Grenzen des Wachstums

Stand: 23.01.2022
Die Bürger Europas und anderer entwickelter Staaten wie Japan müssen erkennen, daß das Wachstum der Wirtschaft vorbei ist und auch nicht wiederkommen wird. Die Wirtschaft stößt an unüberwindbare Grenzen.
Es ist zum einen unmittelbar eine finanzielle Grenze und zum anderen grundlegend eine ökologische Grenze spürbar.
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, daß die Marktwirtschaft, bzw. der böse Kapitalismus, auf ständiges Wachstum programmiert ist und damit Schuld hat, wenn die finanziellen und ökologischen Grenzen überschritten werden. Jedes Wirtschaftssystem gehorcht Spielregeln, die der jeweilige Staat (oder Staatenbund wie die EU) vorgibt. Die wichtigste Regelung ist dabei das Geldsystem. Es sind die Regierungen dieser Staaten und der ihnen nahe stehenden Zentralbank, die die (Markt)Wirtschaft dazu antreiben, immer weiter zu wachsen und sich dabei immer weiter zu verschulden. Der Grund ist, daß die Regierungen selbst nicht mit den Einnahmen (Steuern) auskommen. Und der Grund dafür liegt an der dummen, habgierigen Masse der Wähler, die diese Regierungen an die Macht gebracht hat. Eine Regierung, die auf solides Wirtschaften setzt, wird abgesetzt. Die Marktwirtschaft wäre ein hervorragendes System, um frühzeitig die bereits überschrittenen Grenzen zu erkennen und zu korrigieren. Dazu müssten die Politiker es lediglich Ernst meinen mit einem ausgeglichenen Haushalt (schwarze Null und Schuldenbremse) beim Staat und bei der Zentralbank. Aber die breite Mehrheit der Bevölkerung sieht nicht die Gefahr eines Finanzcrashs.
Die Wirtschaft Europas wird nur noch durch den ständigen Aufkauf von Staats- und Unternehmensanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) über Wasser gehalten. Die Politik versucht mit wilder Gelddruckerei, die Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen, was aber nur Inflation auslösen wird.
Dies führt zu einer immer größer werdenden Abhängigkeit aller Wirtschaftsaktivitäten von EZB und Staatsausgaben.
Wir entfernen uns immer mehr von einer Marktwirtschaft und bewegen uns hin zu einer Staatswirtschaft.
Die Schuldenfalle ist also die Folge eines auf zwanghaftes Wachstum ausgerichteten Wirtschaftssystems und bedeutet abnehmende Effizienz der Wirtschaft und sichere Beschäftigung nur noch im staatlichen Auftrag.
Die Ursache ist die Leugnung von Grenzen des Wachstums.
Prof. Dr. Thorsten Polleit , 19.11.2021 :
"Die Güterpreisinflation im Euroraum hat im Oktober 2021 4,1 Prozent erreicht nach 3,4 Prozent im Vormonat und ist damit mehr als doppelt so hoch wie die Güterpreisinflation von 2-Prozentpunkten, die die Europäische Zentralbank (EZB) den Menschen versprochen hat. In den Vereinigten Staaten von Amerika hat die Güterpreisinflation sogar 6,2 Prozent im letzten Monat erreicht. Auch in China, Japan und Großbritannien hat die Konsumgüterpreisinflation angezogen. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung stellt sich die Frage: Ist der Anstieg der Güterpreisinflation nur vorübergehend oder dauerhaft? Diese Frage lässt sich nur sinnvoll beantworten, wenn man die Gründe für die Preisinflation kennt. Ökonomen geben nun allerdings unterschiedliche Antworten auf diese Frage. Zwei Positionen stehen sich gegenüber: die nicht-monetäre und die monetäre Erklärung der Güterpreisinflation. Die Vertreter der nicht-monetären Sichtweise sagen, die Güterpreisinflation sei die Folge von einem Nachfrageüberhang auf den Märkten ('Demand Pull') und/oder einer Verteuerung der Produktionsgüter wie zum Beispiel Ölpreis- und Lohnsteigerungen ('Cost Push'). Die Zentralbankräte und die ihnen zuarbeitenden Hauptstrom-Ökonomen berufen sich gern auf die nicht-monetäre Erklärung der Güterpreisinflation. Zum Beispiel erklärt die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer Website, warum die Güterpreise stark steigen, wie folgt: 'Dies geschieht hauptsächlich aus drei Gründen: dem schnellen Wiederhochfahren unserer Wirtschaft, der Tatsache, dass höhere Energiepreise die Inflation nach oben treiben und einem Umstand, der in der Statistik 'Basiseffekt' genannt wird.' Die Rolle der Geldmenge für die Güterpreisinflation - die monetäre Inflationserklärung - bleibt unerwähnt, taucht gar nicht auf. Nun können zwar die von der EZB genannten Faktoren die Güterpreise (einmalig) erhöhen. Jedoch eine Güterpreisinflation - also ein fortgesetztes Ansteigen der Güterpreise auf breiter Front - stellt sich nur dann ein, wenn die Geldmenge in der Volkswirtschaft (stark) zunimmt. Der Blick auf die Geldmengenzahlen zeigt, dass genau das derzeit der Fall ist. So hat die US-Zentralbank die Geldmenge M2 (Bargeld plus Sicht- und Terminguthaben der Privaten bei den Geschäftsbanken) seit Ende 2019 um etwa 36 Prozent erhöht. Im Euroraum hat die EZB die Geldmenge M3 um ungefähr 18 Prozent ausgeweitet. Die Geldmengen-vermehrung hat sich also am 'äußeren Rand' deutlich beschleunigt. Wie erklärt sich das? Als Reaktion auf die politisch diktierte Lockdown-Krise haben die Zentralbanken Schuldpapiere - vor allem Staatsschulden - aufgekauft und mit neuem Geld bezahlt. Die Staaten haben das neu geschaffene Geld ausgegeben - für Arbeitslosenhilfe, Subventionen etc. Das Geld ist auf diesem Wege auf die Konten der Privaten (Haushalten und Unternehmen) gelangt, und dadurch sind die Geldmengen (im hier betrachteten Fall M2 in den USA und M3 im Euroraum) angewachsen. Die Erfahrung legt nahe, dass sich ein aufgelaufener 'Geldmengenüberhang' in steigenden Konsumgüter- und/oder Vermögens-preisen entladen wird. Dieser Prozess hat offensichtlich schon begonnen - wie die anfangs gezeigten Steigerungsraten der Konsumgüterpreise andeuten. Da der aufgelaufene Geldmengenüberhang nicht mehr von den Zentralbanken 'eingefangen' wird, ist zumindest mit einer (längeren) Phase erhöhter Güterpreisinflation zu rechnen; die Inflations-wirkung der aufgeblähten Geldmenge ist sozusagen unwiderruflich. Und wie bereits gesagt, die Preisinflation wird sich sehr wahrscheinlich in steigenden Konsumgüter- und/oder Vermögenspreisen zeigen. Beides setzt die Kaufkraft des Geldes herab: Wenn die Güterpreise steigen, dann bekommt man schließlich weniger Güter für sein Geld. Eine wichtige Frage ist: Bleibt es bei einem 'Inflationsbuckel', also einer zeitlich begrenzten Phase erhöhter Preisinflation, nach der die Geldentwertungsraten wieder auf ein geringeres Niveau abfallen? Die Antwort auf diese Frage hängt - wie könnte es anders sein - von der Geldpolitik der Zentralbanken ab. Als Monopolisten der Geldproduktion sind sie es in letzter Konsequenz, die die Geldmenge in der Volkswirtschaft bestimmen. Das Problem mit der Güterpreisinflation ist nun, dass sie, wenn sie erst einmal in Gang gesetzt wurde, nur schwer wieder zu stoppen ist. Denn das Beenden der Güterpreisinflation erfordert ein Abbremsen der Geldmengenvermehrung beziehungsweise steigende Notenbank- und Marktzinsen. Und das wiederum kann nur allzu leicht eine (erneute) Finanz- und Wirtschaftskrise auslösen, die umso schwerer ausfallen wird, je länger die Inflationsphase angedauert hat. Vor allem wenn die Zahlungsfähigkeit der Staaten vom Zugang zu Notenbankkrediten abhängt, ist die Gefahr besonders groß, dass es nicht gelingt, frühzeitig, in 'weiser Voraussicht' aus der Inflationierungspolitik auszusteigen. Denn nicht nur die Regierungen, auch die Regierten begrüßen meist die positiven Effekte der Inflationspolitik, die sich anfänglich einstellen: Die Konjunktur stabilisiert sich, die Arbeitslosigkeit sinkt, die Unternehmensgewinne steigen. Die Inflationspolitik wird zudem als eine Möglichkeit gesehen, um momentane Schwierigkeiten im Wirtschaftsleben zu umgehen. Die Neigung zur Inflationspolitik rührt nicht zuletzt aus dem Vorherrschen eines kurzfristigen Denkens, das die künftigen Kosten der heutigen Politikmaß-nahmen zusehends aus dem Blick verliert. Im heutigen ungedeckten Geldsystem ist die Inflation keine Naturkatastro-phe, sie ist vielmehr menschengemacht: Sie wird aufgrund von fehlerhaften Zentralbankentscheidungen verursacht oder auch mit Vorsatz geschürt. Welche dieser Erklärungen nun im Einzelfall auch zutreffen mag: In den westlichen Volkswirtschaften scheinen die Weichen in Richtung erhöhter Güterpreisinflation gestellt zu sein, wird die 'Inflations-steuer', die die Staaten mit ihren Zentralbanken erheben, sehr wahrscheinlich zunehmen. Für den Anleger heißt das: US-Dollar, Euro & Co werden zum Verlustgeschäft. Und um eine Besserung herbeizuführen, muss die Öffentlichkeit die wahre Ursache der Güterpreisinflation erkennen: die Geldmengenvermehrung durch die Zentralbanken. Und sie muss auch bereit sein, die Kosten, die mit der Abkehr der Inflation verbunden sind, zu tragen. Je schneller die Einsicht kommt, desto besser."
Malte Fischer , 16.12.2021 :
"Die Europäische Zentralbank hält an ihren Nullzinsen fest und will weiterhin Wertpapiere kaufen. Das wird die Bürger Europas teuer zu stehen kommen. Erst beschließt die US-Notenbank Fed vor dem Hintergrund rasant steigender Inflationsraten schneller aus der ultralockeren Geldpolitik auszusteigen. Dann erhöht die Zentralbank von Norwegen wegen steigender Inflationsraten den Leitzins, anschließend folgt ihr die Bank von England. Wer erwartet hat, dass nun auch die Europäische Zentralbank (EZB) die Zeichen der Zeit erkannt hat und die geldpolitischen Zügel strafft, der hat sich jedoch getäuscht. Statt den anderen Zentralbanken auf dem Weg zu einer den Stabilitätsgefahren begegnen-den Geldpolitik zu folgen, trägt die EZB weiter Scheuklappen und geriert sich als Schutzmacht der hoch verschuldeten Südländer der Eurozone. Anders lassen sich die Entscheidungen, die die Frankfurter Währungshüter heute getroffen haben, nicht interpretieren. So kündigte die EZB an, die Anleihenkäufe im Rahmen ihres Pandemie-Notfallprogramms (PEPP) im ersten Quartal nächsten Jahres zwar herunterzufahren und Ende März auslaufen zu lassen. Im Gegenzug aber will sie die Käufe im Rahmen des schon länger laufenden Wertpapierkaufprogramms (APP) im zweiten Quartal auf 40 Milliarden Euro pro Monat verdoppeln. Im dritten Quartal sollen die APP-Käufe auf 30 Milliarden und im vierten Quartal auf 20 Milliarden Euro pro Monat zurückgefahren werden. Ein Ende der Käufe hat die EZB allerdings nicht in Aussicht gestellt. Zudem kündigte EZB-Chefin Christine Lagarde an, die EZB könne die Käufe im Rahmen des PEPP jederzeit wieder aufleben lassen, sollte sie dies für erforderlich halten, um die negativen Folgen der Pandemie zu bekämpfen. Diese Anschlusskäufe seien nicht a priori begrenzt, ihr Umfang hänge vielmehr von den Umständen und den Entscheidungen des EZB-Rats ab, erklärte Lagarde auf der Pressekonferenz. Die EZB verschafft sich dadurch einen unbegrenzten Spielraum, innerhalb dessen sie diskretionär entscheiden kann, ob und wann 'negative Schocks' als Folge der Pandemie vorliegen und mit welchen Kaufvolumina sie diesen zu begegnen gedenkt. Darüber hinaus beschlossen die Notenbanker, die zufließenden Tilgungen für auslaufende Wertpapiere im Rahmen des PEPP bis mindestens Ende 2024 in den Kauf neuer Anleihen zu stecken. Das ist ein Jahr länger als bisher vorgesehen. Das soll die EZB befähigen, flexibel auf Unsicherheiten zu reagieren, erklärte Lagarde. Was die EZB unter flexibel versteht, macht der Beschluss deutlich, die Wiederanlage der Tilgungszahlungen nach eigenem Gusto auf Wertpapierklassen, Laufzeiten und Länder zu verteilen. Dies beinhaltet ausdrücklich auch die Möglichkeit, Tilgungsmittel über das Ausmaß der auslaufenden Anleihen hinaus in den Kauf von griechischen Staatsanleihen zu stecken, um das Land bei der Erholung von der Pandemie finanziell zu unterstützen. Konkret heißt das: Läuft etwa eine deutsche Staatsanleihe aus, kann die EZB mit den Tilgungsmitteln griechische statt erneut deutsche Staatsanleihen erwerben. Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil Hellas-Anleihen von den Rating-Agenturen noch immer als Ramschanleihen bewertet werden. Dank des heutigen Beschlusses bleibt Griechenland bis mindestens Ende 2024 über die Wiederanlage der Tilgungsmitteln auf dem Kaufzettel der EZB. Deren Bilanzqualität dürfte sich dadurch massiv verschlechtern. Die Entscheidung zugunsten Griechenlands, einem notorischen Staatsbankrotteur, macht deutlich, worum es der EZB jenseits aller Stabilitätslyrik geht: Die Finanzierungskosten für die hochverschuldeten und bankrottgefährdeten Regierungen des Kontinents sollen auf Biegen und Brechen niedrig gehalten werden, um die dysfunktionale Währungsunion vor dem Auseinanderbrechen zu bewahren. Dazu passt, dass Lagarde höhere Leitzinsen für 2022 faktisch ausschloss. So sollen die Geldbeschaffungskosten nicht erhöht werden, solange die EZB noch Anleihen über das APP kauft. Dieses läuft nach Maßgabe der heutigen Beschlüsse noch mindestens bis Ende nächsten Jahres. Von einer geldpolitischen Wende, wie sie die Fed und die Zentralbanken von Norwegen und Großbritannien eingeleitet haben, kann in der Eurozone also keine Rede sein. Und das, obwohl die EZB höchstselbst ihre Inflationsprognose für das nächste Jahr gegenüber ihrer bisherigen Schätzung auf nunmehr 3,2 Prozent fast verdoppelt hat. Das Festhalten an der expansiven Geldpolitik begründete Lagarde mit dem Hinweis, die Inflation werde sich mittelfristig wieder unter dem Zielwert der Notenbank von 2,0 Prozent einfinden. Angesichts der weltweiten Preisentwicklung und der Reaktion anderer Zentralbanken darauf kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die EZB sich ihr stabilitätspolitisches Weltbild immer wieder so zurechtzimmert, dass es zu ihrem prioritären Wunsch passt, die hochverschuldeten Süd-länder auf Dauer mit Niedrigzinsen durchzufüttern. Mit einer stabilitätspolitisch verantwortungsbewussten Geldpolitik haben die heutigen Entscheidungen der EZB daher wenig, mit einer flagranten Verletzung ihres gesetzlichen Auftrags umso mehr zu tun. Die geldpolitische Geisterfahrt der Frankfurter Währungsbehörde geht weiter – die Unfallkosten, die sie verursacht, werden die Bürger und Geldnutzer zu tragen haben."
Elias Huber , 23.01.2022 :
"Derzeit warnen alle vor 'Greenflation'. Selbst EZB-Direktorin Isabel Schnabel sagte, die Wende zu grünen Energie-quellen berge das Risiko erhöhter Inflation. Doch der Begriff stiftet mehr Verwirrung, als dass er nützt. Nach Milton Friedman ist Inflation ein rein monetäres Phänomen. Die Energiepreise sind im vergangenen Jahr rasant gestiegen. Laut Statistischem Bundesamt verteuerte sich leichtes Heizöl um satte 41,8 Prozent, Kraftstoffe um 22,6 Prozent und Gas um 4,6 Prozent. Ohne die Energiepreise hätte die Gesamtinflationsrate bloß 2,3 Prozent statt 3,1 Prozent betragen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Die Kritik an der sogenannten grünen Inflation, der 'Greenflation', wird denn auch immer lauter. Kürzlich sei Greenflation noch 'ein Tabuthema' gewesen, stellte etwa der Politik-Chef des Handelsblatts fest. Selbst die Tagesschau titelt 'Klimaschutz erhöht die Preise' und bemerkt: 'Investitionen in die Energiewende und die steigende CO2-Steuer tragen zum Preisauftrieb bei.' Doch die Aufregung um Greenflation lenkt bloß von der Kernursache der steigenden Preise ab: die ultralockere Geldpolitik der EZB. Bereits der Wirtschaftsnobel-preisträger Milton Friedman sagte klar, dass Inflation – verstanden als Anstieg des allgemeinen Preisniveaus – 'immer und überall ein rein monetäres Phänomen' ist. Das begründen Friedman und andere Ökonomen mit der Quantitäts-theorie des Geldes, die bereits Nikolaus Kopernikus in seinen Schriften formulierte. Laut der Theorie erhöht sich das Preisniveau, wenn die Notenbank die Geldmenge ausweitet und Geldnachfrage sowie Güterproduktion unverändert bleiben. Das geschah etwa während der Corona-Krise. Seit März 2020 verdoppelten das EZB-System und die Fed nahezu ihre Bilanzsummen. Gleichzeitig brach das Güterangebot aufgrund der weltweiten Corona-Maßnahmen ein. Da halfen selbst eine erhöhte Bargeldnachfrage und Sparquote wenig – die Preise zogen massiv an. Der Ökonom Steve Hanke hat in einem Fachaufsatz vom Dezember 2021 auf Basis der Quantitätstheorie berechnet, wie hoch der Geldüberhang in der Eurozone ist und wie kräftig die Inflation in den kommenden Jahren steigen wird, wenn die EZB die Geldmenge nicht weiter ausweitet. Laut dem Professor der John-Hopkins-Universität läge die Teuerungsrate im Schnitt bei 2,5 bis 3 Prozent. In Deutschland würde sie etwas kräftiger steigen, vermutet Hanke. Der Inflationszyklus werde erst enden, wenn die Zentralbanken das Geldmengenwachstum verlangsamten. Angesichts dessen verwirrt der Begriff Greenflation die Bürger bloß. Er vernebelt die wahre Ursache der steigenden Preise. Die Inflationsrate läge auch ohne die grüne Energiepolitik weit über dem 2-Prozent-Ziel der EZB. Zwar hätte sich Energie wohl weniger kräftig verteuert, dafür hätte sich der Inflationsdruck in anderen Bereichen der Wirtschaft entladen. Gleichwohl verschärft die grüne Klimapolitik den Preisauftrieb. Etwa schätzt Hans-Werner Sinn, dass die Teuerung im Energiebereich die Preis-anstiege im Zuge der Ölkrise der Siebzigerjahre des letzten Jahrhunderts verblassen lassen könnte. 'Das Verbot der billigen traditionellen Energiequellen zwingt die Wirtschaft, auf teurere Energieträger auszuweichen', sagte der Ökonom in einem Interview mit der Welt. Der Ausstieg aus Atom und Kohle treibe die Produktionskosten nach oben. Die EZB sollte in dieser Situation die Geldmenge reduzieren und die Zinsen deutlich erhöhen. Das würde die Welt-wirtschaft in eine Depression stürzen, aus der sie sich aber rasch erholen könnte, wenn die Märkte liberalisiert würden. Etwa war die US-Depression von 1920 bis 1921 vergleichsweise kurz, als der Bundesstaat Ausgaben und Steuern drastisch reduzierte – im Gegensatz zur Großen Depression. Doch EZB und Fed verfolgen weiter eine lockere Geld-politik – in den Bilanzen ist bislang wenig von der angekündigten geldpolitischen Wende zu sehen. Die Gesamtbilan-zen schwellen weiter an. So betrug etwa das Wachstum bei der EZB im Oktober 93 , im November 91 und im Dezember 109 Milliarden Euro. Erst seit Januar liegt das Plus in den ersten beiden Wochen etwas geringer bei 27,6 Milliarden Euro." - Die Gelddruckerei geht also hemmungslos weiter, doch der Tag der 'Abrechnung' wird kommen!



Es gibt noch andere Grenzen des Wachstums, eigentlich hat alles, was zahlenmäßig erfassbar ist, eine obere und eine untere Grenze (letztere oft Null). Nur in der Mathematik kann man theoretisch über das Unendliche nachdenken. Und in der Physik ist das Wesen von Raum und Zeit noch nicht geklärt und damit die Frage, ob diese beiden Größen unendliche Ausmaße erreichen. Eine der größten Entdeckungen der Physik ist die obere Grenze der Geschwindigkeit jedes beliebigen Objektes, die Lichtgeschwindigkeit.
Überbevölkerung, das heißt die Überbeanspruchung der natürlichen Lebensgrundlagen durch eine zu hohe Bevölkerungsdichte, ist die Hauptursache der meisten ökologischen Probleme.
Noch bevor sich dadurch eine ökologische Krise zuspitzt und Menschen verhungern, kommt es im allgemeinen zu sozialen Unruhen: Patriarchalisches Weltbild -> Überbevölkerung -> Arbeitslosigkeit/Armut/Ausweglosigkeit
-> Kriminalität/Plünderungen/Krieg -> Reduzierung der Überbevölkerung durch Flucht oder Tod
Am Deutlichsten zeigt sich diese Entwicklung im wachsenden Einfluss von Islamisten in Afrika.
In Deutschland scheint sich folgendes Szenario zu entwickeln:
Materialistisches Weltbild -> Gier nach immer mehr -> Wachstum um jeden Preis
-> Gelddruckerei durch Staat und Zentralbank + Masseneinwanderung -> Fehlinvestitionen/Blasenbildung
+ Klima-Panik -> noch mehr Gelddruckerei -> DDR 2.0 in der EUdSSR -> hohe Inflation -> Finanzcrash
-> Abschwung der Wirtschaft -> Arbeitslosigkeit/Armut/Neid -> Soziale Unruhen -> Islamischer Staat Deutschland

Es ist also das Bestreben der amtierenden Regierung, daß in Deutschland mindestens 83 Mio. Menschen leben.
Noch immer reden und tun Politiker mit ideologischer Rückendeckung von Einwanderungs-Lobbyisten so, als ob es keine Grenzen des Wachstums gäbe. Dies steht jedoch in totalem Widerspruch zu einer nachhaltigen Lebensweise.
Eine nachhaltige Lebensweise erkennt die Grenzen des Wachstums an. Dabei sind zwei Punkte besonders wichtig:
- vollständige Umstellung auf ökologische Landwirtschaft und - vollständige Umstellung auf erneuerbare Energie
Um dieses Ziel zu erreichen, ist meiner Einschätzung nach eine Obergrenze von etwa 78 Mio. Einwohnern in Deutschland anzustreben.

Gerhard Wirth , 01.11.2021 :
"Die deutsche Politik ist planlos; noch schlimmer, sie besitzt überhaupt keinen Plan. Weder für die Energieversorgung, noch für die Einwanderung. Man beschließt einfach irgendetwas und wartet ab, was anschießend passiert. Das Abschalten der Atom- und Kohlekraftwerke war schnell beschlossen, doch wer die Erzeugung des notwendigen Stroms dann übernimmt, ist nicht bekannt. Zwar hoffen die Politiker, dass Wind- und Sonne es schaffen, wenn erst mal genügend Windkraftwerke vorhanden und genug Dächer mit Solarpanelen eingedeckt sind. Die Rechnung ist jedoch schwierig, denn bei einem immer höheren Strombedarf (Elektrifizierung des Verkehrs) müsste mindestens der Ausbau der Windkraftanlagen um die 10fache Menge steigen, von heute ca. 35.000 auf 350.000 Windkraftanlagen. Dazu käme noch ein großangelegter Netzausbau, sowie die nötige verkehrliche Infrastruktur. Der Platzbedarf ist enorm und die dafür vorgesehene 2-prozentige Landfläche dürfte dabei nicht ausreichen. Von der naturbedingten Voraussetzung, dass der Wind ständig weht und die Sonne reichlich scheint, gehen Politiker selbstverständlich aus. Auch wenn die Politiker keine fossilen Kraftwerke wollen, ohne Gaskraftwerke für die Grundlast geht es nicht. Aber hier meinen zumindest GRÜNE Politiker, dass dies mit importiertem Wasserstoff oder Biogas zu schaffen ist. Die Politiker der anderen Ampelparteien hoffen, dass der russische Präsident Putin schon genug Erdgas liefern wird, was jedoch bei den sanktionsfreudigen deutschen Politikern keineswegs gesichert ist. Aber vielleicht haben die Politiker ja schon ein Geheimrezept, indem sie den umliegenden Staaten ihre neu zu bauenden Atomkraftwerke finanzieren, in der stillen Hoffnung, dass vielleicht ein paar Megawatt Atomstrom für teures Geld an Deutschland geliefert wird. Schließlich werden die Atomkraftwerke dringend benötigt, sie dürfen eben nur nicht in Deutschland stehen. Es lohnt sich in Deutschland nicht, über die Kosten nachzudenken, die Schmerzgrenze scheint hier irgendwo um die 3 Euro für die Kilowattstunde Strom zu liegen und für Benzin/Diesel pro Liter bei 5 Euro. Das letzte Bundestagswahlergebnis lässt den Schluss zu, dass die Deutschen schon froh sind, wenn sie überhaupt noch Strom, Gas und Benzin bekommen und deshalb der Preis vollkommen unwichtig erscheint. Hat die Politik für die Energieversorgung schon keinen Plan, so trifft dies ebenfalls bei der Einwanderung zu. Es fehlen angeblich viele Arbeitskräfte, weil der Nachwuchs in vielen Berufen fehlt. Hier liegt es aber auch daran, dass heute die Menschen nicht nach dem Bedarf ausgebildet werden.
Der Wunsch, einen hochbezahlten Job mit geringer Arbeitsleistung zu bekommen, steht vorne an. Dies sieht man alleine schon an der immer größer werdenden Politikerschwemme, die keiner benötigt, außer die Politiker sich selbst. Aber auch in Verwaltungsberufen besteht kein Mangel, besonders im öffentlichen Dienst, wo viele hinein drängen. Mangel hingegen besteht in fast allen Handwerksberufen, im Handel und bei der Pflege. Hier liegt es teilweise an der schlechten Bezahlung oder körperlichen Anstrengung. Diese entstandene Lücke wollen Politiker mit Einwanderung schließen, doch irgendwie will auch das nicht funktionieren. Seit 2015 sind ca. 3 Millionen Menschen eingewandert, doch davon können höchstens 10 Prozent ihren Lebensunterhalt alleinig durch Arbeitsverdienst abdecken. Alle übrigen sind entweder komplett oder in weiten Teilen von staatlichen Sozialhilfen abhängig. Die Arbeitsmigration kann also als gescheitert angesehen werden. Einwanderung über das Asylrecht bringt keinen arbeitsmäßigen Erfolg, es ist weitestgehend reine Sozialeinwanderung. Wenn dies in dieser Art von der neuen Regierung fortgesetzt wird, bekommt Deutschland zwar viele weitere Sozialhilfeempfänger, die zusätzlich den CO2 Fußabdruck vergrößern, jedoch keine Menschen, die für die Politiker die gewünschten Windräder und Solarpaneele produzieren/installieren, sowie keine Häuser für die vielen Neuankömmlinge bauen. Ob der Handwerkermangel über Asyleinwanderung zu bewältigen ist, bleibt ebenfalls fraglich. Denn zur Ausübung eines Handwerks bedarf es einer Schul- und Berufsausbildung. Die Einwanderer, die sich integrieren und etwas Intelligenz mitbringen, werden dann wie die Deutschen in die Politik oder in den öffentlichen Dienst drängen und das bereits dort bestehende Überangebot nochmals vergrößern. Dem Handwerk, Handel und der Pflege ist somit wieder nicht gedient. Über die Migrationskosten und Sozialstaatsbelastung braucht genau wie bei den Kosten für die Energieversorgung nicht nachgedacht werden, schließlich hat der Bürger bei der Bundestagswahl auch hierzu die volle Zustimmung abgeliefert."
Egon W. Kreutzer , 06.01.2022 :
"Die Mehrzahl der Ökonomen hält ein stetiges – und dabei wachsendes – Wachstum für unabdingbar, soll eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Katastrophe verhindert werden. Die Vordenker der Ökologiebewegung sehen im ungebremsten Wachstum die Ursache einer unweigerlich eintretenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Katastrophe und stellen dem Wachstum die Segnungen der Nachhaltigkeit gegenüber. Beide haben aus ihrer Sichtweise heraus recht und können die Richtigkeit ihrer Überzeugungen sowohl theoretisch als auch empirisch nachweisen. Der Wunsch, dieses Paradoxon aufzuheben, muss die jeweils geschlossenen Gedankengebäude verlassen und versuchen, die Problematik von einer Meta-Ebene aus zu betrachten, in der es nicht mehr um die inneren Prozesse der beiden Konzepte geht, sondern darum, die Unterschiede in der Zielsetzung zu erkennen.
Dabei stellt sich zunächst einmal die Frage, ob sich die von beiden gleichermaßen postulierten Ziele, nämlich eine Katastrophe zu vermeiden, tatsächlich auf die gleiche katastrophale Entwicklung beziehen oder eben doch nicht.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist Wachstum erforderlich, um im Wettbewerb zu bestehen. Da heißt es: 'Wer stehenbleibt, fällt zurück.' Schließlich ist es das Ziel aller Mitbewerber, den eigenen Marktanteil ständig zu vergrößern, womöglich am Ende alleine als Monopolist dazustehen und dabei sowohl Qualität – und damit die Kosten – als auch den Preis so zu bestimmen, dass ein Gewinn-Optimum entsteht. Wachstumstreiber sind dabei Innovationen, Marketing und Preispolitik. Das 'Neue', geschickt beworben und mit einem für den Kunden, bzw. die Zielgruppe, attraktiven Preis in den Markt zu werfen, wird nicht nur die eigenen, älteren Produkte verdrängen, sondern auch die Angebote der Konkurrenz, denen der Mehrnutzen des 'Neuen' (noch) fehlt. Das 'Neue' erfordert jedoch Investitionen, die einen mehr oder minder großen Finanzierungsbedarf auslösen. Dazu müssen Unternehmen regelmäßig Geldgeber für ihre Pläne gewinnen, was nur gelingt, wenn glaubhaft dargelegt werden kann, dass die Investition sich rentieren wird, so dass Zins und Tilgung pünktlich gezahlt werden können und der Gewinn der Eigentümer steigt. Der Nachweis der Rentabilität einer geplanten Investition fällt allerdings umso schwerer, je kleiner der eigene Marktanteil, je schwächer die Vertriebskanäle, je spärlicher der Werbeetat bemessen ist. Geldgeber wählen sich unter den Anlagemöglichkeiten für ihr Geld lieber den bereits starken, zuverlässigen Schuldner als den noch kleinen, unbekannten und daher als Risiko angesehenen. Das schlägt sich letztlich in den Finanzierungskonditionen nieder. Der Starke zahlt niedrigere Zinsen als der Schwache, falls man dem Schwachen überhaupt Kredit gewährt. So erscheint 'Wachstum' – betriebswirtschaftlich gesehen – die einzige Möglichkeit mittel- bis langfristig am Markt verbleiben zu können. Wer auf einem einmal erreichten Niveau verharrt, wird früher oder später von der Konkurrenz verdrängt. Zudem, und das ist auch zu berücksichtigen, ermöglicht wirtschaftliches Wachstum einerseits den Bedarf einer wachsenden Bevölkerung zu befriedigen und andererseits den Lebensstandard der Bevölkerung zu heben. Fehlt das Wachstum führt das bei wachsender Bevölkerung zum Armutswachstum. Aus volkswirtschaftlicher Sicht ermöglicht das Wachstum nicht nur, den Binnenmarkt besser zu versorgen, es ermöglicht auch, Teile der Produktion zu exportieren. Das hat günstige Auswirkungen auf die Beschäftigung, stabilisiert die Handels- und die Zahlungsbilanz und damit auch den Wert der Währung. So, wie der Wettbewerb das einzelne Unternehmen, dass nicht mehr wächst, aus dem Markt drängt, so wird auch das wirtschaftliche und politische Gewicht eines Staates, dessen Volkswirtschaft nicht wächst, im Laufe der Zeit immer geringer. Aus finanzieller Sicht wird Wachstum benötigt, um Kredite bedienen zu können. Ein Schuldner muss eben nicht nur den Wert der Investition als Kapitalkosten über den Nutzungszeitraum abschreiben und entsprechend in seine Preiskalkulation einfließen lassen, er muss auch die zu zahlenden Zinsen über den Preis hereinholen. Einfacher als mit Preiserhöhungen in den Markt zu gehen, ist es aber, die für die Befriedigung der Kapitalkosten erforderlichen Erlöse über Mehrumsatz zu generieren. Mengenwachstum reduziert die anteilig auf das einzelne Produkt entfallenden Kapitalkosten. Dies kann genutzt werden, um zu einem attraktiven Preis anzubieten, ohne dabei den Gewinn zu schmälern, es kann aber auch bei Beibehaltung des Preises als Gewinnsteigerung verbucht werden. Die von den Ökonomen befürchtet Katastrophe ist also nicht aus der Luft gegriffen. Bei näherer Betrachtung lässt sich auch unschwer die Ursache dafür erkennen. Wettbewerb und Konkurrenz erzwingen sowohl für das einzelne Unternehmen als auch für ganze Volkswirtschaften ein mindestens mit der Konkurrenz schritthaltendes Wachstum. Wer nicht mithalten kann, wird vom Wettbewerb ausgeschlossen und fällt in Armut, weil er kein Einkommen mehr generieren kann. Die Wettbewerber werden hingegen immer stärker, wachsen zu Oligopolen und Monopolen zusammen und diktieren schließlich die Lebensverhältnisse auf der ganzen Welt, bis sie, mangels Kaufkraft der Konsumenten in sich zusammenbrechen. Daher müssen ständig neue Wettbewerber in den Markt drängen, was wiederum Wachstum ermöglicht. Dies gilt bereits für die rein realwirtschaftliche Sphäre. Wachstumshemmnisse, wie z.B. gesättigte Märkte, müssen durch Innovationen, Moden und andere, die Nutzungsdauer begrenzende Methoden überwunden werden. Fehlende Konsumentenkaufkraft ist durch Anreize zum 'Entsparen' sowie durch Anreize zur Kreditaufnahme zu kompensieren. Auf diese Weise entstehende Vermögens- und Schuldenblasen wird durch Kreditausfälle und Inflation allmählich die Luft abgelassen, zur Not können sie auch schlagartig zum Platzen gebracht werden, womit der Start eines neuen Zyklus ermöglicht wird.
Aus Sicht der Ökologen ist Wachstum schädlich, weil mit jedem Wachstum die endlichen Ressourcen der Erde einerseits ausgebeutet und andererseits geschädigt werden. So geht zum Beispiel das Wachstum der Bauwirtschaft zwangsweise mit einem gewissen, schwer zu revidierenden Flächenfraß einher. Baumaterialien, vom Sand für den Beton, über das Holz für den Dachstuhl, bis zum Aluminium für die Fenster, müssen unter Einsatz von (endlichen) Energiereserven unter nicht unerheblichem Schadstoffausstoß gewonnen und verarbeitet werden. Egal, was man betrachtet, ausgenommen vielleicht downloadfähige Produkte, wie Programme, Bücher, Filme, Musik, etc., verursachen bei Mengenausweitung den Verlust und die Schädigung natürlicher Ressourcen. Die Ökologen sagen den Zusammenbruch von Wirtschaft und Gesellschaft aufgrund des zu erwartenden Mangels an natürlichen Ressourcen vorher. Sie sehen das Ende der Reserven an Erdöl und Erdgas kommen, sie warnen vor Wasserkriegen und vor der Überfischung der Weltmeere, sie sehen im Fleischkonsum die Bedrohung der Ernährungsgrundlage der Menschheit, warnen vor der Abholzung des Regenwaldes zur Ackerlandgewinnung und fordern, zur Rettung des Planeten ein allumfassendes negatives Wachstum, also Verzicht. Verzicht auf individuelle Mobilität, Verzicht auf das Wohnen im Einfamilienhaus, Verzicht auf Fleischverzehr, Verzicht auf Flugreisen, Verzicht auf eine zuverlässige und sichere Stromversorgung und so weiter. Ach die von den Ökologen befürchtete Katastrophe ist nicht aus der Luft gegriffen.
Die Ursache für die Katastrophe ist allerdings nicht ganz so leicht aufzufinden. Schließlich stellt sich heraus, dass die unterschiedlich großen Fußabdrücke ebenfalls ein Anzeichen von Wettbewerb und Konkurrenz sind. Allerdings nicht um die gewinnorientierte Konkurrenz zwischen Unternehmen oder Staaten, sondern um die Konkurrenz der Individuen einer immer weiter wachsenden Weltbevölkerung um die knapper werdenden Ressourcen. Alle konkurrieren um ein Stück vom Kuchen, wobei der von den Ökologen betrachtete Kuchen trotz des von den Ökonomen angeheizten Wachstums nicht wächst, sondern wegen dieses Wachstums schrumpft, während die Zahl derjenigen, die etwas davon abhaben wollen, ständig wächst. Die Ökologen sind der Auffassung, dass der mit dem Wachstum der Bevölkerung einhergehende, wachsende Ressourcenverzehr durch die weltweite Verkleinerung der ökologischen Fußabdrücke, also durch einen sich stetig fortsetzenden Konsumverzicht kompensiert werden müsse. Beide Sichtweisen, die ökonomische und die ökologische, lassen als Ursache einer drohenden Katastrophe den 'Wettbewerb' erkennen.
So unterschiedlich die Herangehensweisen auch aussehen, sie lassen sich auf eine gemeinsame 'Konstante' zurückführen, nämlich den Lebens-, bzw. Überlebenstrieb, der aller belebten Natur zu eigen ist. Gäbe es diesen Lebenstrieb nicht, würde also nur überleben, was ohne (verzweifelte) Anstrengung unter optimalen Bedingungen aufblühen und sich fortpflanzen könnte, wäre es schlecht um das Leben auf der Erde bestellt. Vielleicht hätten sich Einzeller, wie die Algen, bis auf den heutigen Tag erhalten können, doch selbst das ist nicht sicher. Die Vielfalt des Lebens, und das hat Darwin herausgearbeitet, ist ein Ergebnis des durch Mangel ausgelösten Anpassungsdrucks.
Die Erde war immer ein Ort des Mangels. Die Lebewesen, die diesen Planeten besiedelten, haben seit Millionen von Jahren immer genau die Menge an Fußabdrücken verursacht, die aufgrund der Endlichkeit der Ressourcen gerade noch möglich waren. Auch die Menschheit hat sich, seit ihrem Entstehen, in dieses Spiel der Flächen- und Ressourcennutzung eingefügt und dabei ihren Fußabdruck zu Lasten der anderen Spezies vergrößert. Viele Tier- und Pflanzenarten existieren heute entweder nicht mehr oder nur in Form erfolgreicher Mutationen weiter. Das sind ganz natürliche Prozesse, die alleine dadurch in Gang gehalten werden, dass die verfügbare 'Biomasse' alles ist, aus dem heraus immer wieder alle Formen des Lebens entstehen können. Diese 'Biomasse' ist ein permanentes Experiment des Lebendigen, das sich aus allen verfügbaren Quellen speist, Mineralien, Gase, Wasser und Sonnenenergie werden verwendet, um wechselnde Erscheinungen in wechselnden Quantitäten hervorzubringen, aus denen 'Nahrungsketten' entstehen, die einen großen Kreislauf bilden. Dieser Kreislauf des Lebens entfaltet ebenfalls ein Wachstum, indem er sich stets neue Bestandteile der Erdkruste erschließt und sie in die organische Biomasse überführt. Der Mensch hat jedoch die Fähigkeit erworben, rational und vorausschauend zu denken und das, was ihm über die Prozesse des Lebens erkennbar ist, in wertende Kategorien von 'nützlich' und 'schädlich', 'gut' und 'schlecht' einzuordnen, was ihn dazu bewegt, das Gute und Nützliche zu fördern, während er das Schädliche und Schlechte nach Kräften bekämpft. 'Nützlich' und 'schädlich' sind dabei keine absoluten Kategorien, sondern primär individuelle, und aus den individuellen hervorgegangene, gruppenspezifische, auf Erfahrungen beruhende Bewertungen. Die Organisation der belebten Biomasse strebt 'automatisch' nach Ausgleich und Balance, dessen naturgesetzliche Qualität jedem menschlichen Willen und Handeln absolute Grenzen setzt. Der Wachstumspfad der Ökonomen beginnt bei Not, Armut und Arbeitslosigkeit, bringt allmählich Beschäftigung und Wohlstand und eine steigende Zahl von Unternehmen hervor, die zur Mehrung des Wohlstands beitragen. Der Wettbewerb sorgt gleichzeitig dafür, dass Unternehmen aus dem Markt verdrängt werden. Ab dem Zeitpunkt, ab dem mehr Unternehmen verschwinden als neu dazu kommen, wenn sich also ein Konzentrationsprozess abzeichnet, sinken Beschäftigung und Wohlstand wieder, bis – im schlimmsten Fall – ein weltbeherrschender Monopolist an seiner Sinnlosigkeit zusammenbrechen wird, wobei er durchaus weite Teile der Menschheit schon in der letzten Phase seines Aufstiegs (mit) in den Untergang reißen wird. So weit ist es allerdings noch nie gekommen. Konzentrationsprozesse endeten stets vor dem Erreichen der 'Weltherrschaft'. Zum Teil deshalb, weil ihr weiterer Aufstieg von anderen Mächten verhindert wurde, zum Teil jedoch auch deshalb, weil sie eine nicht mehr beherrschbare Größe überschritten hatten und unter inneren Machtkämpfen auseinander fielen."
Egon W. Kreutzer , 13.01.2022 :
"Dass das Wachstum und der Wettbewerb der Ökonomen in einen massiven Konzentrationsprozess münden, weil jene, die nicht mithalten können, vom Wettbewerb ausgeschlossen werden und in Armut fallen, wurde bereits ange-sprochen. Dass dieser Konzentrationsprozess zu Oligopolen und Monopolen führt, die schließlich die Lebensverhält-nisse auf der ganzen Welt bestimmen, bis sie, mangels Kaufkraft der Konsumenten in sich zusammenbrechen, wurde ebenfalls bereits erwähnt. Für deren Kurs gibt es, abgesehen von kleinen, eng begrenzten Experimenten, keine historischen Vorbilder, aus denen man etwas Ähnliches wie die zyklischen Zusammenbrüche des Systems der Ökonomen ableiten könnte. Wenn überhaupt eine Analogie aufzufinden ist, dann in den auf Sklaverei aufgebauten Wirtschaftssystemen. Sklavenhalter haben schnell herausgefunden, mit welch geringem Aufwand an Nahrung, Kleidung und Behausung die Arbeitskraft über den wirtschaftlich sinnvollen Nutzungszeitraum erhalten werden kann. Sie haben auch herausgefunden, dass maximaler Freiheitsentzug, verbunden mit strengsten Verboten, höchsten Arbeitsnormen und drakonischen Strafen erforderlich ist, um die Arbeitsleistung der Sklaven tatsächlich abrufen zu können, weil diese sonst nämlich keinen Sinn darin gesehen hätten, sich Tag für Tag für kaum mehr als nichts bis zum Umfallen abzurackern, und sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit so schnell wie möglich vom Acker gemacht hätten, wie es der genetisch verankerte (Über-) Lebenswille verlangt. Die von manchen gesehene, andere Analogie, nämlich der unter erbärmlichsten Bedingungen von den Überlebenden – mit maximaler Kraftanstrengung aller – erfolgte Wiederaufbau nach einem alles zerstörenden Krieg oder einer verheerenden Naturkatastrophe, ist bei näherer Betrachtung allerdings untauglich. Denn solchen Kraftakten wohnt von Anfang an der Wille inne, aus der totalen Zerstörung mit vereinten Kräften ein Wachstum, und zwar ein Wachstum des Wohlstands hervorzubringen. Dieser Wille findet aber sein Ende nicht von alleine darin, dass ein etwas befriedigenderer Zustand wieder hergestellt werden kann, sondern er führt, wenn das Schlimmste überstanden ist, wieder in den Wettbewerb und in das vom Wettbewerb erzwungene Wachstum und letztlich nach einigen Jahrzehnten zu einem neuerlichen Systemzusammenbruch. Eine freie Gesellschaft, in der die Menschenrechte etwas gelten, wird sich niemals durch ein einheitliches, bedingungsloses Grundeinkommen zu jener altruistischen Bescheidenheit aller ihrer Individuen bringen lassen, wie sie der Plan der gerechten Verteilung des bewusst herbeigeführten Mangels erfordert. Wer an den dazu erforderlichen 'besseren Menschen' glaubt, der von selbst in die Welt träte, wenn das System nach ihm verlangt, wird bitter enttäuscht werden. Um ein solches System dennoch zu etablieren, muss es letztlich alle Züge eines Sklavenhalter-Systems tragen und die Menschen in die ihnen zugedachte Rolle zwingen und sie mit Drohungen und Strafen darin halten. Selbstverständ-lich werden jene, die ausersehen sind, den notwendigen Zwang auszuüben, sich nicht mit dem allgemeinen Grundein-kommen zufrieden geben, sondern darüber hinaus zusätzliche Leistungen und Privilegien fordern. Schon ist zumindest eine Drei-Klassen-Gesellschaft entstanden. Unten die Masse, in der Mitte die Gefängniswärter und oben die Herr-schenden. Dass sich diese Gesellschaft weiter ausdifferenzieren wird, ist unvermeidlich, und weil jede Rangstufe ihre Extras für sich beanspruchen wird, besteht schon wieder die Notwendigkeit des Wachstums, es sei denn, man verweigert der Masse noch mehr von dem angeblich für alle gebackenen Kuchen. Die nackte Gier des entfesselten Kapitalismus – ob nun in seiner weltweiten Gesamtheit oder im konkreten Einzelfall des raffgierigen Geizigen erscheinend – ruft unweigerlich emotional-moralische Gegenreaktion der Behüter und Beschützer der Ausgebeuteten und Unterdrückten hervor. Dann wird – zurecht – nach Gerechtigkeit und Umverteilung von oben nach unten gerufen, und es wird zusätzlich Ausschau gehalten, ob sich sonst noch Benachteiligte finden lassen, um auch sie von der Umverteilung profitieren zu lassen, weil es die Menschlichkeit gebietet. Doch was ruft das auf der Gegenseite hervor: Den dringenden Wunsch, das eigene Vermögen vor der Begierde des Umverteilungsstaates in Sicherheit zu bringen, und je weniger das gelingt, die eigene privilegierte Position bis zum Anschlag auszunutzen, um sich über höchste Preise bei kostensparendster Produktion genau das, und möglichst noch mehr, zurückzuholen, was ihnen – teils vermeintlich, teils tatsächlich – in ungebührlicher Weise genommen wird.
Wo gibt es noch den neutralen Sachverwalter, der versuchen könnte, einen vernünftigen und wirklich gerechten Ausgleich herzustellen? Es gibt nur die beiden Fronten – und weder darüber noch dazwischen eine Macht, welche die Übertreibungen beider Seiten einhegen könnte. Was hilft das schönste Grundgesetz, die beste Verfassung für den demokratischen und sozialen Bundesstaat, in dem alle Staatsgewalt vom Volke ausgeht, wenn niemand da ist, der diese Regelungen durchsetzen will, und so er will, auch durchzusetzen vermöchte? Das Grundgesetz unterstellt ein ungebrochenes und vollkommen gerechtfertigtes Vertrauen in die staatlichen Institutionen, in die Gewaltenteilung und vor allem in die Funktionsfähigkeit eines auf die bestmöglichen Kompromisses hinarbeitenden Parlaments. Dass dieses Vertrauen immer noch gerechtfertigt sei, behaupten nur diejenigen, die sich die Leichtgläubigkeit der Bürger gerne zu Nutze machen wollen. Letztlich ist es immer noch so, wie es seit der Steinzeit ist: Die Quantität und die Qualität der Gewaltmittel bestimmt darüber, nach welcher Seite das Pendel ausschlagen wird. Das Versprechen von Wachstum und Wohlstand kann jederzeit vom Versprechen von Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Gleichheit abgelöst werden, so wie auch das Versprechen der Überwindung einer Pandemie oder einer drohenden Klimakatastrophe die Oberhand gewinnen kann, wenn die Gewaltmittel zur Durchsetzung vorhanden sind. Dabei sind Gewaltmittel längst nicht mehr nur Waffen im herkömmlichen Sinne, sondern auch alle Mittel zu subtilen Beeinflussung der Massen, wie sie von den Medien dem Meistbietenden zur Verfügung gestellt werden. Ein schwacher Trost ist dabei, dass – egal, wer auch immer die Macht- und Führungspositionen einnimmt und sein Programm bis zum bitteren Ende durchzieht – dieses bittere Ende immer in den Zusammenbruch der herrschenden Ordnung mündet.
Der technische Fortschritt, der die Welt in unserer Vorstellung auf eine kleine blaue Kugel im Anziehungsbereich der Sonne hat zusammenschrumpfen lassen, hat auch dafür gesorgt, dass die Zeiträume zwischen Aufstieg und Unter-gang einer Ordnung von Jahrhunderten und Jahrtausenden auf bestenfalls wenige Jahrzehnte zusammengeschrumpft sind. Alleine für Deutschland gilt, dass die Reichsgründung von 1871 mit dem Ende des Ersten Weltkriegs, 1918, in eine erste, ziemlich gärige Demokratie übergegangen ist, die 1933 durch eine Diktatur abgelöst wurde, die wiederum schon nach zwölf Jahren vom Sockel gestoßen wurde, um einem pseudorepublikanischen Besatzungsregime zu weichen, das bis 1989 teils offen, teils verdeckt seine Wirksamkeit entfaltete und sich dann in rasender Geschwindig-keit vom Ideal des demokratischen und sozialen Bundesstaates entfernte, um sich in einen Garten links-grüner Fantasien zu verwandeln, deren Ende mit der Nagelprobe, nämlich der Übernahme der Regierungsverantwortung, bereits besiegelt ist, auch wenn der Zusammenbruch erst noch bevorsteht."

Helmut Creutz (1923-2017) :

Stabiles Wirtschaften bedeutet gleich bleibendes Bruttoinlandsprodukt, keine Verzinsung und keine Inflation.
Gibt es dann noch Fortschritt?
Die Perspektive sollte sein: "Klasse statt Masse!" - man kann auch sagen "Qualität statt Quantität!"

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