Grenzen des Wachstums

Stand: 15.09.2020
Die Bürger Europas - zunächst vor allem im Süden Europas - müssen nun erkennen, daß das Wachstum der Wirtschaft vorbei ist und auch nicht wiederkommen wird. Die Wirtschaft stößt an unüberwindbare Grenzen.
Es ist zum einen unmittelbar eine finanzielle Grenze und zum anderen grundlegend eine ökologische Grenze spürbar.
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, daß die Marktwirtschaft, bzw. der böse Kapitalismus, auf ständiges Wachstum programmiert ist und damit Schuld hat, wenn die finanziellen und ökologischen Grenzen überschritten werden. Jedes Wirtschaftssystem gehorcht Spielregeln, die der jeweilige Staat (oder Staatenbund wie die EU) vorgibt. Die wichtigste Regelung ist dabei das Geldsystem. Es sind die Regierungen dieser Staaten und der ihnen nahe stehenden Zentralbank, die die (Markt)Wirtschaft dazu antreiben, immer weiter zu wachsen und sich dabei immer weiter zu verschulden. Der Grund ist, daß die Regierungen selbst nicht mit den Einnahmen (Steuern) auskommen. Und der Grund dafür liegt an der dummen, habgierigen Masse der Wähler, die diese Regierungen an die Macht gebracht hat. Eine Regierung, die auf solides Wirtschaften setzt, wird abgesetzt. Die Marktwirtschaft wäre ein hervorragendes System, um frühzeitig die bereits überschrittenen Grenzen zu erkennen und zu korrigieren. Dazu müssten die Politiker es lediglich Ernst meinen mit einem ausgeglichenen Haushalt (schwarze Null und Schuldenbremse) beim Staat und bei der Zentralbank. Aber die breite Mehrheit der Bevölkerung sieht nicht die Gefahr eines Finanzcrashs.
Die Wirtschaft Europas wird nur noch durch den ständigen Aufkauf von Staats- und Unternehmensanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) über Wasser gehalten. Die Politik versucht mit wilder Gelddruckerei, die Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen, was aber nur Inflation auslösen wird.
Dies führt zu einer immer größer werdenden Abhängigkeit aller Wirtschaftsaktivitäten von EZB und Staatsausgaben.
Wir entfernen uns immer mehr von einer Marktwirtschaft und bewegen uns hin zu einer Staatswirtschaft.
Die Schuldenfalle ist also die Folge eines auf zwanghaftes Wachstum ausgerichteten Wirtschaftssystems und bedeutet abnehmende Effizienz der Wirtschaft und sichere Beschäftigung nur noch im staatlichen Auftrag.
Die Ursache ist die Leugnung von Grenzen des Wachstums.
Leef H. Dierks , 14.08.2020 :
"Die neuen Anleihen der EU, die Eurobonds, setzen falsche Anreize. Länder wie Italien könnten die Konsolidierung der Haushalte aufschieben und überfällige Strukturreformen weiter verzögern. Dies geht unweigerlich zu Lasten der Stabilität der EU und könnte auch den Euro nachhaltig schwächen. Sollte nicht noch etwas wirklich Unvorhergesehenes geschehen, steht unmittelbar nach der Sommerpause, also schon Mitte September, die Emission einer gemeinschaftlichen Anleihe der Europäischen Union (EU) an; einem unverändert in allerhöchstem Maße umstrittenen Instrument. Während insbesondere die 'Frugal Four', also die sog. Sparsamen Vier um Österreich, Dänemark, Schweden und die Niederlande diesen Bonds eher ablehnend gegenüberstehen, war ihre Einführung für einige Mittelmeeranrainer erklärtes Ziel des Brüsselers Sondergipfels der 27 EU-Länder Ende Juli. Während zehnjährige Bundesanleihen (sog. Bunds) aktuell eine Rendite von etwa -0,50 Prozent aufweisen, liegen italienische Staatsanleihen (BTPS), beispielsweise, bei etwa 1,00 Prozent, d.h. die Refinanzierungskosten Italiens liegen knapp 1,50 Prozent über jenen Deutschlands. Diese nicht unerheblichen Mehrkosten in Anbetracht eines jährlichen Bruttorefinanzierungsvolumens in Höhe von mehr als 400 Milliarden Euro sind vor allem auf makroökonomische wie politische Gründe sowie das fehlende Vertrauen der Investoren in die fiskalpolitische Stabilität der kommenden Jahre zurückzuführen. So könnte Italiens Haushaltsdefizit Schätzungen zufolge alleine in diesem Jahr auf bis zu 10 Prozent des BIP ansteigen. Vorgesehen sind laut des Vertrags von Maastricht gerade einmal 3 Prozent. Das BIP könnte 2020 um bis zu 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr schrumpfen. Neu emittierte Eurobonds mit zehnjähriger Laufzeit werden rein rechnerisch bei etwa -25 Basispunkte emittiert werden, da sie von einer gemeinschaftlichen Haftung aller EU-Mitgliedstaaten profitieren. Doch während Deutschland so unverändert einen Anreiz hat, den Bundeshaushalt 2020, welcher in Folge der COVID-19 Pandemie auf mehr als 500 Milliarden Euro angewachsen ist, durch die Emission von relativ günstigeren Bundesanleihen zu (re-) finanzieren, ist es für Italien plötzlich deutlich günstiger (und damit attraktiver) sich auf eine Refinanzierung durch Eurobonds zu verlassen. Italien (wie übrigens andere Mittelmeeranrainer auch!), profitiert also von schlagartig deutlich verbesserten Konditionen beim Kapitalmarktzugang. Es wäre – in Anbetracht seines immensen Finanzierungsbedarfs in den kommenden Jahren – schlecht beraten, diese nicht zu nutzen. So wird alleine Italien mit Zuschüssen in Höhe von 82 Milliarden Euro und Darlehen von sage und schreibe 127 Milliarden Euro nach dem jetzigen Stand der Dinge der größte Profiteur dieser Maßnahmen sein. Anders ausgedrückt: Insbesondere jene Volkswirtschaften, die in der Vergangenheit bereits über ihre Verhältnisse lebten und große Haushaltsdefizite generierten, werden die eigentlich überfällige Konsolidierung ihrer Haushalte vermutlich weiter aufschieben. Sie sind auf das Vertrauen der Investoren nicht mehr in dem Maße angewiesen, wie es ohne die Anleihen der EU der Fall gewesen wäre. Sprich: Jene, die bereits zuvor ausgeglichene Haushalte präsentierten, werden daran auch weiter festhalten. Doch jene, die jetzt die Möglichkeit haben, günstigeres Funding als zuvor in Anspruch zu nehmen, haben naturgemäß keinerlei Anreiz mehr, Sparanstrengungen zu unternehmen. So setzen die Anleihen der EU gänzlich verkehrte Anreize. Denn in dem Maße, in dem die Volkswirtschaften nun dank der EU-Anleihen von einem günstigeren Kapitalmarktzugang profitieren, gibt es kaum mehr die Notwendigkeit, (politisch nur schwer durchzusetzende) Veränderungen wie z.B. eine Rentenreform o.ä. in Angriff zu nehmen. Kurz: Infolge der EU-Anleihen besteht die Gefahr, dass (längst überfällige!) Strukturreformen einmal mehr auf die lange Bank geschoben werden. Anstatt die Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaften also sukzessive aneinander anzugleichen, könnten EU-Anleihen das genaue Gegenteil bewirken. Jedwede Strukturreformen bleiben zunächst aus und die Wettbewerbsfähigkeit der jeweiligen EU-Mitgliedstaaten läuft Gefahr, in Zukunft noch weiter auseinanderzudriften. Doch gerade diese seit Einführung des Euro immer weiter auseinanderklaffende Wettbewerbsfähigkeit stellt doch (von dem Coronavirus einmal abgesehen) die Ursache der gegenwärtigen wirtschaftlichen Misere dar! Darüber hinaus führt die Emission von EU-Anleihen mit anschließender Verteilung der Mittel zu einer Aushöhlung der im Vertrag von Maastricht verankerten Nichtbeistandsklausel (No-Bail-Out Klausel). Dies mutet ein wenig merkwürdig an, denn gerade Italien, welches sich im Hinblick auf seine Haushaltsdisziplin in den vergangenen Jahren mit einer Staatsverschuldung von 135 Prozent des BIP (zum Vergleich Deutschland: 62 Prozent) nicht gerade als Musterknabe präsentierte, ist nun der große Nutznießer. Auf diese Art und Weise wird nicht zuletzt die Stabilität der EU unterminiert, denn die unterschiedlichen fiskalpolitischen Philosophien treten offen wir nie zutage. Neu ist jedoch die Chuzpe, mit der einige Volkswirtschaften die Reputation der gesamten EU nutzen, um ihre bisweilen populistisch anmutenden wirtschafts- und fiskalpolitischen Ideen zu Lasten derer, die in der Vergangenheit angemessen und umsichtig agierten, durchzusetzen."
Prof. Dr. Eberhard Hamer , 22.08.2020 :
"Im Jahr 2008 hat es zum ersten Mal ein Beben in der Finanzwirtschaft gegeben, weil die faulen Schulden in der Welt die verfügbare Geldmenge längst überschritten hatten und zu platzen drohten. Die Schuldenblase umfasste sowohl Derivate als auch Immobilienschulden, private Schulden, Unternehmensschulden, aber vor allem Schulden illiquider Staaten, wie z.B. Griechenland, Spanien, Italien, Frankreich, USA usw. In den vergangenen Jahrhunderten mussten immer die Schulden dem verfügbaren Geld angepasst werden, war also eine Schuldenkrise immer mit Staatspleiten, Firmen-konkursen und privaten Insolvenzen verbunden. Zum ersten Mal haben seit 2008 die westlichen Staaten auf Weisung Amerikas nicht mehr die Schulden dem vorhandenen Geld angepasst, sondern mit ungeheurer Geldschöpfung (aus dem Nichts) die Geldmenge an die wachsenden Schulden angepasst. Sie haben hemmungslos und ohne Deckung Geld geschaffen. Seitdem wachsen zwar die Schulden weiter, aber die Geldmenge immer noch stärker, so dass die künstliche Scheinblüte für Wirtschaft und Finanzen erhalten blieb. Wir haben mit anderen Worten die letzten 12 Jahre durch Wechselreiterei 'über unsere Verhältnisse' (immer mehr Schulden auf Kosten der Zukunft) gelebt. Die Finanz- und Schuldenblase wurde sowohl in der Privatwirtschaft als auch in den Nationen als auch international immer weiter getrieben, z. B. in den USA (2 Billionen) und Europa (1,2 Billionen). Die westliche Hochfinanz fordert sogar unbegrenzt weitere Billionenverschuldung mit 'ewigen Darlehen' (Soros, 'Welt', 12.08.2020), die nie mehr zurückgezahlt würden und nur geringe Zinsen haben dürften. Die Blase soll also immer weiter ausgedehnt werden, solange die Menschen das immer neu geschaffene Kunstgeld überhaupt noch annehmen. Das System ist krank, in der Zerreißprobe und ohne Lösungs-aussicht. Die privaten und öffentlichen Finanzbetrüger wissen aber, dass der Markt sich nicht langfristig betrügen lässt. Sie fürchteten schon immer ein Platzen der Finanzblase durch Zusammenbruch einer Bank (deshalb wurden alle Banken bisher 'gerettet') oder eines Pleitestaates (deshalb wurden auch die Pleitestaaten immer 'gerettet') oder einen Sozialcrash oder durch die Spekulationsblase. In allen diesen Fällen wäre ein Wirtschafts- und Finanzcrash Folge des großen Finanz-betruges der letzten 12 Jahre. So kam die Corona-Grippe gerade recht, um als Schuldige des vom Markt schon vorher begonnenden Crashs herzuhalten. Die Finanzbetrüger haben so einen schuldigen Dritten gefunden. Deshalb wurde nicht nur in der ganzen Welt Corona-Panik verbreitet, sondern auch ein völlig überflüssiger Wirtschaftsstopp in der westlichen Welt verfügt, wie das Beispiel Schweden zeigt. Erstmalig ist ein Weltwirtschaftscrash nicht unbeabsichtigt, sondern planvoll gestartet worden: Durch Shutdown, d. h. Totalstopp der Wirtschaft durch die Politik. Eine solche politische Hinterlist hatte nicht einmal die Crash-Theorie bedacht (vgl. 'Der große Crash-Ratgeber', Hamer, 2017). Den Crashtheoretikern, der Wirtschaftswissenschaft und den meisten westlichen Oppositionspolitikern war längst klar, dass der Tag der Wahrheit für die explodierende Schulden- und Geldblase kommen würde und deren Täter die politische Verantwortung tragen - also verschwinden - müssten. Mit der Corona-Panik haben aber nun die Finanztäter einen fremden Schuldigen gefunden, haben ihre Regierungspropaganda seit Monaten nur über Corona berichten lassen, statt über andere wichtige Entwicklungen und damit vom Zusammenbruch der Weltwirtschaft abgelenkt. So hoffen sie, ihrer Verantwortung für den Wirtschaftszusammenbruch entgehen zu können. Wie jede andere Grippe geht auch Corona vorüber und wird dann ersichtlich, dass Corona zwar der Grund, aber nicht die Ursache des Weltwirtschafts-Kollaps gewesen ist. Die Ursache lag in den von der Hochfinanz, ihren Zentralbanken und der Finanzpolitik in den Nationen und Organisationen verursachten Blasenbildungen der Geldmenge, der Schulden, in den Spekulationsgeschäften, den Immobilienkrediten und vor allem dem Irrglauben, dass man Kredite hemmungslos vermehren und nie zurückzahlen müsse. Warum sagt die Politik und die vor ihre bezahlten und gesteuerten Medien nicht die Wahrheit? 'Wir dürfen nur schreiben, was der Politik und unseren Lesern Freude macht!', sagte mir ein Redakteur, als ich ihm einen Aufklärungsartikel zum Crash zusandte. Die Welt will belogen sein (mundus vult decipi), deshalb belügen auch die herrschenden Politiker und ihre Staatsmedien die Menschen sogar in der Corona-Panik."
Ferdinand Knauss , 15.09.2020 :
"Der Staat kann materiellen Wohlstand verzehren – muss dies auch, um seine Leistungen zu erbringen. Aber er kann, sofern er sich nicht selbst zum Unternehmer aufschwingt, ökonomische Leistungen nicht in die Welt setzen und ökonomische Einbußen nicht aus der Welt schaffen. Er kann Leistungen und Einbußen nur anders verteilen oder versuchen, sie durch Verschuldung in die Zukunft zu verschieben, in der Hoffnung, dass sie dann leichter zu beheben sein werden. Konfliktträchtig kann beides sein: ersteres, indem es zu Verteilungskämpfen führt, letzteres, weil es eine riskante Wette ist, die auch schiefgehen kann. Schulden sind eine praktische Sache für alle, die investieren wollen oder müssen und nicht genug eigenes Kapital besitzen. Aber sie sind auch eine Verlockung für solche, die sich selbst oder anderen Menschen etwas vorgaukeln wollen, das nicht der Wirklichkeit entspricht. Natürlich behaupten regierende Politiker stets, zum ersten dieser beiden Zwecke Staatsschulden aufzunehmen. Aber damit ist die Verlockung der schuldenbasierten Illusionen nicht aus der Welt. Auch hierfür ist der Fall WireCard ein Beispiel – man könnte viele weitere aus der Geschichte des Finanzbetrugs nennen. Erinnert sich noch jemand an die Ferrari fahrenden Jungs von S+K? Dass ausgerechnet Politiker immun gegen diese Verlockung zum Illusionstheater durch Schulden sein sollten, ist eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist, dass hier die Verlockung sogar besonders groß ist, weil sich die Verantwortung noch besser und nachhaltiger vernebeln lassen. In Zeiten, wo eine europäische politische Klasse das gemeinsame Schuldenmachen zu einem großen Fortschritt erklärt und die Journalisten weitgehend dazu applaudieren, muss man vielleicht daran erinnern: Schulden heißen Schulden, weil da jemandem eine Schuld aufgebürdet wird, die er abzutragen hat. Wenn sie nicht abgetragen wird, verschwinden vermeintliche materielle Werte im Nichts. Kredite 'platzen' – wie ein Luftballon. Je weiter die Aufnahme der Schulden und ihre Abarbeitung zeitlich und personell voneinander entfernt sind, desto abstrakter, vernebelter wird der Zusammenhang zwischen beiden. Desto geringer ist das Bewusstsein der Schuld – und das Wissen darüber, wer sie im Endeffekt zu tragen hat. Und je komplexer und allzuständiger der Staat selbst in seiner Eigenschaft als Sozialstaat wird, desto weiter entfernt sich die Verwendung des Geldes, das er vom Steuerzahler beziehungsweise seinen Gläubigern einnimmt, aus deren Blickfeld. Im Privatleben haftet der Schuldner, der sich diese Schuld selbst aufgeladen hat. Im Falle der Staatsschulden entscheiden Politiker, dem Kollektiv der Steuerzahler die Schuld aufzuladen. Im Idealfall einer repräsentativen Demokratie tun sie dies im Bewusstsein, dieses Schuldnerkollektiv zu vertreten – und dafür bei Wahlen abgestraft zu werden, wenn sie zu viel oder zum falschen Zweck öffentliche Schulden aufgenommen haben. Aber das setzt zweierlei voraus: Dass die Wähler mit den belasteten Steuerzahlern, also dem Kollektivschuldner letztlich identisch sind (das war die Rechtfertigung der Einschränkung des Wahlrechts auf besitzende Bürger im 19. Jahrhundert), außerdem: dass die Steuerzahler/Wahlbürger durchschauen können, was ihnen geschieht, und nicht zuletzt: dass es Alternativen zu den Schuldenpolitikern gibt. Diese Bedingungen sind in heutigen westlichen Schulden- und Sozialstaaten immer weniger erfüllt. Der Staat ist ein besonders unpersönlicher Schuldner und je größer und umfassender das Staatsgebilde ist, desto unpersönlicher und undurchschaubarer wird es. Der entscheidende Unterschied ist aber ein grundsätzlicher: Wenn ein Erbe merkt, dass er nur Schulden zu erben hätte, dann kann er das Erbe ausschlagen. Aber die Erben des heutigen Staates können das nicht, zumindest nicht folgenlos. Künftige Steuerzahler, die an der Entscheidung zur Verschuldung nicht beteiligt werden, werden in ein Dasein als Schuldner hineingeboren. Im Falle des sogenannten 'Wiederaufbaufonds' der EU, im Volksmund Corona-Hilfen genannt, wird zum Beispiel noch Steuerzahlern im Jahr 2058, von denen sich die wenigsten an die Corona-Pandemie des Jahres 2020 erinnern werden, die Rückzahlung von Hunderten Milliarden Euro aufgeladen. Aber warum sollten Steuerzahler des Jahres 2058 bereit sein, dem Staat Geld dafür zu zahlen, damit der es seinen Gläubigern beziehungsweise deren Erben weiterleitet, die ihm 38 Jahre zuvor Geld geliehen haben, um Investitionen, Subventionen und vor allem Sozialleistungen zu zahlen, die der Staat damals eigentlich gar nicht zahlen konnte? Verkürzt gefragt: Warum sollen unsere Kinder und Enkel arbeiten für unser, beziehungsweise unserer Politiker Illusionstheater? Die Erwartung, dass sie es dennoch tun werden, und damit die Kreditwürdigkeit des Schulden-sozialstaats erhalten bleibt, hat zwei Voraussetzungen: Erstens, dass die Schuldenlast in der Zukunft ein gewisses Maß nicht übersteigt, so dass die Steuerzahler sie bedienen können, ohne von der Last erdrückt zu werden. Das heißt, dass die zukünftigen Steuerzahler deutlich produktiver und wohlhabender sein werden. Anders gesagt: Staatsschulden sind immer eine große Wette auf Produktivitätsfortschritt und künftiges Wirtschaftswachstum. Sofern die Staatsschulden tatsächlich investiert werden, also Grundlagen für künftige ökonomische Profite schaffen, kann diese Erwartung begründet sein. Aber das ist angesichts einer Sozialquote von rund 30 Prozent, demnächst aller Voraussicht nach noch sehr viel mehr, nicht der Fall. Und außerdem gibt es viele Gründe und Indizien dafür, dass die Zeiten großen Wirtschaftswachstums sich ohnehin dem Ende zuneigen zumindest in Europa. Kulturelle, demographische und ökologische. Die Grenzen des Wachstums mögen nicht dort gelegen haben, wo sie Meadows und der Club of Rome 1972 sahen. Aber das heißt nicht, dass es sie nicht gibt. Die zweite Voraussetzung ist, dass die heutigen und vor allem die künftigen Steuerzahler, also die eigentlichen Schuldner, die Zusammenhänge möglichst nicht allzu klar erkennen. Die Schulden selbst werden zu diesem Zweck verwendet. Staatsschulden werden eben zum größten Teil nicht dazu verwendet, die Grundlagen dafür zu schaffen, dass sie demnächst unnötig sein werden. Sondern dazu, um Illusionen aufrecht zu erhalten. Immer neue staatliche Ausgaben-orgien sollen das Bild eines handlungsstarken, Wohlstand sichernden Akteurs vermitteln. Der Schuldenstaat ist wie ein Alkoholiker, der weiter säuft, um sich selbst und anderen nicht eingestehen zu müssen, dass er abhängig und suchtkrank ist. Der Sozialstaat, ursprünglich eine Einrichtung zur Organisation großer aber doch unmittelbarer Solidarität innerhalb begrenzter Gemeinschaften mithilfe von Zwangsversicherungen, ist durch seine Kombination mit dem Schuldenstaat zu einer großen Agentur zur Verschleierung ökonomischer Wirklichkeit geworden. Er 'leistet' Zahlungen, also verteilt An-sprüche auf materielle Werte, die noch gar nicht geschaffen wurden. Er baut das, was er tut, auf das nichtige Fundament der Hoffnung (oder vielmehr Behauptung) künftiger Leistungen seiner Steuerzahler. Insofern verhalten sich Sozialpolitiker, die zugleich Staatsschulden und die Geldvermehrungspolitik der Zentralbanken gutheißen, durchaus ähnlich wie die von ihm verpönten Börsenspekulanten: Er will das schnelle Geld sofort durch eine höchst riskante Wette auf zukünftige Wunderwerke. Zu diesem Nebel des Schulden- und Sozialstaat kommt noch eine dritte Nebelmaschine hinzu, die das Illusionstheater vervollkommnet: Die immer weniger gehemmte Geldschöpfung aus dem Nichts, die die Zentralbanken durch ihre Nullzinspolitik forcieren. Das ist letztlich die ultimative Steigerungsform der illusionsnährenden Politik.
Die Desillusionierung ist so weit wie möglich zu verzögern, um sie möglichst künftigen Menschen aufzugeben, die die Illusionsschöpfer dafür nicht mehr zur Verantwortung ziehen können. Das ist vielleicht sogar das zentrale Motiv für regierende Politiker unter den postdemokratischen, oder genauer gesagt: postrepräsentativen Bedingungen der Gegen-wart. Eine Frau übrigens, die keine klaren Sätze formulieren kann – ist unter diesen Bedingungen perfekt qualifiziert – Angela Merkels Schlauheit offenbart sich darin, dass sie ihre größte persönliche Schwäche zu einer machttaktischen Stärke gemacht hat."



Es gibt noch andere Grenzen des Wachstums, eigentlich hat alles, was zahlenmäßig erfassbar ist, eine obere und eine untere Grenze (letztere oft Null). Nur in der Mathematik kann man theoretisch über das Unendliche nachdenken. Und in der Physik ist das Wesen von Raum und Zeit noch nicht geklärt und damit die Frage, ob diese beiden Größen unendliche Ausmaße erreichen. Eine der größten Entdeckungen der Physik ist die obere Grenze der Geschwindigkeit jedes beliebigen Objektes, die Lichtgeschwindigkeit.
Überbevölkerung, das heißt die Überbeanspruchung der natürlichen Lebensgrundlagen durch zu hohe Bevölkerungsdichte, ist die Hauptursache vieler ökologischer Probleme.
Noch bevor sich dadurch eine ökologische Krise zuspitzt und Menschen verhungern, kommt es im allgemeinen zu sozialen Unruhen: Patriarchalisches Weltbild -> Überbevölkerung -> Arbeitslosigkeit/Armut/Ausweglosigkeit
-> Kriminalität/Plünderungen/Krieg -> Reduzierung der Überbevölkerung durch Tod oder Flucht
Ein Beispiel ist die Lage in Syrien:
Nach der Eroberung der letzten IS-Hochburg Baghus im März 2019 gewinnt der „Islamische Staat“ dort wieder an Stärke.
Fast jeder getötete Islamist hat vorher mindestens einen Nachfolger gezeugt. Die Reproduktionsrate liegt damit über eins.
In Deutschland scheint sich folgendes Szenario zu entwickeln: Materialistisches Weltbild -> Gier nach immer mehr
-> Wachstum um jeden Preis -> Gelddruckerei durch die Zentralbank + Masseneinwanderung
-> Fehlinvestitionen/Blasenbildung + Corona-Panik -> Abschwung der Wirtschaft -> Arbeitslosigkeit/Armut/Neid
-> noch mehr Gelddruckerei -> DDR 2.0 in der EUdSSR -> Islamischer Staat Deutschland.
Es ist also das Bestreben der amtierenden Regierung, daß in Deutschland möglichst viele Menschen leben.

Dies steht im totalen Widerspruch zu einer nachhaltigen Lebensweise.
Die oben beschriebene Gelddruckerei hat in den vergangenen Jahren das Wachstum der Wirtschaft künstlich aufrecht erhalten und für einen künstlichen Anstieg der Erwerbstätigkeit gesorgt.
Nun, da das Corona-Virus die Wirtschaft lähmt, steigt die Zahl der Arbeitslosen wieder und es drohen soziale Unruhen.
Doch für einen Stopp der Masseneinwanderung fehlt der politische Wille. Noch immer reden und tun Politiker mit ideologischer Rückendeckung von Einwanderungs-Lobbyisten so, als ob es keine Grenzen des Wachstums gäbe.

Laura Maria Weber von ntv befragt Reinhard Loske in einem Artikel vom 08.08.2020:
Das Meiste, was der Ex-Grünen-Politiker äußert, hört sich gut an. Doch auch hier wird der entscheidende Punkt vergessen: Wenn die Wirtschaft auf mehr Nachhaltigkeit zusteuert, bedeutet es das Ende des Wachstums. Loske traut sich nicht, das klipp und klar zu sagen. Ebenso verschweigt er die Auswirkung auf den Arbeitsmarkt. Es werden weniger Menschen in der freien Wirtschaft gebraucht. Wahrscheinlich plädiert er für noch mehr staatliche Arbeitsplätze und ein bedingungsloses Grundeinkommen, also eine sozialistische Wirtschaft. Doch die ist wenig effizient, wie das Beispiel Maskenlieferungen zeigt.
Nachhaltigkeit muss auch bei den Staatsfinanzen gelten. Es will mir nicht einleuchten, warum ständig mehr Geld gedruckt werden muss. Geld ist doch genug da. Die Reichen wissen gar nicht, wohin damit! Es ist die Aufgabe des Staates, die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft so zu setzen, daß die Reichen ihr Geld freiwillig in nachhaltige Projekte investieren, auch wenn dann der Gewinn minimal wäre. Umweltschädliche Investitionen würden absehbar nur Verluste bringen. Staatliches Geld für einen EU- Wiederaufbaufonds wäre überflüssig. Siehe hierzu Prof. Dr. Maximilian Gege .
Die Alternative zu arbeitslosen und unproduktiven Menschen heißt Stopp der Masseneinwanderung und Unterstützung der Menschen in ihren Herkunftsländern. Sollten wir nicht erst nach mehr Nachhaltigkeit streben und dann sehen, wie viele Menschen Deutschland noch aufnehmen kann? Denn die Natur wird uns früher oder später zwingen, nachhaltig zu leben.
Besser, wir fangen damit frühzeitig und freiwillig an!

Achim Wolf , 05.09.2020 :
"In der Natur haben Lebewesen normalerweise mehr Nachkommen als überleben können. Trotz der natürlichen Überproduktion nehmen die Individuenzahlen der meisten Arten nicht laufend zu, weil viele Individuen durch Feinde, Krankheiten, Stress und andere Ursachen frühzeitig sterben. Überproduktion an Nachkommen ist ein wesentliches, aber teures Erfolgsrezept in der Evolution. Da die Nachkommen untereinander erblich verschieden sind, werden dabei viele zufällig verschiedene Möglichkeiten ausprobiert, um in der Umwelt zurechtzukommen. Da es Feinde und Konkurrenten und nicht genügend Lebensraum und Ressourcen für alle Nachkommen gibt, können nicht alle überleben. Viele von ihnen sterben (bevorzugt solche, die für die gerade herrschende Situation weniger geeignet sind) ohne sich fortzupflanzen (Selektion). Daher wachsen in der Natur Populationen nicht beliebig; die Populationsdichte ist beschränkt. Die Wege, auf denen die Bevölkerungszunahme reguliert wird, sind bei verschiedenen Tier- und Pflanzenarten recht verschieden.
Zwei Extreme: Viele Arten leben nach einer Katastrophenstrategie: Blattläuse, Wanderheuschrecken, Lemminge und Pionierpflanzen (z.B. Ackerunkräuter) vermehren sich explosionsartig, wenn die Bedingungen günstig sind; später sterben die meisten von ihnen in Massensterben. Nahrungs- und Platzmangel, Infektionskrankheiten, Stress und Zunahme der Feinde sind häufige Ursachen. Es sterben die allermeisten Nachkommen in den frühesten Stadien. Eichen und Buchen produzieren eine riesige Zahl an Nachkommen, von denen die meisten als Sämlinge aus Lichtmangel zugrunde gehen. Nur ein winziger Bruchteil von ihnen wächst zu stattlichen Bäumen heran. Anschliessend kann das Wachstum wieder von wenigen Individuen von neuem ausgehen. Bei manchen Arten mit langlebigen Individuen sind die Geburten weniger zahlreich, die Nachkommen werden dafür von den Eltern besser vor feindlichen Umwelteinflüssen geschützt.
Wie sieht es bei uns Menschen aus? Viele Probleme werden durch Überbevölkerung verursacht. Krankheiten und Stress, Nahrungsmangel, Konkurrenz und schliesslich Kriege um Ressourcen und Raum sind drohende Gefahren von zu hohen Populationsdichten. Überbevölkerung gibt es auch in Deutschland – nicht nur in Ländern wie Indien, China und Brasilien. Seit es Menschen gibt, haben in Deutschland noch nie so viele Menschen gelebt wie heute. Eigentlich sollten Menschen mit Vernunft in der Lage sein, ihre Populationsdichte auf ein erträgliches Mass zu regulieren. Dies geschieht aber bisher leider nicht genügend. Fortpflanzungstrieb, Tradition und religiöse Überzeugungen sind zu stark. Auch mangelndes Wissen und politischer Opportunismus verhindern wirksame Geburtenbeschränkung. In vielen westlichen Ländern hat die Geburtenrate mit steigendem Wohlstand und der Erhöhung der Lebenserwartung abgenommen. Dies ist möglicherweise eine vielleicht unbewusste Reaktion auf die Überbevölkerung. Die Abnahme der Geburten könnte darauf hinwirken, dass sich die Bevölkerungsdichte auf ein niedrigeres Mass einpendelt. Eine solche regulierende Reaktion greift allerdings in vielen vor allem wirtschaftlich schwachen Ländern noch nicht. Seit einigen Jahren ist es auch vielen Politikern aufgefallen, dass in Deutschland und anderen westlichen Ländern der Anteil der Älteren erheblich zugenommen hat. Das gesellschaft-liche Fürsorgemodell, nach dem die nachwachsenden Jungen die Alten mitversorgen, ist für die menschliche Gesellschaft bei nicht zu hohen Populationsdichten naheliegend. Bei einem grossen Übergewicht an Älteren passt dies aber nicht mehr. Und da fällt vielen nichts anderes ein, als zu fordern, es müsste mehr Einwanderung geben. Aber das würde weitere Überbevölkerung bedeuten. Es sind stattdessen neue Lösungswege gefragt. Wir müssen nach intelligenten anderen Lösungen als den gewohnten suchen. Arbeit muss anders verteilt werden. Wenn es weniger junge Menschen gibt, um die vielen Alten zu versorgen, sollten arbeitsfähige Alte mithelfen, für andere Alte zu sorgen. Oft wird hier noch eine Warte-haltung verteidigt: «Wir müssen erst dann etwas gegen die Überbevölkerung unternehmen, wenn dies auch viele andere Länder tun.» Aber auch die viel grössere Überbevölkerung in ärmeren Ländern ist kein Grund, jetzt in Deutschland noch nichts zu unternehmen. Wäre es nicht besser, einen vorbildlichen Weg zu suchen, bei dem wir mit kleineren Nachwuchs-zahlen eine ausgewogene gesellschaftliche Fürsorge zustande bringen? Der Mensch rühmt sich zwar seines Verstandes und seiner Vernunft, die womöglich im technischen und wissenschaftlichen Bereich anerkennenswert ist. Was aber das Erkennen des globalen Problems der Überbevölkerung und ihrer Folgen sowie wirkungsvolle Gegenmassnahmen dazu betrifft, da ist der Erdenmensch dümmer, bornierter und ignoranter als ein kleiner Regenwurm, der von Natur aus über kein Gehirn mit der Möglichkeit des bewussten Denkens verfügt. Durch seine zunehmende Gleichgültigkeit dem eigenen Leben und der Natur gegenüber ist der Mensch offenbar wild dazu entschlossen, seinem Leben auf dem schönen Planeten Erde ein jämmerliches, unrühmliches und schmerzhaftes sowie leidvolles Ende zu bereiten. Der Mensch weigert sich zu erken-nen, dass alle bisher gegen die Erderwärmung, gegen zunehmende Naturkatastrophen, gegen Hunger, Wasserknappheit, Versteppung, das Sterben der Meere und Ozeane, die Vermüllung und Verseuchung von Erde, Luft und Wasser unter-nommenen Beschlüsse, Konferenzen, Gesetze und alle sonstige Massnahmen ausnahmslos völlig sinn- und zwecklose Symptombekämpfungen sind, die niemals zu dem gewünschten Ziel führen können, die Zerstörungen der Erde aufzu-halten, die Lebensbedingungen zu verbessern oder sogar den Urzustand eines harmonisches Planeten im Gleichgewicht mit der Natur und den schöpferisch-natürlichen Gesetzen und Geboten wiederherzustellen. Dies, weil alle Beschlüsse, bevor sie auch nur in die Tat umgesetzt werden können, sofort wieder Makulatur sind, weil inzwischen wieder viele Millionen neuer Menschen geboren werden, die die eigentliche Ursache der Übel stetig weiter vergrössern und verschlimmern. Der Mensch verhält sich dabei wie die griechische Mythologiefigur Sysiphos, der von Hermes für seinen Frevel in die Unterwelt gezwungen wurde, wo er zur Strafe einen Felsblock auf ewig einen Berg hinaufwälzen muss, der, fast am Gipfel, jedes Mal wieder ins Tal rollt. So kann auch ein Feuer nicht dadurch bekämpft und gelöscht werden, dass die sekundären Brandherde abseits des Hauptfeuers mehr schlecht als recht gelöscht werden. Solange die brennende Quelle, aus der das Öl herausquillt und sich sofort in loderndes Feuer verwandelt, nicht abgestellt wird, womit kein weiteres Öl mehr hervorsprudeln und das flammende Inferno weiter und weiter nähren kann, solange gibt es keine Rettung aus dem tödlichen Dilemma."

Prof. Dr. Carsten Niemitz , 09.09.2020 : "Wir müssen die Bevölkerungszunahme stoppen - Es geht nicht anders! Etwa im Jahr 1500 n.Chr. überschritt die Zahl der Menschen auf dem Globus die Grenze von 0,5 Milliarden. Der Zuwachs um 1 Milliarde Menschen von 0,5 zu 1,5 Milliarden dauerte 370 Jahre. - Der Zuwachs um 1 Milliarde Menschen von 6,8 bis 7,8 Mrd dauerte rund 10 Jahre von 2010 bis heute. Die Bevölkerungszunahme der Menschen geht heute mehr als 35-mal so schnell wie in der Zeit vor 1870. Auch der Ökologische Fußabdruck der Menschheit hat mit dem Zuwachs von Menschen zugenommen. Nach dem Global Footprint Network verbraucht die Menschheit aktuell etwa 1,74-mal so viel Ressourcen jährlich, wie die Biokapazität der Erde in einem Jahr zur Verfügung stellen kann und erzeugt einen solchen Betrag an Schadstoffen, wie die Welt in ihren Kreisläufen zu verarbeiten vermag. Es gibt hier nur zwei denkbare Lösungs-möglichkeiten: Entweder die Menschheit senkt ihren Ressourcenverbrauch um derzeit rechnerisch zirka 42 Prozent – was eine entsprechende Reduktion auch des Lebensstandards und der Wirtschaft einschließen würde – oder wir exportieren 3,3 Milliarden Menschen auf einen anderen Planeten. Da die zweitgenannte Lösung nicht realisierbar ist, bleibt eigentlich nur die erste – oder aber die Menschheit sorgt anderweitig für eine drastische Abnahme der Individuenzahl. Bei unserer aktuellen Vermehrungsrate werden wir täglich fast genau 260.000 Menschen mehr auf der Welt – mehr als eine Viertelmillion! Wären wir aber der rein theoretischen Überlegung entsprechend 3,3 Mrd Menschen weniger, hätten wir jedoch mit der Natur noch keinen Frieden geschlossen. Denn wir würden uns lediglich genau am oberen Limit der planetaren Belastbarkeit befinden. Die verbliebene Bevölkerung würde sich dann nämlich über diese Grenze hinaus mit jedem Tag um ziemlich genau 150.000 Menschen vermehren, die sich natürlich wieder jenseits der Biokapazität der Erde und der Bioproduktivität befänden. Die eben geschilderte Sachlage ist ebenso logisch wie zwanghaft. Sie ist seit vielen Jahren bekannt und wurde hier lediglich mit den aktuellen Zahlen versehen. Oft wird darauf verwiesen, dass Afrika der Kontinent mit dem höchsten Bevölkerungszuwachs ist. Das stimmt und hat viele kulturelle, wirtschaftliche und politische Gründe (Bis zum I. Weltkrieg stimmte dieselbe Feststellung übrigens auf ähnlich hohem Niveau für Europa und brach dann mit den Kriegsfolgen dauerhaft ein). Nicht nur an Stammtischen hört man die Forderung, dass man mit der Familienplanung 'erst mal in Afrika anfangen' solle. – Nun kommt aber die Bevölkerung z.B. von Nigeria mit einem Ökologischen Fußabdruck von fast genau 1 gerade noch ohne ökologische Schulden aus, während die deutsche Bevölkerung, auf die Welt übertragen, nicht einen, sondern gut 3 Planeten zum Überleben bräuchte. Wenn wir auf die Afrikaner warten, bis jene ihre Geburtenziffern auf europäisches Niveau gesenkt haben – und wenn andererseits die Afrikaner – mit demselben Recht! – darauf warten würden, bis wir Europäer eine unsere Existenzgrundlage schonende, nachhaltige Wirtschaft und Lebensweise etabliert hätten – würde, bis beide Ziele erreicht sind, gar nichts passieren. Mit einer solchen Einstellung würden wir uns gegenseitig lähmen. Gleichwohl müssen wir auch mithelfen, dass afrikanische Frauen der Zugang zu Maßnahmen der Verhütung und der Familienplanung verfügbar werden. Minister Müller (BM für wirtschaftl. Zusammenarbeit und Entwicklung) und die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung DSW berichten über große, aber eben längst nicht ausreichende Erfolge. Was die Geburtenkontrolle betrifft, kann folgender Vergleich gelten. In einem leckgeschlagenen Schiff kann man nicht zu lange diskutieren, wer denn nun lenzen soll und wer darauf warten soll, dass die Anderen es tun. Die Länder mit den höchsten Geburtenziffern würden von einer zukunftsorientierten Politik der Familienplanung am meisten profitieren. Vor fast 30 Jahren (!) formulierte es der Club of Rome am Beispiel von Indien mit folgenden Worten: 'Rückblickend kann man sich nur fragen, wo Länder wie Indien, das von der Natur so gut ausgestattet wurde, heute stehen würden, wenn ihre Bevölkerungszahl seit Anfang des 20. Jahrhunderts nicht gewachsen wäre'.
Dass unser Thema auch hausgemacht ist und eigene Anstrengungen nötig sind, sieht man beispielsweise an den in Deutschland schrumpfenden Naturflächen. Täglich fallen in Deutschland ca. 60 Hektar Naturflächen dem Wohnungsbau, mit dazugehören Straßen etc. zum Opfer. Dabei sind die Wiesen, Äcker, Moore und Wälder unsere Lebensbasis, auch wenn wir das so nicht sofort merken. Bei ausnahmslos allen die Menschen bedrohenden Umweltkrisen gilt: Wären wir nur halb so viele Menschen wie 1974, wäre keines der elf drängendsten Umweltprobleme von Bedeutung (siehe: Die Mensch-heit retten? Packen wir’s an! S. 163). Das ist nicht überholt und 'Schnee von gestern', denn es zeigt die Unausweichlichkeit und Dringlichkeit, sofort zu handeln. Ganz aktuell hat uns das Bemühen von Regierungen, z.B. in Deutschland, um die Verhinderung von vielen Todesfällen im Verlauf der aktuellen Corona-Pandemie jedoch gezeigt, dass auch in demokra-tischen Ländern notstandsartige Gesetze zur Abwehr größerer Gefahren 'im Handumdrehen' erlassen und durchgesetzt werden können. Sollte eine oder mehrere Regierungen einen anders nicht beherrschbaren Notstand erkennen, muss man einen solchen Schritt für möglich erachten. Ohne zusätzliche Maßnahmen der Ressourcenreduktion und des Klima-schutzes würden wir also selbst durch eine solche drastische, nur theoretisch realisierbare Maßnahme nicht einmal in den Bereich der Nachhaltigkeit zurückfinden, denn schon damals übernutzte der Mensch die Kapazität der Erde. Jede und jeder von uns, die oder der gelegentlich Zeitung liest und Nachrichten hört oder sieht, hat in den letzten Jahren möglicher-weise weit über einhundertmal ernste Meldungen über die ökologische Entwicklung der Menschen auf der Welt erfahren. Keine und keiner von uns könnte mit gutem Gewissen das Gegenteil behaupten. Gewusst haben wir es also (eigentlich) alle. 1992 haben 1700 Wissenschaftler, darunter Nobelpreisträger und einschlägige Fachleute, einen Aufruf verfasst und der Öffentlichkeit vorgestellt: Wissenschaftler der Welt warnen die Menschheit. Unter dem Punkt ‚Bevölkerung‘ heißt es: 'Die Erde ist endlich. Ihre Fähigkeit, Abfall und zerstörerische Einflüsse zu absorbieren ist endlich. Ihre Fähigkeit zur Be-reitstellung von Nahrung und Energie ist endlich. Ihre Fähigkeit zur Versorgung einer wachsenden Anzahl von Menschen ist endlich. Und wir nähern uns schnell vielen der Grenzen dieser Erde….' Jeder muss sich in der eigenen Familienpla-nung der nachfolgenden Generation würdig erweisen." - Und vor Allem müssen wir die Zuwanderung begrenzen.

Helmut Creutz (1923-2017) :

Stabiles Wirtschaften bedeutet gleich bleibendes Bruttoinlandsprodukt, keine Verzinsung und keine Inflation.
Gibt es dann noch Fortschritt?
Die Perspektive sollte sein: "Klasse statt Masse!" - man kann auch sagen "Qualität statt Quantität!"

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