Unsere Wirtschaft

Stand: 14.03.2019
Die Globalisierung, d.h. die Verflechtung der Weltwirtschaft durch exzessiven Handel befindet sich meiner Einschätzung nach auf ihrem Höhepunkt und wird in den nächsten Jahren zurückgehen, weil sich die Triebkräfte der Globalisierung abschwächen, während Vorteile einer verbrauchernahen Produktion deutlich werden:
Bisher führte die Industrialisierung von aufstrebenden Ländern, insbesondere von China, zu einem hohen Export deutscher Produkte wie Maschinen, Anlagenteile und Kraftfahrzeuge. Im Gegenzug wurden zumeist Waren, die viel Handarbeit erfordern, nach Deutschland importiert. Doch der Vorsprung, den die Technologie und die Qualität deutscher Produkte einstmals hatte und der einen relativ hohen Preis rechtfertigte, ist in den meisten Bereichen gesunken oder sogar ganz verschwunden. Dadurch sind viele Produktionszweige aus Deutschland abgewandert, obwohl diese Waren von praktisch jedem Bürger benutzt werden, wie u.a. Unterhaltungselektronik (Fernseher, Hifi-Anlage, Smartphones), Computer, Haushaltsgeräte, Schuhe und Bekleidung. Tatsächlich ist es für einen Käufer in den meisten Fällen schwierig, den Anteil heimischer Wertschöpfung an einer Ware zu erkennen.
Schaut man sich heutzutage in den Geschäften um, findet man außer Lebensmittel, Möbel und Baustoffen nur noch wenige Waren, die zweifelsfrei zu einem überwiegenden Teil bei uns hergestellt worden sind.
Die Asiaten sind dabei, nach ihrem Erfolg bei den Konsumgütern auch bei den Investitionsgütern den Markt zu erobern. Für die noch konkurrenzfähigen Produkte verschärft sich der Wettbewerb.
Bei der Energieversorgung ist Deutschland besonders vom Ausland abhängig. So hat Deutschland 2017 etwa 70 % seines Primärenergiebedarfs importiert und erst 5,2 % seines Endenergiebedarfs im Verkehr durch erneuerbare Energie gedeckt. Wir sollten unseren Verbrauch und damit unsere Abhängigkeit vom Erdöl reduzieren, denn der von kurzfristigen Schwankungen abgesehen noch relativ günstige Preis für fossilen Kraftstoff wird spätestens ab Ende nächsten Jahres deutlich steigen.
Eine Lösung können Elektro-Autos sein, die mit einer Brennstoffzelle oder mit einem Akkusatz betrieben werden.
Die Akkutechnologie wird zwar auch in Deutschland entwickelt ; die Akkuzellen werden hierzulande aber noch nicht in Großserie produziert. Eine Akku-Fabrik ist in Planung, allerdings als chinesische Investition.
Hauptursache der internationalen Arbeitsteilung ist, wie allseits bekannt, der Unterschied der Löhne und Gehälter bei uns zu denen in den Schwellenländern. Dieser Unterschied wird nur langsam sinken, denn einerseits verhindert das Heer der Arbeitsuchenden in Asien einen deutlichen Anstieg der dortigen Einkommen, andererseits stößt eine Stagnation der Einkommen bei uns auf großen Widerstand, zumal Manager und Politiker selbst immer mehr kassieren. Die Verlagerung von Investitionen bewirkt mehr als jede Entwicklungshilfe einen gewissen Ausgleich zwischen den (noch) reichen und den (noch) armen Ländern. Erwerbstätige in privaten Unternehmen in den wohlhabenden Ländern wie Deutschland müssen sich um den Arbeitsplatz sorgen.
Wir können also auf Dauer nicht hohe Einkommen beziehen und gleichzeitig billige Waren aus dem Ausland kaufen, weil die hier hergestellten als zu teuer gelten.

Die folgenden vier Faktoren haben einen hemmenden Einfluss auf den Welthandel:
1. Verknappung und somit Verteuerung von Erdöl und Erdgas:
Dies führt zu einer Verteuerung von Transporten und macht Transporte unrentabel, die höhere Kosten verursachen als durch Einsparung bei den Personalkosten für die Produktion im Ausland herausgeholt werden kann. Eine Produktion in der Nähe der Verbraucher wird sich dann durchsetzen. Außerdem begünstigt es die Nutzung heimischer erneuerbarer Energiequellen und Rohstoffe , was inländische Arbeitsplätze schafft.
2. Automatisierung in der Produktion:
Diese ist bei uns schon weit fortgeschritten und hat den Anteil der Personalkosten an der Produktion gesenkt. Eine hohe Produktivität der Facharbeiter kann also die relativ hohen Löhne rechtfertigen.
Die Rationalisierung trägt demnach zwar betriebswirtschaftlich zur Konkurrenzfähigkeit hiesiger Produkte bei, doch volkswirtschaftlich ergibt sich das Problem der Arbeitslosigkeit. Der Staat sorgt künstlich für Entspannung auf dem Arbeitsmarkt , indem er unproduktive Arbeitsplätze im Sicherheitsbereich schafft.
3. Sättigung von Absatzmärkten:
Der lange angehaltene Wohlstand bei uns hat zu einer Sättigung des Bedarfs bei nahezu allen Produkten geführt. Bei nicht zum Leben notwendigen Waren ist entweder der Preis das wichtigste Verkaufsargument oder technische Verbesserungen , die jedoch entgegen den Aussagen aus der Werbung meist eher gering oder gar fragwürdig sind. Wirkliche Neuheiten, die einen unbestreitbaren Nutzen haben, gibt es vielleicht alle 10 Jahre. Wegen des stagnierenden Inlandsmarktes wird der Import kaum noch steigen, womit der Export ebenfalls nicht mehr steigen muss, um die Handelsbilanz auszugleichen.
4. Alterung der Gesellschaft:
Immer mehr Rentner bei weniger Berufstätigen stellen eine Herausforderung für den Generationenvertrag dar. Aber die meisten Rentner sind mit ihrer materiellen Situation durchaus zufrieden; die Gesundheit steht dann zunehmend im Vordergrund. Viele wollen und können noch eine sinnvolle Tätigkeit ausüben, z.B. die Betreuung der Enkel bis irgendwann die Kräfte nachlassen.

Manfred Julius Müller:
"Der völlige Zusammenbruch der Hochlohnländer konnte bisher nur verhindert werden durch eine atemberaubende Billigzinspolitik und teure Konjunkturpakete. Die Zentralbanken stellen den Geschäftsbanken frisch generiertes (= frisch gedrucktes) Geld fast zum Nulltarif zur Verfügung. Diese ausufernde Geldschwemme stellt alle moralischen und marktwirtschaftlichen Prinzipien auf den Kopf und entwertet natürlich auch echtes (reales) Geld. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann auch diese Blase platzt. Und alles nur, weil man glaubt, auf angemessene Einfuhrzölle verzichten zu müssen."

Antony P. Mueller , 28.12.2018: "Zum Tango braucht man zwei, sagt man, und wo ein Kreditnehmer ist, muss auch ein Kreditgeber sein. Gegen besseres Wissen vergeben internationale Investoren freizügig Kredite, weil sie von ihren nationalen Regierungen und den internationalen Organisationen ein Rettungspaket erwarten, falls etwas schief gehen sollte. Regierungen und Zentralbanken in den Gläubigerländern stellen ein Sicherheitsnetz zur Verfügung und lösen dadurch Moral Hazard aus – das so genannte moralische Risiko, das darin besteht, dass man relativ mehr Risiken auf sich nimmt, weil man mit einem Sicherheitsnetz rechnet. Was passiert, wenn sich die nächste Krise als die Spätphase einer Solvenzkrise erweist? Dies würde zeigen, dass die Krisen der vergangenen Jahrzehnte ebenfalls Solvenzkrisen waren und nun noch mehr Liquidität keine Abhilfe mehr schaffen kann. Im Verlauf der Krisenbekämpfung hat sich die Weltwirtschaft immer mehr der Klippe angenähert. Das nächste Mal hört die Musik wohl auf zu spielen. Zusätzlich zu den Kreditgebern und Kreditnehmern benötigt ein Schuldenfestival auch eine Kapelle, die die Musik dazu spielt, d.h. welche die Liquidität liefert. Dieser Faktor wird in der Regel zu wenig beachtet. Die verantwortlichen Institutionen meiden eine Reform des internationalen Währungssystems. Sie verhalten sich wie der indolente Bauer, dessen Scheunendach ein großes Loch hat. Scheint die Sonne, sieht er keinen Bedarf dafür und wenn es regnet, ist es zu spät. Seit dem Ende des Goldstandards hat das internationale Währungssystem keinen Anker mehr. In den Phasen der Liquiditätsflut werden tiefgreifende globale Ungleichgewichte geschaffen. Extreme Leistungsbilanzdefizite einiger Volkswirtschaften bedeuten entsprechend Überschüsse in anderen Ländern. Je länger diese Ungleichgewichte anhalten, desto schwieriger wird es, sie zu korrigieren. Wenn der Ausgleich dann endlich stattfindet, erfolgt dieser dann nicht selten abrupt und hart. Die globale Verschuldung, die durch die monetären Exzesse der Zentralbanken angeheizt wurde, hat die Anfälligkeit des Systems erhöht. Die Zahl der Finanzmarktteilnehmer mit zu geringem Eigenkapital nimmt zu und damit steigt das Risiko, nicht imstande zu sein, unerwartete Wertverluste ausgleichen zu können. Viele Finanzinstitutionen setzen immer noch auf eine Rettungsaktion durch Regierungen und internationale Organisationen. Sie gehen davon aus, dass, wenn Probleme auftreten sollten, ihr Ruf nach dem Staat gehört werden wird. Wie üblich werden die Chefs der Großbanken argumentieren, dass ohne die Hilfe der Regierung das gesamte Finanzsystem zusammenbrechen wird. Dies war das Spiel, das während der Finanzkrise von 2008 ausgiebig betrieben wurde. Infolgedessen haben die intervenierenden Regierungen und Zentralbanken immense Schulden angesammelt und sind so selbst in einen Zustand der Fragilität geraten. Bei der nächsten Finanzkrise stellt sich die Frage, wer die Rettungsmannschaft retten soll. Wenn, wie heute üblich, die Manager der internationalen Banken und Investmentfonds sowie die Leiter der Ratingagenturen, die Weltbank und der Internationale Währungsfonds sich auf die Wachstumsraten, die Investitionsraten und das Preisniveau konzentrieren, um mittels dieser Kennzeichen die Solidität einer Volkswirtschaft zu diagnostizieren, werden sie erneut schweren Fehleinschätzungen erliegen. Diese Art von Analysen ist unvollständig, um die Dynamik des Konjunkturzyklus zu erfassen, da sie die Rolle des Kapitals auslassen. Auf der Grundlage ihrer verkürzten Modelle hauptsächlich neo-keynesianischer Machart definieren Zentralbanker die Finanzkrisen als Liquiditätskrise. Genau aus diesem Grund haben sie konsequenterweise das globale Finanzsystem mit Geld überflutet und so versucht, mit immer mehr Geld und mehr Krediten das Problem zu lösen. Das globale Finanzsystem erlebt einen Boom, während die so bewältigte Krise die Voraussetzungen für die nächste schafft. Das Spiel kann nur fortgesetzt werden, solange der letzte Schritt noch nicht erfolgt ist. Die staatliche Zentralbank als unbegrenzter Kreditgeber der letzten Instanz wird als Rettungswagen zur Unfallstelle gerufen. Der Staat wird als Retter begrüßt, auch wenn dieser zusammen mit seiner Notenbank den Grundstein für die Entstehung der Krise gelegt hat. Eine der Tragödien unserer Zeit ist, dass Wirtschaftskrisen als Krise des Kapitalismus missverstanden werden und der freie Markt als Ursache genannt wird, obwohl erstens heute das Geld im Umlauf vorwiegend staatliches Geld ist und zweitens die Finanzmärkte zu denjenigen Märkten gehören, welche die am stärksten regulierten Wirtschaftssektoren darstellen. Tatsächlich ist der Ausweg aus dem destruktiven Kreislauf von Boom und Crash, dass der Staat von der Wirtschaftslenkung vollständig die Finger lässt und eine freie Währungswahl zulässt."

Markus Krall , 09.01.2019: "Am bedrohlichsten empfinde ich die monetäre Krise und die Auseinandersetzung mit dem radikalen Islam. Beide sind verwoben, weil die monetäre Krise das Risiko birgt, Europa wirtschaftlich und militärisch nachhaltig zu schwächen und zugleich den Weg in den Sozialismus ebnen könnte. Ein unfreies Europa wäre aber im globalen Kräftemessen mit einer neoimperialistisch auftretenden Türkei nicht handlungs- und verteidigungsfähig. Die monetäre Krise ist auch deshalb so gefährlich, weil sie die zeitlich wahrscheinlich am nächsten liegende Diskontinuität darstellt. Wir sind nicht vorbereitet und die Politik macht keine Anstalten, Vorbereitungen zu treffen. So zeichnet sich das letzte Elitenversagen der alten Parteiendemokratie in Europa ab, denn die folgende Wirtschaftskrise können die alten Parteien mit ihrem advers selektierten Personal nicht lösen. Wir erleben seit mehreren Legislaturperioden, insbesondere seit dem Beginn der Kanzlerschaft von Frau Merkel in Deutschland ein Versagen der politischen Elite, das sich aus zwei politisch-ökonomischen Effekten speist und sich dadurch auszeichnet, dass es die Verachtung für fundamentale volkswirtschaftliche Sachzusammenhänge zum Ausdruck bringt. Das Ergebnis ist eine fehlgeleitete Wirtschafts-, Währungs-, Finanz- und Sicherheitspolitik, die auf allen wichtigen Feldern planwirtschaftlich agiert und die Basis unseres auf der Marktwirtschaft ruhenden Wohlstands nachhaltig unterminiert. Das einzig nachhaltige an dieser Politik ist in der Tat ihre Fähigkeit zur Zerstörung der Erfolgsvoraussetzungen der Wirtschaft. Welche politisch ökonomischen Effekte sind hier am Werk? Da ist zunächst die Bezahlstruktur der Abgeordneten. Die ursprünglich als Entschädigung für Verdienstausfall gedachte Abgeordneten-'Diät' (Eine Begrifflichkeit von unabsichtlich heftiger Süffisanz) liegt um den Faktor 3 über dem Durchschnittseinkommen der Deutschen und ist fix, bemisst sich also nicht an dem tatsächlichen Einkommensverzicht des betreffenden Politikers. Das Ergebnis ist, dass Menschen, deren Einkommen unter dieser Diät liegt, in die Politik streben, weil sie dort ohne zusätzliche Qualifikation ein deutlich höheres Einkommen erzielen können. Da aber Intelligenz und Einkommen positiv korreliert sind, weil Menschen Intelligenz für die Erzielung von höheren Einkommen nutzen, schließt diese Bezahlstruktur die intellektuelle Elite des Landes im Wesentlichen vom politischen Entscheidungsprozess aus. Dazu kommt die Abhängigkeit der Abgeordneten hinsichtlich ihrer Karrierechancen von der jeweiligen Parteispitze, die vor allem im Listensystem bei den Wahlen ihren Ausdruck findet. Der Abgeordnete ist so nicht mehr seinem Gewissen verpflichtet, sondern der gewissenhaften Befolgung der von der Spitze vorgegebenen Parteilinie. Beide Effekte bedingen und verstärken sich. Sie bringen unterdurchschnittlich begabte und zu einem Mangel an Rückgrat neigende Individuen nach oben und schließen kritisches Denken aus. Das Ergebnis dieser Art der Qualitätsauswahl sehen wir in der Finanzpolitik, beim Mietrecht, bei der Regulierung der Banken, bei der Überbürokratisierung der Wirtschaft, bei der historisch hohen und expropriativen Steuerbelastung, bei der wahnhaft betriebenen Einwanderung in die bald unbezahlbaren Sozialsysteme, bei der Erosion des Rechtsstaates in Fragen der Geldpolitik, beim Verlust der inneren und äußeren Sicherheit, bei der geballten Inkompetenz in der Sicherstellung unserer Verteidigungsfähigkeit, beim Verfall der Infrastruktur, von Straßen, Brücken, Schulen und Versorgungssystemen, beim Hinterherhinken in der Datennetzversorgung im internationalen Vergleich, bei der experimentell entgleisten Bildungspolitik, beim Pyramidenschema der staatlichen Rente, bei der Unfähigkeit und dem Unwillen der Politik die Sprengsätze, die den Euro gefährden, zu erkennen und der Weigerung, offenkundige Risiken in das Kalkül politischen Handelns einzubeziehen. Dieses Elitenversagen beschränkt sich nicht nur auf die Politik, sondern greift auch in die Rechtsprechung, die Verwaltung und zum Teil in die durch Fehlanreize verzerrte Privatwirtschaft über. Die Bevölkerung, die aufgrund des vom Strohfeuer ultralockerer Geldpolitik jahrelang in einer Scheinblüte gestützten Wirtschaft über die tatsächlichen Verhältnisse getäuscht ist und die sich über die Risikokosten, die man ihr längst aufgebürdet hat, deshalb nicht im Klaren ist, wird beim Zusammenbruch des Euro und der Banken schmerzhaft aus dem Dornröschenschlaf der politischen Illusionisten gerissen werden. Die Reaktion wird heftig sein. Sie wird die parteipolitische Elite aus dem Amt drängen. Insofern wird dieses Versagen der letzte Ausdruck einer Elite sein, die danach nicht mehr an den Schalthebeln der Macht sitzen wird."

Ulrich van Suntum , 27.01.2019:
"Solange der Euroraum Bestand hat, sind Targetsalden eher ein Symptom für wirtschaftliche Ungleichgewichte, aber eigentlich kein eigenständiges Problem. Tritt allerdings ein Land aus oder zerbricht gar die gesamte Währungsunion, ändert sich dies sofort. Wenn die Targetsalden nicht spätestens dann durch Übertragung von werthaltigen Aktiva ausgeglichen werden, käme es zu riesigen Verlusten der Gläubigerländer, während die Länder mit den negativen Targetsalden sich entsprechend bereichern würden. Target-Salden sind allerdings nur Teil eines umfassenderen Problems einer Währungsunion zwischen souveränen Staaten. Denn dadurch, dass alle das gleiche Geld schaffen können, ergeben sich noch viele andere Möglichkeiten, sich auf Kosten der anderen Mitglieder nationale Vorteile zu verschaffen. Leider gibt es in der Eurozone keine explizite Vereinbarung, dass Targetsalden bei Austritt aus der Währungsunion zu begleichen sind, auch wenn sowohl EZB-Chef Draghi als auch Bundesbankpräsident Weidmann dies kürzlich als selbstverständlich bezeichnet haben. Zudem hat beispielsweise die italienische Zentralbank gar nicht genug Reserven, um im Ernstfall ihre Targetverpflichtung von fast 500 Mrd.€ zu erfüllen. Darum wäre es besser, die Targetsalden gar nicht erst in solche schwindelerregenden Höhen steigen zu lassen. Wie man das am besten macht und wie wahrscheinlich der Austritt Italiens oder eines anderen Landes überhaupt ist, das sind nach wie vor umstrittene Fragen. Klar ist aber inzwischen, dass bei einem Austritt Deutschlands aus der Eurozone ein Targetverlust von derzeit fast 1 Billion € drohen würde und dass es sich dabei keineswegs nur um eine bedeutungslose Buchungsgröße, sondern um einen realen Verlust für Deutschland handeln würde. Und es ist auch deutlich geworden in der intensiven Diskussion, dass darüber hinaus selbst in einer fortbestehenden Währungsunion weitere Mißbrauchsmöglichkeiten der gemeinsamen Geldschaffung bestehen und teilweise auch genutzt werden. Dazu gehört insbesondere der Geldverleih gegen unzureichende Sicherheiten durch die nationalen Zentralbanken, mit denen der gemeinsame Geldschöpfungsgewinn faktisch an die eigene Regierung oder an die eigenen Banken verschoben wird. Nimmt man all dies zusammen, so haben sich die Befürchtungen der frühen Gegner einer europäischen Währungsunion im Nachhinein zumindest in dieser Hinsicht leider bewahrheitet."

Klaus Schrader , 10.02.2019 : "In Italien endete das alte Jahr mit einer erneuten Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts, was die seit 2018 amtierende Regierung aus 'Movimento 5 Stelle' und 'Lega' sehr schnell auf ein Versagen der Vorgänger zurückführte. Die Krise der italienischen Wirtschaft sei verschleiert worden, auch das verschlechterte konjunkturelle Umfeld in EU und Weltwirtschaft wird als Erklärung nachgereicht. Italien wurde seit der Wirtschafts- und Finanzkrise immer wieder als potentieller Krisenkandidat angesehen, da es den Anschluss an die wirtschaftliche Entwicklung in der EU zu verlieren schien und von fiskalischer Instabilität und kriselnden Banken gekennzeichnet war. Wie alle anderen EU-Staaten wurde auch Italien von der Wirtschafts- und Finanzkrise getroffen, ein Einbruch bei Wirtschaftsleistung und Schieflagen in der Finanzwirtschaft mussten bewältigt werden. Die früheren italienischen Regierungen konnten wenigstens eine relative Stabilisierung erreichen, wobei sich die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank für Italien als hilfreich erwies. Auch wurden Strukturreformen in Angriff genommen, um die zunehmend schwächelnde Wirtschaft Italiens wieder wettbewerbsfähiger zu machen. Die Arbeitsmarktreformen der Regierungen Mario Montis und Matteo Renzis setzten mit der Steigerung der Arbeitsmobilität, der Erhöhung von Arbeitsanreizen und mit einer verbesserten Arbeitsmarktintegration von Arbeitslosen, Jugendlichen und Frauen an den entscheidenden Schwächen des italienischen Arbeitsmarkts an und führten zu kleineren Erfolgen. Die heutige Opposition hat damit gute Argumente, um die Schuldzuweisungen der neuen Regierung zurückzuweisen. Allerdings blieb in ihrer eigenen Regierungszeit der Reformprozess unvollendet, so dass eine wirkliche Trendwende auf dem Arbeitsmarkt ausblieb. Die unpopulären Strukturreformen wollte zuletzt auch die Regierung Renzi nicht mehr mit dem notwendigen Elan weiterverfolgen. Mehr als eine Stabilisierung hat auch sie nicht zustande gebracht. Die amtierende italienische Regierung stellt diese fragile Stabilität nun in Frage, indem sie die tieferen Ursachen für die italienische Misere nicht in den Strukturproblemen des Landes sehen möchte, die eine Verbesserung der Standortbedingungen erfordern würden. Vielmehr soll es eine großzügigere Sozialpolitik richten: Statt fiskalischer Konsolidierung mit einem sukzessiven Abbau des Schuldenbergs und statt einer Fortführung der eingeleiteten Strukturreformen steht plötzlich eine konsumorientierte Ausgabenpolitik im Vordergrund, die nur noch wenig Rücksicht auf Maastricht-Kriterien nimmt. Durch ein neues Bürgergeld ('Reddito di cittadinanza') und eine Frühverrentung ('Quota 100'), die Arbeitsplätze freimachen soll, werden Impulse erwartet, die zu einer Überwindung von Wachstumsschwäche und Massenarbeitslosigkeit führen sollen. Die Illusion herrscht vor, dass sich auf diese Weise die Ausgabenprogramme quasi von selbst finanzieren, und der Abbau des Schuldenbergs würde sich in dieser Logik irgendwann von selbst ergeben. Die Zweifel an der Multiplikatorwirkung dieser Programme und an der Effizienz der italienischen Arbeitsmarktinstitutionen werden geflissentlich ignoriert. Frühere italienische Regierungen hatten zumindest die Einsicht gewonnen, dass Strukturreformen unvermeidlich sind, doch blieb es häufig bei einzelnen Reformschritten. Diese 'dicken Bretter' müsste auch die gegenwärtige italienische Regierung bohren, um Italiens Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und das Land auf einen nachhaltigen Erholungspfad zu führen. Allerdings wird sich an den Ursachen für die italienische Wachstumsschwäche nichts ändern, wenn statt auf Strukturreformen auf eine Ankurbelung des Wachstums durch höhere, überwiegend konsumtive Staatsausgaben gesetzt wird. Auch zeigt der hohe Schuldenstand Italiens, dass es in der Vergangenheit keineswegs ein 'zu wenig' an schuldenfinanzierten Staatsausgaben gegeben hat. Die Betrachtung der einschlägigen Zeitreihen legt nahe, dass das italienische Wachstum von den Schulden der Vergangenheit nicht gefördert wurde. Ohne eine Haushaltskonsolidierung und einen sukzessiven Schuldenabbau wird vielmehr die Gefahr wachsen, dass bei steigenden Zinslasten und ausbleibenden Wachstumserfolgen die Schuldentragfähigkeit Italiens gefährdet wird. Es wäre zudem ein riskante Strategie der italienischen Politik darauf zu hoffen, dass die Europäische Zentralbank und die Eurogruppe als 'Retter' bereitstehen würden. Anders als Griechenland ist Italien ein wirtschaftliches Schwergewicht, dem nicht mit einem herkömmlichen Rettungsprogramm geholfen werden könnte. Italien muss sich stattdessen dem Urteil der Märkte stellen und selbst die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Risikozuschläge nicht zum Thema werden und eine Normalisierung der Geldpolitik nicht als Damoklesschwert erscheint."

Grinario von 'Geolitico' , 12.02.2019 :
"Die Tendenz zu postdemokratischen Zuständen wäre als Ausdruck einer tiefgreifenden strukturellen Krise dieses Systems zu deuten. In den letzten Jahrzehnten wurden von der Politik verschiedene Problemlösungsstrategien durchprobiert, um das Wohlstandsversprechen für alle Bürger unter den Bedingungen einer globalisierten Wirtschaft weiterhin einzuhalten. Aber es wurde (durch zunehmende Staats- und Privatverschuldung) allenfalls eine Wohlstandsillusion geschaffen, die für einige Zeit den sozialen Frieden aufrechterhalten konnte. Die Möglichkeiten im westlichen Wirtschaftssystem sind nun erschöpft. Somit bekommt auch das politische System in den Demokratien westlicher Prägung immer größere Legitima-tionsprobleme, und relativ rat- und hilflos mäandert die Politik nun durch eine zunehmend krisenhafte Zeit. Richtig schmerzhafte Einschnitte will sie nicht machen, weil das sofort vom Wähler abgestraft würde, deshalb wurde bisher immer versucht, einen Kassensturz und den Moment der Wahrheit hinauszuschieben. Und immer wieder wird natürlich versucht, auf die alten Strategien zurückzugreifen, beispielsweise über kreditfinanzierte Investitionsprogramme die Konjunktur anzukurbeln, um so wenigstens beschäftigungspolitische Strohfeuer zu generieren. Oder man erzeugt über Geldver-mehrungsaktionen der Zentralbanken und Niedrigzinsen eine Scheinstabilität, damit die unglaublichen Schuldentürme nicht zum Einsturz kommen. Sollte die Beschreibung der Situtation in den Industriestaaten in etwa zutreffen, ist möglicherweise die Postdemokratie eine von der Politik in ihrer Tendenz nicht ungern gesehene Entwicklung. Sie wäre damit quasi als eine verzweifelte Strategie anzusehen, die alten Machtverhältnisse wenigstens solange wie möglich zu bewahren, auch wenn die ökonomischen Grundlagen dafür schwinden. Wenn alle Optionen ausgeschöpft sind und man die realen Umstände nicht mehr grundlegend beeinflussen kann, muss man sich wenigstens die Möglichkeit offenhalten, weiterhin kontroverse Wahlkämpfe zu simulieren. Daraus wird keine Politik mit entscheidender Richtungsänderung hervorgehen. Vielmehr wird man wird die Zustände, soweit es geht, in niveaulosen, aber durch die Massenmedien weit verbreiteten Interviews schönreden und die politische Verantwortung, soweit es geht, an bürokratische, geldverteilende 'Stabilitäts'-Konstruktionen wie z. B. den ESM sowie an demokratisch nicht legitimierte Expertengremien und internationale Kommissionen und Einrichtungen abgeben. Aber auch das wird nur einige Zeit gutgehen."

Deutschland-Kurier , 08.03.2019 :
"Die Europäische Zentralbank (EZB) will südeuropäischen Zombie-Banken mit weiteren milliardenschweren Notkrediten unter die Arme greifen. Die Haftung deutscher Sparer wird damit ausgeweitet. Bei den neuen sogenannten TLTRO-Krediten (der Deutschland Kurier berichtete) handelt es sich laut EZB um Kredite mit sehr niedrigen Zinsen. Mithilfe dieser Notkredite sollen vor allem südeuropäische und französische Institute flüssig gehalten werden, um angesichts der europaweit einbrechenden Konjunktur weiter Geld in den Wirtschaftskreislauf pumpen zu können und so eine künstlich aufgeblähte Nachfrage zu schaffen. Im Ergebnis läuft es darauf hinaus, dass deutsche Sparer noch mehr als bisher in Haftung für faule Kredite genommen werden. Eine erste Serie großer Geldspritzen hatte die Euro-Notenbank im Juni 2014 beschlossen, eine zweite im März 2016. Banken in Italien, Spanien und Frankreich griffen verstärkt zu: Auf italienische Geldhäuser entfielen zuletzt noch ausstehende und teilweise bereits notleidende Langfristkredite in Höhe von rund 240 Milliarden Euro. Die neue aus dem Nichts kommende Kreditrunde bedeutet: Die Gelddruckmaschinen rotieren ab jetzt noch schneller. Dies ist aus Sicht von Finanzexperten praktisch ein geldpolitischer Offenbarungseid. Denn: Ohne neue Geldspritzen drohen schwere Verwerfungen an den Märkten für Staatsanleihen. Die Staatshaushalte mehrerer Euroländer würden kollabieren, weil Italien, Spanien, Frankreich und Griechenland ohne das bisherige und künftige Anleihen-kaufprogramm der EZB viel höhere Zinsen zahlen müssten – was de facto den Staatsbankrott bedeuten würde."

Oswald Metzger , 14.03.2019 :
"Im letzten Jahrzehnt wurde an den Welt-Börsen ein 'Mehrwert' von 50 Billionen Dollar notiert. Dabei 'wuchs' die globale Wirtschaft nur um 20 Billionen. Diese Börsenrallye der letzten Dekade ist teuer erkauft. Die US-Notenbank, die Bank von Japan und die EZB pumpten zusammen rund zehn Billionen Dollar in die Märkte. Sie blähten ihre Bilanzen durch den Kauf von Anleihen auf und senkten die Zinsen auf historische Tiefstände. Staaten, Unternehmen und Verbraucher nutzten das billige Geld und verschuldeten sich weiter kräftig. Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 sind deren Verbindlichkeiten von 118 Billionen Dollar auf aktuell 178 Billionen Dollar gestiegen. In diesem gewaltigen Schuldenaufwuchs von 60 Billionen Dollar verstecken sich die Risiken und Nebenwirkungen der aktuellen Börsenrallye. Ein Dollar Wirtschaftsaufschwung kostete umgerechnet drei Dollar Kreditaufnahme. Besonders anschaulich lässt sich das an der Verschuldung der USA im vergangenen Jahr aufzeigen. Um unglaubliche 1,5 Billionen Dollar ist dort 2018 der Schuldenstand gewachsen. Das entspricht etwa sieben Prozent des BIP. Das nominale Wirtschaftswachstum verzeichnete aber nur ein Plus von 5,3 Prozent. Wächst also die Wirtschaft nur noch kreditfinanziert? Ist die schöne Börsenrallye nur eine gewaltige Blase, die von den Injektionen der expansiven Geldpolitik der Notenbanken lebt? Dieser geschönte Börsenaufschwung wird gewaltig implodieren. Denn irgendwann werden die Schulden die Firmen auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Mit sieben Billionen Dollar stehen die US-Konzerne inzwischen in der Kreide. Das ist Negativrekord! Viele Unternehmen haben mit eigenen Anleihen billiges Fremdkapital eingeworben, mit dem sie dann eigene Aktien zurückgekauft haben. Fast 900 Milliarden Dollar sind allein an der Wallstreet im letzten Jahr Aktienrückkäufe registriert worden. Damit haben die Unternehmen künstlich ihre Kurse aufgeblasen, aber ihr operatives Geschäft nicht wirklich verbessert. Im laufenden wie im nächsten Jahr sind jeweils 700 Milliarden Dollar Firmenanleihen fällig. Wenn sich die Konjunktur weiter eintrübt, werden eine Reihe von Unternehmen Probleme bekommen, zu annehmbaren Konditionen zu prolongieren. Dass selbst Notenbankinjektionen dann nicht mehr unbedingt für Abhilfe sorgen, zeigen die europäischen Marktreaktionen auf Mario Draghis letzte Pressekonferenz in Frankfurt, in der er neue EZB-Finanzspritzen für Banken und eine Nullzinspolitik-Garantie bis ins kommende Jahr versprach. Die Märkte reagierten eher verhalten. Denn eigentlich dämmert immer mehr Akteuren, dass die EZB ihr Pulver weitgehend verschossen hat und Wachstum auf Pump nicht von Dauer sein kann. Dieser Pump-Kapitalismus wird scheitern – in seiner marktwirtschaftlichen wie staatskapitalistischen Ausprägung."

Unsere Wirtschaft kann sich schon seit einigen Jahren also gar nicht mehr selbst erhalten, sondern hängt am Tropf (an der Gelddruckerei) der Europäischen Zentralbank. Man versucht so, die Wirtschaft zu stimulieren. Das ist auch der Grund, warum man die massenhafte Einwanderung nach Deutschland zulässt. Es profitieren jedoch nur Großkonzerne und Politiker, die nach Einbürgerung der Fremden neue Konsumenten bzw. Wählerstimmen bekommen wollen.
Die gegenwärtige Bundesregierung möchte sich nicht auf eine Obergrenze für Einwanderer festlegen, es gibt jedoch anscheinend eine inoffizielle Untergrenze von etwa 3 Mio Arbeitslosen im weiteren Sinne, um den Druck auf die Beschäftigten aufrecht zu halten. Ohne massenhafte Einwanderung bräuchte man keine Gesetze zu Mindestlohn, sozialem Wohnungsbau und Mietpreisbremse: der Markt könnte das am besten regeln.
Die Masseneinwanderung verhindert außerdem das Erreichen einer ausgeglichenen nationalen Ökobilanz.
Land-, Rohstoff- und Energieverbrauch nehmen unweigerlich zu.

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