Unsere Wirtschaft

Stand: 15.05.2019
Die Globalisierung, d.h. die Verflechtung der Weltwirtschaft durch exzessiven Handel befindet sich meiner Einschätzung nach auf ihrem Höhepunkt und wird in den nächsten Jahren zurückgehen, weil sich die Triebkräfte der Globalisierung abschwächen, während Vorteile einer verbrauchernahen Produktion deutlich werden:
Bisher führte die Industrialisierung von aufstrebenden Ländern, insbesondere von China, zu einem hohen Export deutscher Produkte wie Maschinen, Anlagenteile und Kraftfahrzeuge. Im Gegenzug wurden zumeist Waren, die viel Handarbeit erfordern, nach Deutschland importiert. Doch der Vorsprung, den die Technologie und die Qualität deutscher Produkte einstmals hatte und der einen relativ hohen Preis rechtfertigte, ist in den meisten Bereichen gesunken oder sogar ganz verschwunden. Dadurch sind viele Produktionszweige aus Deutschland abgewandert, obwohl diese Waren von praktisch jedem Bürger benutzt werden, wie u.a. Unterhaltungselektronik (Fernseher, Hifi-Anlage, Smartphones), Computer, Haushaltsgeräte, Schuhe und Bekleidung. Tatsächlich ist es für einen Käufer in den meisten Fällen schwierig, den Anteil heimischer Wertschöpfung an einer Ware zu erkennen.
Schaut man sich heutzutage in den Geschäften um, findet man außer Lebensmittel, Möbel und Baustoffen nur noch wenige Waren, die zweifelsfrei zu einem überwiegenden Teil bei uns hergestellt worden sind.
Die Chinesen sind dabei, nach ihrem Erfolg bei den Konsumgütern auch bei den Investitionsgütern den Markt zu erobern. Für die noch konkurrenzfähigen Produkte verschärft sich der Wettbewerb.
Bei der Energieversorgung ist Deutschland besonders vom Ausland abhängig. So hat Deutschland 2018 etwa 70 % seines Gesamtenergiebedarfs importiert und erst 5,6 % seines Energiebedarfs im Verkehr durch erneuerbare Energie gedeckt. Wir sollten unseren Verbrauch und damit unsere Abhängigkeit vom Erdöl reduzieren, denn der von kurzfristigen Schwan-kungen abgesehen noch relativ günstige Preis für fossilen Kraftstoff wird spätestens ab Ende nächsten Jahres deutlich steigen. Eine Lösung können Elektro-Autos sein, die mit einer Brennstoffzelle oder mit einem Akkusatz betrieben werden. Die Akkutechnologie wird zwar auch in Deutschland entwickelt ; die Akkuzellen werden hierzulande aber noch nicht in Großserie produziert. Die beiden chinesischen Unternehmen CATL und Farasis Energy planen jeweils eine Akku-Fabrik.

Hauptursache der internationalen Arbeitsteilung ist, wie allseits bekannt, der Unterschied der Löhne und Gehälter bei uns zu denen in den Schwellenländern. Dieser Unterschied wird nur langsam sinken, denn einerseits verhindert das Heer der Arbeitsuchenden in Asien einen deutlichen Anstieg der dortigen Einkommen, andererseits stößt eine Stagnation der Einkommen bei uns auf großen Widerstand, zumal Manager und Politiker selbst immer mehr kassieren. Die Verlagerung von Investitionen bewirkt mehr als jede Entwicklungshilfe einen gewissen Ausgleich zwischen den (noch) reichen und den (noch) armen Ländern. Erwerbstätige in privaten Unternehmen in den wohlhabenden Ländern wie Deutschland müssen sich um den Arbeitsplatz sorgen.
Wir können also auf Dauer nicht hohe Einkommen beziehen und gleichzeitig billige Waren aus China kaufen, weil die hier hergestellten als zu teuer gelten.

Die folgenden vier Faktoren haben einen hemmenden Einfluss auf den Welthandel:
1. Verknappung und somit Verteuerung von Erdöl und Erdgas:
Dies führt zu einer Verteuerung von Transporten und macht Transporte unrentabel, die höhere Kosten verursachen als durch Einsparung bei den Personalkosten für die Produktion im Ausland herausgeholt werden kann. Eine Produktion in der Nähe der Verbraucher wird sich dann durchsetzen. Außerdem begünstigt es die Nutzung heimischer erneuerbarer Energiequellen und Rohstoffe , was inländische Arbeitsplätze schafft.
2. Automatisierung in der Produktion:
Diese ist bei uns schon weit fortgeschritten und hat den Anteil der Personalkosten an der Produktion gesenkt. Eine hohe Produktivität der Facharbeiter kann also die relativ hohen Löhne rechtfertigen.
Die Rationalisierung trägt demnach zwar betriebswirtschaftlich zur Konkurrenzfähigkeit hiesiger Produkte bei, doch volkswirtschaftlich ergibt sich das Problem der Arbeitslosigkeit. Der Staat sorgt künstlich für Entspannung auf dem Arbeitsmarkt , indem er unproduktive Arbeitsplätze im Sicherheitsbereich schafft.
3. Sättigung von Absatzmärkten:
Der lange angehaltene Wohlstand bei uns hat zu einer Sättigung des Bedarfs bei nahezu allen Produkten geführt. Bei nicht zum Leben notwendigen Waren ist entweder der Preis das wichtigste Verkaufsargument oder technische Verbesserungen , die jedoch entgegen den Aussagen aus der Werbung meist eher gering oder gar fragwürdig sind. Wirkliche Neuheiten, die einen unbestreitbaren Nutzen haben, gibt es vielleicht alle 10 Jahre. Wegen des stagnierenden Inlandsmarktes wird der Import kaum noch steigen, womit der Export ebenfalls nicht mehr steigen muss, um die Handelsbilanz auszugleichen.
4. Alterung der Gesellschaft:
Immer mehr Rentner bei weniger Berufstätigen stellen eine Herausforderung für den Generationenvertrag dar. Aber die meisten Rentner sind mit ihrer materiellen Situation durchaus zufrieden; die Gesundheit steht dann zunehmend im Vordergrund. Viele wollen und können noch eine sinnvolle Tätigkeit ausüben, z.B. die Betreuung der Enkel bis irgendwann die Kräfte nachlassen.

Manfred Julius Müller:
"Der völlige Zusammenbruch der Hochlohnländer konnte bisher nur verhindert werden durch eine atemberaubende Billigzinspolitik und teure Konjunkturpakete. Die Zentralbanken stellen den Geschäftsbanken frisch generiertes (= frisch gedrucktes) Geld fast zum Nulltarif zur Verfügung. Diese ausufernde Geldschwemme stellt alle moralischen und marktwirtschaftlichen Prinzipien auf den Kopf und entwertet natürlich auch echtes (reales) Geld. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann auch diese Blase platzt. Und alles nur, weil man glaubt, auf angemessene Einfuhrzölle verzichten zu müssen."

Ulrich van Suntum , 27.01.2019:
"Solange der Euroraum Bestand hat, sind Targetsalden eher ein Symptom für wirtschaftliche Ungleichgewichte, aber eigentlich kein eigenständiges Problem. Tritt allerdings ein Land aus oder zerbricht gar die gesamte Währungsunion, ändert sich dies sofort. Wenn die Targetsalden nicht spätestens dann durch Übertragung von werthaltigen Aktiva ausgeglichen werden, käme es zu riesigen Verlusten der Gläubigerländer, während die Länder mit den negativen Targetsalden sich entsprechend bereichern würden. Target-Salden sind allerdings nur Teil eines umfassenderen Problems einer Währungsunion zwischen souveränen Staaten. Denn dadurch, dass alle das gleiche Geld schaffen können, ergeben sich noch viele andere Möglichkeiten, sich auf Kosten der anderen Mitglieder nationale Vorteile zu verschaffen. Leider gibt es in der Eurozone keine explizite Vereinbarung, dass Targetsalden bei Austritt aus der Währungsunion zu begleichen sind, auch wenn sowohl EZB-Chef Draghi als auch Bundesbankpräsident Weidmann dies kürzlich als selbstverständlich bezeichnet haben. Zudem hat beispielsweise die italienische Zentralbank gar nicht genug Reserven, um im Ernstfall ihre Targetverpflichtung von fast 500 Mrd.€ zu erfüllen. Darum wäre es besser, die Targetsalden gar nicht erst in solche schwindelerregenden Höhen steigen zu lassen. Wie man das am besten macht und wie wahrscheinlich der Austritt Italiens oder eines anderen Landes überhaupt ist, das sind nach wie vor umstrittene Fragen. Klar ist aber inzwischen, dass bei einem Austritt Deutschlands aus der Eurozone ein Targetverlust von derzeit fast 1 Billion € drohen würde und dass es sich dabei keineswegs nur um eine bedeutungslose Buchungsgröße, sondern um einen realen Verlust für Deutschland handeln würde. Und es ist auch deutlich geworden in der intensiven Diskussion, dass darüber hinaus selbst in einer fortbestehenden Währungsunion weitere Mißbrauchsmöglichkeiten der gemeinsamen Geldschaffung bestehen und teilweise auch genutzt werden. Dazu gehört insbesondere der Geldverleih gegen unzureichende Sicherheiten durch die nationalen Zentralbanken, mit denen der gemeinsame Geldschöpfungsgewinn faktisch an die eigene Regierung oder an die eigenen Banken verschoben wird. Nimmt man all dies zusammen, so haben sich die Befürchtungen der frühen Gegner einer europäischen Währungsunion im Nachhinein zumindest in dieser Hinsicht leider bewahrheitet."

Klaus Schrader , 10.02.2019 : "In Italien endete das alte Jahr mit einer erneuten Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts, was die seit 2018 amtierende Regierung aus 'Movimento 5 Stelle' und 'Lega' sehr schnell auf ein Versagen der Vorgänger zurückführte. Die Krise der italienischen Wirtschaft sei verschleiert worden, auch das verschlechterte konjunkturelle Umfeld in EU und Weltwirtschaft wird als Erklärung nachgereicht. Italien wurde seit der Wirtschafts- und Finanzkrise immer wieder als potentieller Krisenkandidat angesehen, da es den Anschluss an die wirtschaftliche Entwicklung in der EU zu verlieren schien und von fiskalischer Instabilität und kriselnden Banken gekennzeichnet war. Wie alle anderen EU-Staaten wurde auch Italien von der Wirtschafts- und Finanzkrise getroffen, ein Einbruch bei Wirtschaftsleistung und Schieflagen in der Finanzwirtschaft mussten bewältigt werden. Die früheren italienischen Regierungen konnten wenigstens eine relative Stabilisierung erreichen, wobei sich die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank für Italien als hilfreich erwies. Auch wurden Strukturreformen in Angriff genommen, um die zunehmend schwächelnde Wirtschaft Italiens wieder wettbewerbsfähiger zu machen. Die Arbeitsmarktreformen der Regierungen Mario Montis und Matteo Renzis setzten mit der Steigerung der Arbeitsmobilität, der Erhöhung von Arbeitsanreizen und mit einer verbesserten Arbeitsmarktintegration von Arbeitslosen, Jugendlichen und Frauen an den entscheidenden Schwächen des italienischen Arbeitsmarkts an und führten zu kleineren Erfolgen. Die heutige Opposition hat damit gute Argumente, um die Schuldzuweisungen der neuen Regierung zurückzuweisen. Allerdings blieb in ihrer eigenen Regierungszeit der Reformprozess unvollendet, so dass eine wirkliche Trendwende auf dem Arbeitsmarkt ausblieb. Die unpopulären Strukturreformen wollte zuletzt auch die Regierung Renzi nicht mehr mit dem notwendigen Elan weiterverfolgen. Mehr als eine Stabilisierung hat auch sie nicht zustande gebracht. Die amtierende italienische Regierung stellt diese fragile Stabilität nun in Frage, indem sie die tieferen Ursachen für die italienische Misere nicht in den Strukturproblemen des Landes sehen möchte, die eine Verbesserung der Standortbedingungen erfordern würden. Vielmehr soll es eine großzügigere Sozialpolitik richten: Statt fiskalischer Konsolidierung mit einem sukzessiven Abbau des Schuldenbergs und statt einer Fortführung der eingeleiteten Strukturreformen steht plötzlich eine konsumorientierte Ausgabenpolitik im Vordergrund, die nur noch wenig Rücksicht auf Maastricht-Kriterien nimmt. Durch ein neues Bürgergeld ('Reddito di cittadinanza') und eine Frühverrentung ('Quota 100'), die Arbeitsplätze freimachen soll, werden Impulse erwartet, die zu einer Überwindung von Wachstumsschwäche und Massenarbeitslosigkeit führen sollen. Die Illusion herrscht vor, dass sich auf diese Weise die Ausgabenprogramme quasi von selbst finanzieren, und der Abbau des Schuldenbergs würde sich in dieser Logik irgendwann von selbst ergeben. Die Zweifel an der Multiplikatorwirkung dieser Programme und an der Effizienz der italienischen Arbeitsmarktinstitutionen werden geflissentlich ignoriert. Frühere italienische Regierungen hatten zumindest die Einsicht gewonnen, dass Strukturreformen unvermeidlich sind, doch blieb es häufig bei einzelnen Reformschritten. Diese 'dicken Bretter' müsste auch die gegenwärtige italienische Regierung bohren, um Italiens Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und das Land auf einen nachhaltigen Erholungspfad zu führen. Allerdings wird sich an den Ursachen für die italienische Wachstumsschwäche nichts ändern, wenn statt auf Strukturreformen auf eine Ankurbelung des Wachstums durch höhere, überwiegend konsumtive Staatsausgaben gesetzt wird. Auch zeigt der hohe Schuldenstand Italiens, dass es in der Vergangenheit keineswegs ein 'zu wenig' an schuldenfinanzierten Staatsausgaben gegeben hat. Die Betrachtung der einschlägigen Zeitreihen legt nahe, dass das italienische Wachstum von den Schulden der Vergangenheit nicht gefördert wurde. Ohne eine Haushaltskonsolidierung und einen sukzessiven Schuldenabbau wird vielmehr die Gefahr wachsen, dass bei steigenden Zinslasten und ausbleibenden Wachstumserfolgen die Schuldentragfähigkeit Italiens gefährdet wird. Es wäre zudem ein riskante Strategie der italienischen Politik darauf zu hoffen, dass die Europäische Zentralbank und die Eurogruppe als 'Retter' bereitstehen würden. Anders als Griechenland ist Italien ein wirtschaftliches Schwergewicht, dem nicht mit einem herkömmlichen Rettungsprogramm geholfen werden könnte. Italien muss sich stattdessen dem Urteil der Märkte stellen und selbst die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Risikozuschläge nicht zum Thema werden und eine Normalisierung der Geldpolitik nicht als Damoklesschwert erscheint."

Grinario von 'Geolitico' , 12.02.2019 :
"Die Tendenz zu postdemokratischen Zuständen wäre als Ausdruck einer tiefgreifenden strukturellen Krise dieses Systems zu deuten. In den letzten Jahrzehnten wurden von der Politik verschiedene Problemlösungsstrategien durchprobiert, um das Wohlstandsversprechen für alle Bürger unter den Bedingungen einer globalisierten Wirtschaft weiterhin einzuhalten. Aber es wurde (durch zunehmende Staats- und Privatverschuldung) allenfalls eine Wohlstandsillusion geschaffen, die für einige Zeit den sozialen Frieden aufrechterhalten konnte. Die Möglichkeiten im westlichen Wirtschaftssystem sind nun erschöpft. Somit bekommt auch das politische System in den Demokratien westlicher Prägung immer größere Legitima-tionsprobleme, und relativ rat- und hilflos mäandert die Politik nun durch eine zunehmend krisenhafte Zeit. Richtig schmerzhafte Einschnitte will sie nicht machen, weil das sofort vom Wähler abgestraft würde, deshalb wurde bisher immer versucht, einen Kassensturz und den Moment der Wahrheit hinauszuschieben. Und immer wieder wird natürlich versucht, auf die alten Strategien zurückzugreifen, beispielsweise über kreditfinanzierte Investitionsprogramme die Konjunktur anzukurbeln, um so wenigstens beschäftigungspolitische Strohfeuer zu generieren. Oder man erzeugt über Geldver-mehrungsaktionen der Zentralbanken und Niedrigzinsen eine Scheinstabilität, damit die unglaublichen Schuldentürme nicht zum Einsturz kommen. Sollte die Beschreibung der Situtation in den Industriestaaten in etwa zutreffen, ist möglicherweise die Postdemokratie eine von der Politik in ihrer Tendenz nicht ungern gesehene Entwicklung. Sie wäre damit quasi als eine verzweifelte Strategie anzusehen, die alten Machtverhältnisse wenigstens solange wie möglich zu bewahren, auch wenn die ökonomischen Grundlagen dafür schwinden. Wenn alle Optionen ausgeschöpft sind und man die realen Umstände nicht mehr grundlegend beeinflussen kann, muss man sich wenigstens die Möglichkeit offenhalten, weiterhin kontroverse Wahlkämpfe zu simulieren. Daraus wird keine Politik mit entscheidender Richtungsänderung hervorgehen. Vielmehr wird man wird die Zustände, soweit es geht, in niveaulosen, aber durch die Massenmedien weit verbreiteten Interviews schönreden und die politische Verantwortung, soweit es geht, an bürokratische, geldverteilende 'Stabilitäts'-Konstruktionen wie z. B. den ESM sowie an demokratisch nicht legitimierte Expertengremien und internationale Kommissionen und Einrichtungen abgeben. Aber auch das wird nur einige Zeit gutgehen."

Deutschland-Kurier , 08.03.2019 :
"Die Europäische Zentralbank (EZB) will südeuropäischen Zombie-Banken mit weiteren milliardenschweren Notkrediten unter die Arme greifen. Die Haftung deutscher Sparer wird damit ausgeweitet. Bei den neuen sogenannten TLTRO-Krediten (der Deutschland Kurier berichtete) handelt es sich laut EZB um Kredite mit sehr niedrigen Zinsen. Mithilfe dieser Notkredite sollen vor allem südeuropäische und französische Institute flüssig gehalten werden, um angesichts der europaweit einbrechenden Konjunktur weiter Geld in den Wirtschaftskreislauf pumpen zu können und so eine künstlich aufgeblähte Nachfrage zu schaffen. Im Ergebnis läuft es darauf hinaus, dass deutsche Sparer noch mehr als bisher in Haftung für faule Kredite genommen werden. Eine erste Serie großer Geldspritzen hatte die Euro-Notenbank im Juni 2014 beschlossen, eine zweite im März 2016. Banken in Italien, Spanien und Frankreich griffen verstärkt zu: Auf italienische Geldhäuser entfielen zuletzt noch ausstehende und teilweise bereits notleidende Langfristkredite in Höhe von rund 240 Milliarden Euro. Die neue aus dem Nichts kommende Kreditrunde bedeutet: Die Gelddruckmaschinen rotieren ab jetzt noch schneller. Dies ist aus Sicht von Finanzexperten praktisch ein geldpolitischer Offenbarungseid. Denn: Ohne neue Geldspritzen drohen schwere Verwerfungen an den Märkten für Staatsanleihen. Die Staatshaushalte mehrerer Euroländer würden kollabieren, weil Italien, Spanien, Frankreich und Griechenland ohne das bisherige und künftige Anleihen-kaufprogramm der EZB viel höhere Zinsen zahlen müssten – was de facto den Staatsbankrott bedeuten würde."

Oswald Metzger , 14.03.2019 :
"Im letzten Jahrzehnt wurde an den Welt-Börsen ein 'Mehrwert' von 50 Billionen Dollar notiert. Dabei 'wuchs' die globale Wirtschaft nur um 20 Billionen. Diese Börsenrallye der letzten Dekade ist teuer erkauft. Die US-Notenbank, die Bank von Japan und die EZB pumpten zusammen rund zehn Billionen Dollar in die Märkte. Sie blähten ihre Bilanzen durch den Kauf von Anleihen auf und senkten die Zinsen auf historische Tiefstände. Staaten, Unternehmen und Verbraucher nutzten das billige Geld und verschuldeten sich weiter kräftig. Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 sind deren Verbindlichkeiten von 118 Billionen Dollar auf aktuell 178 Billionen Dollar gestiegen. In diesem gewaltigen Schuldenaufwuchs von 60 Billionen Dollar verstecken sich die Risiken und Nebenwirkungen der aktuellen Börsenrallye. Ein Dollar Wirtschaftsaufschwung kostete umgerechnet drei Dollar Kreditaufnahme. Besonders anschaulich lässt sich das an der Verschuldung der USA im vergangenen Jahr aufzeigen. Um unglaubliche 1,5 Billionen Dollar ist dort 2018 der Schuldenstand gewachsen. Das entspricht etwa sieben Prozent des BIP. Das nominale Wirtschaftswachstum verzeichnete aber nur ein Plus von 5,3 Prozent. Wächst also die Wirtschaft nur noch kreditfinanziert? Ist die schöne Börsenrallye nur eine gewaltige Blase, die von den Injektionen der expansiven Geldpolitik der Notenbanken lebt? Dieser geschönte Börsenaufschwung wird gewaltig implodieren. Denn irgendwann werden die Schulden die Firmen auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Mit sieben Billionen Dollar stehen die US-Konzerne inzwischen in der Kreide. Das ist Negativrekord! Viele Unternehmen haben mit eigenen Anleihen billiges Fremdkapital eingeworben, mit dem sie dann eigene Aktien zurückgekauft haben. Fast 900 Milliarden Dollar sind allein an der Wallstreet im letzten Jahr Aktienrückkäufe registriert worden. Damit haben die Unternehmen künstlich ihre Kurse aufgeblasen, aber ihr operatives Geschäft nicht wirklich verbessert. Im laufenden wie im nächsten Jahr sind jeweils 700 Milliarden Dollar Firmenanleihen fällig. Wenn sich die Konjunktur weiter eintrübt, werden eine Reihe von Unternehmen Probleme bekommen, zu annehmbaren Konditionen zu prolongieren. Dass selbst Notenbankinjektionen dann nicht mehr unbedingt für Abhilfe sorgen, zeigen die europäischen Marktreaktionen auf Mario Draghis letzte Pressekonferenz in Frankfurt, in der er neue EZB-Finanzspritzen für Banken und eine Nullzinspolitik-Garantie bis ins kommende Jahr versprach. Die Märkte reagierten eher verhalten. Denn eigentlich dämmert immer mehr Akteuren, dass die EZB ihr Pulver weitgehend verschossen hat und Wachstum auf Pump nicht von Dauer sein kann. Dieser Pump-Kapitalismus wird scheitern – in seiner marktwirtschaftlichen wie staatskapitalistischen Ausprägung."

Peter Boehringer , 16.04.2019:
"Die AfD-Fraktion hat im Bundestag bereits zweimal von der Bundesbank und von den Vertretern der deutschen Steuerzahler im Bundestag ein verantwortungsvolleres Verhalten verlangt. Doch beide Male wurden sehr seriös formulierte AfD-Anträge zur Besicherung von Target-2 und damit zum Schutz dieser fast 50% des Nettoauslandsvermögens der Deutschen abgelehnt! Die Debattenbeiträge der Altparteien waren dabei wahlweise von wenig Sachkenntnis geprägt, dem Stand der wissenschaftlichen Debatte hinterherhinkend, unverantwortlich-abwiegelnd oder gar dreist die Zahlenentwicklung seit 2008 und damit die Target-Realität verleugnend. So war es z. B. kein Ausweis ökonomischer Verantwortung, als etwa der SPD-Abgeordnete Binding ernsthaft und trotzig sagte: »Forderungen sind erst dann ein Problem, wenn man sie fällig stellt.« Nun denn: Auch Plutonium in der Atombombe ist völlig harmlos, solange niemand auf den Zünder drückt.
Dieses komplette Ausblenden von Risiko ist infantile Vogel-Strauß-Politik. Auch die SPD muss zehn Jahre nach der Weltfinanzkrise, die durch gewaltige Kredite an schlechte Schuldner ausgelöst wurde, endlich einmal das Zerstörungs-potenzial von faulen Krediten verstehen. Und ja, Target-2 ist nur ein Symptom: ein superteures Ventil zur Verlängerung der Lebenslüge des fehlkonstruierten Euro. Ohne den Euro müsste es keine steuerbesicherte Kreditvergabe ohne Fälligkeitsdatum, Tilgungspflicht und Verzinsung geben. Internationale Geldtransaktionen würden dann vom privaten Interbankenmarkt gegen Sicherheitsstellung und mit klarem Rückzahlungsdatum ausgeführt – wie das jahrzehntelang überall auch ohne Target-System funktioniert hat! Target schaltet planwirtschaftlich die angemessenen Risikoprämien der Länder aus. Keine marktwirtschaftlich agierende Bank würde solche Kredite vergeben! Dass die Deutsche Bundesbank den Euro-Südländern unbegrenzte Kreditlinien für die Ewigkeit einräumen MUSS, darüber hat niemals je ein Abgeordneter entschieden. Über eine solche »demokratisch nicht legitimierte, erzwungene Umverteilung« per »goldener Kreditkarte« MUSS aber im Bundestag entschieden werden. Das gehört eindeutig zur parlamentarischen Hoheit über Einnahmen und Ausgaben, welche unveräußerliches Souveränitätsrecht aller Parlamente ist! Die Zitate stammen übrigens vom »Wirtschaftsrat der CDU«! Die CDU leistet sich ein solches scheinbar bürgernahes Marketing-Gremium, das manchmal die Wahrheit sagen darf – das aber in der politischen Praxis keinerlei Einfluss hat. Die AfD-Anträge sehen mit der Besicherung der Target-Forderungen und implizit damit auch wieder einer positiven Verzinsung eine Lösung vor. Es gäbe daneben weitere denkbare Varianten zur Reduzierung des Target-Saldos: Zum Beispiel einen Mittelmeerfonds, gespeist aus deutschen Krediten; oder ein großes Investitionsprogramm zur Sanierung deutscher Schulen und Straßen, welches aber operativ durch Firmen aus Euro-Schuldnerländern durchgeführt werden müsste. Das wäre zwar keynesianisch -schuldentreibend – es würde aber den sonst wertlosen Target-Saldo der Bundesbank einer guten Verwendung zuführen. Das wäre eigentlich sogar etwas für linke Parteien, die doch sonst immer gerne Kredite einsetzen … Manche sagen: »Die USA haben doch AUCH ein Target-System.« Korrekt – aber die EZB hat 1999 eine schlechte Kopie dieses Fed-Wire-Systems geschaffen: Den praktisch UNBEGRENZTEN Risikotransfer, der in Target eingebaut ist, gibt es bei Fed-Wire nicht: Die Regionalbanken des Fed-Systems müssen jährlich ihre Defizite mit realen Vermögenswerten ausgleichen; formell sogar mit Gold! Und so kommt es im US-Target-System niemals zu so absurden Verwerfungen wie im EZB-Target-System! Auch Goldkäufe wären deswegen ein guter Weg: Für 941 Milliarden Euro bekämen wir derzeit 25.000 Tonnen Gold – oder fast acht Mal das offizielle Staatsgold der Bundesbank! Gold ist eben doch kein barbarisches Relikt!"

Finanzmarktwelt , 06.05.2019:
"Auch wenn an den Aktienbörsen die Zukunft gehandelt wird, sind diese steigenden Kurse aufgrund der Manipulationen kein gutes Zeichen, sondern nur das letzte Aufbäumen vor einer sehr tiefgreifenden Krise, in der sich die von der Zukunft geborgte Wohlstandsillusion auflösen wird. Dies ist natürlich eine verkürzte Darstellung, die viele Aspekte nicht beleuchtet. Wer es detaillierter nachlesen will, sollte sich mit den Veröffentlichungen von Dr. Daniel Stelter, Prof. Dr. Hans Werner Sinn, Dr. Markus Krall oder Dr. Christian Meyer auseinandersetzen. Dies sind extrem kenntnisreiche, unabhängige und weitestgehend ideologiefreie Insider. Das Meiste, was zu tun wäre, liegt für Wirtschaftsexperten auch klar auf der Hand und hat Daniel Stelter immer wieder in seinem Blog beschrieben (siehe z.B. hier https://think-beyondtheobvious.com/stelter-in-den-medien/die-hoffnung-stirbt-zuletzt/ ). Das diese Punkte nicht in der Vergangenheit umgesetzt wurden, hat mit der tiefen Krise der westlichen Gesellschaften zu tun, die in Wohlstand erstarrt und reformunfähig geworden sind. In den wirtschaftlichen Blütezeiten funktionierte es auch, da es der Politik ermöglicht, den neu geschaffenen wirtschaftlichen Erfolg an die Bevölkerung zu verteilen. In den letzten Jahrzenten, wo immer geringer Produktivitätszuwachs und demographische Veränderungen dazu geführt haben, dass wirtschaftlicher Erfolg ausgeblieben ist, wurde von der Politik nicht gegengesteuert, sondern weiterhin der gegenwärtige Wohlstand auf Kosten der Zukunft vermehrt. Wie stark man die Zukunft beleihen kann, muss sich erst noch zeigen. Beruhigenden Aussagen wie denen von der ehemaligen FED-Chefin Janet Yellen, dass es zu ihren Lebzeiten keine schwere Wirtschaftskrise mehr geben wird, sollte man nicht ohne kritisches Hinterfragen trauen. Unser immer weiter ausgehöhltes westliches System ist fragiler geworden, was bedeutet, dass schon eine unvorhergesehene Entwicklung eine Kettenreaktion auslösen kann, die unsere schöne Wohlstandsillusion zum Platzen bringt. Eine eher unrealistischste Hoffnung auf ein weitestgehend schmerzfreies Auflösen unserer Probleme könnte dann eintreten, wenn doch noch ein wirklicher Game-Changer uns ein hohes Produktivitätswachstum zurückbringen würde. Auch wenn viele die Hoffnung haben, ist die Digitalisierung eher nicht so eine Entwicklung, da in den letzten Jahrzenten, trotz großer Fortschritte in der Digitalisierung immer geringere Produktivitätszuwächse zu beobachten waren. Vielleicht könnte ein Durchbruch bei der Kernfusionsenergieerzeugung ein solcher Game-Changer sein. Die Verfügbarkeit von quasi kostenloser Energie könnte sicherlich für einige Jahrzehnte hohe Produktivitätszuwächse zurückbringen. Auch könnten Fortschritte bei künstlicher Intelligenz oder Biotechnologie ein Game-Changer sein. Sie könnten aber genauso gut auch unsere schon vorhandenen Probleme noch weiter verstärken. Dass solch positive Ereignisse im Laufe des nächsten Jahrzehnts eintreten, wäre ein sehr glücklicher Zufall. Wenn wir klug wären, würden wir uns nicht ausschließlich darauf verlassen. Viel wahrscheinlicher ist es, dass die auf die Zukunft ausgestellten Schecks platzen und ein riesiger Wohlstandsverlust unsere westlichen Gesellschaften und damit auch die ganze Welt treffen. Was aber tun, wenn die These stimmt, dass unsere westlichen Gesellschaften nur unfallfrei funktionieren, wenn signifikante Wohlstandsgewinne vorhanden sind, wir aber in der Zukunft nur geringes Wachstum oder stagnierenden Wohlstand haben? Die jüngste Vergangenheit hat klar gezeigt, dass wirkliche Reformen in Zeiten einer noch aufrecht gehaltenen Wohlstandsillusion nicht möglich sind. Leider haben wir erst, wenn die Krise da ist, wieder die Chance, Dinge zu verändern, die seit Jahrzenten nicht korrigiert wurden. Um unsere Gesellschaft krisenfester zu machen, reicht es nicht aus, nur die naheliegenden Vorschläge von z.B. Daniel Stelter umzusetzen. Wir müssen nicht die Marktwirtschaft als solches in Frage stellen und alles anders machen, aber trotzdem alte Dogmen überdenken, um den sozialen Zusammenhalt langfristig erhalten zu können."

Unsere Wirtschaft kann sich schon seit einigen Jahren also gar nicht mehr selbst erhalten, sondern hängt am Tropf (an der Gelddruckerei) der Europäischen Zentralbank. Man versucht so, die Wirtschaft zu stimulieren. Das ist auch der Grund, warum man die massenhafte Einwanderung nach Deutschland zulässt. Es profitieren jedoch nur Großkonzerne und Politiker, die nach Einbürgerung der Fremden neue Konsumenten bzw. Wählerstimmen bekommen wollen.
Die gegenwärtige Bundesregierung möchte sich nicht auf eine Obergrenze für Einwanderer festlegen, es gibt jedoch anscheinend eine inoffizielle Untergrenze von etwa 3 Mio Arbeitslosen im weiteren Sinne, um den Druck auf die Beschäftigten aufrecht zu halten. Ohne massenhafte Einwanderung bräuchte man keine Gesetze zu Mindestlohn, sozialem Wohnungsbau und Mietpreisbremse: der Markt könnte das am besten regeln.
Die Masseneinwanderung verhindert außerdem das Erreichen einer ausgeglichenen nationalen Ökobilanz.
Land-, Rohstoff- und Energieverbrauch nehmen unweigerlich zu.

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