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Wirtschaft im Wandel

Stand: 13.05.2022
Die Globalisierung, d.h. die Verflechtung der Weltwirtschaft durch exzessiven Handel befindet sich offensichtlich auf ihrem Höhepunkt und wird in den nächsten Jahren zurückgehen, weil wirtschaftliche auch politische Abhängigkeiten bedeuten, was sich angesichts begrenzter Rohstoffe zunehmend als nachteilig erweist:
Bisher führte die Industrialisierung von aufstrebenden Ländern, insbesondere von China, zu einem hohen Export deutscher Produkte wie Maschinen, Anlagenteile und Kraftfahrzeuge. Im Gegenzug wurden zumeist Waren, die viel Handarbeit erfordern, nach Deutschland importiert. Doch der Vorsprung, den die Technologie und die Qualität deutscher Produkte einstmals hatte und der einen relativ hohen Preis rechtfertigte, ist in den meisten Bereichen gesunken oder sogar ganz verschwunden. Dadurch sind viele Produktionszweige aus Deutschland abgewandert, obwohl diese Waren von praktisch jedem Bürger benutzt werden, wie u.a. Unterhaltungselektronik (Fernseher, Hifi-Anlage, Smartphones), Computer, Haushaltsgeräte, Schuhe und Bekleidung. Tatsächlich ist es für einen Käufer in den meisten Fällen schwierig, den Anteil heimischer Wertschöpfung an einer Ware zu erkennen.
Schaut man sich heutzutage in den Geschäften um, findet man außer Lebensmittel, Möbel und Baustoffen nur noch wenige Waren, die zweifelsfrei zu einem überwiegenden Teil bei uns hergestellt worden sind. Die Chinesen sind dabei, nach ihrem Erfolg bei den Konsumgütern auch bei den Kraftfahrzeugen den Markt zu erobern.
Bei der Energieversorgung ist Deutschland besonders vom Ausland abhängig. So hat Deutschland 2021 etwa 70 % seines Gesamtenergiebedarfs importiert und erst 6,8 % seines Energiebedarfs im Verkehr durch erneuerbare Energie gedeckt. Wir müssen diesen Anteil zum Schutz der Umwelt und wegen des Krieges in der Ukraine erhöhen.
Die Sanktionen gegen Russland verursachen steigende Preise bei fossilen Energieträgern . Die Regierung will die Energieversorgung durch noch höhere Staatsverschuldung aufrecht erhalten. Doch das bringt eine weiter steigende Inflation. Es droht ein Finanzkollaps. Die Lösung kann nur lauten: Abschied nehmen vom Wachstumswahn, Energie sparen und die Masseneinwanderung stoppen.
Für den Verkehr bieten sich vor allem zwei alternative Antriebstechnologien an:
Brennstoffzelle und Akkusatz, wahlweise mit der Möglichkeit von Akkuwechsel oder kabellosem Laden.
Es zeichnet sich ab, daß beide Antriebsarten ihre Berechtigung haben je nach Einsatzfeld:
Fahrzeuge mit Akkusatz sind bevorzugt solche für kürzere Strecken und geringere Lasten, also Oberklasse-Pkw , Hochdachkombi , Sport Utility Vehicles , Mittelklasse-Pkw , Kleinwagen , Motorräder sowie Elektrofahrräder .
Fahrzeuge mit Brennstoffzelle sind bevorzugt solche für längere Strecken und größere Lasten.
Die Brennstoffzellen brauchen zum Betrieb Wasserstoff, welcher durch erneuerbare Energie erzeugt sein sollte.
Er nennt sich dann grüner Wasserstoff . Noch steckt seine Erzeugung erst am Anfang. Der grüne Wasserstoff soll zunächst vorrangig in Chemieanlagen und Stahlwerken zum Einsatz kommen. Bisher reicht die eingefangene Energie aus Wind und Sonne jedoch nur für etwa die Hälfte der Stromversorgung . Der massive Ausbau der erneuerbaren Energiegewinnung ist daher Voraussetzung für die breite Anwendung von Wasserstoff und Brennstoffzelle.
Ein besonderer Typ einer Brennstoffzelle kann statt gasförmigem Wasserstoff flüssiges Methanol verwerten, welches ebenfalls mit erneuerbarer Energie hergestellt werden kann.

Busse Lastkraftwagen Lieferwagen Flugzeuge Schiffe Züge
Brennstoffzelle Brennstoffzelle Brennstoffzelle Brennstoffzelle Brennstoffzelle Brennstoffzelle
Akkusatz Akkusatz Akkusatz Akkusatz Akkusatz Akkusatz

Hauptursache der internationalen Arbeitsteilung ist, wie allseits bekannt, der Unterschied der Löhne und Gehälter bei uns zu denen in den Schwellenländern. Dieser Unterschied wird nur langsam sinken, denn einerseits verhindert das Heer der Arbeitsuchenden in Asien einen deutlichen Anstieg der dortigen Einkommen, andererseits stößt eine Stagnation der Einkommen bei uns auf großen Widerstand, zumal Manager und Politiker selbst immer mehr kassieren. Die Verlagerung von Investitionen bewirkt mehr als jede Entwicklungshilfe einen gewissen Ausgleich zwischen den (noch) reichen und den (noch) armen Ländern. Erwerbstätige in privaten Unternehmen in den wohlhabenden Ländern wie Deutschland müssen sich um den Arbeitsplatz sorgen.
Wir können also auf Dauer nicht hohe Einkommen beziehen und gleichzeitig billige Waren aus China kaufen, weil die hier hergestellten als zu teuer gelten.

Die folgenden vier Faktoren haben einen hemmenden Einfluss auf den Welthandel:
1. Lieferketten und deutsches Geschäftsmodell:
Der Krieg in der Ukraine führt zu einer Überprüfung des deutschen Geschäftsmodells 'Export vor Eigenversorgung'. Höhere Kosten bei der Inlandsproduktion könnten wegen der Versorgungssicherheit akzeptiert werden. Eine Produktion in der Nähe der Verbraucher wird sich dann durchsetzen. Außerdem begünstigt es die Nutzung von heimischen erneuerbaren Energiequellen und Rohstoffen, was inländische Arbeitsplätze schafft.
2. Automatisierung in der Produktion:
Diese ist bei uns schon weit fortgeschritten und hat den Anteil der Personalkosten an der Produktion gesenkt. Eine hohe Produktivität der Facharbeiter kann also die relativ hohen Löhne rechtfertigen.
Die Automatisierung trägt demnach zwar betriebswirtschaftlich zur Konkurrenzfähigkeit hiesiger Produkte bei, doch volkswirtschaftlich ergibt sich das Problem der Arbeitslosigkeit. Der Staat sorgt künstlich für Entspannung auf dem Arbeitsmarkt , indem er unproduktive Arbeitsplätze im Überwachungsbereich schafft.
3. Sättigung von Absatzmärkten:
Der lange angehaltene Wohlstand bei uns hat zu einer Sättigung des Bedarfs bei nahezu allen Produkten geführt.
Bei nicht zum Leben notwendigen Waren ist entweder der Preis das wichtigste Verkaufsargument oder technische Verbesserungen, die jedoch entgegen den Aussagen aus der Werbung meist eher gering oder gar fragwürdig sind. Wirkliche Neuheiten, die einen unbestreitbaren Nutzen haben, gibt es vielleicht alle 10 Jahre. Daher verlagert sich die Struktur der Wirtschaft von der Industrie zum Dienstleistungssektor.
4. Alterung der Gesellschaft:
Immer mehr Rentner bei weniger Berufstätigen stellen eine Herausforderung für den Generationenvertrag dar. Aber die meisten Rentner sind mit ihrer materiellen Situation durchaus zufrieden; die Gesundheit steht dann zunehmend im Vordergrund. Viele wollen und können noch eine sinnvolle Tätigkeit ausüben, z.B. die Betreuung der Enkel bis irgendwann die Kräfte nachlassen.

Prof. Dr. Thorsten Polleit , 21.03.2022 :
"Steigende Energie- und Rohstoffpreise werden zu Inflation, weil die staatlichen Zentralbanken die Zinsen zu niedrig halten und die Geldmengen zu stark ausweiten. Für eine Entwarnung bei der Inflation gibt es derzeit leider keinen Grund. Im Gegenteil. Wieder einmal arbeitet der mediale Komplex mit größter Präzision und Wirkung: Vor dem Hintergrund der Dramatik des Ukraine-Russland-Konfliktes verblassen auf fast wundersame Weise nahezu alle anderen Geschehnisse, die bis vor kurzen noch die Gemüter stark erhitzten - Klimawandel und 'Grüne Politik', Corona und Lockdowns sowie jüngst vor allem die steigende Güterpreisinflation. Eine neue Ausnahmesituation hat in kürzester Zeit von den Köpfen der Menschen Besitz ergriffen: die Kriegsangst - und mit ihr erlebt das Vertrauen der Massen in den Staat eine ungeahnte Renaissance. Im Windschatten des Ukraine-Konflikts nimmt jedoch die Kaufkraft-entwertung des ungedeckten Geldes an Fahrt auf: Ob US-Dollar, Euro & Co, ihre Kaufkraft kommt unerbittlich unter die Räder. Der Grund: Die überschuldeten Staaten des Westens deuten die Energie- und Rohstoffpreisverteuerung, für die der Konflikt sorgt, für ihr Zwecke um. Sie sagen: Die steigenden Energie- und Rohstoffpreise seien schuld für die hohe Güterpreisinflation - und lenken damit von der eigentlichen Inflationsursache ab: der Geldpolitik ihrer Zentralbanken. Die bereits hohe Inflation sei, so verkünden die Zentralbankräte und die ihnen zuarbeitenden Hauptstromökonomen, vor allem die Folge steigender Energiepreise, und auf Energiepreise könne die Geldpolitik bekanntlich nicht direkt einwirken. Und gerade auch mit Blick auf die wirtschaftlichen Erschütterungen, die vom Ukraine-Konflikt ausgehen, sei ein Festhalten an der extrem expansiven Geldpolitik gerechtfertigt. Doch diese Deutung überzeugt nicht. Sie stellt zudem die Weichen in Richtung einer noch inflationäreren Geldpolitik. Um das zu erklären, muss man sich vor Augen führen, dass die Zentralbanken dies- und jenseits des Atlantiks unter der Weisung der staatlichen Ausgabenpolitik stehen. Im Fachjargon nennt man das 'Fiscal Dominance'. Das heißt, der Finanzbedarf der Staaten bestimmt die Geldpolitik: Mit extrem niedrigen Zinsen und einer Ausweitung der Geldmenge werden die chronisch-gewaltigen Haushaltslöcher gestopft. Diese Praxis hat spätestens seit Anfang 2020 um sich gegriffen, als viele Staaten ihre Wirtschaften in den Lockdown schickten und die ausgefallenen Umsätze und Einkommen mit neu geschaffenem Geld finanzierten. Neues Geld wurde aus dem Nichts ausgegeben, obwohl die Güterproduktion schrumpfte. Die Zentral-banken haben einen gewaltigen 'Geldmengenüberhang' erzeugt, der bereits in 2021 begann, die Güterpreise spürbar in die Höhe zu befördern. Im Grunde handelt es sich um eine Entwicklung, wie sie in einem Lehrbuch nicht besser illustriert werden könnte: Die Zentralbank weitet die Geldmenge übermäßig aus, und nach und nach treibt die üppige Geldversorgung die Güterpreise in die Höhe. Der resultierende Inflationsanstieg ist ganz im Sinne der Staaten. Denn die anziehende Inflation, einhergehend mit Kapitalmarktzinsen, die von den Zentralbanken künstlich niedrig gehalten werden, treibt die Realzinsen (das heißt die inflationsbereinigten Nominalzinsen) in den Negativbereich. Dadurch entschulden sich die Staaten auf Kosten der Gläubiger. Obwohl ihre realen Einkommen durch Lohnerhöhungen nicht zugenommen haben, steigt die reale Steuerlast der Einkommensverdiener an. Ressourcen werden auf diese Weise unerbittlich und ohne ausdrückliche Zustimmung der Wähler aus ihren Taschen genommen und an den Staat übertragen. Die Inflation ist für den Staat aus einem weiteren Grund sehr willkommen: Inflation schafft bekanntlich Ängste und Nöte bei vielen Menschen, weil sie deren Lebensstandard herabsetzt und für große soziale Ungerechtig-keiten sorgt. Das wiederum eröffnet den Politikern großen Spielraum, fallweise in das Wirtschafts- und Gesellschafts-leben einzugreifen - und dadurch den Staat und seine Politiker noch machtvoller werden zu lassen.
In einem freien Markt hat die Preisbildung für die Güter eine sehr wichtige Rolle. Steigt der Preis eines Gutes, weil es stark nachgefragt wird, erhalten die Produzenten des Gutes den Anreiz, das Angebot für das betreffende Gut auszu-dehnen. Das vermehrte Angebot senkt den Preis, ist also im Sinne der Kunden. Gleichsam gilt, dass ein sinkender Preis eines Gutes die Produzenten anhält, die Produktionsmenge des betreffenden Gutes zu reduzieren und andere, stärker nachgefragte Güter anzubieten. Auf diese Weise wird die Produktionsleistung der Volkswirtschaft bestmöglich auf die Wünsche der Nachfrager ausgerichtet. Preiskontrollen zerstören diese wichtige Lenkungsfunktion der Preise. Inflation wirkt wie eine Steuer, entzieht dem privaten Sektor knappe Mittel und spült sie dem Staat in die Hände. Hohe Inflation erweist sich, wenn sie nicht 'zu hoch' ausfällt, als ein Wachstumselixier für den Staat und diejenigen Sonder-interessengruppen, die ihn für ihre Zwecke einzuspannen wissen. Die Inflationssteuer wirkt, solange sie von den Menschen als akzeptabel angesehen wird; ansonsten würden sie aus dem 'Geld fliehen', und das Geld verliert seine Geldfunktion. Das will der Staat aber nicht. Denn dann wäre sein wohl wirksamstes Instrument, mit dem er sich auf Kosten seiner Bürger und Unternehmer bereichert, perdü. Noch einmal zurück zur 'Fiscal Dominance'. Sie hat sich auch deswegen herausgebildet, weil eine Riege führender Politiker, Vertretern von Großunternehmen und Journalisten daran arbeitet, den Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft voranzutreiben. Das geschieht unter den allseits bekann-ten Schlagworten 'Great Reset' und 'Große Transformation'. Die Zentralbanken spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie haben dafür zu sorgen, dass die entstehenden volkswirtschaftlichen Kosten des Umbaus so wenig wie möglich in Erscheinung treten. Mit niedrigen Zinsen und Geldmengenausweitung haben sie die Konjunkturen in Gang zu halten. Eine Aufgabe, gegen deren Erfüllung sich die Zentralbankräte nicht sperren. Die Europäische Zentralbank (EZB) ist weit davon entfernt, ihre Inflationspolitik zu beenden. Wie lässt sich geldpolitisch mit einem Energie- und Rohstoff-preisschock umgehen? Auf grundsätzlich zwei Wegen. Der erste Weg: Die Zentralbank zieht die Zinsen stark an, verknappt die Geldmenge und löst dadurch eine Rezession aus, verbunden mit einem Rückgang der Güterpreise, durch den die Energie- und Rohstoffpreisverteuerung neutralisiert wird. Der Inflationsauftrieb wird hier also verhindert, indem (mitunter heftige) Produktions- und Arbeitsplatzverluste hingenommen werden. Der zweite Weg: Die Zentral-bank bleibt untätig, lässt die Energie- und Rohstoffpreisverteuerung sich auf alle Güterpreise übertragen in der Hoffnung, dass sich die Güterpreisinflation im Sinne eines 'Einmaleffektes' nachfolgend wieder normalisiert. Produktions- und Arbeitsplatzverluste werden hier verhindert, indem ein (starker) Inflationsschub zugelassen wird. Denkbar ist auch noch ein dritter Weg: Die Zentralbank strafft die Geldpolitik nur etwas, um dem Inflationsschub die Spitze zu nehmen, sie schreckt jedoch gleichzeitig davor zurück, Produktion und Beschäftigung in nennenswerter Weise einbrechen zu lassen. Angesichts der vorherrschenden Befindlichkeiten in der Politik sowie vor allem auch aufgrund der Transformations- und Umbaupläne für Wirtschaft und Gesellschaft werden die Zentralbanken sich sehr wahrscheinlich gegen den ersten Weg entscheiden und entweder den zweiten oder bestenfalls den dritten Weg beschreiten. Das lässt befürchten, dass der Inflationsschub mehr oder weniger ungebremst über die Menschen hereinbricht und die Kaufkraft ihrer Ersparnisse und Löhne dauerhaft herabsetzt, ihren materiellen Lebensstandard nachhaltig reduziert. In diesem Prozess wird die Produktionsleistung der Volkswirtschaft leiden. Firmen müssen wegen mangelnder Rentabilität schließen, Arbeitsplätze gehen verloren. Die Volkswirtschaften werden sprichwörtlich ärmer sein im Vergleich zur Situation vor dem Inflationsschub. Die damit verbundenen wirtschaftlichen und sozialen Härten und Nöte wird der Staat sehr wahrscheinlich für seine Zwecke nutzen zu wissen - sprich: er wird zusehends in das Wirtschafts- und Gesellschaftsleben eingreifen mit dem Versprechen, für 'Besserung' zu sorgen. Immer mehr Menschen geraten daraufhin in direkte oder indirekte Abhängigkeit des Staates: indem sie ihren Lebensunterhalt vom Staat beziehen ('leistungsloses Grundeinkommen'), oder indem eine wachsende Zahl von Arbeitsplätzen und Einkommen in immer stärkerem Maße von der Industrie- und Subventionspolitik des Staates abhängt.
Aus einer ehemals freien Wirtschaft und Gesellschaft wird so eine unfreie Wirtschaft und Gesellschaft."

Prof. Dr. Thorsten Polleit , 03.04.2022 :
"Die Zentralbanken scheuen sich, die Zinsen stark anzuheben und das Geldmengenwachstum einzudämmen.
Höhere Inflation für länger wird die Folge sein. Die US-Zentralbank (Fed) hat am 16. März 2022 ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Die neue Bandbreite für die 'Federal Funds Rate' liegt nun bei 0,25 bis 0,50 Prozent. Zudem verkündete die Fed, ihre Zinsen 2022 nicht nur drei-, sondern sechsmal anheben zu wollen - daß hieße zu Jahresende 1,9 Prozent anstatt der bislang angepeilten 0,9 Prozent. Ist das die Zinswende, die sich viele Sparer sich erhoffen? Angesichts einer Inflation von 7,9 Prozent (Consumer Price Index/CPI im Februar 2022) ist dieser Zinsschritt sowie auch die weiter geplante Straffung der Geldpolitik alles andere als restriktiv. Die Realzinsen werden nämlich negativ bleiben, der Dollar büßt weiter Kaufkraft ein. Doch auch die Europäische Zentralbank (EZB) sorgt durch eine übermäßige Geldmengenausweitung bei anhaltend niedrigen Zinsen für einen bisher nicht gekannten Inflationsschub: Im Februar lagen die Konsumgüterpreise im Euroraum im Schnitt um 5,9 Prozent höher als Vorjahr, in Deutschland lag sie im März 2022 bei 7,3 Prozent - bei Nullzinsen für die Sparer. Es ist unübersehbar, daß sich die Zentralbankräte davor scheuen, konsequent gegen die hohe Inflation vorzugehen. Stattdessen hoffen sie wohl darauf, daß die aktuelle Inflationswelle im Laufe des Jahres nachläßt, ohne daß dafür der Leitzins stark angehoben werden muß und so die Wirtschaft in eine Rezession stürzt. Doch diese Rechnung wird wohl nicht aufgehen. Denn die mittlerweile extrem stark ansteigenden Energie- und Rohstoffpreise - die durch den Ukraine-Krieg zusätzlich angeheizt werden - treffen auf einen gewaltigen 'Geldmengenüberhang', den die großen Zentralbanken im Zuge der Finanz-, Euro- und Corona-Krise erzeugt haben. Dadurch können sich die global gestiegenen Gas-, Öl- und Nahrungsmittelpreise in Inflation - also den fortgesetzten Anstieg der Güterpreise auf breiter Front - übersetzen. Hinzu kommt, daß die Geldmengen dies- und jenseits des Atlantiks immer noch zu stark wachsen, die Preisinflation also zusätzlich in die Höhe getrieben wird.
Die unangenehme Wahrheit ist, daß die Volkswirtschaften mittlerweile so hohe Schulden angehäuft haben, daß sie im Grunde keine steigenden Zinsen mehr verkraften können. Die Rückkehr zu 'normalen Zinssätzen' würde die Produk-tions- und Beschäftigungsstruktur, die im Zuge der laxen Geldpolitik in den letzten Dekaden errichtet wurde, zum Einsturz bringen. Vor die Wahl gestellt, die Zinsen anzuheben und eine Rezession auszulösen, oder aber zu versu-chen, die Konjunktur in Gang zu halten, plädieren Regierende wie auch viele Regierte mittlerweile für das Zweite.
Das ist allerdings eine kurzsichtige Entscheidung. Denn der Prozeß steigender, anhaltend hoher Inflation erweist sich früher oder später als selbstzerstörerisch. Man sollte vor allem nicht den Sirenenrufen Glauben schenken, die das Inflationsproblem den Energie- und Rohstoffpreiserhöhungen anlasten. Inflation - das fortgesetzte Ansteigen der Güterpreise auf breiter Front - ist immer und überall ein monetäres Phänomen. Sie bricht nicht wie eine Naturkatas-trophe über die Menschen herein, sondern sie ist menschengemacht. Die Zentralbanken erzeugen sie, auch wenn sie der Öffentlichkeit etwas anderes weis machen wollen. Sparer und Anleger sollten daher auf der Hut bleiben: Es ist zu befürchten, daß die Inflation höher ausfallen und länger andauern wird, als den meisten Menschen lieb sein kann."

Malte Fischer , 07.04.2022 :
"Während die US-Notenbank Fed die Geldpolitik im Kampf gegen die Inflation schneller straffen will, zögert die EZB die nötige Zinserhöhung hinaus. Ihr Attentismus wird zu einer immer größeren Belastung für den Euro.
Amerika setzt die Trends, Europa kopiert sie mit Verzögerung, heißt es. In der Geldpolitik scheint die Verzögerung zwischen Trendsetter und Follower besonders ausgeprägt zu sein. Gestern veröffentlichte die US-Notenbank Fed das Protokoll ihrer Sitzung vom März, in dem sich die Währungshüter alarmiert zeigen wegen der hohen Inflation. Diese lag im März bei fast acht Prozent und könnte bald auf zweistellige Werte klettern. Auf ihrer Sitzung im März hatte die Notenbank den Leitzinssatz deshalb bereits um 25 Basispunkte auf nunmehr 0,25 bis 0,5 Prozent angehoben. Die Sitzungsprotokolle zeigen, dass die Fed angesichts des durch den Ukraine-Krieg weiter gewachsenen Inflationsdrucks für die nächsten Sitzungen eine beschleunigte Straffung der Geldpolitik ins Auge fasst. Immer mehr Notenbanker plädieren dafür, den Leitzins in Schritten von jeweils 50 statt 25 Basispunkten anzuheben. Darüber hinaus signalisie-ren die Sitzungsprotokolle, dass die Fed bei ihrem nächsten Treffen Anfang Mai das Abschmelzen ihrer Bilanzsumme ankündigen wird. Diese ist im Zuge der Corona-Pandemie durch den Ankauf von Wertpapieren auf fast neun Billionen Dollar angeschwollen. Die Reduktion der Bilanz soll binnen weniger Wochen auf 95 Milliarden Dollar pro Monat hoch-gefahren werden. Das wäre ein doppelt so hohes Tempo wie beim letzten Abschmelzen zwischen 2017 und 2019. Von den 95 Milliarden Dollar sollen 60 Milliarden Dollar auf das Ausbuchen von Staatsanleihen, 35 Milliarden Dollar auf das Ausbuchen von hypothekenbasierten Wertpapieren aus der Bilanz der Fed entfallen. Das heißt, die Fed verzichtet darauf, die Rückflüsse durch die Tilgung fälliger Papiere in den Kauf neuer Wertpapiere zu stecken. Sollte dieses passive Vorgehen nicht reichen, um das monatliche Reduktionsziel von 95 Milliarden Dollar zu erreichen, erwägt die Fed laut Sitzungsprotokoll, noch nicht fällige Wertpapiere aktiv zu verkaufen, um den Geschäftsbanken Zentralbank-geld zu entziehen. Die Finanzmärkte müssen sich daher auf schnellere Leitzinsenerhöhungen und einen beschleunig-ten Bilanzabbau einstellen. Und das ist gut so. Denn die Inflation wird nicht von allein verschwinden. Die monetäre Überversorgung durch die Fed in den vergangenen Jahren erfordert nun ein kräftiges Gegensteuern, um die Inflation zurückzudrängen. Noch ist nicht klar, wie weit die Fed den Leitzins erhöhen muss, um den Preisauftrieb auf den Zielwert von zwei Prozent zu drücken. Klar ist jedoch, dass die Bremsmanöver zur Stabilisierung des Preisniveaus umso schärfer ausfallen müssen, je länger die Zentralbank die Inflation laufen lässt. Wartet sie zu lange, ist eine Stabilisierungsrezession nicht mehr zu vermeiden. Die Fed scheint das begriffen zu haben. Ganz anders hingegen die Europäische Zentralbank (EZB). Auch auf dem alten Kontinent läuft die Inflation mehr und mehr aus dem Ruder. Im März sprang die Teuerungsrate auf 7,5 Prozent, den höchsten Wert seit Bestehen der Währungsunion. In einigen Euroländern ist sie bereits zweistellig. Doch was macht EZB? Statt zu handeln, zieht sie sich auf die Position zurück, sie müsse weiter abwarten, wie sich die Preise und die Konjunktur entwickeln, bevor sie über die Zinsen entscheidet. Das zeigt das heute veröffentlichte Protokoll der EZB-Ratssitzung vom März, auf der sich die Südländer und die übrigen von EZB-Chefvolkswirt Philip Lane angeführten geldpolitischen Tauben mit ihrer zaudernden Haltung durch-gesetzt haben. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass den Frankfurter Notenbankern der Ukraine-Krieg als Ausrede für ihr ostentatives Nichtstun geradezu zupasskommt. Sicherlich, der Krieg Russlands gegen die Ukraine dämpft die Aussichten für die Konjunktur. Doch das trifft auch für die USA und für Großbritannien zu. Während die Fed und die Bank von England trotz der sich eintrübenden Konjunkturaussichten erste Zinsschritte gegen die Inflation eingeleitet haben, legt die EZB die Hände in den Schoß so als ginge sie die grassierende Teuerung nichts an. Und das, obwohl sie per Gesetz verpflichtet ist, die Preise zu stabilisieren, nicht die Konjunktur. Setzt die EZB ihren stabilitätspolitischen Dämmerschlaf fort, um den hoch verschuldeten Südländern weiter niedrige Finanzierungskosten zu sichern, dürfte der Zinsabstand zwischen Amerika und Euroland deutlich zunehmen und den Wechselkurs des Euro auf Talfahrt schicken. Das verteuerte die Importe und beschleunigte die Inflation auf dem Kontinent. Die Ausrede der EZB, der Arbeitsmarkt in Europa laufe anders als in den USA noch nicht heiß, eine Lohn-Preis-Spirale sei daher nicht in Sicht, überzeugt nicht. Auch ohne kräftige Lohnsteigerungen (die in Europa nur noch eine Frage der Zeit sein dürften) werden die Preise weiter anziehen. Und zwar dann, wenn sich die Inflationserwartungen der Menschen aus ihrer Verankerung lösen und sie deshalb aus dem Papiergeld fliehen. Kaufen die Menschen Waren und Dienste, weil sie fürchten, dass schon morgen alles teurer sein wird, schnellen die Preise weiter in die Höhe. Erste Anzeichen dafür sind bereits vorhanden, wie die leergeräumten Regale bei den Discountern vor deren angekündigter Preiserhöhung jüngst zeigten. Die flagrante Missachtung ihres gesetzlichen Auftrags durch die EZB ist nicht nur ein Ärgernis ersten Ranges für die um ihre Kaufkraft bangenden Bürger. Sie zerstört auch das Vertrauen in die Notenbank und den Euro, der unter der Ägide der von den Südländern dominierten EZB zur Lira des 21. Jahrhunderts zu werden droht."

Prof. Dr. Thorsten Polleit , 14.04.2022 :
"Auf seiner Sitzung hat der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) beschlossen, die Zinsen unverändert zu lassen. Die auf der Pressekonferenz gemachten Äußerungen des EZB-Rates lassen erkennen, dass die Inflationsbekämpfung leider keine Priorität in der Zinspolitik hat. Die 'Sorgen' der Geldpolitiker scheinen, den offiziell Worten zufolge, vor-wiegend der Euro-Konjunktur zu gelten. Und dass, obwohl es bereits zu einer Hochinflation im Euroraum gekommen ist. Zur Erinnerung: Im März 2022 betrug die Inflation der Konsumgüterpreise 7,5 Prozent (nach 5,9 Prozent im Februar und 5,1 Prozent im Januar). Die EZB will vielmehr weiter an ihrer bisherigen Position festhalten: die Zinsen erst anheben, wenn die Wertpapierkäufe (voraussichtlich) im dritten Quartal 2022 beendet sind. Und das heißt: Zumindest bis Juli/August/September bleibt die EZB kaltschnäuzig weiter auf Inflationskurs. Der EZB-Rat verbindet damit vermutlich die Hoffnung, dass die Inflation in den kommenden Monaten nachgibt, und dass dadurch die Zinserhöhungen/das Ausmaß der Zinsanhebungen gering ausfallen können. Sagen wir ungeschminkt, wie es ist:
Das Ziel der EZB ist es nicht (mehr), die Inflation bei 2-Prozent zu halten beziehungsweise die jetzt entstandene Hoch-inflation auf diese Marke zurückzuführen. Vielmehr geht es ihr darum, strauchelnden Staaten eine zinsgünstige Kredit-aufnahme zu ermöglichen, die aufgelaufene Staatschuldenlast mit erhöhter Inflation zu entwerten, die Konjunktur in Gang zu halten. Vor allem eines ist wichtig zu verstehen: Die gestiegene Güterpreisinflation ist in letzter Konsequenz das Ergebnis der Geldmengenvermehrung durch die EZB. Seit Ende 2019 hat sie die Geldmenge M3 um 21 Prozent erhöht, während die Wirtschaftsleistung im Euroraum kaum zugenommen hat. Der aufgelaufene 'Geldmengenüber-hang' ermöglicht es nun, dass sich der 'negative Preisschock' (verstärkte Güterknappheit durch Lockdowns, Energie-verteuerung durch 'grüne Geldpolitik' und Folgen des Ukraine-Krieges) sich in Inflation entladen kann - also in einem fortgesetzten Ansteigen aller Güterpreise. Zudem ist das Geldmengenwachstum nach wie vor zu hoch und trägt dazu bei, dass die Inflation im Euroraum nicht auf die 2-Prozentmarke zurückkehren wird. Ein Ende der Zeit des negativen Realzinses ist damit nicht in Sicht, eine Entwarnung auf der Inflationsfront lässt sich nicht geben. Wer Euro hält - ob als Bargeld, Sicht-, Termin- und Spareinlagen -, der wird absehbar weitere schwere Kaufkraftverluste erleiden."

Prof. Dr. Thorsten Polleit , 13.05.2022:
"Eine Verschlechterung der Wachstums- und Beschäftigungsaussichten ist ein handfestes Problem für das heute weltweit vorzufindende Fiat-Geldsystem. Lässt das Wirtschaftswachstum plötzlich nach oder schrumpft die Wirtschaft, verschlechtert sich die Schuldentragfähigkeit der Volkswirtschaften. Das ist leicht einzusehen: Wachstumsverluste verschlechtern die Kreditqualität in den Bilanzen der Banken. Müssen Schuldner die Hand heben und kommt es zu Kreditausfällen, schwinden die Reserven der Kreditinstitute. Reichen die Reserven zur Verlustdeckung nicht aus, wird ihr Eigenkapital aufgezehrt. Das wiederum lässt die Geldhäuser vorsichtiger werden bei der Neukreditvergabe. Die Erhältlichkeit von Krediten verschlechtert sich, die Kreditkosten steigen an. Versiegt aber der Zustrom neuer Kredite, und steigen die Kredit- und Kapitalkosten, kippt der Wirtschaftsaufschwung in einen Abschwung, vielleicht sogar in eine Rezession ab. Man erinnere sich an dieser Stelle nur einmal an die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Gegen Ende eines fulminanten Kredit-Booms begann die Fed im Juni 2004 die Zinsen zu erhöhen. Der Kredit-Boom platzte, als die Zinsen immer weiter stiegen, spätestens mit der Pleite der US-Investment-Bank Lehman Brothers am 15. September 2008. Was folgte war eine gewaltige Kreditkrise: Investoren fürchteten, dass Schuldner ihren Schulden-dienst nicht mehr wie vereinbar leisten könnten. Der Kreditmarkt kollabierte daraufhin, die Liquidität in den Märkten trocknete aus, die Aktienkurse stürzten in die Tiefe, die Wirtschaft fiel in eine Rezession. Um den Bust abzuwehren, senken die Zentralbanken die Zinsen - unter großer Zustimmung der breiten Öffentlichkeit -, um den Kreditfluss wiederherzustellen, die Kredit- und Geldmengen auszuweiten. Aus dem 'Bust' sollte ein neuer 'Boom' werden. Doch mittlerweile ist dieses Vorgehen, den Bust mit der Ausgabe von immer neuem Geld abzuwehren und in einen neuen Boom umzumünzen, zum Problem geworden: Die Inflation der Konsumgüterpreise hat stark zugelegt, ist in der westlichen Welt bereits alarmierend hoch. Im April 2022 lag sie in den Vereinigten Staaten von Amerika bei 8,3 Prozent, im Euroraum im April bei 7,5 Prozent, in Deutschland bei 7,8 Prozent. Angesichts des Inflationsproblems hat die US-Zentralbank (Fed) den Leitzins bereits zwei Mal angehoben, andere Zentralbanken haben nachgezogen oder werden es wahrscheinlich noch tun. So jedenfalls ist die Erwartung auf den Finanzmärkten. Doch ist das realistisch oder eher Wunschdenken? Nun, nur weil die Weltwirtschaft ein ernstes Inflationsproblem hat, heißt das leider noch nicht zwangsläufig, dass die Zentralbanken, die das Inflationsproblem (mit-)verursacht haben, es auch bald wieder aus der Welt schaffen werden. Die politisch diktierte Lockdown-Krise hat die Knappheit in den internationalen Güter-märkten verstärkt. Hinzu kommt die 'grüne Politik', die die Preise für Energie drastisch verteuert. Zudem heben natürlich auch die Folgen des Ukraine-Krieges ebenfalls die Güterpreise an. Insgesamt stellt sich ein 'negativer Preisschock' ein. Dass daraus jedoch Inflation erwächst - also ein dauerhaftes Ansteigen aller Güterpreise auf breiter Front -, liegt an der enormen Geldmengenvermehrung durch die Zentralbanken. So hat die Fed die Dollar-Geldmenge M2 seit Ende 2019 bis heute um 43 Prozent erhöht, die EZB die Geldmenge M3 um 21 Prozent. Ein gewaltiger 'Geldmengenüberhang' trifft nun auf den negativen Preisschock und setzt einen Inflationsprozess in Gang. Der Inflationsdruck, der 'noch in der Pipeline steckt', ist zinspolitisch kaum mehr zu entschärfen. Die Aussichten, dass die Inflation in den kommenden Jahren auf die bisher gewohnte 2-Prozentmarke zukehren wird, ist daher denkbar gering. Es ist kein Geheimnis, dass Inflation den überschuldeten Staaten in die Hände spielt. Inflation entwertet die reale Schuldenlast des Staates, wehrt ihren Bankrott ab. Und die staatseigene Zentralbank wird, vor die Wahl gestellt, den Staat zahlungsunfähig werden zu lassen oder die Inflation in die Höhe zu treiben, sich absehbar gegen das Erste und für das Zweite entscheiden. Daher sollte man sich als Anleger nicht an die Unschuldsvermutung klammern und auf ihrer Grundlage die künftige Geldpolitik und Inflationsentwicklung abschätzen. Schon jetzt deutet die zu zögerliche Zinswende, die die großen Zentralbanken in Aussicht stellen, an, wohin die Reise geht: Dass gegen die Inflation nicht entschieden genug vorgegangen wird, dass die eigentlich notwendigen Zinshöhen ausbleiben, so dass die Inflation in den kommenden Jahren viel höher ausfallen wird, als es den Bürgern und Unternehmern lieb sein kann. Es ist zu befürchten, dass die Inflation von den Zentralbanken erzeugt wurde, um zu bleiben. Die wachsenden Probleme im Fiat-Geldsystem haben vermutlich Rückkoppelungseffekte auf die Wirtschafts- und auch die Außenpolitik der Staaten. Hat eine Volkswirtschaft bereits lange mit Fiat-Geld operiert, wird der Anreiz groß, bei Finanz- und Wirtschaftskrisen 'große Opfer' zu leisten, um das System über Wasser zu halten, vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Beispielsweise wird die Konjunktur durch schuldenfinanzierte Ausgaben in Gang gehalten, werden Unternehmen und Arbeitsplätze subventioniert, Banken mit neuem Eigenkapital ausgestattet, Regulierungen verschärft, Kapitalverkehrs-kontrollen und Preiskontrollen eingeführt etc. Die Wirtschafts- und Finanzpolitik richtet sich auf den Erhalt des Fiat-Geldsystems aus, andere Ziele - wie den Erhalt der bürgerlichen und unternehmerischen Freiheiten - werden ver-nachlässigt beziehungsweise aufgegeben. Die Volkswirtschaft 'verformt' sich in eine Art Befehls- und Lenkungs-wirtschaft. Wachsende wirtschaftliche und finanzielle Probleme geben Regierungen Anreize, durch außenpolitische Abenteuer von ihrer heimischen Verantwortung abzulenken und zu Lösungen zu greifen, die unter normalen Bedingun-gen keine Zustimmung bei der Bevölkerung finden würden. Es ist bekanntlich schwer für eine Volkswirtschaft, sich von der Inflationspolitik, hat man sie erst einmal begonnen, wieder abzukehren. Das lässt sich gut und in Echtzeit beobach-ten an den zögerlichen Zinserhöhungen der großen Zentralbanken der Welt. Diese Zögerlichkeit hat einen Grund: Die Zinsentwicklung ist von ganz entscheidender Bedeutung für das Weltfinanz- und -wirtschaftssystem. Die Verschuldung im Welt-Fiat-Geldsystem befindet sich nämlich auf einem sehr hohen Niveau: Ende 2021 erreichte die globale Verschuldung einen Rekordstand von 303 Billionen US-Dollar, so das International Institute for Finance (IIF), das waren etwa 351 Prozent des globalen Bruttoinlandsproduktes. Die Leidensfähigkeit der westlichen Wohlfahrtsstaaten ist eher gering zu veranschlagen und die Akzeptanz für die weitreichenden strukturellen Veränderungen in den Volkswirtschaften, die eine große Rezession, ein Bust, unweigerlich herbeiführen würde, dürfte nicht sonderlich groß sein. Wenn unter diesen Bedingungen die Zentralbanken nicht unbeirrt und unbedingt das Ziel verfolgen, die Inflation niedrig zu halten, ist der Einstieg in ein Inflationsregime kaum mehr abwendbar. Die Zentralbankräte stehen längst unter der 'Fiscal Dominance' und das wird die Inflation zum Dauerproblem machen: Die Staatsschulden sind so groß geworden, dass die finanziellen Interessen der Staaten die Geldpolitik quasi diktieren.
Der sogenannte Interventionismus - er steht für die Idee, der Staat dürfe und solle quasi nach Belieben in das Wirtschafts- und Gesellschaftsleben eingreifen - ist nahezu überall in der westlichen Welt zum Politikideal aufgestiegen. Der Interventionismus sorgt dafür, dass sich der Staat immer weiter ausbreitet in Wirtschaft und Gesellschaft, dass er vor allem auch auf Verschuldung und die Ausgabe von inflationärem Geld setzen kann, um seine Ausgaben zu finanzieren. Die Idee des Interventionismus liegt letztlich auch weltumspannenden Vorhaben wie dem 'Great Reset', der 'Großen Transformation' zugrunde, denen zufolge die Geschicke der Menschen auf dem Planeten nicht dem System der freien Märkte überlassen werden dürfen, sondern dass sie vielmehr von zentraler, staatlicher Stelle zu planen und zu steuern sind. Der Interventionismus sorgt für wachsende geopolitische Spannungen, ausufernde Staatsverschuldung, steigende Fiat-Geld-Inflation, schwindendes Vertrauen in die freie Marktwirtschaft.
Er erzeugt gewissermaßen die Zutaten, aus denen nur allzu leicht ein 'perfekter Sturm' entstehen kann: die vielleicht bislang schwerste Finanz-, Wirtschafts- und Gesellschaftskrise des Westens."

Unsere Wirtschaft kann sich schon seit einigen Jahren also gar nicht mehr selbst erhalten, sondern hängt am Tropf (an der Gelddruckerei) der Europäischen Zentralbank. Man versucht so, die Wirtschaft zu stimulieren. Das ist auch der Grund, warum man die massenhafte Einwanderung nach Deutschland fördert. Es profitieren jedoch nur Großkonzerne und Politiker, die nach Einbürgerung der Fremden neue Konsumenten bzw. Wählerstimmen bekommen wollen.
Die deutsche Regierung möchte sich nicht auf eine Obergrenze für Einwanderung festlegen, es gibt jedoch anscheinend eine inoffizielle Untergrenze von etwa 3 Mio Arbeitslosen im weiteren Sinne, um den Druck auf die Beschäftigten aufrecht zu halten. Ohne massenhafte Einwanderung bräuchte man keine Gesetze zu Mindestlohn, sozialem Wohnungsbau und Mietpreisbremse: der Markt könnte das am besten regeln.
Die Masseneinwanderung verhindert außerdem das Erreichen einer ausgeglichenen nationalen Ökobilanz.
Land-, Rohstoff- und Energieverbrauch nehmen unweigerlich zu.

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