Unsere Wirtschaft

Stand: 09.01.2019
Die Globalisierung, d.h. die Verflechtung der Weltwirtschaft durch exzessiven Handel befindet sich meiner Einschätzung nach auf ihrem Höhepunkt und wird in den nächsten Jahren zurückgehen, weil sich die Triebkräfte der Globalisierung abschwächen, während Vorteile einer verbrauchernahen Produktion deutlich werden:
Bisher führte die Industrialisierung von aufstrebenden Ländern, insbesondere von China, zu einem hohen Export deutscher Produkte wie Maschinen, Anlagenteile und Kraftfahrzeuge. Im Gegenzug wurden zumeist Waren, die viel Handarbeit erfordern, nach Deutschland importiert. Doch der Vorsprung, den die Technologie und die Qualität deutscher Produkte einstmals hatte und der einen relativ hohen Preis rechtfertigte, ist in den meisten Bereichen gesunken oder sogar ganz verschwunden. Dadurch sind viele Produktionszweige aus Deutschland abgewandert, obwohl diese Waren von praktisch jedem Bürger benutzt werden, wie u.a. Unterhaltungselektronik (Fernseher, Hifi-Anlage, Smartphones), Computer, Haushaltsgeräte, Schuhe und Bekleidung. Tatsächlich ist es für einen Käufer in den meisten Fällen schwierig, den Anteil heimischer Wertschöpfung an einer Ware zu erkennen.
Schaut man sich heutzutage in den Geschäften um, findet man außer Lebensmittel, Möbel und Baustoffen nur noch wenige Waren, die zweifelsfrei zu einem überwiegenden Teil bei uns hergestellt worden sind.
Die Asiaten sind dabei, nach ihrem Erfolg bei den Konsumgütern auch bei den Investitionsgütern den Markt zu erobern. Für die noch konkurrenzfähigen Produkte verschärft sich der Wettbewerb.
Bei der Energieversorgung ist Deutschland besonders vom Ausland abhängig. So hat Deutschland 2017 etwa 70 % seines Primärenergiebedarfs importiert und erst 5,2 % seines Endenergiebedarfs im Verkehr durch erneuerbare Energie gedeckt. Wir sollten unseren Verbrauch und damit unsere Abhängigkeit vom Erdöl reduzieren, denn der von kurzfristigen Schwankungen abgesehen noch relativ günstige Preis für fossilen Kraftstoff wird spätestens ab Ende nächsten Jahres deutlich steigen.
Eine Lösung können Elektro-Autos sein, die mit einer Brennstoffzelle oder mit einem Akkusatz betrieben werden.
Die Akkutechnologie wird zwar auch in Deutschland entwickelt ; die Akkuzellen werden hierzulande aber noch nicht in Großserie produziert. Eine Akku-Fabrik ist in Planung, allerdings als chinesische Investition.
Hauptursache der internationalen Arbeitsteilung ist, wie allseits bekannt, der Unterschied der Löhne und Gehälter bei uns zu denen in den Schwellenländern. Dieser Unterschied wird nur langsam sinken, denn einerseits verhindert das Heer der Arbeitsuchenden in Asien einen deutlichen Anstieg der dortigen Einkommen, andererseits stößt eine Stagnation der Einkommen bei uns auf großen Widerstand, zumal Manager und Politiker selbst immer mehr kassieren. Die Verlagerung von Investitionen bewirkt mehr als jede Entwicklungshilfe einen gewissen Ausgleich zwischen den (noch) reichen und den (noch) armen Ländern. Erwerbstätige in privaten Unternehmen in den wohlhabenden Ländern wie Deutschland müssen sich um den Arbeitsplatz sorgen.
Wir können also auf Dauer nicht hohe Einkommen beziehen und gleichzeitig billige Waren aus dem Ausland kaufen, weil die hier hergestellten als zu teuer gelten.

Die folgenden vier Faktoren haben einen hemmenden Einfluss auf den Welthandel:
1. Verknappung und somit Verteuerung von Erdöl und Erdgas:
Dies führt zu einer Verteuerung von Transporten und macht Transporte unrentabel, die höhere Kosten verursachen als durch Einsparung bei den Personalkosten für die Produktion im Ausland herausgeholt werden kann. Eine Produktion in der Nähe der Verbraucher wird sich dann durchsetzen. Außerdem begünstigt es die Nutzung heimischer erneuerbarer Energiequellen und Rohstoffe , was inländische Arbeitsplätze schafft.
2. Automatisierung in der Produktion:
Diese ist bei uns schon weit fortgeschritten und hat den Anteil der Personalkosten an der Produktion gesenkt. Eine hohe Produktivität der Facharbeiter kann also die relativ hohen Löhne rechtfertigen.
Die Rationalisierung trägt demnach zwar betriebswirtschaftlich zur Konkurrenzfähigkeit hiesiger Produkte bei, doch volkswirtschaftlich ergibt sich das Problem der Arbeitslosigkeit. Der Staat sorgt künstlich für Entspannung auf dem Arbeitsmarkt , indem er unproduktive Arbeitsplätze im Sicherheitsbereich schafft.
3. Sättigung von Absatzmärkten:
Der lange angehaltene Wohlstand bei uns hat zu einer Sättigung des Bedarfs bei nahezu allen Produkten geführt. Bei nicht zum Leben notwendigen Waren ist entweder der Preis das wichtigste Verkaufsargument oder technische Verbesserungen , die jedoch entgegen den Aussagen aus der Werbung meist eher gering oder gar fragwürdig sind. Wirkliche Neuheiten, die einen unbestreitbaren Nutzen haben, gibt es vielleicht alle 10 Jahre. Wegen des stagnierenden Inlandsmarktes wird der Import kaum noch steigen, womit der Export ebenfalls nicht mehr steigen muss, um die Handelsbilanz auszugleichen.
4. Alterung der Gesellschaft:
Immer mehr Rentner bei weniger Berufstätigen stellen eine Herausforderung für den Generationenvertrag dar. Aber die meisten Rentner sind mit ihrer materiellen Situation durchaus zufrieden; die Gesundheit steht dann zunehmend im Vordergrund. Viele wollen und können noch eine sinnvolle Tätigkeit ausüben, z.B. die Betreuung der Enkel bis irgendwann die Kräfte nachlassen.

Manfred Julius Müller:
"Der völlige Zusammenbruch der Hochlohnländer konnte bisher nur verhindert werden durch eine atemberaubende Billigzinspolitik und teure Konjunkturpakete. Die Zentralbanken stellen den Geschäftsbanken frisch generiertes (= frisch gedrucktes) Geld fast zum Nulltarif zur Verfügung. Diese ausufernde Geldschwemme stellt alle moralischen und marktwirtschaftlichen Prinzipien auf den Kopf und entwertet natürlich auch echtes (reales) Geld. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann auch diese Blase platzt. Und alles nur, weil man glaubt, auf angemessene Einfuhrzölle verzichten zu müssen."

Dietrich W. Thielenhaus , 09.11.2018:
"Die italienische Regierung setzt offenbar auf eine kühl kalkulierte Erpressungsstrategie gegenüber den Brüsseler Eurokraten und den geldgebenden Partnerländern. Der von der EU-Kommission ritualisiert vorgetragene Widerstand gegen 'die beispiellose Abweichung in der Geschichte des Stabilitätspaktes' durfte sich schon bald als rhetorische Pflichtübung erweisen, der keine wirklichen Konsequenzen folgen werden. Die Macher in Rom scheinen fest entschlossen zu sein, diese systemimmanente Schwäche konsequent zu nutzen. Vor dem Hintergrund einer durch die italienische Schuldenpolitik verursachten gefährlichen Finanz- und Wirtschaftskrise hat ifo-Chef Clemens Fuest einen harten Kurs der anderen Euro-Länder gefordert, um die Euro-Zone bestmöglich vor den Folgen abzuschirmen. Derzeit halten allein die Banken in Deutschland, Spanien und Frankreich zusammen italienische Staatsanleihen in Höhe von 425 Mrd. Euro. Besonders hoch engagiert und verletzlich sind französische Institute mit 277 Mrd. Euro. Um das daraus resultierende Erpressungspotenzial zu reduzieren, soll die europäische Bankenaufsicht – so die Empfehlung von Prof. Fuest – die Banken veranlassen, ihre Kredite an italienische Schuldner und ihre Bestände an Staatsanleihen des Landes abzubauen oder mehr Eigenkapital zu beschaffen. Das für gemeinsame Kapitalmärkte erforderliche Mindestmaß an Kooperation in der Wirtschafts- und Finanzpolitik sei derzeit nicht gewährleistet. Einen durch den forcierten Verkauf italienischer Staatsanleihen ausgelösten Anstieg der Risikozuschläge schätzt Fuest offenbar gegenüber der Erpressbarkeit der Euro-Zone als das kleinere Übel ein. Schon dieses wohl eher theoretische Denkmodell eines der führenden deutschen Ökonomen lässt erahnen, wie verfahren bzw. aussichtslos sich die reale Problemlage der Gemeinschaftswährung mittlerweile den Kennern hinter den Kulissen darstellt. Es fehlt offenkundig an dem gemeinsamen politischen Willen der übrigen Euro-Länder, verantwortlich und entschlossen zu handeln, um das Schlimmste zu verhindern. Die demokratisch legitimierten und verpflichteten Regierungen in Europa scheinen nicht in historischen Dimensionen zu denken und zu agieren, sondern nur in Legislatur-Perioden. Zu befürchten ist, dass überfällige Problemlösungen auch weiterhin – so lange wie möglich – vertagt und vernebelt werden."

Norbert Berthold , 10.11.2018 : "Die links- und rechtspopulistischen Geisterfahrer in Rom haben einen Streit mit der EU-Kommission angezettelt. Um ihre großspurigen Wahlversprechen zu finanzieren, brauchen sie Geld, viel Geld. Das wollen sie sich auf den Kapitalmärkten besorgen. Im Weg sind allerdings die 'dämlichen' europäischen Fiskalregeln. Noch beharrt die EU-Kommission darauf, dass Italien diese Regeln einhält. Die Angst in der Europäischen Währungsunion (EWU) ist allerdings groß, dass Italien einen Flächenbrand auslöst. Sie hat es noch immer nicht geschafft, eine sichere Brandmauer zwischen Staaten und Banken hochzuziehen. Noch mehr italienische Schulden könnten bei einem fiskalischen Funkenflug wie ein Brandbeschleuniger wirken, der Europa in Brand setzt. Dennoch wird die EU-Kommission nach einigem Hin und Her fiskalischen Dispens erteilen. Die EU-Kommission und einige nationale Regierungen agieren fiskalisch als 5. Kolonne der italienischen Populisten. Sie arbeiten schon länger intensiv daran, die fiskalische Verantwortung in der EWU weiter zu vergemeinschaften. Alle Kritiker der europäischen Fiskalregeln wollen zweierlei: Sie wollen ihre Ausgabenprogramme möglichst kostengünstig finanzieren und einen Teil der Altschulden auf Dritte abwälzen. Es spricht nichts dafür, dass sich das Ausgabenprogramm der Regierung Guiseppe Conte selbst finanziert. Positive Wachstumswirkungen sind davon nicht zu erwarten, im Gegenteil. Die Schulden werden weiter steigen. Auf den Kapitalmärkten werden sie nur zu höheren Zinsen zu finanzieren sein. Das Loch in der Staatskasse wird größer. Da die italienischen Banken mit gegenwärtig 375 Mrd. Euro einen großen Teil der italienischen Staatspapiere halten, werden vor allem sie Verluste erleiden. Ein Teil ihres Eigenkapitals löst sich in Luft auf. Einige Zombiebanken, die jetzt schon auf vielen faulen Krediten sitzen, werden zahlungsunfähig.
Auch andere europäische Banken kommen nicht ungeschoren davon. Das größte Problem für Italien sind aber die hohen Altschulden. Sie wurden größtenteils schon vor Eintritt in die EWU aufgetürmt. Vor allem diese Schulden will jede italienische Regierung loswerden. Sie sind für jede (Wirtschafts-)Politik ein Klotz am Bein. Der wichtigste Helfer könnte die EZB sein. Es ist kein Zufall, dass der italienische Europaminister Paolo Savona immer wieder fordert, dass die EZB die italienische Staatsschuld monetarisieren sollte. Die bisher schon aufgekauften Papiere sollten nicht fällig gestellt und erst zu einem späteren Zeitpunkt getilgt werden. Es ist aber auch denkbar, dass sich die Mitglieder der EWU doch noch dazu durchringen, über die Ausgabe von Eurobonds die Schulden oder einen Teil davon zu vergemeinschaften. Einige träumen davon. Wie man es auch dreht und wendet, Italien hat ein großes Interesse daran, auch weiter in der EWU zu bleiben. Nur mit dem Euro hat es überhaupt eine Chance, die Folgen seiner liederlichen Fiskalpolitik anderen aufzubürden. Steigt es aus, bleibt es auf den Schulden sitzen. Die italienische Verhandlungsposition ändert sich auch nicht, wenn die Target 2-Salden berücksichtigt werden. Italien hat hohe Verbindlichkeiten gegenüber der EZB in Höhe von fast einer halben Billion Euro aufgetürmt. Spanien folgt mit fast 400 Mrd. Euro. Hauptgläubiger ist die Deutsche Bundesbank. Ihre ungesicherten Target 2-Forderungen an das Euro-System belaufen sich auf fast eine Billion. Es wird befürchtet, dass Deutschland auf einem Großteil der Forderungen sitzenbleibt, sollte Italien die EWU verlassen. Damit habe Italien auch in den Haushaltsverhandlungen eine starke Position. Wollen die Gläubigerländer ihre Verluste nicht realisieren, müssen sie Italien entgegenkommen. Es steht daher zu befürchten, dass die EU-Kommission gegenüber den italienischen Geisterfahrern einknicken wird. Die EWU ist längst auf dem Weg, die fiskalische Verantwortung zu vergemeinschaften. Der Bruch der europäischen Fiskalregeln, aber auch fiskalische und monetäre Rettungsschirme zeugen davon. Die fiskalischen Leitplanken werden demontiert. Handlung und Haftung fallen auseinander, Subsidiarität ist ein leeres Wort. Die jüngste Attacke für eine noch stärkere Risikoteilung reitet Olaf Scholz, der deutsche Finanzminister. Mit seinem französischen Kollegen forciert er eine gemeinsame europäische Arbeitslosenversicherung."

Oswald Metzger , 29.11.2018 : "Noch nie waren Staaten, Unternehmen und Bürger so hoch verschuldet wie heute.
Die ganze Perversion dieser Verschuldungsdroge spiegelte sich in der Geldpolitik der Notenbanken in diesem Jahrzehnt. Trotz eines langen positiven Konjunkturzyklus pumpt vor allem die Europäische Zentralbank (EZB) immer noch Geld in die Märkte, manipuliert mit traditionellen und unorthodoxen Instrumenten die Zinsen auf oder unter die Nulllinie. Die US-Notenbank koppelte sich zwar in den vergangenen zwei Jahren langsam von dieser ultralockeren Geldpolitik ab, scheint aber jetzt kalte Füße zu bekommen und ihren angekündigten nächsten Zinserhöhungsschritt im Dezember aufzuschieben, weil sie Risiken für die Konjunktur fürchtet. Auch die EZB scheint Vorbereitungen zu treffen, um Italiens maroden Banken mit unorthodoxen langfristigen Refinanzierungstendern zu helfen, falls der Budgetstreit zwischen der EU-Kommission und der italienischen Regierung die Banken zu Wertberichtigungen bei ihren hohen italienischen Staatsanleihebeständen zwingt. Dass die faktische Abschaffung des Zinses aber gewaltige Nebenwirkungen hat, ist überall zu spüren.
Die Kursexplosionen an den Aktienbörsen der Welt lebten jahrelang von der riesigen Liquidität. Auch die Flucht in Immobilienwerte wurde dadurch befeuert. Weil die Kreditaufnahme fast keine Zinsen kostet, kaufen die Leute wie verrückt. Werthaltigkeit spielt kaum eine Rolle. Der Kater wird aber so sicher wie das Amen in der Kirche folgen, wenn die Blase platzt und die Anschlussfinanzierung ansteht. Auch die Politik berauschte sich am billigen Geld. Statt die Staatshaushalte tatsächlich zu konsolidieren, freute man sich über gewaltig sinkende Zinsausgaben und verprasste häufig genug die dadurch entstehenden Haushaltsspielräume für neue dauerhafte Sozialausgaben, statt sie in Zukunftsinvestitionen und Schuldenabbau zu stecken. Auch die vielgepriesene schwarze Null im deutschen Staatshaushalt ist mehr ein Produkt der EZB als Ergebnis solider Finanzpolitik. Wer Junkies, die an der Nadel hängen, kennt, weiß um die Brutalität einer Entziehungskur. Ähnliches gilt für die Rückkehr zu einer langfristig tragfähigen Finanzierungskultur in den öffentlichen wie privaten Budgets. Denn kreditfinanzierte neue soziale Leistungen, mit denen Politiker wie Olaf Scholz einen 'deutschen Trump' stoppen wollen, stehen dann nicht mehr auf der Agenda. Das gleiche gilt für die Produktentwickler in Banken und Versicherungen, die mit mehrfach 'gehebelten' Produkten den Leuten Schlaraffia auf Erden versprechen, also ob im irdischen Kapitalismus Manna vom Himmel fällt. Wenn die Politik den Finanzkapitalismus nicht durch wirksame Regulierung bändigt, frisst der mit seiner Maßlosigkeit unsere marktwirtschaftliche Ordnung auf."

Andreas Tögel , 12.12.2018 :
"Es gibt unter uns Zeitgenossen die sich der Mühe unterziehen, die Preisdynamik ausgesuchter Produkte zu untersuchen und sich nicht auf einen listenreich zusammengestellten Warenkorb (der Begriff 'getürkt' verbietet sich aus Gründen der politischen Korrektheit) verlassen, der die Grundlage für amtliche Teuerungsstatistiken bildet. So errechnet sich heuer für Brot eine Preissteigerung von rund 17 Prozent. Seit Einführung der schwindsüchtigen Eurowährung anno 2002 hat sich der Brotpreis mehr als verdoppelt. Wer bitteschön verdient heute doppelt so viel wie damals (von den Bewohnern geschützter Werkstätten und Politikern abgesehen)? Dass in den amtlichen Statistiken die dynamische Preisentwicklung im Immobiliensektor und bei den Aktienkursen völlig unbeachtet bleibt, ist übrigens alles andere als ein dummer Zufall. Würden diese, was ja die Realität viel besser abbildete, in die Beobachtungen einfließen, ergäbe sich nämlich ein ziemlich erschreckendes Bild, das die staatlich orchestrierte Geldmengenvermehrung schlagartig offenbaren würde. Preissteigerungen auf breiter Front, quer durch alle Branchen, sind nämlich weder ein Naturphänomen, noch sind sie den Umtrieben geldgieriger Plutokraten geschuldet, sondern nur und ausschließlich die Folge einer Ausweitung der Geldmenge. Würde die Mehrheit der Wahlberechtigten diesen Zusammenhang durchschauen, käme das der Nomenklatura höchst ungelegen. Die macht nach dem Motto 'haltet den Dieb!' für die Preisinflation viel lieber gierige Unternehmer und ruchlose Spekulanten verantwortlich. Für die Regierenden ist es einfach komfortabler, das Publikum im irrigen Glauben zu lassen, gewissenlose Finanzjongleure und der ruchlose Turbokapitalismus seien für die dramatische Preisinflation in bestimmten Segmenten verantwortlich und nicht etwa die inflationäre Geldpolitik der Noten- und Geschäftsbanken. Preissteigerungen sowie Lohnerhöhungen, die durch die kalte Progression entwertet werden, und eine immer weiter verschärfte Inflation sorgen dafür, dass der Massenwohlstand sukzessive erodiert. Nicht etwa der von denjenigen, die zur Wohlstandsproduktion wenig oder nichts beitragen, denn die verfügen ja unter den Sozialisten in allen Parteien und in den NGO´s über eine mächtige Lobby. Auch nicht jener der wirklich Vermögenden, die immer Mittel und Wege finden, um der frivolen Fiskal- und Schuldenpolitik der Regierungen geschickt auszuweichen oder gar daran zu verdienen. Nein, der hart arbeitende und von allen Seiten immer stärker unter Druck geratene Mittelstand ist es, der die Zeche bezahlt. Die sinkende Zahl 'echter' Unternehmer (also solcher, die nicht als gut verdienende Angestellte gekündigt wurden und nun als 'Selbständige' einem einzigen Kunden - ihrem vormaligen Dienstgeber - zuarbeiten), ist das unübersehbare Symptom einer zunehmenden Proletarisierung unserer Gesellschaft. Es handelt sich um die Konsequenz einer vermeintlich arbeitnehmerfreundlichen Gesellschafts-, Umverteilungs- und Fiskalpolitik. Sozialistische Umverteilungspolitik erreicht früher oder später immer ein für alle Beteiligten trauriges Ende. Dann nämlich, wenn das Geld des bürgerlichen Klassenfeindes restlos verjubelt ist. Zu diesem Zeitpunkt werden die dafür Verantwortlichen allerdings längst nicht mehr in Amt und Würden sein. Für die in ihrer aktiven Zeit getätigten Fehlleistungen sind sie aufgrund der in Demokratien herrschenden, unbeschränkten Narrenfreiheit der politischen Klasse ohnehin niemals haftbar. Der aus dem Libanon stammende Erfolgsautor Nassim Taleb ('Der schwarze Schwan') würde 'Skin in the Game' einmahnen: Ohne persönliches Engagement und Risikoübernahme werden nur selten klugen Entscheidungen getroffen. So einfach ist das."

Ernst Wolff , 22.12.2018 : "Das Jahr 2018 wird als das Jahr der großen Wende in die Geschichte eingehen. Nach einer fast zehnjährigen Periode, in der die Finanzmärkte durch künstliche Geld-Injektionen aufgebläht wurden und immer neue Höchststände erreichten, sind die Kurse, insbesondere in den letzten drei Monaten, auf breiter Front gefallen. Hintergrund und tiefere Ursache dieser Trendwende ist die Tatsache, dass sich die Zentralbanken von ihrer lockeren Geldpolitik verabschiedet haben. Auch wenn die Mehrheit der Menschen es nicht einmal ahnt, wird diese geldpolitische Umkehr unser aller Leben von Grund auf verändern. Privathaushalte, Konzerne und Staaten haben die Geldschwemme und die niedrigen Zinsen der vergangenen Jahre genutzt, um den höchsten Schuldenberg aller Zeiten anzuhäufen. Sie können ihre Kredite jedoch nur so lange bedienen, wie die Finanzmärkte weiter wachsen oder zumindest nicht nachgeben. Das aber ist bei verringerter Geldzufuhr und höheren Zinsen nicht möglich. Wenn die Zentralbanken 2019 an ihrem neuen Kurs festhalten, wird sich zwangsläufig folgendes Szenario ergeben: Immer mehr Schuldner werden in Zahlungsverzug geraten und gezwungen sein, ihre Vermögenswerte (vor allem Aktien, Anleihen oder Immobilien) zu verkaufen. Das wird die Talfahrt an den Finanzmärkten beschleunigen und das Vertrauen der Kreditgeber in die Kreditnehmer so stark erschüttern, dass sie immer weniger Kredite vergeben. Auf diese Weise wird eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale entstehen, die irgendwann den sogenannten 'Margin Call', also ein flächendeckendes Einfordern sämtlicher Schulden, auslöst – mit der Folge, dass das gesamte System in sich zusammenbricht. Selbst wenn die Zentralbanken das Ruder entgegen ihren Ankündigungen herumreißen und zur lockeren Geldpolitik der vergangenen Jahre zurückkehren würden, könnten das System nicht mehr retten: Die Zinssätze sind weltweit auf historisch niedrigem Niveau, eine spürbare Entlastung des Finanzsektors wäre nur durch eine Senkung in den Negativbereich zu erreichen. Das aber würde die Kreditvergabe durch die Banken (die dann bei jedem Kredit draufzahlen müssten) ebenfalls zum Erliegen bringen. Auch weitere Geld-Injektionen können nicht mehr helfen, sondern höchstens ein vorübergehendes Strohfeuer entfachen. Das aber würde die vorhandenen Blasen weiter aufblähen und dadurch einen zunehmenden Vertrauensverlust erzeugen, der irgendwann zu einer Massenflucht aus den Finanzwerten und damit ebenfalls in den Systemkollaps führen würde."

Antony P. Mueller , 28.12.2018: "Zum Tango braucht man zwei, sagt man, und wo ein Kreditnehmer ist, muss auch ein Kreditgeber sein. Gegen besseres Wissen vergeben internationale Investoren freizügig Kredite, weil sie von ihren nationalen Regierungen und den internationalen Organisationen ein Rettungspaket erwarten, falls etwas schief gehen sollte. Regierungen und Zentralbanken in den Gläubigerländern stellen ein Sicherheitsnetz zur Verfügung und lösen dadurch Moral Hazard aus – das so genannte moralische Risiko, das darin besteht, dass man relativ mehr Risiken auf sich nimmt, weil man mit einem Sicherheitsnetz rechnet. Was passiert, wenn sich die nächste Krise als die Spätphase einer Solvenzkrise erweist? Dies würde zeigen, dass die Krisen der vergangenen Jahrzehnte ebenfalls Solvenzkrisen waren und nun noch mehr Liquidität keine Abhilfe mehr schaffen kann. Im Verlauf der Krisenbekämpfung hat sich die Weltwirtschaft immer mehr der Klippe angenähert. Das nächste Mal hört die Musik wohl auf zu spielen. Zusätzlich zu den Kreditgebern und Kreditnehmern benötigt ein Schuldenfestival auch eine Kapelle, die die Musik dazu spielt, d.h. welche die Liquidität liefert. Dieser Faktor wird in der Regel zu wenig beachtet. Die verantwortlichen Institutionen meiden eine Reform des internationalen Währungssystems. Sie verhalten sich wie der indolente Bauer, dessen Scheunendach ein großes Loch hat. Scheint die Sonne, sieht er keinen Bedarf dafür und wenn es regnet, ist es zu spät. Seit dem Ende des Goldstandards hat das internationale Währungssystem keinen Anker mehr. In den Phasen der Liquiditätsflut werden tiefgreifende globale Ungleichgewichte geschaffen. Extreme Leistungsbilanzdefizite einiger Volkswirtschaften bedeuten entsprechend Überschüsse in anderen Ländern. Je länger diese Ungleichgewichte anhalten, desto schwieriger wird es, sie zu korrigieren. Wenn der Ausgleich dann endlich stattfindet, erfolgt dieser dann nicht selten abrupt und hart. Die globale Verschuldung, die durch die monetären Exzesse der Zentralbanken angeheizt wurde, hat die Anfälligkeit des Systems erhöht. Die Zahl der Finanzmarktteilnehmer mit zu geringem Eigenkapital nimmt zu und damit steigt das Risiko, nicht imstande zu sein, unerwartete Wertverluste ausgleichen zu können. Viele Finanzinstitutionen setzen immer noch auf eine Rettungsaktion durch Regierungen und internationale Organisationen. Sie gehen davon aus, dass, wenn Probleme auftreten sollten, ihr Ruf nach dem Staat gehört werden wird. Wie üblich werden die Chefs der Großbanken argumentieren, dass ohne die Hilfe der Regierung das gesamte Finanzsystem zusammenbrechen wird. Dies war das Spiel, das während der Finanzkrise von 2008 ausgiebig betrieben wurde. Infolgedessen haben die intervenierenden Regierungen und Zentralbanken immense Schulden angesammelt und sind so selbst in einen Zustand der Fragilität geraten. Bei der nächsten Finanzkrise stellt sich die Frage, wer die Rettungsmannschaft retten soll. Wenn, wie heute üblich, die Manager der internationalen Banken und Investmentfonds sowie die Leiter der Ratingagenturen, die Weltbank und der Internationale Währungsfonds sich auf die Wachstumsraten, die Investitionsraten und das Preisniveau konzentrieren, um mittels dieser Kennzeichen die Solidität einer Volkswirtschaft zu diagnostizieren, werden sie erneut schweren Fehleinschätzungen erliegen. Diese Art von Analysen ist unvollständig, um die Dynamik des Konjunkturzyklus zu erfassen, da sie die Rolle des Kapitals auslassen. Auf der Grundlage ihrer verkürzten Modelle hauptsächlich neo-keynesianischer Machart definieren Zentralbanker die Finanzkrisen als Liquiditätskrise. Genau aus diesem Grund haben sie konsequenterweise das globale Finanzsystem mit Geld überflutet und so versucht, mit immer mehr Geld und mehr Krediten das Problem zu lösen. Das globale Finanzsystem erlebt einen Boom, während die so bewältigte Krise die Voraussetzungen für die nächste schafft. Das Spiel kann nur fortgesetzt werden, solange der letzte Schritt noch nicht erfolgt ist. Die staatliche Zentralbank als unbegrenzter Kreditgeber der letzten Instanz wird als Rettungswagen zur Unfallstelle gerufen. Der Staat wird als Retter begrüßt, auch wenn dieser zusammen mit seiner Notenbank den Grundstein für die Entstehung der Krise gelegt hat. Eine der Tragödien unserer Zeit ist, dass Wirtschaftskrisen als Krise des Kapitalismus missverstanden werden und der freie Markt als Ursache genannt wird, obwohl erstens heute das Geld im Umlauf vorwiegend staatliches Geld ist und zweitens die Finanzmärkte zu denjenigen Märkten gehören, welche die am stärksten regulierten Wirtschaftssektoren darstellen. Tatsächlich ist der Ausweg aus dem destruktiven Kreislauf von Boom und Crash, dass der Staat von der Wirtschaftslenkung vollständig die Finger lässt und eine freie Währungswahl zulässt."

Markus Krall , 09.01.2019: "Am bedrohlichsten empfinde ich die monetäre Krise und die Auseinandersetzung mit dem radikalen Islam. Beide sind verwoben, weil die monetäre Krise das Risiko birgt, Europa wirtschaftlich und militärisch nachhaltig zu schwächen und zugleich den Weg in den Sozialismus ebnen könnte. Ein unfreies Europa wäre aber im globalen Kräftemessen mit einer neoimperialistisch auftretenden Türkei nicht handlungs- und verteidigungsfähig. Die monetäre Krise ist auch deshalb so gefährlich, weil sie die zeitlich wahrscheinlich am nächsten liegende Diskontinuität darstellt. Wir sind nicht vorbereitet und die Politik macht keine Anstalten, Vorbereitungen zu treffen. So zeichnet sich das letzte Elitenversagen der alten Parteiendemokratie in Europa ab, denn die folgende Wirtschaftskrise können die alten Parteien mit ihrem advers selektierten Personal nicht lösen. Wir erleben seit mehreren Legislaturperioden, insbesondere seit dem Beginn der Kanzlerschaft von Frau Merkel in Deutschland ein Versagen der politischen Elite, das sich aus zwei politisch-ökonomischen Effekten speist und sich dadurch auszeichnet, dass es die Verachtung für fundamentale volkswirtschaftliche Sachzusammenhänge zum Ausdruck bringt. Das Ergebnis ist eine fehlgeleitete Wirtschafts-, Währungs-, Finanz- und Sicherheitspolitik, die auf allen wichtigen Feldern planwirtschaftlich agiert und die Basis unseres auf der Marktwirtschaft ruhenden Wohlstands nachhaltig unterminiert. Das einzig nachhaltige an dieser Politik ist in der Tat ihre Fähigkeit zur Zerstörung der Erfolgsvoraussetzungen der Wirtschaft. Welche politisch ökonomischen Effekte sind hier am Werk? Da ist zunächst die Bezahlstruktur der Abgeordneten. Die ursprünglich als Entschädigung für Verdienstausfall gedachte Abgeordneten-'Diät' (Eine Begrifflichkeit von unabsichtlich heftiger Süffisanz) liegt um den Faktor 3 über dem Durchschnittseinkommen der Deutschen und ist fix, bemisst sich also nicht an dem tatsächlichen Einkommensverzicht des betreffenden Politikers. Das Ergebnis ist, dass Menschen, deren Einkommen unter dieser Diät liegt, in die Politik streben, weil sie dort ohne zusätzliche Qualifikation ein deutlich höheres Einkommen erzielen können. Da aber Intelligenz und Einkommen positiv korreliert sind, weil Menschen Intelligenz für die Erzielung von höheren Einkommen nutzen, schließt diese Bezahlstruktur die intellektuelle Elite des Landes im Wesentlichen vom politischen Entscheidungsprozess aus. Dazu kommt die Abhängigkeit der Abgeordneten hinsichtlich ihrer Karrierechancen von der jeweiligen Parteispitze, die vor allem im Listensystem bei den Wahlen ihren Ausdruck findet. Der Abgeordnete ist so nicht mehr seinem Gewissen verpflichtet, sondern der gewissenhaften Befolgung der von der Spitze vorgegebenen Parteilinie. Beide Effekte bedingen und verstärken sich. Sie bringen unterdurchschnittlich begabte und zu einem Mangel an Rückgrat neigende Individuen nach oben und schließen kritisches Denken aus. Das Ergebnis dieser Art der Qualitätsauswahl sehen wir in der Finanzpolitik, beim Mietrecht, bei der Regulierung der Banken, bei der Überbürokratisierung der Wirtschaft, bei der historisch hohen und expropriativen Steuerbelastung, bei der wahnhaft betriebenen Einwanderung in die bald unbezahlbaren Sozialsysteme, bei der Erosion des Rechtsstaates in Fragen der Geldpolitik, beim Verlust der inneren und äußeren Sicherheit, bei der geballten Inkompetenz in der Sicherstellung unserer Verteidigungsfähigkeit, beim Verfall der Infrastruktur, von Straßen, Brücken, Schulen und Versorgungssystemen, beim Hinterherhinken in der Datennetzversorgung im internationalen Vergleich, bei der experimentell entgleisten Bildungspolitik, beim Pyramidenschema der staatlichen Rente, bei der Unfähigkeit und dem Unwillen der Politik die Sprengsätze, die den Euro gefährden, zu erkennen und der Weigerung, offenkundige Risiken in das Kalkül politischen Handelns einzubeziehen. Dieses Elitenversagen beschränkt sich nicht nur auf die Politik, sondern greift auch in die Rechtsprechung, die Verwaltung und zum Teil in die durch Fehlanreize verzerrte Privatwirtschaft über. Die Bevölkerung, die aufgrund des vom Strohfeuer ultralockerer Geldpolitik jahrelang in einer Scheinblüte gestützten Wirtschaft über die tatsächlichen Verhältnisse getäuscht ist und die sich über die Risikokosten, die man ihr längst aufgebürdet hat, deshalb nicht im Klaren ist, wird beim Zusammenbruch des Euro und der Banken schmerzhaft aus dem Dornröschenschlaf der politischen Illusionisten gerissen werden. Die Reaktion wird heftig sein. Sie wird die parteipolitische Elite aus dem Amt drängen. Insofern wird dieses Versagen der letzte Ausdruck einer Elite sein, die danach nicht mehr an den Schalthebeln der Macht sitzen wird."

Unsere Wirtschaft kann sich schon seit einigen Jahren also gar nicht mehr selbst erhalten, sondern hängt am Tropf (an der Gelddruckerei) der Europäischen Zentralbank. Man versucht so, die Wirtschaft zu stimulieren. Das ist auch der Grund, warum man die massenhafte Einwanderung nach Deutschland zulässt. Es profitieren jedoch nur Großkonzerne und Politiker, die nach Einbürgerung der Fremden neue Konsumenten bzw. Wählerstimmen bekommen wollen.
Die gegenwärtige Bundesregierung möchte sich nicht auf eine Obergrenze für Einwanderer festlegen, es gibt jedoch anscheinend eine inoffizielle Untergrenze von etwa 3 Mio Arbeitslosen im weiteren Sinne, um den Druck auf die Beschäftigten aufrecht zu halten. Ohne massenhafte Einwanderung bräuchte man keine Gesetze zu Mindestlohn, sozialem Wohnungsbau und Mietpreisbremse: der Markt könnte das am besten regeln.
Die Masseneinwanderung verhindert außerdem das Erreichen einer ausgeglichenen nationalen Ökobilanz.
Land-, Rohstoff- und Energieverbrauch nehmen unweigerlich zu.

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