koste es, was es wolle‘) noch verstärkt fortsetzen wird. Nun notfalls auch offen gegen Recht und Verträge. Es erscheint bereits heute sicher, dass Lagarde nicht nur die absurde Negativzinspolitik der EZB fortführen wird, sondern schon bei nächster Gelegenheit auch die unseres Erachtens illegalen und inflationstreibenden Anleihekaufprogramme der EZB zu Lasten der kleinen Leute in Deutschland wieder aufnehmen wird."

Unsere Wirtschaft kann sich schon seit einigen Jahren also gar nicht mehr selbst erhalten, sondern hängt am Tropf (an der Gelddruckerei) der Europäischen Zentralbank. Man versucht so, die Wirtschaft zu stimulieren. Das ist auch der Grund, warum man die massenhafte Einwanderung nach Deutschland zulässt. Es profitieren jedoch nur Großkonzerne und Politiker, die nach Einbürgerung der Fremden neue Konsumenten bzw. Wählerstimmen bekommen wollen.
Die gegenwärtige Bundesregierung möchte sich nicht auf eine Obergrenze für Einwanderer festlegen, es gibt jedoch anscheinend eine inoffizielle Untergrenze von etwa 3 Mio Arbeitslosen im weiteren Sinne, um den Druck auf die Beschäftigten aufrecht zu halten. Ohne massenhafte Einwanderung bräuchte man keine Gesetze zu Mindestlohn, sozialem Wohnungsbau und Mietpreisbremse: der Markt könnte das am besten regeln.
Die Masseneinwanderung verhindert außerdem das Erreichen einer ausgeglichenen nationalen Ökobilanz.
Land-, Rohstoff- und Energieverbrauch nehmen unweigerlich zu.

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