Unsere Wirtschaft

Stand: 16.08.2019
Die Globalisierung, d.h. die Verflechtung der Weltwirtschaft durch exzessiven Handel befindet sich meiner Einschätzung nach auf ihrem Höhepunkt und wird in den nächsten Jahren zurückgehen, weil sich die Triebkräfte der Globalisierung abschwächen, während Vorteile einer verbrauchernahen Produktion deutlich werden:
Bisher führte die Industrialisierung von aufstrebenden Ländern, insbesondere von China, zu einem hohen Export deutscher Produkte wie Maschinen, Anlagenteile und Kraftfahrzeuge. Im Gegenzug wurden zumeist Waren, die viel Handarbeit erfordern, nach Deutschland importiert. Doch der Vorsprung, den die Technologie und die Qualität deutscher Produkte einstmals hatte und der einen relativ hohen Preis rechtfertigte, ist in den meisten Bereichen gesunken oder sogar ganz verschwunden. Dadurch sind viele Produktionszweige aus Deutschland abgewandert, obwohl diese Waren von praktisch jedem Bürger benutzt werden, wie u.a. Unterhaltungselektronik (Fernseher, Hifi-Anlage, Smartphones), Computer, Haushaltsgeräte, Schuhe und Bekleidung. Tatsächlich ist es für einen Käufer in den meisten Fällen schwierig, den Anteil heimischer Wertschöpfung an einer Ware zu erkennen.
Schaut man sich heutzutage in den Geschäften um, findet man außer Lebensmittel, Möbel und Baustoffen nur noch wenige Waren, die zweifelsfrei zu einem überwiegenden Teil bei uns hergestellt worden sind.
Die Chinesen sind dabei, nach ihrem Erfolg bei den Konsumgütern auch bei den Investitionsgütern den Markt zu erobern. Für die noch konkurrenzfähigen Produkte verschärft sich der Wettbewerb.
Bei der Energieversorgung ist Deutschland besonders vom Ausland abhängig. So hat Deutschland 2018 etwa 70 % seines Gesamtenergiebedarfs importiert und erst 5,6 % seines Energiebedarfs im Verkehr durch erneuerbare Energie gedeckt. Wir sollten unseren Verbrauch und damit unsere Abhängigkeit vom Erdöl reduzieren, denn der von kurzfristigen Schwan-kungen abgesehen noch relativ günstige Preis für fossilen Kraftstoff wird spätestens ab Ende nächsten Jahres deutlich steigen. Eine Lösung können Elektro-Autos sein, die mit Wasserstoff oder mit einem Akkusatz betrieben werden.
Die Akku-Module werden zwar auch in Deutschland gebaut ; die Akku-Zellen werden hierzulande aber noch nicht in Großserie produziert. Die beiden chinesischen Unternehmen CATL und Farasis Energy planen jeweils eine Akku-Fabrik.

Hauptursache der internationalen Arbeitsteilung ist, wie allseits bekannt, der Unterschied der Löhne und Gehälter bei uns zu denen in den Schwellenländern. Dieser Unterschied wird nur langsam sinken, denn einerseits verhindert das Heer der Arbeitsuchenden in Asien einen deutlichen Anstieg der dortigen Einkommen, andererseits stößt eine Stagnation der Einkommen bei uns auf großen Widerstand, zumal Manager und Politiker selbst immer mehr kassieren. Die Verlagerung von Investitionen bewirkt mehr als jede Entwicklungshilfe einen gewissen Ausgleich zwischen den (noch) reichen und den (noch) armen Ländern. Erwerbstätige in privaten Unternehmen in den wohlhabenden Ländern wie Deutschland müssen sich um den Arbeitsplatz sorgen.
Wir können also auf Dauer nicht hohe Einkommen beziehen und gleichzeitig billige Waren aus China kaufen, weil die hier hergestellten als zu teuer gelten.

Die folgenden vier Faktoren haben einen hemmenden Einfluss auf den Welthandel:
1. Verknappung und somit Verteuerung von Erdöl und Erdgas:
Dies führt zu einer Verteuerung von Transporten und macht Transporte unrentabel, die höhere Kosten verursachen als durch Einsparung bei den Personalkosten für die Produktion im Ausland herausgeholt werden kann. Eine Produktion in der Nähe der Verbraucher wird sich dann durchsetzen. Außerdem begünstigt es die Nutzung heimischer erneuerbarer Energiequellen und Rohstoffe , was inländische Arbeitsplätze schafft.
2. Automatisierung in der Produktion:
Diese ist bei uns schon weit fortgeschritten und hat den Anteil der Personalkosten an der Produktion gesenkt. Eine hohe Produktivität der Facharbeiter kann also die relativ hohen Löhne rechtfertigen.
Die Rationalisierung trägt demnach zwar betriebswirtschaftlich zur Konkurrenzfähigkeit hiesiger Produkte bei, doch volkswirtschaftlich ergibt sich das Problem der Arbeitslosigkeit. Der Staat sorgt künstlich für Entspannung auf dem Arbeitsmarkt , indem er unproduktive Arbeitsplätze im Sicherheitsbereich schafft.
3. Sättigung von Absatzmärkten:
Der lange angehaltene Wohlstand bei uns hat zu einer Sättigung des Bedarfs bei nahezu allen Produkten geführt. Bei nicht zum Leben notwendigen Waren ist entweder der Preis das wichtigste Verkaufsargument oder technische Verbesserungen , die jedoch entgegen den Aussagen aus der Werbung meist eher gering oder gar fragwürdig sind. Wirkliche Neuheiten, die einen unbestreitbaren Nutzen haben, gibt es vielleicht alle 10 Jahre. Wegen des stagnierenden Inlandsmarktes wird der Import kaum noch steigen, womit der Export ebenfalls nicht mehr steigen muss, um die Handelsbilanz auszugleichen.
4. Alterung der Gesellschaft:
Immer mehr Rentner bei weniger Berufstätigen stellen eine Herausforderung für den Generationenvertrag dar. Aber die meisten Rentner sind mit ihrer materiellen Situation durchaus zufrieden; die Gesundheit steht dann zunehmend im Vordergrund. Viele wollen und können noch eine sinnvolle Tätigkeit ausüben, z.B. die Betreuung der Enkel bis irgendwann die Kräfte nachlassen.

Manfred Julius Müller:
"Der völlige Zusammenbruch der Hochlohnländer konnte bisher nur verhindert werden durch eine atemberaubende Billigzinspolitik und teure Konjunkturpakete. Die Zentralbanken stellen den Geschäftsbanken frisch generiertes (= frisch gedrucktes) Geld fast zum Nulltarif zur Verfügung. Diese ausufernde Geldschwemme stellt alle moralischen und marktwirtschaftlichen Prinzipien auf den Kopf und entwertet natürlich auch echtes (reales) Geld. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann auch diese Blase platzt. Und alles nur, weil man glaubt, auf angemessene Einfuhrzölle verzichten zu müssen."

Finanzmarktwelt , 06.05.2019:
"Auch wenn an den Aktienbörsen die Zukunft gehandelt wird, sind diese steigenden Kurse aufgrund der Manipulationen kein gutes Zeichen, sondern nur das letzte Aufbäumen vor einer sehr tiefgreifenden Krise, in der sich die von der Zukunft geborgte Wohlstandsillusion auflösen wird. Dies ist natürlich eine verkürzte Darstellung, die viele Aspekte nicht beleuchtet. Wer es detaillierter nachlesen will, sollte sich mit den Veröffentlichungen von Dr. Daniel Stelter, Prof. Dr. Hans Werner Sinn, Dr. Markus Krall oder Dr. Christian Meyer auseinandersetzen. Dies sind extrem kenntnisreiche, unabhängige und weitestgehend ideologiefreie Insider. Das Meiste, was zu tun wäre, liegt für Wirtschaftsexperten auch klar auf der Hand und hat Daniel Stelter immer wieder in seinem Blog beschrieben (siehe z.B. hier https://think-beyondtheobvious.com/stelter-in-den-medien/die-hoffnung-stirbt-zuletzt/ ). Das diese Punkte nicht in der Vergangenheit umgesetzt wurden, hat mit der tiefen Krise der westlichen Gesellschaften zu tun, die in Wohlstand erstarrt und reformunfähig geworden sind. In den wirtschaftlichen Blütezeiten funktionierte es auch, da es der Politik ermöglicht, den neu geschaffenen wirtschaftlichen Erfolg an die Bevölkerung zu verteilen. In den letzten Jahrzenten, wo immer geringer Produktivitätszuwachs und demographische Veränderungen dazu geführt haben, dass wirtschaftlicher Erfolg ausgeblieben ist, wurde von der Politik nicht gegengesteuert, sondern weiterhin der gegenwärtige Wohlstand auf Kosten der Zukunft vermehrt. Wie stark man die Zukunft beleihen kann, muss sich erst noch zeigen. Beruhigenden Aussagen wie denen von der ehemaligen FED-Chefin Janet Yellen, dass es zu ihren Lebzeiten keine schwere Wirtschaftskrise mehr geben wird, sollte man nicht ohne kritisches Hinterfragen trauen. Unser immer weiter ausgehöhltes westliches System ist fragiler geworden, was bedeutet, dass schon eine unvorhergesehene Entwicklung eine Kettenreaktion auslösen kann, die unsere schöne Wohlstandsillusion zum Platzen bringt. Eine eher unrealistischste Hoffnung auf ein weitestgehend schmerzfreies Auflösen unserer Probleme könnte dann eintreten, wenn doch noch ein wirklicher Game-Changer uns ein hohes Produktivitätswachstum zurückbringen würde. Auch wenn viele die Hoffnung haben, ist die Digitalisierung eher nicht so eine Entwicklung, da in den letzten Jahrzenten, trotz großer Fortschritte in der Digitalisierung immer geringere Produktivitätszuwächse zu beobachten waren. Vielleicht könnte ein Durchbruch bei der Kernfusionsenergieerzeugung ein solcher Game-Changer sein. Die Verfügbarkeit von quasi kostenloser Energie könnte sicherlich für einige Jahrzehnte hohe Produktivitätszuwächse zurückbringen. Auch könnten Fortschritte bei künstlicher Intelligenz oder Biotechnologie ein Game-Changer sein. Sie könnten aber genauso gut auch unsere schon vorhandenen Probleme noch weiter verstärken. Dass solch positive Ereignisse im Laufe des nächsten Jahrzehnts eintreten, wäre ein sehr glücklicher Zufall. Wenn wir klug wären, würden wir uns nicht ausschließlich darauf verlassen. Viel wahrscheinlicher ist es, dass die auf die Zukunft ausgestellten Schecks platzen und ein riesiger Wohlstandsverlust unsere westlichen Gesellschaften und damit auch die ganze Welt treffen. Was aber tun, wenn die These stimmt, dass unsere westlichen Gesellschaften nur unfallfrei funktionieren, wenn signifikante Wohlstandsgewinne vorhanden sind, wir aber in der Zukunft nur geringes Wachstum oder stagnierenden Wohlstand haben? Die jüngste Vergangenheit hat klar gezeigt, dass wirkliche Reformen in Zeiten einer noch aufrecht gehaltenen Wohlstandsillusion nicht möglich sind. Leider haben wir erst, wenn die Krise da ist, wieder die Chance, Dinge zu verändern, die seit Jahrzenten nicht korrigiert wurden. Um unsere Gesellschaft krisenfester zu machen, reicht es nicht aus, nur die naheliegenden Vorschläge von z.B. Daniel Stelter umzusetzen. Wir müssen nicht die Marktwirtschaft als solches in Frage stellen und alles anders machen, aber trotzdem alte Dogmen überdenken, um den sozialen Zusammenhalt langfristig erhalten zu können."

Hanno Vollenweider , 24.05.2019:
"Deutschland hat kein Problem mit Steuereinnahmen, es hat ein Problem auf der Ausgabenseite. Deutschland ist Ausgabenweltmeister. Platz 1 unter den Ausgaben: Der aufgeblähte Sozialstaat. Für die Vollkasko-Politik gibt Deutschland schon jetzt jährlich Tausend Milliarden Euro aus, Tendenz steigend! Der Grund: Immer mehr Bürger verdienen immer weniger Geld. 25% der Arbeitnehmer zahlen nichts in die Rentenkasse ein. Und was schlecht ist für die Rentner von heute, ist noch schlechter für die Rentner von morgen. Wer nicht genug verdient, muss aufstocken, wer pflegebedürftig wird und keine Rücklagen hat, für den muss der Staat einspringen. Menschen, die nur arbeiten, bekommen weniger Kinder, weniger Kinder bedeuten weniger Einnahmen in die Sozialkassen. Das Deutschland von heute lebt von seiner Substanz, die die Generationen vor uns geschaffen haben und auch nur schaffen konnten, weil Deutschland lange immer ganz vorne mit dabei war. Das System krankt vor sich hin und wir werden von Jahr zu Jahr für alle zu einer größeren Belastung. Wenn nicht in absehbarer Zeit ein Umdenken von Subventions- und Vollkaskopolitik in eine Investitions- und Entlastungspolitik stattfindet, wird Deutschland die kommende Rezession nicht nur extrem hart treffen, sie wird durch die derzeitige Politik höchstwahrscheinlich noch um ein Vielfaches verschlimmert. Hier eine kleine Auswahl an spannenden Zahlen zu ideologischer Verschwendung und Subventionierung der regierenden Parteien: – Im Jahr 2018 beliefen sich die Kosten für Flüchtlinge auf über 23 Mrd. – Tendenz steigend. – Über 13 Mrd. Euro Zahlungen an die Europäische Union (gerechnet am Beitrag Deutschlands, abzüglich der im Gegenzug erhaltenen Förderungen/Subventionen) – auch hier Tendenz stark steigend! Nach dem Brexit etc. könnten die Beitragszahlungen um rund 15 Mrd. Euro steigen. – Für den Wegfall von Arbeitsstellen und den Strukturwandel in den Regionen durch den Kohleausstieg will der Bund 40 Mrd. Euro bereitstellen – in der Summe sind weitere Kosten für den Kohleausstieg nicht enthalten. Prekär: In der CDU werden diese Subventionen auch als »AfD-Prävention« gesehen, hat man dort anscheinend Angst, dass arbeitslose Kumpel auf dem Weg in die Armut ihr Kreuz eher bei der AfD machen werden. – Subventionen für Elektromobilität werden rund eine halbe Mrd. Euro betragen. – Die Bauruine BER kostete Bund und Länder bisher 10 Mrd. Euro – peinlicherweise auch hier: Tendenz steigend. – Die von der SPD geplante Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung wird mindestens 10 Mrd. Euro kosten. – Verkehrsminister Andreas Scheuer will im Zuge der Verkehrsentlastung für das Klima rund 400 Mio. Euro für günstigere Zugtickets lockermachen. – Entwicklungshilfeminister Gerd Müller fordert zusätzliche Milliarden, um die international zugesagte Quote für Entwicklungshilfe in Höhe von 0,7 Prozent des Bruttosozialproduktes erfüllen zu können. – Der »Kampf gegen Rechts« kostet den Bund inzwischen über 110 Mio. Euro jährlich. – Um »Solidarität« und andere »europäische« Vorhaben zu verwirklichen, träumt zu allem Überfluss auch noch die EU-Kommission davon, eigene Steuern erheben zu dürfen. – Zu den sog. »Genderwissenschaften« finden sich wenig Zahlen. Jedoch hier ein Beispiel: Ein Projekt am »Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung« an der Universität Marburg wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit einer Summe von knapp einer Million Euro unterstützt; und dabei handelt es sich nur um ein einziges Projekt! Auf der anderen Seite lässt die Bundesregierung übrigens die Verfahren im »Cum-Ex-Steuerskandal« (der Deutschland Kurier berichtete) verjähren und verzichtet damit auf Steuernachzahlungen in Höhe von rund 7 Mrd. Euro."

Redaktion 'Freie Welt' , 05.06.2019 :
"Italien trifft erste Vorbereitungen für eine Parallelwährung zur europäische Einheitswährung Euro.
Die Abgeordnetenkammer verabschiedete einen Antrag, der es der Regierung erlaubt, die zweistelligen Milliardenschulden des italienischen Staates gegenüber den einheimischen Unternehmen unter anderem durch die Ausgabe von sogenannten Mini-Bots zu begleichen. Bot ist eine Abkürzung für »Buono ordinario del tesoro«, Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit (maximal zwölf Monate), die normalerweise zur Erhöhung der kurzfristigen Liquidität des Staates dienen. Der Nennwert der bisherigen Bots lautet auf mindestens 1.000 Euro. Die neuen Mini-Bots liegen bei einen Nennwert von 100 Euro oder noch tiefer. Experten warnen, dass die neuen Mini-Bots - sofern erst einmal ausgegeben - schnell als Zahlungsmittel verwendet und so zu einer Art Parallelwährung werden können, sich damit ein Austritt in Trippelschritten vollziehen könnte. Geistiger Vater der Mini-Bots ist der Ökonom, Lega-Abgeordnete und Präsident der Finanzkommission, Claudio Borghi. Der Eurokritiker und Salvini-Berater erklärte schon vor zwei Jahren: »In dem Moment, in dem man entscheidet, aus dem Euro auszutreten, werden die Mini-Bots zum Bargeld der neuen Währung.« Um den Euro-Exit zu erreichen, müsse man ihn nur »in einzelne Schritte zerlegen«, sagte Borghi. Chefvolkswirt Thomas Mayer äußerte in der »Welt«: »Mit diesen Mini-Bots könne die italienische Regierung zwar nicht die Fiskalkriterien umgehen, da sie auf Defizit und Schuldenstand und nicht auf die Art der Finanzierung abheben würde, aber Rom könne Brüssel drohen den Euro schrittweise zu verlassen, sollte die EU Italien zur Defizitreduktion zwingen."

M. Bruhns , 27.06.2019 :
"Die Eurozone ist dabei, künstlich Unternehmen im Süden und Norden (nur hier in deutlich geringerem Umfang) durch niedrigste Zinsen (und Geldspritzen an die Geschäftsbanken) am Leben zu halten, die längst pleite sein müssten.
Je länger dies anhält, desto größer werden die potenziell faulen Kredite in den Bilanzen. Kommt es zu einem externen Schock, brechen diese Unternehmen zusammen. Wenige genügen, um im Süden die Banken in Mitleidenschaft zu ziehen. Einige Wenige mehr genügen, um diese Banken zur Insolvenz zu bringen. Die Folge ist, sofern die Staaten nicht in der Lage sind, einzuspringen (ob eigener Überschuldung) die Möglichkeit des Totalverlustes der Spareinlagen – egal ob sie über oder unter der Grenze von 100.000 € liegen. Droht dies einmal glaubwürdig, werden die Menschen versuchen Ihr Geld von der Bank abzuheben – ein 'Bankrun', der schiefliegenden Häusern den Rest geben kann. Sobald dieses Stadium eintritt, ist die Rezession vor der Tür. Menschen verlieren Ihre Jobs, da ihre sie beschäftigenden Unternehmen in die Insolvenz gehen. Deren Kredite werden nicht mehr bedient. Die Banken kollabieren, da südliche Staaten bereits zu überschuldet sind, um glaubwürdig deren Sicherheit zu garantieren. Zusätzlich erhalten diese Staaten kein weiteres Kapital am Markt mehr. Das Geld, welches momentan durch die Druckerpresse hauptsächlich in Immobilien und Aktien floss, geht zurück in den Markt, weil jene Menschen ihre Häuser und Aktien verkaufen – das Gespenst der Inflation bei gleichzeitiger Wirtschaftskrise ist wieder da. Von den sozialen Verwerfungen, auch in Deutschland, wenn die Gäste, welche wir im Moment mit Geld ruhig stellen, dieses nicht mehr bekommen und beginnen zu fordern, was ihnen ihrer Meinung nach zusteht, ganz zu schweigen. Es wäre besser, den Prozess der Rezession heute als morgen einzuleiten, oder wenigstens mit moderaten Zinserhöhungen die gröbsten Fehler Stück für Stück auszukurieren. Einige Unternehmen werden schließen. Einige Banken werden in die Insolvenz gehen. Und einige Menschen werden Ihre Jobs verlieren. All das ist schmerzhaft, tut aber weniger weh, als wenn wir jetzt mit Vollgas der Doktrin 'weiter so, wir schaffen das' auf den Abgrund zu rasen und dann diese Situation einfach so auftritt – und zwar, wie es in solchen Fällen immer ist, zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Ja länger wir den Prozess der Konsolidierung aufschieben, desto unangenehmer wird es, soviel ist sicher."

Peter Boehringer , 03.07.2019 :
"Mit Christine Lagarde als EZB-Chefin wird die Herrschaft des Rechts endgültig der Erhaltung des Euro untergeordnet. Aller Voraussicht nach soll mit Christine Lagarde nun im Herbst 2019 die ehemalige französische Finanzministerin und heutige Chefin des IWF Nachfolgerin von EZB-Chef Draghi als Präsidentin der Europäischen Zentralbank werden. Nach dem Demokratie-unwürdigen Brüsseler Basarhandel von Merkel, Macron und anderen, soll nun ausgerechnet die Frau, die schon vor zehn Jahren die Herrschaft des Rechts der Erhaltung des Euro untergeordnet hat und dies 2010 auch ganz offen zugab, zur EZB-Präsidentin gekürt werden. Zur Erinnerung: Christine Lagarde sagte 2010: ‚Wir mussten die Verträge brechen, um den Euro zu retten.‘ Damit wird unter Stabilitätsaspekten ebenso wie unter denen des Rechtsstaats der Bock zum Gärtner gemacht. Es ist absehbar, dass Lagarde die bereits fast uferlose Gelddruckerei des Herrn Draghi (‚Koste es, was es wolle‘) noch verstärkt fortsetzen wird. Nun notfalls auch offen gegen Recht und Verträge. Es erscheint bereits heute sicher, dass Lagarde nicht nur die absurde Negativzinspolitik der EZB fortführen wird, sondern schon bei nächster Gelegenheit auch die unseres Erachtens illegalen und inflationstreibenden Anleihekaufprogramme der EZB zu Lasten der kleinen Leute in Deutschland wieder aufnehmen wird."

Oswald Metzger , 18.07.2019 :
"Während in der 'Klimaschutz'-Debatte vom nachhaltigen Wirtschaften fabuliert wird, befeuern Notenbanker und Politiker im Duett den Pumpkapitalismus. Nie war die weltweite Verschuldung höher als heute. Die globalen Erschütterungen der letzten Finanzkrise vor zehn Jahren: Vergessen! Erst recht die Soliditätsschwüre, die damals von den Regierungschefs der G20-Staaten abgelegt wurden. Flankiert von einer ursprünglich als Notmaßnahme deklarierten Geldflut der Notenbanken, ist der Zins als Risikoprämie für unsolides Wirtschaften längst abgeschafft. Das gilt für Staaten wie für Unternehmen und auch den privaten Verbraucher. In allen drei Sektoren liegt die Verschuldung auf absoluten Höchstständen. Der deutsche Staat hat in den vergangenen Jahren seine explizite Staatsverschuldung zwar zurückgeführt. Dafür ist aber die implizite Verschuldung in den deutschen Sozialsystemen massiv gestiegen – Mütterrente, Rente mit 63 und diversen 'Verbesserungen' in der Kranken- und Pflegeversicherung geschuldet. Hand in Hand mit der Geldpolitik der Zentralbanken pushen Politiker, ob in China, den USA oder in Europa, den Pumpkapitalismus. Mit ultralockerer Geldpolitik und expansiver Fiskalpolitik wollen sie das sich eintrübende globale Wachstum stimulieren. Als ob man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben könnte. Dabei haben die USA gerade den bisher längsten Konjunkturzyklus der Nachkriegszeit erlebt, hatte Deutschland ebenfalls einen der längsten Aufschwünge zu verzeichnen. Die US-Notenbank suchte zwei Jahre lang einen Ausstieg aus der expansiven Notenbankpolitik, dreht aber jetzt deutlich bei. Die Europäische Zentralbank hat unter Mario Draghi ohnehin eher auf die geldpolitische Stabilisierung des Euro geachtet und damit vor allem die Schuldentragfähigkeit für die überschuldeten südeuropäischen Staatsbudgets im Auge gehabt. Italien kann sich nur deshalb seine Verschuldung leisten, weil die EZB den Ausputzer spielt und die EU-Kommission gleichzeitig – wie immer – auf die Durchsetzung der vereinbarten Stabilitätsregeln verzichtet. Eine Krähe hackt der anderen bekanntlich kein Auge aus. Die Krähen haben im Euro-Raum inzwischen die strukturelle Mehrheit. Dass die Politik in Deutschland im vergangenen Jahrzehnt nicht gespart, sondern die durch die gewaltigen Zinsersparnisse und die sprudelnden Steuereinnahmen gewonnenen Gestaltungs-spielräume sofort wieder in teure Sozialpolitik umgesetzt hat, wird dabei bewusst ausgeblendet. Schuldenmachen ist wieder schick, das 'süße Gift der Staatsverschuldung', vor dem die Deutsche Bundesbank immer wieder warnte, ist zur Droge von Politikern geworden, die den Bürgern nicht mehr vermitteln wollen, was ein marktwirtschaftliches Urgestein wie Ludwig Erhard noch in einen einfachen Satz kleiden konnte: 'Kein Staat kann seinen Bürgern mehr geben, als er ihnen vorher abgenommen hat.' "

René Zeyer , 16.08.2019:
"Vor und nach der Lateinischen Münzunion hat etwas weder in Europa noch sonst wo auf der Welt jemals funktioniert: eine Währungsunion ohne gemeinsame Fiskal- und Finanzpolitik. Deshalb war der Euro von Anfang an eine Fehlgeburt. Politisches Wunschdenken setzte sich gegen ökonomischen Sachverstand durch. Die deutsche Einheit für die Aufgabe der D-Mark. Das Hineinpressen von völlig verschiedenen Volkswirtschaften in eine gemeinsame Währung. Deutschland begann wie wild zu exportieren, schoss aber gleichzeitig das Geld vor, das zum Kauf seiner Waren ausgegeben wurde. Griechenland wurde vorgeworfen, sich in den Euro geschummelt zu haben. Das ist zwar richtig, aber der erste Staat, der die Aufnahmekriterien nicht erfüllte und aus politischen Gründen dennoch den Euro bekam, war – Italien.
Die dysfunktionale EU, die Fehlkonstruktion Euro lässt sich an den Namen von vier Orten festmachen. Schengen, der Wegfall von Grenzkontrollen zwischen den Teilnehmerstaaten und die angeblich gemeinsame Verantwortung für die Außengrenzen: ein Desaster. Dublin, das Übereinkommen zur Regelung des Asylwesens: eine Katastrophe. Maastricht, der Vertrag, in dem eine Defizitquote unter drei Prozent und ein Schuldenstand unter 60 Prozent des Bruttoinlandprodukts der Euro-Staaten vereinbart wurde: Makulatur. Genau wie die No-Bail-Out-Klausel, die die Haftung der Europäischen Union für Verbindlichkeiten einzelner Mitglieder ausdrücklich ausschließt: zu Konfetti verarbeitet. Und als Sahnehäubchen noch der Vertrag von Lissabon. Realersatz für die von den Holländern und Franzosen abgelehnte EU-Verfassung. Und der Anfang der demokratiefeindlichen Methode, Völker so oft abstimmen zu lassen, bis sie endlich für das Richtige votierten. Aber solche Demokratiedefizite fallen in einer EU nicht weiter auf, in der die neue Kommissionspräsidentin zu diesem Posten kommt, obwohl sie gar nicht kandidierte. Und in der Gruppen und Räte bestimmen, die dazu keinerlei demokratische Legitimierung haben. Italien hat sich noch nie groß um Haushaltsdisziplin oder die Einhaltung von Vorschriften aus Brüssel gekümmert, noch viel weniger um vermeintlich gute Ratschläge. Die Staatsverschuldung ist in den letzten zehn Jahren, also nach der Finanzkrise eins, um 70 Prozent gestiegen und liegt bei über 130 Prozent des BIP. Nur Japan und Griechenland schlagen hier Italien. Allerdings sind das in absoluten Zahlen bei Italien 2,3 Billionen, bei Griechenland bloss 340 Milliarden. Aber was soll’s, die durchschnittliche Staatsverschuldung in der Euro-Zone liegt bei 85,9 Prozent, auch Musterknabe und Zuchtmeister Deutschland reißt die Maastricht-Latte mit 61 Prozent.
Target2 ist eine Art Ausgleichssystem zwischen den immer noch existierenden nationalen Notenbanken. Deutschland ist hier Gläubiger von einer runden Billion. Und Italien ein Schuldner einer runden halben Billion. Und wie jeder weiß: Bei solchen Beträgen sitzt nicht der Gläubiger, sondern der Schuldner am längeren Hebel. Der Gläubiger wird sich hüten, dem Schuldner zu sehr zuzusetzen, sich im Gegenteil angelegentlich um sein Wohlergehen kümmern. Denn wenn Italien aus dem Euro austreten sollte – und nicht nur Salvini kokettiert damit schon seit langer Zeit –, dann müsste dieser Saldo glattgestellt werden. Also Italien kehrt wieder zur Lira zurück und legt vorher noch schnell 500 Milliarden Euro auf den Tisch. Selten so gelacht. Italien muss schon heute für Staatsschuldpapiere 1,7 Prozent Zins zahlen, während jeder, der deutsche Bundesschatzbriefe will, dafür noch 0,6 Prozent drauflegt, also Geld dafür zahlt, dass er Geld verleiht: Damit liegt der Spread also bei 2,3 Prozent, und das ist im gleichen Währungskorsett verdammt viel. Bei dem Volumen der italienischen Staatsschulden fehlt nicht mehr allzu viel, dass sich die nächste Regierung ernsthaft überlegen muss, ob sie unter dem Schuldendienst zusammenbrechen will – oder einen radikalen Schnitt machen. Mit einem Satz: Die Euro-Krise ist zurück. Eigentlich war sie auch nie wirklich fort."

Unsere Wirtschaft kann sich schon seit einigen Jahren also gar nicht mehr selbst erhalten, sondern hängt am Tropf (an der Gelddruckerei) der Europäischen Zentralbank. Man versucht so, die Wirtschaft zu stimulieren. Das ist auch der Grund, warum man die massenhafte Einwanderung nach Deutschland zulässt. Es profitieren jedoch nur Großkonzerne und Politiker, die nach Einbürgerung der Fremden neue Konsumenten bzw. Wählerstimmen bekommen wollen.
Die gegenwärtige Bundesregierung möchte sich nicht auf eine Obergrenze für Einwanderer festlegen, es gibt jedoch anscheinend eine inoffizielle Untergrenze von etwa 3 Mio Arbeitslosen im weiteren Sinne, um den Druck auf die Beschäftigten aufrecht zu halten. Ohne massenhafte Einwanderung bräuchte man keine Gesetze zu Mindestlohn, sozialem Wohnungsbau und Mietpreisbremse: der Markt könnte das am besten regeln.
Die Masseneinwanderung verhindert außerdem das Erreichen einer ausgeglichenen nationalen Ökobilanz.
Land-, Rohstoff- und Energieverbrauch nehmen unweigerlich zu.

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