Grenzen des Wachstums

Stand: 22.03.2020
Die Bürger Europas - zunächst vor allem im Süden Europas - müssen nun erkennen, daß das Wachstum der Wirtschaft vorbei ist und auch nicht wiederkommen wird. Die Wirtschaft stößt an unüberwindbare Grenzen.
Es ist zum einen unmittelbar eine finanzielle Grenze und zum anderen grundlegend eine ökologische Grenze spürbar.
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, daß die Marktwirtschaft, bzw. der böse Kapitalismus, auf ständiges Wachstum programmiert ist und damit Schuld hat, wenn die finanziellen und ökologischen Grenzen überschritten werden. Jedes Wirtschaftssystem gehorcht Spielregeln, die der jeweilige Staat (oder Staatenbund wie die EU) vorgibt. Die wichtigste Regelung ist dabei das Geldsystem. Es sind die Regierungen dieser Staaten und der ihnen nahe stehenden Zentralbank, die die (Markt)Wirtschaft dazu antreiben, immer weiter zu wachsen und sich dabei immer weiter zu verschulden. Der Grund ist, daß die Regierungen selbst nicht mit den Einnahmen (Steuern) auskommen. Und der Grund dafür liegt an der dummen, habgierigen Masse der Wähler, die diese Regierungen an die Macht gebracht hat. Eine Regierung, die auf solides Wirtschaften setzt, wird abgesetzt. Die Marktwirtschaft wäre ein hervorragendes System, um frühzeitig die bereits überschrittenen Grenzen zu erkennen und zu korrigieren. Dazu müssten die Politiker es lediglich Ernst meinen mit einem ausgeglichenen Haushalt (schwarze Null und Schuldenbremse) beim Staat und bei der Zentralbank. Aber die breite Mehrheit der Bevölkerung sieht nicht die Gefahr eines Finanzcrashs.
Die Wirtschaft Europas wächst nur noch durch den ständigen Aufkauf von Staats- und Unternehmensanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB). Es handelt sich jedoch um ein Schein-Wachstum, bei dem die Höhe des Bruttoinlandsprodukts zwar nominell steigt, jedoch nur durch Inflation verursacht ist.
Dies führt zu einer immer größer werdenden Abhängigkeit aller Wirtschaftsaktivitäten von EZB und Staatsausgaben.
Wir entfernen uns immer mehr von einer Marktwirtschaft und bewegen uns hin zu einer Planwirtschaft.
Die Schuldenfalle ist also die Folge eines auf zwanghaftes Wachstum ausgerichteten Wirtschaftssystems und bedeutet abnehmende Effizienz der Wirtschaft und sinnentleerte Beschäftigung durch staatliche Aufträge.
Die Ursache ist die Leugnung von Grenzen des Wachstums.
Pascal Hügli , 08.03.2020 :
"Ein nüchterner, wenn auch etwas vereinfachender Blick auf die heutige Situation an den Finanzmärkten lässt einen verstehen, weshalb kritische Stimmen immer mehr Gehör finden. Geschäftsbanken sind permanent auf neue Reserven in Form von Liquiditätsspritzen durch Zentralbanken angewiesen. Negativzinsen bei Finanzprodukten häufen sich und breiten sich über das Finanzwesen aus. Die globale Überschuldung gemessen am weltweiten Bruttoinlandsprodukt erzielt auch immer neue Höchststände. Eine zunehmende Anzahl von Menschen – auch Finanzexperten – fragt sich deshalb: Quo vadis Finanzsystem? Eine an Popularität gewinnende Ansicht ist jene, Staatsschulden, die am Ursprung der ganzen Finanzmarktverschuldung stehen dürften, für irrelevant zu erklären. In dieses Horn blasen insbesondere Vertreter der 'Modern Monetary Theory' oder MMT. Diese überhaupt nicht moderne, sondern eigentlich schon sehr alte Theorie hält es für gegeben, dass der Staat keine Gläubiger braucht, da er sich beliebig Mittel in der eigenen Währung schaffen könne. Als monetärer Souverän sei der Staat deswegen auch nicht darauf angewiesen, auf dem Markt Kredite in der Form von Staatsanleihen aufzunehmen. Das Geld solle er sich über die ihm einverleibte Zentralbank gleich selbst schöpfen. Einen besonnenen Polit-Beobachter scheint es kaum zu verwundern, dass MMT politischen Zuwachs erfährt. Vor allem zwei Gründe sprechen dafür: MMT entspricht einem Blankoscheck für allerlei politische Projekte wie 'Arbeitsplätze', 'Bildung' oder 'Klimaschutz'. Finanziellen Mitteln für politische 'Notwendigkeiten' können heute immer weniger Menschen wider-stehen, immerhin soll damit doch letztlich die Gesellschaft bereichert werden. Der andere Grund ergibt sich vor allem aus einem Gerechtigkeitsargument. Heute würden sich vor allem Banker und Finanzpiraten an der Finanzierung des Staats bereichern, so der Tenor. Die ungleich langen Spieße bei Finanzgeschäften würden einige wenige immer reicher machen und das auf Kosten der Masse. Dass MMT den ganzen Finanzzirkus rundum Zinsen und Staatsanleihen beenden will, indem sie den Geschäftsbanken die Möglichkeit zur Geldschöpfung entreißt, stößt daher auf Anklang. Würde die MMT gemäß ihren Befürwortern umgesetzt, würde Fiatgeld seinem eigentlichen Namen nach endlich alle Ehre machen und werden, wofür es heute schon gehalten wird: reines Zeichengeld. Als solches wäre es dann tatsächlich noch mehr von Vertrauen abhängiges Geld, als es heute schon ist. In Zeiten der viralen Memes und Narrative, in der Vertrauen schnell kippen kann, ist das eigentlich kein gutes Omen. Ob es so weit kommen wird, kann wiederum bloß die Zeit zeigen.
Sicher ist, dass die Staaten einen Weg aus der Verschuldung finden müssen und wenn es 'bloß' die altbekannte Weginflationierung des Schuldenbergs sein wird. In einem 'Race to the bottom', einem allgemeinen Entwertungskampf, dürften sich Zentralbanken dann gegenseitig darin duellieren, wer seine nationale Währung am wenigsten schnell entwertet. Frei nach dem Motto: Unter den Blinden ist der Einäugige König. Am Ende jedoch verlieren wir alle. Wenn auch Inflation einer Währung eines der komplexesten, nichtlinearen Phänomene der Ökonomik ist und oftmals zu schwarz-weiß dargestellt wird, dürfte sich bei kontinuierlicher Geldschöpfung durch Zentralbanken folgender Eindruck in den Köpfen der Menschen verfestigen: Fiatgeld ist zwar preisstabil, dafür immer wertloser. Als Folge dürfte die Flucht in die Realwerte anhalten. Immobilien widerfährt heute schon eine monetäre Nachfrage. Anleger entdecken die Geldfunktionen dieser Anlagen und verwenden sie dazu, ihr Kapital zu parken. Das treibt die Preise dieser Anlagegüter weiter in die Höhe.
Als Sachwerte stellen sie gewissermaßen das Gegenteil von Zeichengeld dar. Die Beliebtheit der Sachwerte könnte in den kommenden Jahren demnach zunehmen, vor allem dann, wenn sich Fiatgelder im Zuge der MMT-Umgestaltung zu tatsächlichen Zeichengeldern wandeln. Mit der Finanzkrise erblickte zugleich auch Bitcoin das Licht dieser Welt. Eine neue Ära des privaten Geldwettbewerbs wurde eingeleitet. Als Meta-Idee hat sich Bitcoin innerhalb nur einer Dekade fortgepflanzt und vielerorts die Debatte über Geld, dessen Wesen und dessen Stellung in der Gesellschaft neu angestoßen. Private Konzerne, Konsortien sowie Zentralbanken haben diesen Ball aufgenommen und tüfteln heute an ihren eigenen neuen Digitalwährungen. Sicher ist: Zentralwährungshüter werden ihr Geldmonopol nicht kampflos aufgeben. Doch dürfte der Wettstreit mit privaten Konzernwährungen oder dezentralen Kryptowährungen nur noch weiter anheizen. Der Wettstreit um das bessere Geld ist definitiv lanciert. Wer sich durchsetzen wird, ist aktuell schwierig abzuschätzen. Sinnvoll ist es daher, stets einen offenen Geist zu pflegen, neue Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen und die eigenen Werte über die verschiedenen Optionen bestmöglich zu streuen. Nur so verhindert man den persönlichen monetären Super-GAU."
Felix Schnoor , 14.03.2020 :
"'Regierung sagt unbegrenzte Kredite zu', so liest man aktuell auf allen Nachrichtenportalen. Es geht um die Bundesregierung und die Sprache, die diese dabei wählt, erinnert an Kriegszeiten: 'Wir legen alle Waffen auf den Tisch', so Olaf Scholz, der ergänzte: 'Deshalb wird hier nicht gekleckert, sondern es wird geklotzt.' Dieser zweite Teil erinnert dann allerdings weniger an Kriegszeiten, sondern mehr an den Tag vor dem Waffengang. Noch einmal ordentlich die Sau rauslassen, bevor wir uns alle im Schützengraben wiedersehen. Derartige Sätze sagen sich zudem erfahrungsgemäß auch leichter, wenn das Geklotze aus fremden Taschen finanziert wird. Denn Olaf Scholz stellt diese unbegrenzten Kredite natürlich nicht aus seinem Privatvermögen bereit, sondern beauftragte dafür die KfW, für die wiederum praktischerweise der Bund zu 100 Prozent haftet. Nicht weniger martialische Lösungen zieht Wirtschaftsminister Altmaier in Erwägung, der von Verstaatlichungen spricht. Derzeit sehe er aber keine größere Zahl von Verstaatlichungen kommen, liest man weiter. Gut, was nicht ist, kann ja noch werden. Staatseigene Betriebe gegen eine Pandemie. Wenn das die Lösung ist, dann dürfte man ja zumindest beim Bahnfahren in Deutschland Immunität besitzen (Immunität plus WLAN wäre aber wohl etwas zu viel verlangt). Ein weiterer interessanter Vorschlag kam von der Gewerkschaft ver.di, die Konsum-Schecks für die Bürger forderte. Was einem ein Konsum-Scheck bringen soll, wenn die Lieferketten nicht mehr funktionieren, müsste man vielleicht einmal bei den Arbeitern in Venezuela fragen, die trotz zahlreicher Mindestlohnerhöhungen in der Vergangenheit trotzdem immer häufiger vor leeren Supermarktregalen standen. Schließlich gibt es dann noch die Stimmen, die die EZB und ihre neue Chefin am Zug sehen. Doch ausgerechnet Lagarde wagte es, die Märkte zu enttäuschen, indem sie eben auf ein 'whatever it takes' 2.0 verzichtete. Die Kursstürze, die Largardes Ankündigungen - oder besser gesagt: ihre Nicht-Ankündigungen - auslösten, zeigten einmal mehr, wie sehr sich die Märkte inzwischen als von der EZB gegen mögliche Verluste versichert sehen und das sollte die eigentlich besorgniserregende Erkenntnis sein. Wo ist er nur hin, der ordnungspolitische Rahmen in diesem Land? Betrachten wir die sich anbahnende Wirtschaftskrise 2020 isoliert, so mag man die oben beschriebenen Maßnahmen und Forderungen noch verschmerzen, dies ist aber nicht sachgerecht. Der Bogen ist mindestens bis zur Krise ab 2007 zu spannen, die wohlgemerkt durch eine zu großzügige Kreditvergabe, nicht durch eine zu knauserige, entsprang. Anstatt aber diese Krise, die wir dann hierzulande besonders ab 2008 spürten, als eine Art Marktbereinigung zu interpretieren, entschlossen sich die westlichen Regierungen und allen voran die Notenbanken dazu, den Markt mit Liquidität zu fluten, womit sie diese dringend benötigte Marktbereinigung auf unbestimmte Zeit nach hinten verschoben und Geburtshelfer zahlreicher unproduktiver Zombi-Unternehmen wurden, die viel zu viele Ressourcen bündelten, anstatt diese freizumachen für neue innovative, produktivere Unternehmungen. Und Ressourcen sind ein gutes Stichwort. Diese sind nämlich stets begrenzt. Es gibt keine unbegrenzten Ressourcen. Knappheiten sind der Grund, warum wir wirtschaften, ohne Knappheiten wäre keine Wirtschaft erforderlich – und das gilt für sämtliche Wirtschaftssysteme. In der Sowjetunion war man davon überzeugt, Knappheiten durch Fünf-Jahres-Pläne am besten begegnen zu können. Der freie Westen setzte auf den Markt. Das Ergebnis ist bekannt. Wenn ein Mario Draghi Märkte und Regierungen damit begeistern kann, im Zweifel unbegrenzt Fiat-Geld erschaffen zu wollen und Olaf Scholz eben heute eine unbegrenzte Kreditvergabe durch eine Staatsbank verspricht, dann geschieht dies unter Missachtung des Prinzips der Knappheit. Natürlich kann die EZB unbegrenzt Fiat-Geld drucken. Natürlich kann der Bund unbegrenzte Summen an Krediten in einer ungedeckten Währung vergeben. Nur geschieht dies zu einem Preis, da der Staat nun einmal keine eigenen Ressourcen, schon gar keine unbegrenzten, besitzt. Fiat-Geld ist schließlich keine Ressource.
Der Preis besteht in einer höheren Staatsverschuldung, längerfristig höheren Steuern, einem schwindenden Vertrauen in die Währung und eben einer zunehmend unproduktiveren Wirtschaft, weil der Staat durch seine Maßnahmen eine effiziente Verteilung von knappen Ressourcen aktiv verhindert. Gerade letzteres sieht man aber nicht so einfach, weshalb man der Öffentlichkeit diesen Preis leicht verschweigen kann bzw. diese den Preis gerne zahlt. Die größten Gewinner der Politik der unbegrenzten Kredite sind entsprechend die bereits erwähnten Zombi-Unternehmen und diejenigen, die diese finanzieren. Nein, Olaf Scholz rettet auf diese Weite nicht unseren Wohlstand. Der Staat wiegt uns in einer bequemen Schein-Sicherheit, die in Wahrheit unsere Zukunft mehr aufs Spiel setzt, als jeder Virus. Aber bevor er dies eingestehen wird, kommt eher Altmaier mit seinen Verstaatlichungen um die Ecke, womit wir dann auch den Bogen zu den Fünf-Jahres-Plänen geschlagen hätten."
Olivier Kessler , 18.03.2020 :
"Die Chancen stehen gut, dass das aktuelle Börsendrama als «Co­rona-Crash» in die Geschichts­bücher eingehen wird.
Mit dieser Fokussierung auf den Trigger würde jedoch ­etwas Wesentliches übersehen. Rückblickend werden die viel-schichtigen und undurchsichtigen Entwicklungen in der Geschichte oftmals auf einige wenige spezifische Ereignisse reduziert. Dies entspricht dem menschlichen Bedürfnis nach Komplexitätsreduktion und Einordnung: Man versucht den Wald trotz lauter Bäumen zu sehen. Manchmal jedoch birgt diese Simplifizierung die Gefahr voreiliger Schlüsse. So wie der Immobiliencrash von 2008 vereinfachend den «gierigen Spekulanten» und die Eurokrise dem «überschul­deten Griechenland» angelastet wurde, droht nun das Coronavirus zum Sün­denbock für den gegenwärtigen Börsenkrach zu mutieren. Darauf deuten bereits Aussagen diverser Regierungen hin: Man tut so, als sei lediglich das Virus das Problem der Wirtschaft, während die über viele Jahre aufgebauten strukturellen Ungleichgewichte in Form von staatlich am Leben erhaltenen Zombie-Unternehmen und rekordhoher Verschuldung an allen Fronten ausgeblendet werden. Das wäre etwa so, als ob man nur denjenigen für eine Explosion verantwortlich machen würde, der ein brennendes Zündholz fallen lässt, nachdem zuvor andere mutwillig und breitflächig Benzin ausgeschüttet haben. Diese Interpretation würde einmal mehr den entscheidenden Komplizen ­unerkannt entwischen lassen: die Zent­ralbanken. Genauso wie die Spekulanten und die Probleme in Griechenland le­diglich eine der vielen möglichen Nadeln waren, an denen frühere Blasen hätten platzen können, ist auch das Corona­virus nur einer von vielen möglichen ­Katalysatoren, die den längst von realen Werten abgekoppelten Märkten die Luft ablassen könnten – wie stark, muss sich in den kommenden Wochen und Monaten erst noch weisen. Eine weltweite Pandemie diesen Ausmasses – erst noch in Kombination mit einem Ölpreisschock – hätte bestimmt auch unter geldpolitisch «normalen» ­Umständen eine Marktkorrektur zur Folge, jedoch dürften die Konse-quenzen in der heutigen Blasenökonomie um ein Vielfaches gravierender sein. Genauso wie das Coronavirus vor allem für Patienten mit diversen Vorerkrankungen wirklich gefährlich ist, so ist das Virus auch für diejenigen Volkswirtschaften besonders bedrohlich, die seit einiger Zeit an geldpolitischem Grössenwahnsinn kränkeln – wo also das Sparen für schwierige Zeiten durch Niedrigstzinsen bestraft sowie die Überschuldung und das Spekulieren mit Leverage belohnt wurden. Eine solche Geldpolitik hatte auch die historisch Grosse Depression 1929 ­verursacht, obwohl dies in diversen Lehrbüchern anders dargestellt wird. Die Notenbanken konnten sich damit zwar vordergründig als Feuerlöscher in den von ihnen verursachten Krisen in Szene setzen, gleichzeitig haben sie damit aber auch zuverlässig das Benzin für einen noch grösseren Flächenbrand ausgeschüttet, der irgendwann nicht mehr in den Griff zu kriegen sein wird. Die neusten Reaktionen der wichtigen Zentralbanken lassen vermuten, dass man nicht gewillt ist, den bedrohlichen Trend umzukehren. Die Risiken einer solchen expansiven Geldpolitik dürfen angesichts der gleichzeitig schrumpfenden Produktion aufgrund der Unterbrechungen in den weltweiten Wertschöpfungsketten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Übereifrige Massnahmen der Zentralbanken könnten unter solchen Umständen rasch in eine Hyperinflation umschlagen – ein Horrorszenario, das um ein Vielfaches schlimmer wäre als ein zugelassener konjunktureller Abschwung. Es ist höchste Zeit für ein Umdenken und für eine geordnete Abkehr von der Blasenökonomie."



Es gibt noch andere Grenzen des Wachstums, eigentlich hat alles, was zahlenmäßig erfassbar ist, eine obere und eine untere Grenze (letztere oft Null). Nur in der Mathematik kann man theoretisch über das Unendliche nachdenken. Und in der Physik ist das Wesen von Raum und Zeit noch nicht geklärt und damit die Frage, ob diese beiden Größen unendliche Ausmaße erreichen. Eine der größten Entdeckungen der Physik ist die obere Grenze der Geschwindigkeit jedes beliebigen Objektes, die Lichtgeschwindigkeit.
Überbevölkerung, das heißt die Überbeanspruchung der natürlichen Lebensgrundlagen durch zu hohe Bevölkerungsdichte, ist die Hauptursache vieler ökologischer Probleme.
Noch bevor sich dadurch eine ökologische Krise zuspitzt und Menschen verhungern, kommt es im allgemeinen zu sozialen Unruhen: Patriarchalisches Weltbild -> Überbevölkerung -> Arbeitslosigkeit/Armut/Ausweglosigkeit
-> Kriminalität/Plünderungen/Krieg -> Reduzierung der Überbevölkerung durch Tod oder Flucht
Ein Beispiel ist der Terror des Erdogan-Regimes gegen nach Selbstbestimmung strebende Kurden:
Es ist eine Schande, daß westliche Politiker sich vor Erdogan ducken und die Türkei immer noch zur NATO gehört.
In Deutschland scheint sich folgendes Szenario zu entwickeln: Materialistisches Weltbild -> Gier nach immer mehr
-> Wachstum um jeden Preis -> Gelddruckerei durch die Zentralbank + Masseneinwanderung
-> Fehlinvestitionen/Blasenbildung + Corona-Pandemie -> Abschwung der Wirtschaft -> Arbeitslosigkeit/Armut/Neid
-> noch mehr Gelddruckerei -> DDR 2.0 -> Islamischer Staat Deutschland.
Es ist also das Bestreben der amtierenden Regierung, daß in Deutschland möglichst viele Menschen leben.

Dies steht im totalen Widerspruch zu einer nachhaltigen Lebensweise.
Es ist leider eine traurige Tatsache, daß die meisten Umweltschützer ein 'linkes' und in meinen Augen falsches Weltbild haben und daher unvermeidlich zu völlig widersprüchlichen Aussagen kommen. Sehen diese Leute Ihre offenkundigen Denkfehler nicht? Ein typisches Beispiel ist der Gastbeitrag 'Klimareporter' , 20.01.2020
Es wird zunächst festgestellt: "Immer mehr Menschen wird bewusst, dass wir dabei sind, unseren Planeten unbewohnbar zu machen. Doch die Reaktionen der Politik sind weitgehend die alten: Neue Fernziele und Aktionspläne, marktbasierte Anreizprogramme, ein paar steuerliche Korrekturen – und immer wieder die Beschwörung von mehr Wachstum. Immer mehr Menschen aber wird klar, dass dieses Vorgehen nicht ausreicht, um der fortschreitenden Zerstörung unserer Lebensgrundlagen und den wachsenden sozialen Ungleichheiten entgegenzuwirken.
Auch die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bewirbt ihren kürzlich vorgestellten 'Green Deal', der die europäische Wirtschaft auf Klimakurs bringen soll, als 'Wachstumsstrategie für Europa'. Von der Leyen stellt zutreffend fest, dass das alte, auf fossilen Energieträgern aufbauende Wachstumsmodell 'nicht erdtauglich' sei. Ihre Antwort, die viele gute Ansätze enthält, bleibt aber dem Glauben verhaftet, Wirtschaftswachstum und neue Technologien seien die Lösung. Das alte Rezept 'Wachstum' wird nicht infrage gestellt. Statt fortlaufend das Märchen vom unendlichen Wachstum auf einem endlichen Planeten zu wiederholen, braucht es ein Wirtschaftssystem, das für Stabilität und gerechte Verteilung sorgt, ohne dabei von Wirtschaftswachstum abhängig zu sein. Denn Wachstum geht immer einher mit einem Anstieg des Ressourcenverbrauchs, den wir uns schlicht nicht mehr leisten können, wenn wir unser Überleben auf diesem Planeten sichern wollen. Im Umkehrschluss heißt das für unser Wirtschaften: Wir müssen den Verbrauch von Ressourcen und Rohstoffen nicht nur relativ, sondern absolut senken. Natürlich brauchen wir auch massive Investitionen in Effizienz – aber Effizienz allein ist keine Lösung."
Und dann heißt es: "Wir brauchen nicht nur andere Autos, wir brauchen vor allem viel weniger Autos", was mich sofort zum Gedanken bringt: Wir brauchen nicht nur andere (anders konsumierende) Menschen, wir brauchen vor allem viel weniger (oder zumindest nicht immer mehr) Menschen! Und dann heißt es: "Warum gestalten wir den Umgang etwa mit Wasser, Boden und Luft nicht so um, dass ihr Erhalt und der Zugang zu ihnen für alle Menschen gleichermaßen gesichert sind?" Meine Antwort: Siehe oben! Es gibt kein unendliches Wachstum auf einem endlichen Planeten. Wenn 'alle Menschen' immer mehr werden, weil sie ja alle Anspruch erheben können auf Wasser, Boden und Luft , dann verschärft ein sozialistisches Wirtschaftsmodell nur die Lage. Und dann heißt es noch: "Wirtschaft darf kein Eigenleben mehr gegen Natur und Menschen führen, sondern muss der Gesellschaft und dem Gemeinwohl dienen. Dafür brauchen wir einen neuen Sinn für die Grenzen von Wachstum und Konsum, für Solidarität und Gerechtigkeit." Meine Meinung: Wirtschaft sind wir alle. Und wie oben erwähnt, ist es zunächst die Politik, die weiterhin am Wachstum festhält. Welche Politiker sprechen sich für ein solides Wirtschaften aus? Und den Konsum einschränken, ist eine gute Sache. Und wenn man es tut, weil man nicht genug Geld hat, ist das dann gemäß dem Artikel automatisch ungerecht? Merke: Es sind immer die Armen, die dafür sorgen, daß die Reichen reich bleiben oder wer geht nach Aldi, Lidl oder Ikea?
Egon Kreutzer , 13.02.2020 :
"Wer als Wirtschaftsmigrant – unter Ausnutzung aller bestehenden Schwierigkeiten in der Umsetzung geltenden Rechts – seine Zelte in Deutschland aufschlagen konnte, steht vor der Entscheidung, sich tatsächlich selbst auf eigene Beine zu stellen und dabei den Wert der Sozialleistungen, die ihm zuteil werden, vielleicht irgendwann zu erkennen, doch die Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt können für ein derartiges Unterfangen nicht gerade günstig genannt werden. Daher fällt es vielen auch leicht, eben einfach in der Überzeugung zu leben, sie hätten, mit nicht mehr als vielleicht 4.000 Dollar für die Schlepper, Zugang zum Schlaraffenland erhalten, wo ihnen laufend 'das Gute' im Gegenwert von rund 1.000 Euro monatlich in den Schoß fällt, was wiederum dazu anregt, darüber nachzudenken, wie der Familiennachzug organisiert werden könnte. Den Menschen, die da kommen, kann kein Vorwurf gemacht werden. Sie nutzen ihre Chance. Schnäppchenjäger im Schlussverkauf und Honoratioren am Kalten Buffet verhalten sich nicht anders. Das Problem sind diejenigen, welche die Wühl- und Krabbeltische aus dem Kaufhaus herausgenommen und sie nicht nur – unbeaufsichtigt und ohne Kassierer – in die Fußgängerzone gestellt haben, sondern nicht müde werden, diese immer wieder aufzufüllen und die Information darüber in der ganzen Welt zu verbreiten. Ein Problem – in Bezug auf ihre Wirkung auf den Zuwachs der Weltbevölkerung – sind sie deshalb, weil die von ihnen Angelockten ihr einen Geburtenüberschuss hervorbringendes Verhalten aus der alten Heimat in die neue Heimat mitnehmen, wobei die neuen Lebensverhältnisse noch dazu die Erhöhung der durchschnittlichen Lebenserwartung stark begünstigen. In Deutschland haben daher (Stand 2017) bereits 41 Prozent der Kinder unter fünf Jahren einen Migrationshintergrund, wobei die deutsche Bevölkerung insgesamt zu 25,5 Prozent aus Personen mit Migrationshintergrund besteht, was dazu geführt hat, dass Deutschland – während die Deutschen selbst, mit weniger als zwei Kindern pro Frau, allmählich weniger werden – durchaus zu den Ländern mit deutlichem Bevölkerungswachstum gehört.
Die für menschliches Leben nutzbare Oberfläche der Erde ist nicht vermehrbar und bereits soweit genutzt, dass jede weitere Ausdehnung menschlicher Siedlungen, landwirtschaftlicher Anbauflächen, industrieller Anlagen und Verkehrswege den Verlust von intakter Umwelt, von Artenvielfalt und von intakten Regelkreisen bedeutet, die – auch wenn wir das noch nicht vollständig begriffen haben – für unser Überleben als Art nicht verzichtbar sind. Der Ressourcenverzehr der Menschheit ist in allen Bereichen immens und es ist nicht falsch, davon auszugehen, dass wir, an dem was wir haben, zumindest Raubbau treiben und späteren Generationen nur noch leere Hüllen hinterlassen. Auch das, was als 'Umweltverschmutzung' bezeichnet wird, ist ein Einflussfaktor, der mit der Zahl der Menschen auf dem Planeten wächst, was die Frage aufwirft: Können wir es uns als Menschheit eigentlich leisten, alle 7,8, in 30 Jahren alle 9,8 Milliarden Menschen, auf einen Wohlstandslevel zu bringen, der dem europäischen Durchschnitt entspräche, oder würde der Planet schon heute ächzend in die Knie gehen, wollte man ihm dies abverlangen? Die Frage ist rhetorisch. Es ist nicht möglich. Die ernsthafte Frage lautet: Ist es sinnvoll, wenn Europäer und Nordamerikaner Verzicht leisten um dem Rest der Welt von ihrem Wohlstand abzugeben, und falls ja, wie stark müsste dieser Verzicht ausfallen, und, falls ja, welche Gegenleistung dürfte von den so Alimentierten erwartet werden? Ich komme zu dem Schluss, dass dies der vollkommen falsche Ansatz ist, der die Menschheit insgesamt in ihrer Entwicklung weit zurückwerfen würde. Wir müssen uns die Frage stellen und ehrlich beantworten, ob unsere Prämissen noch stimmen, ob jede Steigerung der Quantität menschlichen Lebens auf der Erde vorteilhaft ist, ob sich die Gewissheit: 'Jedes menschliche Leben ist wertvoll', vom Individuum, für das sie gilt, auch zweifelsfrei auf die Gesamtbevölkerung übertragen lässt. Ich bezweifle das. Bezogen auf die Erde gilt eben nicht, was für Stamm und Sippe galt. Der Wohlstand der Weltgemeinschaft wächst nicht mit dem Bevölkerungswachstum, im Gegenteil! Das Bevölkerungswachstum führt auf mannigfache Weise zum Sinken des Lebensstandards (fast) aller Menschen, weil die Zahl der Gäste die Zahl der Kuchenstücke, die verteilt werden können, längst überschritten und die Phase der Rationierung längst begonnen hat. Dies zeigt sich nicht nur an der quantitativen Verfügbarkeit der Güter, es zeigt sich sehr viel mehr am Schwinden der Qualität, nicht nur, vor allem aber auch bei den Lebensmitteln für die Masse. Es ist absehbar, dass die Phase der Rationierung in die Phase eines Kampfes um das Minimum an überlebenswichtigen Krümeln übergehen wird."
Die oben beschriebene Gelddruckerei hat in den vergangenen Jahren das Wachstum der Wirtschaft künstlich aufrecht erhalten und für einen künstlichen Anstieg der Erwerbstätigkeit gesorgt.
Nun, da das Corona-Virus die Wirtschaft lähmt, steigt die Zahl der Arbeitslosen wieder und es drohen soziale Unruhen.
Doch für einen Stopp der Masseneinwanderung fehlt der politische Wille. Noch immer reden und tun Politiker mit ideologischer Rückendeckung von Einwanderungs-Lobbyisten so, als ob es keine Grenzen des Wachstums gäbe.
Während wegen steigender Arbeitslosenzahlen wieder verstärkt über ein bedingungsloses Grundeinkommen geredet wird, trauert die Einwanderungs-Lobby über einen gebremsten Zustrom.
'Migazin'-Redaktion , 22.03.2020 :
"Kaum ist das Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft und schon wird es ausgebremst vom Coronavirus. Laut Bundesagentur macht sich die Pandemie bereits auf die Fachkräfteeinwanderung bemerkbar. Auch ein Rückgang des Fachkräftebedarfs sei möglich. Die Bundesagentur für Arbeit rechnet mit Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Fachkräfteeinwanderung aus dem Ausland. 'Faktisch ist schon bemerkbar, dass Vermittlungen aus dem Ausland zurückgehen', sagte eine Sprecherin dem 'Evangelischen Pressedienst'. Anträge nach dem seit März geltenden Fachkräfteeinwanderungsgesetz seien bis Ende vergangener Woche noch auf einem Niveau wie in den Vorwochen eingegangen. 'Man kann aber sicher davon ausgehen, dass die Anträge zurückgehen, nachdem Visastellen, Ausländerbehörden und andere Partner ihre operative Arbeit reduziert haben', sagte sie. Messbar sei dies allerdings noch nicht, räumte die Sprecherin ein. Das Gesetz ist erst seit rund drei Wochen inkraft. Ziel des Fachkräfteeinwanderungs-gesetzes ist es, die Zuwanderung von Fachkräften aus Nicht-EU-Ländern zu erhöhen. Danach ist es jetzt auch mit einer Berufsausbildung möglich, in Deutschland eine Arbeit aufzunehmen. Bis vor kurzem galt das bis auf Ausnahmen für Mangelberufe nur für Akademiker. Ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums äußerte Anfang der Woche auch Bedenken, dass das Gesetz wie geplant anlaufen kann. Zwar gebe noch keine Erkenntnisse darüber, ob die Umsetzung wegen der Corona-Pandemie ins Stocken kommt. 'Trotzdem spricht die Lage natürlich in gewisser Weise für sich, dass es schwieriger wird, was das angeht', ergänzte er. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts sagte, die Botschaften sowie Rechts- und Konsularabteilungen bemühten sich, den Einreiseverkehr und auch die Visa-Antragstellung nach dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz so gut es geht 'weiter zu fahren'. Auch die von der EU beschlossenen Einreisestopps dürften sich auf die Fachkräfteeinwanderung auswirken. Die Sprecherin der Bundesagentur sagte, hinzu kämen Regulierungen der Herkunftsländer und eingeschränkte Reisemöglichkeiten. Auch könne aufseiten der Unternehmen der bislang angemeldete Bedarf an Fachkräften aufgrund der wirtschaftlichen Befürchtungen zurückgehen. 'Da sich die Situation erst in den letzten Tagen drastisch verschärft hat, können wir hierzu noch keine gesamtheitliche Aussage treffen', sagte die Sprecherin. 'Rückmeldungen, dass das Interesse wegen der derzeitigen wirtschaftlichen Unsicherheit zurückgeht, hat es allerdings gegeben', ergänzte sie."

Helmut Creutz (1923-2017) :

Stabiles Wirtschaften bedeutet gleich bleibendes Bruttoinlandsprodukt, keine Verzinsung und keine Inflation.
Gibt es dann noch Fortschritt?
Die Perspektive sollte sein: "Klasse statt Masse!" - man kann auch sagen "Qualität statt Quantität!"

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