Unsere Wirtschaft

Stand: 12.12.2017
2016 betrug die Exportquote (Anteil der Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen am BIP) 46,0 %;
die Importquote betrug 38,4 %. Die „Außenhandelsquote“ lag somit bei 84,4 %.
Damit gehört Deutschland zu den Staaten mit der grössten Abhängigkeit vom Ausland.

Die Globalisierung, d.h. die Verflechtung der Weltwirtschaft durch exzessiven Handel befindet sich meiner Einschätzung nach auf ihrem Höhepunkt und wird in den nächsten Jahren zurückgehen, weil sich die Triebkräfte der Globalisierung abschwächen, während Vorteile einer verbrauchernahen Produktion deutlich werden:
Bisher führte die Industrialisierung von aufstrebenden Ländern, insbesondere von China, zu einem hohen Export deutscher Produkte wie Maschinen, Anlagenteile und Kraftfahrzeuge. Im Gegenzug wurden zumeist Waren, die viel Handarbeit erfordern, nach Deutschland importiert. Doch der Vorsprung, den die Technologie und die Qualität deutscher Produkte einstmals hatte und der einen relativ hohen Preis rechtfertigte, ist in den meisten Bereichen gesunken oder sogar ganz verschwunden. Dadurch sind viele Produktionszweige aus Deutschland abgewandert, obwohl diese Waren von praktisch jedem Bürger benutzt werden, wie u.a. Unterhaltungselektronik (Fernseher, Hifi-Anlage, Digitalkamera), Computer, Haushaltsgeräte, Schuhe und Bekleidung. Tatsächlich ist es für einen Käufer in den meisten Fällen schwierig, den Anteil heimischer Wertschöpfung an einer Ware zu erkennen.
Schaut man sich heutzutage in den Geschäften um, findet man außer Lebensmittel, Möbel und Baustoffen nur noch wenige Waren, die zweifelsfrei zu einem überwiegenden Teil bei uns hergestellt worden sind.
Ein Beispiel aus letzter Zeit ist der Niedergang der Photovoltaik-Branche
Die Asiaten sind dabei, nach ihrem Erfolg bei den Konsumgütern auch bei den Investitionsgütern den Markt zu erobern. Für die noch konkurrenzfähigen Produkte verschärft sich der Wettbewerb.
Deutschland hat 2015 etwa 70 % seines Primärenergiebedarfs importiert.
Deutschland hat 2016 erst 5,1 % seines Endenergiebedarfs im Verkehr durch erneuerbare Energie gedeckt, ist also hierbei zu über 90 % vom Ausland abhängig.
Wir sollten unseren Verbrauch und damit unsere Abhängigkeit vom Erdöl reduzieren, denn der seit 2013 relativ niedrige Preis des Erdöls wird wieder steigen.
Elektro-Autos können mit einer Brennstoffzelle oder mit einem Akkusatz betrieben werden.
Die Akkutechnologie wird zwar auch in Deutschland entwickelt; die Akkuzellen werden hierzulande aber nur in Kleinserie und noch nicht in Großserie produziert.
Hauptursache der internationalen Arbeitsteilung ist, wie allseits bekannt, der Unterschied der Löhne und Gehälter bei uns zu denen in den Schwellenländern. Dieser Unterschied wird nur langsam sinken, denn einerseits verhindert das Heer der Arbeitsuchenden in Asien einen deutlichen Anstieg der dortigen Einkommen, andererseits stößt eine Stagnation der Einkommen bei uns auf großen Widerstand, zumal Manager und Politiker selbst immer mehr kassieren. Die Verlagerung von Investitionen bewirkt mehr als jede Entwicklungshilfe einen gewissen Ausgleich zwischen den (noch) reichen und den (noch) armen Ländern. Erwerbstätige in privaten Unternehmen in den wohlhabenden Ländern wie Deutschland müssen sich um den Arbeitsplatz sorgen.
Wir können also auf Dauer nicht hohe Einkommen beziehen und gleichzeitig billige Waren aus dem Ausland kaufen, weil die hier hergestellten als zu teuer gelten.

Manfred Julius Müller: "Der völlige Zusammenbruch der Hochlohnländer konnte bisher nur verhindert werden durch eine atemberaubende Billigzinspolitik und teure Konjunkturpakete. Die Zentralbanken stellen den Geschäftsbanken frisch generiertes (= frisch gedrucktes) Geld fast zum Nulltarif zur Verfügung. Diese ausufernde Geldschwemme stellt alle moralischen und marktwirtschaftlichen Prinzipien auf den Kopf und entwertet natürlich auch echtes (reales) Geld. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann auch diese Blase platzt. Und alles nur, weil man glaubt, auf angemessene Einfuhrzölle verzichten zu müssen."

Drei Faktoren haben einen hemmenden Einfluss auf den Welthandel:
1. Verknappung und somit Verteuerung von Erdöl und Erdgas:
Dies führt zu einer Verteuerung von Transporten und macht Transporte unrentabel, die höhere Kosten verursachen als durch Einsparung bei den Personalkosten für die Produktion im Ausland herausgeholt werden kann. Eine Produktion in der Nähe der Verbraucher wird sich dann durchsetzen. Außerdem begünstigt es die Nutzung heimischer erneuerbarer Energiequellen und Rohstoffe , was inländische Arbeitsplätze schafft.
2. Automatisierung in der Produktion:
Diese ist bei uns schon weit fortgeschritten und hat den Anteil der Personalkosten an der Produktion gesenkt. Eine hohe Produktivität der Facharbeiter kann also die relativ hohen Löhne rechtfertigen.
Die Rationalisierung trägt demnach zwar betriebswirtschaftlich zur Konkurrenzfähigkeit hiesiger Produkte bei, doch volkswirtschaftlich ergibt sich das Problem der Arbeitslosigkeit. Der Staat sorgt künstlich für Entspannung auf dem Arbeitsmarkt , indem er unproduktive Arbeitsplätze im öffentlichen Sektor schafft. Die demographische Entwicklung verlagert das Problem der Unterstützung von "Unproduktiven" vom Staatsdienst zur Rentenversicherung.
3. Sättigung von Absatzmärkten:
Der lange angehaltene Wohlstand bei uns hat zu einer Sättigung des Bedarfs bei nahezu allen Produkten geführt. Bei nicht zum Leben notwendigen Waren ist entweder der Preis das wichtigste Verkaufsargument oder technische Verbesserungen , die jedoch entgegen den Aussagen aus der Werbung meist eher gering oder gar fragwürdig sind. Wirkliche Neuheiten, die einen unbestreitbaren Nutzen haben, gibt es vielleicht alle 10 Jahre. Man kann diesen Sachverhalt auch positiv sehen. Wegen des stagnierenden Inlandsmarktes wird der Import kaum noch steigen, womit der Export ebenfalls nicht mehr steigen muss, um die Handelsbilanz auszugleichen.

Lutz Meyer : "Politik verwaltet, organisiert, führt aus. Sie macht alles, nur keine Politik. Die macht heute die Wirtschaft: Sie fördert Massenmigration und vernichtet kulturelle und staatliche Eigenständigkeit – alles im Interesse der Globalisierung. Die Wirtschaft? Zugegeben: Die Wirtschaft gibt es nicht. Aber es gibt unzählige Unternehmen. Und je größer diese Unternehmen sind, desto interessierter sind sie an Globalisierungsprozessen. Globalisierung bedeutet für diese Unternehmen erweiterte Märkte, sinkende Löhne, einheitliche Produktionsprozesse, erleichterten Zugriff auf Rohstoffe und Personalressourcen, weniger Umweltauflagen, Erleichterung von Kapitalverschiebungen und gleiche Rahmenbedingungen für Investitionen und Konsum in jedem Winkel auf diesem Planeten. Globalisierung bedeutet Profit. Hindernisse kultureller, sprachlicher, ethnischer Art müssen beseitigt werden, wenn sie dem Profit im Wege stehen. Doch um wessen Profit geht es eigentlich? Geht es um den Profit der wenigen Superreichen, die immer reicher werden? Ja, gewiß. Aber es gibt eben auch sehr viele Kleininvestoren, die am Profit der Großen ein klein wenig teilhaben möchten. Diejenigen also, die, um ein wenig Rendite einzustreichen, sich zu willigen Erfüllungsgehilfen des großen Globalisierungsgeschäfts machen, obwohl ihnen doch klar sein sollte, daß am Ende sie die Party der Großen zahlen werden – sei es durch schlechtere Arbeits-, Umwelt- und Lebensbedingungen, sei es mit kultureller Entwurzelung und Identitätsverlust."

Dr. Reiner Klingholz : "Deutschland hat sich in seiner Nachhaltigkeitsstrategie aus guten Gründen vorgenommen, den Primärenergieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 2008 zu senken, die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um 40 Prozent zu reduzieren und den Flächenverbrauch auf 30 Hektar pro Tag zu begrenzen. Doch diese wichtigsten Ziele der Strategie werden nach heutigem Stand um Längen verfehlt. So fraß sich die Siedlungs- und Verkehrsfläche noch 2014 um täglich durchschnittlich 69 Hektar in die Landschaft. Die Reaktion der Bundesregierung: Sie hat einfach in der jüngst „überarbeiteten“ Nachhaltigkeitsstrategie die Frist für das Flächenverbrauchsziel um zehn Jahre bis 2030 verlängert. Jetzt weiß jeder, wie ernst solche Ziele gemeint sind und dass ein Nichterreichen erst mal keine Konsequenzen nach sich zieht. Zwischen 1992 und 2014 haben Städte und Gemeinden fast eine Million Hektar neue Siedlungs- und Verkehrsflächen ausgewiesen. Dies entspricht zehnmal der Fläche von Rügen, Deutschlands größter Insel. Aktuell gehen pro Tag knapp 70 Hektar Naturfläche verloren, meist vorheriges Ackerland. Gebäude, dazugehörige Freiflächen sowie Verkehr nehmen mit fast 90 Prozent den größten Anteil an Siedlungsflächen ein. Die Geschwindigkeit der täglichen Neuausweisungen geht nur langsam zurück. Weder das von der Bundesregierung angestrebte Ziel von 30 Hektar pro Tag und noch weniger das unter anderem vom Sachverständigenrat für Umweltfragen geforderte Null-Hektar-Ziel sind in greifbarer Nähe."

Ich muss nochmals betonen: Unsere Wirtschaft kann sich schon seit einigen Jahren gar nicht mehr selbst erhalten, sondern hängt am Tropf (an der Gelddruckerei) der Europäischen Zentralbank. Man versucht so, die Wirtschaft zu stimulieren. Das ist auch der Grund, warum man die massenhafte Einwanderung nach Deutschland zulässt. Es profitieren jedoch nur Großkonzerne und Politiker, die nach Einbürgerung der Fremden neue Konsumenten bzw. Wählerstimmen bekommen wollen. Die gegenwärtige Bundesregierung möchte sich nicht auf eine Obergrenze für Einwanderer festlegen, es gibt jedoch anscheinend eine inoffizielle Untergrenze von etwa 3 Mio Arbeitslosen im weiteren Sinne, um den Druck auf die Beschäftigten aufrecht zu halten. Ohne massenhafte Einwanderung bräuchte man keine Gesetze zu Mindestlohn, sozialem Wohnungsbau und Mietpreisbremse: der Markt könnte das am besten regeln.
Die Masseneinwanderung zerstört außerdem das Ziel einer ausgeglichenen nationalen Ökobilanz.
Landschafts- und Rohstoffverbrauch nehmen unweigerlich zu.

Prof. Dr. Alexander Dilger , 27.10.2017:
"Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am 26.10. „Geldpolitische Beschlüsse“ gefasst: Bis Ende des Jahres bleibt es noch bei Anleihenkäufen in Höhe von 60 Milliarden Euro. Ab Januar 2018 soll der Nettoerwerb von Vermögenswerten bis Ende September 2018 oder erforderlichenfalls darüber hinaus in einem monatlichen Umfang von 30 Mrd € erfolgen und in jedem Fall so lange, bis der EZB-Rat eine Inflationsentwicklung erkennt, die mit seinem Inflationsziel im Einklang steht. Ohnehin soll der hohe Bestand an Anleihen nicht mehr reduziert werden. Faktisch ändert sich also wenig an der verfehlten EZB-Politik. Dabei ist die konjunkturelle Lage vergleichsweise gut. Wenn die Konjunktur irgendwann einbricht und sich die Eurokrise wieder verschärft, dann stehen der EZB kaum noch Instrumente zur Verfügung. Mario Draghi könnte dann mehr und noch schlechtere Anleihen aufkaufen, bis die EZB eine reine Bad Bank mit lauter faulen Krediten ist."

Marc Friedrich , 30.10.2017: "Gegenwärtig ist die Bilanzsumme der EZB mit über 5 Billionen Euro höher als die der US-Notenbank FED, wovon 2,2 Billionen Euro auf die Wertpapierkäufe entfallen. Die EZB ist mittlerweile zu einem wichtigen Marktteilnehmer geworden. Sie kauft Aktien und Anleihen von Unternehmen auf, welche auf eher tönernen Füßen stehen. Obendrein kauft sie Staatsanleihen von Ländern wie beispielsweise Griechenland auf, welche faktisch bankrott sind, oder Ländern wie Italien, welche wirtschaftlich gesehen mit dem Rücken zur Wand stehen. Längst betreibt die EZB monetäre Staatsfinanzierung, welche eigentlich verboten ist. Man kann es auch knallhart als Insolvenz-verschleppung bezeichnen. Wenn Notenbanken auf globaler Ebene permanent in die Märkte eingreifen kann man nicht mehr von freier Marktwirtschaft sprechen, sondern von Planwirtschaft. Fakt ist jedoch auch: mit der Notenbankpresse lassen sich nachhaltig keine Probleme lösen, auch wenn eben dies auf globaler Ebene versucht wird."

Egon W. Kreutzer , 26.10.2017:
"Das Anleihen-Kaufprogramm der EZB wurde im Januar 2015 verkündet. Beginnend im März 2015 sollten bis September 2016 Anleihen im Umfang von 1,1 Billionen Euro aufgekauft werden. Im März 2016 wurde das Programm jedoch verlängert und die monatlichen Ankäufe von 60 auf 80 Milliarden Euro angehoben. Erst ab April 2017 wurde die Ankaufsumme wieder auf monatlich 60 Milliarden zurückgefahren. Die Frage, wo die EZB-Billionen geblieben sind, lässt sich mit dem Wirtschaftswachstum des Euro-Raumes nur ansatzweise beantworten. Was durch die Decke gegangen ist, das waren die Aktienkurse. Stand der DAX am 9. Januar 2015 noch bei 9.648 Punkten, stieg er einen Monat nach Beginn des Kaufprogramms der EZB, nämlich am 10. April 2015, auf 12.374 Punkte und hat im Oktober 2017 die 13.000 Punkte-Marke geknackt. Rund 35% DAX-Kursgewinn innerhalb von drei Jahren! Grob gerechnet stecken alleine in den Kursgewinnen der 30 DAX-Titel 300 bis 350 Milliarden "Luft", die vorher nicht da war. Ein durchaus vergleichbares Bild zeigt auch der europäische Stoxx 600, der die 600 wichtigsten europäischen Titel zusammenfasst. Eine starke Spitze im April 2015, die zwar nicht gehalten werden konnte, aber im Oktober 2017 schon fast wieder erreicht wurde. Die Liquidität, die den Banken von der EZB zur Verfügung gestellt wurde, indem sie den Banken Wertpapiere abkaufte, die zum Teil auch von zumindest fragwürdiger Qualität waren, wurde benutzt, um praktisch verlustfrei in andere, attraktivere Anlageklassen umzusteigen. Doch die Liquidität floss nicht nur an die europäischen Aktienbörsen. Ein Teil wurde auch in ausländische Dividendenpapiere, Devisen, Rohstoffe und Edelmetalle investiert - und ein weiterer Teil gelangte selbstverständlich - weil die Banken eben auch europäische Staatsanleihen kauften - in die Kassen der Finanzminister, welche damit in die Lage versetzt wurden, fällige alte Schulden mit neuen Schulden zu tilgen."

Institut für Strategische Studien , 26.10.2017 : "Zu den Grundlagen bei der Bemessung der Kreditwürdigkeit eines Staates gehören auch das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf und die Summe aller Steuereinnahmen. Beides lässt sich erhöhen, wenn ein möglichst großer Teil der Bevölkerung als Arbeitskräfte- und Erwerbspotential eingespannt wird. Das heißt im Klartext: Möglichst alle Frauen sollen arbeiten, Familien sind ein Hindernis. Schrumpfende Bevölkerungszahlen können ein Schrumpfen des Gesamt-Bruttoinlandsproduktes und der Steuereinnahmen führen. Dann können weniger Anleihen ausgegeben werden. Also ist es für den Anleihenmarkt interessant, wenn möglichst viele Zuwanderer ins Land kommen, auf deren Schultern die Schulden verteilt werden können. Ideologisch haben Wallstreet und linke Parteien nichts gemeinsam. Sie eint kein gemeinsames Weltbild. Aber in einem Punkt überschneiden sich ihre Interessen: Sie wollen, dass möglichst alle gleichermaßen ins System eingespannt werden. Die einen, weil sie eine Welt voller Gleichheit haben wollen, die anderen, weil sie möglichst viele Menschen gleichzeitig in die Arbeits- und Schuldenmaschine einspannen wollen. Und so kommt es, dass viele multinationale Konzerne und internationale Finanzinstitute über ihre Medien- und Marketingkampagnen und NGOs unisono das Lied von der Gleichheit singen. Und dass, obwohl gerade sie für eine Spaltung der Gesellschaft und wirtschaftliche Ungleichheit sorgen. Denn es geht ihnen nicht um Gleichheit oder Fairness, sondern um den Einbezug Aller in das Hamsterrad der Wertschöpfung, sei es als Konsument, als Produzent oder als ewig Verschuldeter. Die Schulden der Einen sind das Vermögen der Anderen."

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