Unsere Wirtschaft

Stand: 21.01.2022
Die Globalisierung, d.h. die Verflechtung der Weltwirtschaft durch exzessiven Handel befindet sich meiner Einschätzung nach auf ihrem Höhepunkt und wird in den nächsten Jahren zurückgehen, weil sich die Triebkräfte der Globalisierung abschwächen, während Vorteile einer verbrauchernahen Produktion deutlich werden:
Bisher führte die Industrialisierung von aufstrebenden Ländern, insbesondere von China, zu einem hohen Export deutscher Produkte wie Maschinen, Anlagenteile und Kraftfahrzeuge. Im Gegenzug wurden zumeist Waren, die viel Handarbeit erfordern, nach Deutschland importiert. Doch der Vorsprung, den die Technologie und die Qualität deutscher Produkte einstmals hatte und der einen relativ hohen Preis rechtfertigte, ist in den meisten Bereichen gesunken oder sogar ganz verschwunden. Dadurch sind viele Produktionszweige aus Deutschland abgewandert, obwohl diese Waren von praktisch jedem Bürger benutzt werden, wie u.a. Unterhaltungselektronik (Fernseher, Hifi-Anlage, Smartphones), Computer, Haushaltsgeräte, Schuhe und Bekleidung. Tatsächlich ist es für einen Käufer in den meisten Fällen schwierig, den Anteil heimischer Wertschöpfung an einer Ware zu erkennen.
Schaut man sich heutzutage in den Geschäften um, findet man außer Lebensmittel, Möbel und Baustoffen nur noch wenige Waren, die zweifelsfrei zu einem überwiegenden Teil bei uns hergestellt worden sind. Die Chinesen sind dabei, nach ihrem Erfolg bei den Konsumgütern auch bei den Kraftfahrzeugen den Markt zu erobern.
Bei der Energieversorgung ist Deutschland besonders vom Ausland abhängig. So hat Deutschland 2020 etwa 70 % seines Gesamtenergiebedarfs importiert und erst 7,3 % seines Energiebedarfs im Verkehr durch erneuerbare Energie gedeckt. Wir sollten diesen Anteil zum Schutz der Umwelt und wegen sinkender Ölreserven erhöhen. Die Regierung erhöht daher den Preis für fossilen Kraftstoff jährlich seit Anfang letzten Jahres. Die Preissteigerungen sollten jedoch nicht noch höher ausfallen, als bereits vorgesehen, da sonst die private Finanzkraft zu stark belastet wird.
Je schneller die Energiewende vollzogen werden soll, desto teurer wird sie. Es droht ein Finanzkollaps.
Technisch gesehen, bieten sich vor allem zwei alternative Antriebstechnologien an:
Brennstoffzelle und Akkusatz, wahlweise mit der Möglichkeit von Akkuwechsel oder kabellosem Laden.
Es zeichnet sich ab, daß beide Antriebsarten ihre Berechtigung haben je nach Einsatzfeld:
Fahrzeuge mit Akkusatz sind bevorzugt solche für kürzere Strecken und geringere Lasten, also Oberklasse-Pkw , Hochdachkombi , Sport Utility Vehicles , Mittelklasse-Pkw , Kleinwagen , Motorräder sowie Elektrofahrräder .
Fahrzeuge mit Brennstoffzelle sind bevorzugt solche für längere Strecken und größere Lasten.
Die Brennstoffzellen brauchen zum Betrieb Wasserstoff, welcher durch erneuerbare Energie erzeugt sein sollte.
Er nennt sich dann grüner Wasserstoff . Noch steckt seine Erzeugung erst am Anfang. Der grüne Wasserstoff soll zunächst vorrangig in Chemieanlagen und Stahlwerken zum Einsatz kommen. Bisher reicht die eingefangene Energie aus Wind und Sonne jedoch noch nicht einmal für die Hälfte der Stromversorgung . Der massive Ausbau der er-neuerbaren Energiegewinnung ist daher Voraussetzung für die breite Anwendung von Wasserstoff und Brennstoffzelle.
Ein besonderer Typ einer Brennstoffzelle kann statt gasförmigem Wasserstoff flüssiges Methanol verwerten, welches ebenfalls mit erneuerbarer Energie hergestellt werden kann.

Busse Lastkraftwagen Lieferwagen Flugzeuge Schiffe Züge
Brennstoffzelle Brennstoffzelle Brennstoffzelle Brennstoffzelle Brennstoffzelle Brennstoffzelle
Akkusatz Akkusatz Akkusatz Akkusatz Akkusatz Akkusatz

Hauptursache der internationalen Arbeitsteilung ist, wie allseits bekannt, der Unterschied der Löhne und Gehälter bei uns zu denen in den Schwellenländern. Dieser Unterschied wird nur langsam sinken, denn einerseits verhindert das Heer der Arbeitsuchenden in Asien einen deutlichen Anstieg der dortigen Einkommen, andererseits stößt eine Stagnation der Einkommen bei uns auf großen Widerstand, zumal Manager und Politiker selbst immer mehr kassieren. Die Verlagerung von Investitionen bewirkt mehr als jede Entwicklungshilfe einen gewissen Ausgleich zwischen den (noch) reichen und den (noch) armen Ländern. Erwerbstätige in privaten Unternehmen in den wohlhabenden Ländern wie Deutschland müssen sich um den Arbeitsplatz sorgen.
Wir können also auf Dauer nicht hohe Einkommen beziehen und gleichzeitig billige Waren aus China kaufen, weil die hier hergestellten als zu teuer gelten.

Die folgenden vier Faktoren haben einen hemmenden Einfluss auf den Welthandel:
1. Lieferketten und deutsches Geschäftsmodell:
Die Rivalität zwischen den USA und China führt zu einer Überprüfung des deutschen Geschäftsmodells 'Export vor Eigenversorgung'. Höhere Kosten bei der Inlandsproduktion könnten wegen der Versorgungssicherheit akzeptiert werden. Eine Produktion in der Nähe der Verbraucher wird sich dann durchsetzen. Außerdem begünstigt es die Nutzung von heimischen erneuerbaren Energiequellen und Rohstoffen, was inländische Arbeitsplätze schafft.
2. Automatisierung in der Produktion:
Diese ist bei uns schon weit fortgeschritten und hat den Anteil der Personalkosten an der Produktion gesenkt. Eine hohe Produktivität der Facharbeiter kann also die relativ hohen Löhne rechtfertigen.
Die Automatisierung trägt demnach zwar betriebswirtschaftlich zur Konkurrenzfähigkeit hiesiger Produkte bei, doch volkswirtschaftlich ergibt sich das Problem der Arbeitslosigkeit. Der Staat sorgt künstlich für Entspannung auf dem Arbeitsmarkt , indem er unproduktive Arbeitsplätze im Überwachungsbereich schafft.
3. Sättigung von Absatzmärkten:
Der lange angehaltene Wohlstand bei uns hat zu einer Sättigung des Bedarfs bei nahezu allen Produkten geführt.
Bei nicht zum Leben notwendigen Waren ist entweder der Preis das wichtigste Verkaufsargument oder technische Verbesserungen, die jedoch entgegen den Aussagen aus der Werbung meist eher gering oder gar fragwürdig sind. Wirkliche Neuheiten, die einen unbestreitbaren Nutzen haben, gibt es vielleicht alle 10 Jahre. Daher verlagert sich die Struktur der Wirtschaft von der Industrie zum Dienstleistungssektor.
4. Alterung der Gesellschaft:
Immer mehr Rentner bei weniger Berufstätigen stellen eine Herausforderung für den Generationenvertrag dar. Aber die meisten Rentner sind mit ihrer materiellen Situation durchaus zufrieden; die Gesundheit steht dann zunehmend im Vordergrund. Viele wollen und können noch eine sinnvolle Tätigkeit ausüben, z.B. die Betreuung der Enkel bis irgendwann die Kräfte nachlassen.

Manfred Julius Müller:
"Anders als behauptet hat die internationale Arbeitsteilung unseren Wohlstand nicht befördert! Und unsere Lebensqualität erst recht nicht! Es gibt zwar eine Reihe von Produkten, die durch die Ausbeutung der Arbeitskräfte in den Entwicklungs- und Schwellenländern extrem billig wurden - aber am Ende zählt nur die Gesamtbilanz. Und die bestätigt nun einmal den Niedergang der Erwerbseinkommen in den letzten vier Jahrzehnten. Wie erklärt sich dieser scheinbare Widerspruch? Die Antwort: Das globale Dumpingsystem drückt nicht nur die Warenpreise, es drückt auch die Lohnkosten nach unten (vor allem in den Hochlohnländern). Die Billigprodukte sind lediglich Blendwerk, die davon ablenken, die hohen staatlichen und sozialen Folgekosten des Outsourcings bewusst wahrzunehmen. Denn die internationale Arbeitsteilung erweist sich nicht nur als äußerst unproduktiv (zusätzliche Aufwendungen für Übersetzer, ausländische Juristen, Bestechungsgelder, Vermeidung von Produktfälschungen und Patentverletzungen, weite Transportwege, ausufernde Qualitätskontrollen usw.), die internationale Arbeitsteilung belastet auch den Staat (wegen der stark gestiegenen Massenarbeitslosigkeit, erpressten Subventionen, wegbrechenden Unternehmenssteuern, höherem Bildungs- und Forschungsaufwand usw.)."

Hans Heckel , 30.10.2021 :
"Im Turmbau zu Frankfurt am Main, wo die 'Währungshüter' der Europäischen Zentralbank (EZB) ihr Werk verrichten, breitet sich laut Insider-Berichten eine ungute Stimmung aus. Man bekommt kalte Füße. Wieso? Jahrelang hatten die Euro-Verwalter gepredigt, ihre uferlose Geldmengenvermehrung werde keinesfalls zu einer zerstörerischen Inflation führen. Doch das war wohl nichts. Die Inflation schlägt auf allen Seiten zu, vom Rohstoff- und Energiemarkt bis zu Produktions- und Verkaufspreisen. Jeder Supermarktbesucher reibt sich mittlerweile die Augen. Um die Menschen zu beruhigen, hatte man zunächst die Parole ausgegeben: Das dauert nicht lange, im nächsten Jahr geht die Teuerung wieder aufs alte Niveau zurück. Mittlerweile aber dämmert die düstere Erkenntnis herauf, dass es ganz anders kom-men könnte, dass die Teuerungswelle kam, um zu bleiben oder gar noch anzusteigen. Das kann peinlich werden für die Währungsmanager. In so einer heiklen Lage benötigt man treue Verbündete, die einem beim Vernebeln unter-stützen. Gesucht, gefunden: Das 'Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung' (DIW) unter dem unnachahmlichen Marcel Fratzscher ist herbeigeeilt. Die Internetseite des DIW klebt zunächst noch an der alten Behauptung, die Inflation werde im kommenden Jahr 'eher zu niedrig als zu hoch ausfallen'. Da man aber weiß, dass es wohl anders kommen wird, baut das DIW vor: Wenn die Inflation doch höher steige, sei das ein 'Luxus-Problem', denn dies würde eine 'dauerhaft boomende Wirtschaft erfordern'. Wer das anders sieht, dem wird 'populistische Angstmache' vorge-halten. Das übliche Todesurteil für lästige Gegenmeinungen. Erbärmlich billig, aber immer noch wirksam. Ein 'Luxus-Problem' also. Wie gut, dass die meisten Deutschen die 1970er Jahre längst vergessen haben. Damals vermählten sich Wirtschaftskrisen mit gleichzeitig hoher Inflation, die keineswegs mehr als 'Luxus' empfunden wurde, Ökonomen tauften die Mischung aus wirtschaftlicher Stagnation und Preisinflation 'Stagflation'. Und wenn sich das jetzt wieder-holt? Dafür haben Fratzscher und Kollegen schon die nächste Legende gestrickt: Wenn es trotzdem zu einem länge-ren, stärkeren Geldwertverfall ohne 'Luxus' kommen sollte, dann sind die blöden Leute eben selber schuld und nicht etwa Politiker und 'Währungshüter'. Der Trick geht so: Wenn die Deutschen ihre Kaufkraft schwinden sehen, könnten sie Käufe (die später wohl teurer würden) vorziehen und höhere Löhne verlangen, was dann die Inflation antreibe.
So gesehen hat die Dummheit des Volkes die Geldentwertung zu verantworten nicht die Fehler seiner Führer. Der Schönheitsfehler in dieser Erklärung ist indes dieser: Die Erwartung steigender Preise und höhere Lohnforderungen ('Lohn-Preis-Spirale') werden seit jeher als zentrale Elemente einer Inflationswelle gesehen, nicht als deren eigentliche Ursache. Deshalb spricht man ja auch davon, dass die Inflation sich 'aufschaukelt'. Nur, wer nachguckt, was diese Erwartungen und Forderungen denn ursprünglich angestoßen hat, findet die echte Inflationsursache. Zu kompliziert? Gut, dann eben auf den Punkt gebracht: Letztlich erklärt das DIW, die Ursache für eine anhaltende Inflation sei – tadaa! – die Inflation! In dem Sinne könnte man auch sagen, Ursache für Regen ist, dass Wasser vom Himmel fällt. Aus dem Munde eines Wetterkundlers klänge das ziemlich dämlich. Wirtschaftsexperten dürfen so was sagen, wenn der Quatsch einer Politik dient, der sie sich verpflichtet fühlen. Was also sind die echten Ursachen des steilen Preisan-stiegs? Erst hat die Währungspolitik seit Finanz-, Griechenland-, Euro- und Sonstwas-Krise die Geldschleusen immer weiter geöffnet, um mit den Corona-Fonds endgültig alle Zügel schießen zu lassen. Zudem hat man per grüner Energiewende das Angebot an verfügbarer Energie immer weiter verschlechtert und per Lockdown das globale Warenangebot und die Lieferketten geschreddert. Jetzt kommt beides zusammen: Viel umherschweifendes Geld trifft auf ein dramatisch verknapptes und politisch zusätzlich verteuertes Angebot. Rumms! Da soll es nicht erstaunen, dass den Machern von Geldflut und Energiefiasko die Muffe geht. Es müssen Sündenböcke her. Beim Energiedesaster schreien sie 'Putin!', und an der Inflation sind die Normalverdiener schuld, die angesichts schwindender Kaufkraft nach einem Lohnausgleich rufen. Aber ob die Ablenkung gelingt? Schon fürchtet man Aufstände wegen rapide steigender Preise. Vielleicht nicht gleich bei uns, aber die Franzosen? Von dort könnte der Tumult auf ganz Europa übergreifen. Solche Unruhen träfen auf eine tonangebende Schicht in Politik, Medien und bei regierungsfrommen 'Aktivisten', die sowieso schon arg nervös ist. Selbst die geringste Meinungsabweichung bei irgendeiner Frage löst bei diesen 'Eliten' heftige Wallungen aus, obwohl das herrschende grünlinke Milieu eigentlich nichts mehr zu fürchten hat, wo diese Leute das Land und seine Institutionen doch mittlerweile so fest im Griff haben wie noch nie ein ideologisches Milieu zu demokratischen Zeiten. Aber vielleicht sind sie deshalb so nervös. Man erkennt Züge eines kollektiven Cäsaren-wahns. Damals, im alten Rom, befiel dieser Wahn etliche Kaiser. Sie hatten alle Macht, und doch gerade aus diesem Grunde reagierten sie auf den kleinsten Anflug von Opposition regelrecht hysterisch. Es reichte manchmal, dass ihnen nicht schleimig genug gehuldigt wurde, sofort witterten sie Gefahr. Echte, klare Widerworte konnten sie sich gar nicht mehr vorstellen. Wie so etwas bei der heutigen 'Elite' aussieht, konnten wir am Rande der Frankfurter Buchmesse studieren. Eine schwarze, im Mainstream treibende Autorin war der Messe ferngeblieben, weil sie 'Angst' hatte, dort auch nur einem Verlag zu begegnen, der eine andere Meinung haben dürfte als sie. Als dann eine farbige grüne Lokalpolitikerin das Podium bei der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels stürmte, um zu erklären, dass sie sich durch die schlichte Anwesenheit von Verlagen mit mutmaßlich rechten Meinungen 'bedroht' fühle, war Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann von der SPD ganz auf ihrer Seite. Nun malen wir uns kurz aus, eine herrschende Kaste, die alles kontrolliert und schon beim bloßen Gedanken an abweichende Positionen in Cäsaren-wahnsinnige Panik verfällt, sieht sich mit einer wirklichen Unmutswelle aus dem Volk konfrontiert. Mit Menschenmassen, die von der grünen Energiewende, der ebenso grünen 'Transformation der Gesellschaft' und vom Euro sowieso die Schnauze voll haben – und das nicht bloß denken, sondern laut sagen! Hoffen wir, dass es nie dazu kommt und die Leute sich selbst (und Putin) die Schuld für die Misere geben. Selbstbetrug zu eigenen Lasten – darin sind wir Deutsche schließlich Weltmeister!"

Eberhard Hamer , 11.11.2021 :
"Schon immer hat ein Wandel der Leitideen auch die gesellschaftliche Wirklichkeit verändert – erst schleichend, dann massiv. In der schleichenden Phase treten die Folgen des Wertewandels noch nicht auf, weil die Wohlstandsfolgen der alten Werte noch Wohlleben bescheren (Scheinblüte). Je mehr sich dagegen der Wertewandel durchsetzt und die moralischen und ökonomischen Werte durch irreale Leitwerte und gesellschaftliche Ziele ersetzt werden, desto stärker wirkt sich der Wertewandel auch auf die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Realbedingungen aus. Das lässt sich am besten am Beispiel unseres Finanz- und Währungssystems betrachten: In der ersten Phase der D-Mark war diese knapp, begehrt, musste man hart für sein Geld arbeiten, gab es Geld nicht ohne Eigenleistung, war jeder vorerst selbst für seinen Lebensstandard verantwortlich, nicht der Staat. Da manche in der Leistung zurückgeblieben waren oder sich zurückgehalten hatten, war in den Folgejahrzehnten inzwischen eine 'ungerechte Vermögensverteilung' entstan-den und konnte eine wachsende Mehrheit von Zurückgebliebenen überzeugt werden, dass die Leistungsträger immer mehr an die Leistungsschwachen und Leistungsverweigerer abgeben müssten, um 'gleiche Teilhabe' am Wohlstand und gleiche Lebensbedingungen zu haben: Der Beginn der größten Umverteilung der deutschen Geschichte. Da aber den Leistungsträgern nicht genügend abgenommen werden konnte, um ein Sozialsystem für immer mehr neu entdeck-te Leistungsnehmergruppen zu finanzieren, entstand in allen europäischen Ländern die große Schuldenorgie, wurden Sozialleistungen zunehmend mit öffentlichen Schulden bezahlt. Da aber in Europa immer weniger Länder ihre Schul-den noch bezahlen konnte, andere nicht mehr, wurde die Währungsunion mit dem gemeinsamen Euro geschaffen, der den überschuldeten Südländern wieder 20 Jahre neue Schuldenreiterei (wenn auch auf Kosten Deutschlands) und noch höhere Umverteilung gestattete. Das Problem, dass immer mehr Euro-Länder die Zinsen für ihre Schulden nicht mehr bezahlen konnten, wurde satzungs- und rechtswidrig von der EZB dadurch gelöst, dass Nullzins eingeführt wurde, damit die Schuldenexplosion ungehemmt weiter betrieben werden konnte, so dass über der nationalen Umverteilung auch die europäische Umverteilung explodierte – mit dem Green Deal 2021 von 800 Milliarden Euro Schulden als Übergang der EU von einer Wirtschaftsgemeinschaft zu einer Schulden- und Finanzunion.
Inzwischen gilt es als selbstverständlich,
- dass 'ein menschenwürdiges Leben' auch ohne Arbeit und Leistung durch die Sozialsysteme garantiert wird,
- dass auch supranational in Europa die faulen, korrupten und wirtschaftsarmen Länder von den noch wirtschaftlich besseren finanziert werden müssen und deshalb die europäische Schuldenexplosion auf Kosten von Währung, Eigenleistung und Selbstverantwortung europäische Politikaufgabe ist
- und dass der Wohlstand generell – sowohl national als auch international – immer weniger aus Produktivität und Eigenleistung als auch 'Solidaritätsanspruch und Umverteilung' erwartet wird.
Wirtschaftstheoretisch ist der gewerbliche Sektor mit der höchsten Produktivität Wohlstandstreiber einer Volkswirt-schaft, weil sie Güter schafft, statt solche – wie der Dienstleistungsbereich – nur zu verwalten und zu verteilen. Der gewerbliche Sektor hat sich jedoch von früher 50 und mehr Prozent des BIP 1950 bis 1970 ab den 1980er Jahren dramatisch verändert. Nicht mehr die Produktionswirtschaft, sondern die Dienstleistung galt als moderne Fortentwick-lung jeder Volkswirtschaft, so dass inzwischen die Dienstleistung fast 70 Prozent unseres BIP ausmacht, der gewerb-liche Sektor nur noch 30 Prozent. Die Produktivität des Dienstleistungssektors ist allerdings generell geringer als die des gewerblichen Sektors; sie umfasst auch neben Hilfsdienstleistungen für die Produktion immer mehr Bereiche mit geringer Produktivität und eine erschreckend wachsende Zahl unproduktiver oder sogar kontraproduktiver Branchen. Der Anreiz zur Dienstleistung liegt darin, dass in ihr nicht mehr Arbeitsergebnis, sondern Arbeitszeit oder 'Zeitvertreib' bezahlt wird. Der Handwerker bekommt nur das Ergebnis bezahlt, ganz gleich, welche Zeit er dafür braucht. Arzt, Anwalt oder eine Verwaltung dagegen dürfen ihren Zeitaufwand in Rechnung stellen, auch wenn kein Ergebnis damit erzielt wird. Zusätzlich hat ein leistungsfeindliches Steuer- und Abgabensystem die beiden Produktionsfaktoren Boden und Kapital immer mehr ent- und dafür den Leistungsfaktor Arbeit immer einseitiger belastet, so dass vom Brutto-Arbeitsergebnis dem Mitarbeiter etwa nur ein Drittel, unseren fünf Millionen Unternehmern dagegen im Schnitt weniger als ein Fünftel übrigbleibt. Eigener Fleiß lohnt in Deutschland wegen der welthöchsten Abgabenbelastung immer weniger – in unteren Lohngruppen sogar weniger als Sozialleistung. Kein Wunder, wenn deshalb jährlich 100.000 bis 200.000 Leistungsträger ins Ausland flüchten, Millionen in die Schwarzarbeit und auch der Nachwuchs immer weniger in 'schmutzig machende Produktion' als in bequeme, leistungsunabhängige Dienstleistungsberufe drängt (Lehrlingsmangel – Studentenboom). Wo 'gleiche Teilhabe' und Existenzsicherung für alle zum höchstgerichtlich bestätigten allgemeinen Grundsatz geworden ist, lohnt es nicht mehr, zu leisten, flüchten die Leistungsträger, aber wandern die Leistungsunfähigen und Leistungsunwilligen der ganzen Welt in neuer Völkerwanderung in das üppige deutsche Sozialparadies. Millionen Arme, Gescheiterte und Unfähige aus Asien und Afrika wandern unter Lebens-gefahr nach Europa und von Europa weiter nach Deutschland, weil es nur hier die höchsten Sozialleistungen der Welt gibt, unsere Politik weltweit dazu einlädt und das Großkapital sowie immer mehr Sozialorganisationen (einschließlich Kirchen) das Schleuser- und Immigrationsgeschäft auf Staatskosten als lukrative Gewinnmöglichkeit entdeckt haben. Früher war Basis des öffentlichen Dienstes der 'Dienst am Volke' bzw. für andere. Heute dagegen sehen ÖTV und Beamtenbund Staat und Gesellschaft als Melkkuh an. Mit Streiks haben sie die höchste Besoldung erreicht, die je in Deutschland für öffentlichen Dienst bezahlt wurde und die den Lohn produktiver Mitarbeiter der meisten mittelstän-dischen Firmen schon übersteigt. Vor allem hat sich der öffentliche Dienst von seinem ursprünglichen Zweck der Erfüllung von Hoheitsaufgaben längst auch und sogar überwiegend als Dienst zur Erfüllung von allgemeinen Lust-aufgaben entwickelt und hat öffentliche Funktionäre für alle möglichen, vielleicht wünschenswerte, oft überflüssige, jedenfalls nicht eigenstaatliche Aufgaben eingestellt, so dass sich die Verwaltung krebsartig von ihren Hoheitsaufga-ben immer mehr in Lustaufgaben ausgedehnt und in ihrem Personal multipliziert hat. Bezahlen muss dies eine immer kleiner gewordene Leistungsträgerschicht von 34,2 Prozent der Bevölkerung. Von den Abgaben dieses ersten Drittels der Produktiven auf dem Markt leben schon weitere zwei Drittel (65,6 Prozent) der Bevölkerung als Transferleistungs-Empfänger mit wachsender Tendenz. Von der Arbeit immer weniger produktiver Leistungsträger leben also immer mehr nur indirekt, teil- oder sogar unproduktive Transferleistungsempfänger und wachsende Millionen von zu 70 Prozent auf Dauer untätigen Zuwanderern. Dass unsere Öko-Sozialisten deshalb das vom Bundessozialgericht geschaffene 'Menschenrecht auf Existenzsicherung' zum arbeitslosen Grundeinkommen machen wollen, ist logische Konsequenz ihrer Träume. Dass der Staat bei Lockdown Kurzarbeitergeld an alle zahlte, war bereits die Vorstufe dieses Grundeinkommens. Früher gab es 'Pflicht zur Arbeit', wenn man überleben oder staatliche Sozialleistungen haben wollte. Dann wurde in den Krisenzeiten der 1970er und 1980er Jahre daraus ein 'Recht auf Arbeit', bis heute das Einkommen ohne Arbeit rot-grünes Programm und Grundrecht wurde. Ganze Dienstleistungsbereiche haben sich inzwischen darauf konzentriert, ihren eigenen Gewinn durch Ausnutzung von Rechtsgestaltung und auf Kosten anderer Marktteilnehmer zu erzielen, vor allem im Finanzsektor. Die klassischen soliden deutschen Sparkassen und Volksbanken sammelten Geld ein, welches sie verzinsten, zu höheren Zinsen weiterverliehen und aus dieser Differenz lebten. Der Nullzins hat dieses Geschäft auf internationalen Druck kaputt gemacht, um die Regionalbanken damit ebenfalls zu zerstören. In den anderen westlichen Ländern machen nur noch wenige Großbanken der Hochfinanz ihr Geschäft vor allem mit Spekulation. Noch nie war der Derivatebestand in der Welt so hoch wie heute, also das Wetten auf Gewinn zu Lasten anderer. Wo es aber keine Gewinne gibt, muss es auch Verlierer geben. Da die Hochfinanz wegen ihres Finanzmonopols in der Welt die Kurse und damit ihre Gewinne manipulieren kann, sind sie üblicherweise die Gewinner und ihre Geschäftspartner ('Anleger') die Verlierer. Eines der rentabelsten Finanzgeschäfte ist das der sogenannten 'Heuschreckenfonds', welche mit Krediten neue Firmen übernehmen, diese Firmen diese Kredite ab-arbeiten lassen oder die Firmen nach Rentabilitätsgesichtspunkten zerschlagen und aus diesem tödlichen Gesamt-geschäft hohe Gewinne erzielen. Unsere Rechtsordnung stuft dennoch diese Geschäfte nicht als Betrug ein, obwohl für die übernommenen Betriebe und für deren Mitarbeiter erhebliche Vermögensschäden entstehen. Schon immer lebte die Oberschicht von ihrem Kapital und dieses Kapital von der Arbeit anderer. Durch die internationale Konzen-tration des Kapitals hat sich diese Ausbeutung zwar verstärkt, ist aber global und deshalb unangreifbar geworden. Auf Kosten anderer lebt auch ein großer Teil unserer Wirtschaft, nämlich aus öffentlichen Subventionen, die letztlich der Mittelstand mit seiner Überbesteuerung zu tragen hat. Subventionen sind politische Zahlungen an die eigene Klientel – z. B. Tesla – oder an internationale Machtblöcke, deren Wohlwollen sich die Parteien erringen oder erhalten wollen. Dass diese Subventionen jemand anderes erarbeiten muss, stört weder Subventionsgeber noch Subventionsempfän-ger und ist – ähnlich wie der Sozialmissbrauch – Bereicherung zweier auf Kosten Dritter. In dem Buch 'Mittelstand unter lauter Räubern' hat das Mittelstandsinstitut geschildert, wie Konzerne, Banken, Finanzhaie, Versicherungen, Berater, Verbände, Staatsmedien, organisierte Kriminalität, Sozialfunktionäre u.a., die fleißigen Leistungsträger des Mittelstandes ausbeuten und selbst dadurch meist ein sogar besseres, aber unproduktives Leben führen können. Wenn die Leistungsnehmer bereits zwei Drittel der Bevölkerung ausmachen, ist das Volk nicht nur in der Mentalität, sondern auch in seiner Wirtschaftsleistung degeneriert, wie ein drohnenübervölkerter Bienenschwarm dem wirtschaft-lichen Untergang geweiht. Bisher konnte eine 47 Prozent der Bevölkerung ausmachende starke Mittelschicht die Ausbeutung beider Randgruppen noch tragen. Durch Corona sind jedoch bereits 20 Prozent unserer Selbständigen existenzgefährdet. Der kommende Crash bringt sowohl gesellschaftlichen als auch wirtschaftlichen Zusammenbruch, wird unseren bisher starken Mittelstand wieder dramatisch reduzieren. Jedenfalls wird er seine Trägerfunktion für die anderen Gruppen nicht mehr halten und sich nicht mehr wie bisher ausbeuten lassen können. Falsche Weichen-stellung der Vergangenheit und der Gegenwart haben die Bedingungen für eine arme Zukunft gesetzt. Wohlstands-überheblichkeit, politische Arroganz und Leistungsfeindlichkeit sowie Geschenke an die ganze Welt in unserer Generation haben unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit erodieren lassen. Immer in der Geschichte sind degenerierte Völker aus dem Wohlstand in die Armut wieder zurückgefallen: Persien, Rom, Spanien, Großbritannien. Wir stehen vor derselben Entwicklung. Dass die kommende öko-sozialistische Regierung hier neue Leistungszeichen setzen würde, ist wohl irreal. Unsere Kinder werden uns wie wir unsere Eltern deshalb fragen: Warum habt Ihr das geschehen lassen?"

Malte Fischer , 29.11.2021 :
"Die Inflation knackt immer neue Rekorde. Dennoch macht die EZB keine Anstalten, die Leitzinsen zu erhöhen.
Sie hofft, dass die Teuerungsraten bald wieder sinken. Wie realistisch ist das?
Dem britischen Ökonomen John Maynard Keynes wird das berühmte Bonmot zugeschrieben: 'Wenn sich die Fakten ändern, ändere ich meine Meinung.' In diesen Tagen und Wochen scheint der Geist von Keynes die Flure der Euro-päischen Zentralbank (EZB) zu durchwehen. Wie sonst soll man sich erklären, dass gleich mehrere Notenbanker der Frankfurter Behörde beginnen, mit ihren Einschätzungen zur Entwicklung der Inflation zurückzurudern? Beispiel Isabel Schnabel: Die deutsche EZB-Direktorin hatte deutschen Medien noch im September vorgeworfen, sie verstärkten mit ihren Warnungen vor steigenden Inflationsraten die 'Ängste der Menschen ohne jede Erklärung'. Dabei gebe es 'nicht den geringsten Hinweis darauf, dass die aktuelle Geldpolitik zu permanent höherer Inflation oberhalb von zwei Prozent führen wird', so Schnabel. In der vergangenen Woche dann der Turnaround. Es sei zwar plausibel anzunehmen, dass die Inflation mittelfristig wieder unter das Ziel von zwei Prozent falle, sagte Schnabel in einem Interview. Doch habe 'die Unsicherheit über Tempo und Ausmaß des Rückgangs zugenommen'. Die EZB müsse 'diese erhöhte Unsicherheit berücksichtigen', zumal die Risiken für die Inflation 'eher nach oben gerichtet' seien. Wenige Tage später konzedierte auch Christine Lagarde, Chefin der EZB, die Notenbanker hätten ihre Inflationsprognosen in den vergangenen Quarta-len 'nach und nach anpassen müssen'. Der Grund: Die Teuerungsrate in der Eurozone hat die Erwartungen der EZB-Ökonomen immer wieder übertroffen. Lag die Teuerungsrate im vergangenen Oktober noch bei minus 0,3 Prozent, so ist sie mittlerweile auf 4,1 Prozent in die Höhe geschossen. In Deutschland sprang die Inflationsrate im November nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes sogar auf 5,2 Prozent, den höchsten Stand seit Anfang der 1990er-Jahre. Im November 2020 waren die Verbraucherpreise im Vorjahresvergleich noch um 0,3 Prozent gesunken. Gemessen an dem harmonisierten Verbraucherpreisindex lag die Inflationsrate hierzulande sogar bei 6,0 Prozent. Vor allem die Hausse bei den Energiepreisen hat die Kosten für die Lebenshaltung nach oben getrieben. So verteuerte sich die Einfuhr von Energie im Oktober um 141 Prozent, die von Erdgas gar um 194 Prozent. Für andere Importgüter wie Rohkaffee, Getreide, Holz und Metalle mussten die Deutschen ebenfalls deutlich mehr auf den Tisch legen, die Preise stiegen um 30 bis 60 Prozent. Insgesamt verteuerten sich die Einfuhren um 21,7 Prozent, so stark wie zuletzt 1980 im Rahmen der zweiten Ölpreiskrise. Dennoch machen die Notenbanker der EZB keine Anstalten, die ultralockere Geldpolitik zu beenden. Lagarde und Co setzen vielmehr darauf, dass die Teuerungsraten bald wieder sinken, dass es sich also nur um einen Inflationsbuckel handelt. Kurzfristig dürften sie damit sogar richtig liegen. Denn Anfang nächsten Jahres jährt sich die Anhebung der Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland. Für den Vorjahresver-gleich spielt sie dann keine Rolle mehr. Das drückt die Teuerungsrate. Auch bei den Energiepreise kommt es zu Basiseffekten. Bleiben die Preise für Öl, Gas und Kohle stabil, drückt dies die Inflation nach unten. Dank der Basis-effekte könnte die Inflation im nächsten Jahres also tatsächlich wieder Richtung des EZB-Inflationsziels von zwei Prozent sinken. Die Notenbanker dürften dies zum Anlass nehmen, um an ihrer expansiven Geldpolitik festzuhalten. Zumal sich angesichts der vierten Coronawelle die Aussichten für die Konjunktur eingetrübt haben. Eine geldpolitische Straffung zum jetzigen Zeitpunkt sei falsch, erklärte Lagarde jüngst. Denn sie wirke erst, wenn die Inflation bereits wieder gesunken sei und verursache dadurch 'Arbeitslosigkeit und hohe Anpassungskosten'. Mit ihrer Fixierung auf die kurze Frist und dem Verweis auf Basiseffekte verstellt die EZB jedoch den Blick auf die langfristigen Risiken, die sich aus der superexpansiven Geldpolitik ergeben. Hält die EZB die Zinsen niedrig, steigen die Anreize für die Regierun-gen, sich weiter zu verschulden. Die Diskussion in der EU um die Aufweichung oder gar Abschaffung des Stabilitäts-paktes und der Obergrenze für die Staatsschulden, zeigt wohin der Zug fährt. Faktisch hat sich die EZB längst ihrer Unabhängigkeit beraubt, indem sie sich durch den ordnungspolitisch enthemmten Ankauf von Staatsanleihen in die fiskalische Dominanz durch die Finanzminister begeben hat. Die Regierungen der hochverschuldeten Euroländer und ihre Emissäre im EZB-Rat bestimmen seit Jahren den geldpolitischen Kurs in Frankfurt. Dieser ist darauf ausgelegt, die Finanzierungskosten der Staaten niedrig zu halten – koste es was es wolle. Dadurch gerät immer mehr Geld in Umlauf. Seit Beginn der Pandemie ist die Euro-Geldmenge M3 (Bargeld, Sicht-, Termin- und Spareinlagen sowie kurzfristige Bankschuldverschreibungen und Geldmarktfonds) um etwa 18 Prozent gestiegen. Die nominale Wirt-schaftsleistung blieb in dieser Zeit hingegen nahezu unverändert. Der monetäre Überhang wird sich in weiter steigen-den Güter- und Vermögenspreisen entladen. Auch von den Lohnkosten geht zunehmend Druck auf die Preise aus.
Die Alterung der Gesellschaft verknappt und verteuert die Arbeitskräfte. Die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale wächst. Lagarde weiß das, glaubt jedoch, die Geldpolitik habe 'genügend Zeit, um auf solche längerfristigen Trends ange-messen zu reagieren'. Die fiskalische Dominanz, in der sich die EZB befindet, lassen an dieser Sicht der Dinge jedoch große Zweifel aufkommen. Die Umbrüche in der Weltwirtschaft deuten ebenfalls auf steigende Preise. Die Abkopplung Chinas vom Westen und das Interesse der Unternehmen an einer besseren Kontrolle ihre Lieferketten im Gefolge der Pandemie dürften dazu führen, dass Produktion und Beschäftigung vermehrt nach Europa verlagert werden. Das wird die Produktionskosten ebenso treiben wie der Klimaschutz, durch den fossile Energieträger teurer werden. Der Rück-gang der Inflationsraten, auf den die EZB setzt, dürfte vor diesem Hintergrund ein kurzes Intermezzo bleiben. Der Trend für die Preise ist nach oben gerichtet. Er wird umso steiler ausfallen, je länger die EZB den Tritt auf die geld-politische Bremse hinauszögert. Am Ende bleibt ihr dann nur die Wahl: Entweder späte Vollbremsung mit einer schweren Stabilisierungsrezession, an der die Währungsunion zerbrechen könnte. Oder Inflationierung mit einer Geldkrise, die die Menschen aus dem Euro treibt."

Ferdinand Knauss , 11.12.2021:
"Schon in den ersten Tagen im Amt offenbart die Ampel-Regierung, dass sie auch vor höchst zwielichtigen, offensichtlich verfassungsbrecherischen Finanzoperationen nicht zurückschreckt, um schnell Geld für 'Klima und Transformation' locker zu machen. Nun hat man ausgerechnet in Christian Lindners frisch übernommenem Bundesfinanzministerium einen Trick entdeckt, um die lästige Schuldenbremse im Grundgesetz, die den grünen Klimaschutzambitionen im Wege steht, zu umgehen. Dass dies vor Lindners Amtsantritt in die Wege geleitet wurde, erklärt sich wohl von selbst, aber dass Lindner davon vollkommen überrascht wurde, ist eher unwahrscheinlich. Der Trick besteht darin, Schuldenmilliarden jenseits der grundgesetzlichen Schuldenbremse, die der Bundestag aufgrund der besonderen Notlage durch die Corona-Krise ermöglichte, die nun aber nicht in vollem Umfang für die Corona-Hilfen gebraucht werden, einfach umzuwidmen: 60 Milliarden Euro (von 240) sollen somit nicht mehr der Coronapolitik dienen, sondern in den 'Energie- und Klimafonds' fließen, der nun 'Klima und Transformation' heißen soll (er soll auch der Digitalisierung dienen). Lindner hat am Tag nach seiner Amtsübernahme schon einen entsprechenden Nachtrags-haushalt an seine ebenso frisch ernannten Kabinettskollegen geleitet, der ab Montag ins Gesetzgebungsverfahren eintreten soll. Ein unerhörter Vorgang: Der Gesetzgeber erlaubt der (Vorgänger-)Regierung unter Verweis auf eine nationale Notlage, verfassungsrechtliche Grenzen zu überschreiten – und die (Nachfolger-)Regierung nutzt einen großen Teil dieser angeblichen Not-Gelder nun für einen völlig anderen Zweck, nämlich eine Reserve anzulegen für die große Transformation, in deren Zeichen die neue Regierung steht. Und es geht hier nicht um eine Kleinigkeit: Eigentlich – ohne Notlage – darf der Bund laut Schuldenbremse nur rund 12 Milliarden neue Schulden im Jahr aufnehmen. Der Verfassungsbruch ist offensichtlich. Und Kritik wurde auch sofort laut: Der wissenschaftliche Beirat des Stabilitätsrats (letzterer ist mit Politikern, aber ersterer mit unabhängigen Köpfen besetzt) forderte schon, der Bund müsse auf die Schulden (die noch gar nicht aufgenommen sind) verzichten. Der frühere Verfassungsrichter Ferdinand Kirchhoff hatte schon vor einigen Tagen – womöglich in Vorausahnung – in der FAZ betont, dass Kreditermächtigun-gen 'zeitlich und inhaltlich entsprechend der ursprünglichen Ermächtigung eingesetzt werden' müssen und 'nicht für beliebige Zwecke zur Verfügung' stehen. Dass nun ausgerechnet Lindner, dessen Partei mit dem Ruf nach stabiler und neuverschuldungsfreier Finanzpolitik diesen Trick ausführt, kann man als zweites gebrochenes Wahlversprechen (nach der Pflege-Impfpflicht) betrachten. Was für eine Bilanz in nur drei Tagen an der Regierung! Dabei hatte er die Chance zu praktizieren, was Liberale seit jeher eigentlich fordern: den Verzicht des Staates auf Geld, das bei den Bürgern besser aufgehoben ist. Die CDU gibt sich übrigens wenigstens auf diesem Feld entschlossen, die Opposi-tionsrolle aktiv anzunehmen: 'Das Wort ‚Verfassungsbruch‘ liegt förmlich in der Luft', ließ sich der CDU-Haushalts-politiker Christian Haase in der FAZ zitieren. Wie ernst er das meint, wird sich wohl daran zeigen, ob er den Worten eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht folgen lässt. So wie die Dinge allerdings tatsächlich um die Union und vor allem um das Verfassungsgericht in Karlsruhe stehen, sollte man aber nicht allzu überrascht sein, wenn die Ampel mit ihrem Trick durchkommt: Entweder indem die Ampel die Union einfach mit ins Boot nimmt, um die Schulden-bremse im Grundgesetz entsprechend zu frisieren, oder indem die Karlsruher Richter sich mal wieder regierungs-freundliche Rechtfertigungen einfallen lassen. Den neuen Zweck der Vorratsverschuldung – Klimaschutz, aber auch Digitalisierung – zieht schließlich auch in der Union wohl kaum jemand in Zweifel. Und dass ein vermeintlich guter Zweck jedes noch so verfassungs- und wortbrüchige Handeln heiligt, ist schließlich längst zu einer Art Meta-Grundgesetz des deutschen Politbetriebes geworden."

Redaktion Tichyseinblick , 18.12.2021 :
"Spätestens seit dieser Woche ist es klar: Während die amerikanische und britische Notenbank (langsam) die Geldpolitik normalisiert, rührt die EZB keine Hand gegen die Inflation. Sparer in Deutschland werden kalt enteignet. Öffentlich-rechtliche Medien reden ihnen die Lage schön. Kaum etwas hassen Investoren so sehr wie Unsicherheit. Und die schwebte so lange über den Anleihen- und Aktienmärkten, wie der Chef der US-Notenbank Jerome Powell zwar schon angekündigt hatte, die Geldpolitik straffen zu wolle – aber nicht, wann, und wie stark. Seit dem 15. Dezember müssen die Anleger nicht mehr warten und rätseln. Powell verkündete erstens eine raschere Reduzierung der Fed-Anleihenkäufe, die jetzt um 30 statt wie bisher angekündigt um 15 Milliarden Euro pro Monat sinken sollen. Damit läuft das Fed-Kaufprogramm schon im Frühjahr 2022 aus. Und es folgen im kommenden Jahr drei Zinsschritte von je 25 Basispunkten, also 0,25 Prozent. Zurzeit liegen die US-Zinsen in einem Bereich zwischen Null und 0,25 Prozent. Ende 2022 stehen sie damit maximal bei einem Prozent. Angesichts einer Inflationsrate von derzeit über sechs Prozent befinden sich die Realzinsen dann immer noch weit im negativen Bereich. Die erwartete Straffung fällt dezenter aus, als viele Anleger vermutet hatten. Und die Entwicklung der Märkte lässt sich jetzt besser vorhersehen. Anders, als es etliche Beobachter befürchtet hatten, endete deshalb die Aktienparty in den USA nicht. Nach Powells Stufenplan stieg der Leitindex Dow Jones um 1,08 Prozent auf 35.927 Punkte. Auch Gold kletterte wieder über die Marke von 1 800 Dollar pro Unze. Die Geldpolitik im Dollarraum, so lautete das Fazit, normalisiert sich. Aber die Inflation dürfte damit nicht schnell verschwinden, sondern lange bleiben, und allenfalls langsam auslaufen. Den Vorwurf, mit seiner sachten Zinsankündigung vor allem den Aktienbesitzern gedient zu haben, muss Powell nicht zu schwer nehmen. Denn in den Vereinigten Staaten liegt die Aktienquote – also der Anteil der Aktienbesitzer an der Bevölkerung – bei über 50 Prozent. Dort hängt auch die Altersvorsorge von LKW-Fahrern und Verkäuferinnen an der Entwicklung der Anteilsscheine. Zeitgleich vollzog auch die Bank of England die lange erwartete (leichte) Zinswende: In Großbritannien steigen die Zinsen um 0,15 auf 0,25 Prozent. Bei einer Inflationsrate auf der Insel von 5,1 Prozent (November 2021) bleibt der Realzins ebenfalls kräftig negativ. Aber auch hier signalisierte die Bank, dass sie vorsichtig das Ende der ultralockeren Geldpolitik einleitet. Ganz anders dagegen die Sitzung der EZB in dieser Woche: Sie verfolgt mehr und mehr einen geldpolitischen Sonderweg. 'Nach der Fed leitet auch die EZB den Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik ein', meldete die Tagesschau irreführend. Sie erklärte, die EZB lasse das pandemiebegründe-te Sonder-Ankaufprogramm PEPP im Frühjahr auslaufen. Das war allerdings auch schon früher exakt so angekündigt worden. Dagegen läuft das reguläre Anleihenkaufprogramm unverändert weiter; die Zinserträge aus PEPP können sogar wieder zum Kauf neuer Papiere verwendet werden. Und vor allem: EZB-Chefin Christine Lagarde machte deutlich, dass sie noch nicht einmal an eine Zinsanhebung denkt. Dabei lag die Inflation in der gesamten Eurozone im November bei 4,9 Prozent, also mehr als doppelt so hoch wie die angeblich angestrebte Teuerungsrate von 'unter zwei Prozent'. In Deutschland rangierte die Geldentwertung im November sogar bei 5,2 Prozent. Noch gröber als die ARD redete das ZDF die Lage schön: Dort behauptete eine Reporterin faktenfrei, die EZB habe in den nächsten Jahren 'Klimaschutz, Digitalisierung und Infrastruktur' zu finanzieren – da kämen Nullzinsen doch gerade Recht. In Wirklichkeit steht Preisstabilität als einzige Aufgabe der Euro-Notenbank im Statut. Und: Beim ZDF scheint auch der Unterschied zwischen Noten- und Geschäftsbanken nicht mehr geläufig zu sein. Lagarde argumentierte, der Preisschub liebe vor allem an den stark gestiegenen Energiekosten. Und dagegen könne die EZB erstens nichts tun, und zweitens werde dieser Effekt 2022 auch wieder von allein verschwinden. Die Deutschen, typischerweise klassische Sparer, trifft die Mischung aus vorerst endlosen Nullzinsen und ebenfalls endloser Inflation besonders hart. Denn die Bundesrepublik rangiert nicht nur mit der Immobilienbesitz-Rate ganz am Ende der EU-Skala, auch die Aktienquote liegt deutlich unter 20 Prozent. Lagardes Voodoo-Ökonomie widersprechen mittlerweile führende Banker, etwa der Deutsche Bank-Chef Christian Sewing. Dessen Expertise bedürfte es eigentlich nicht. Mittlerweile lesen die deutschen Verbraucher in Mitteilungen von Dienstleistern selbst nach, wie die Preise auch 2022 weiter hartnäckig anziehen werden. Laut Verbraucherportal Check24 kündigten bisher 439 Versorger ihren Kunden deutlich höhere Preise für das kommende Jahr an. Dem Portal zufolge verlangen die Anbieter dann durchschnittlich 24,6 Prozent mehr. Die Bahn verlangt ab 12. Dezember höhere Preise für die Bahncard: Die Bahncard 25 kostet dann in der 2. Klasse 56,90 statt 55,70 Euro, für die Bahncard 50 werden 234 statt 229 Euro fällig. Auch die Post greift ab Januar 2022 stärker zu: Der Standardbrief soll dann 85 statt 80 Cent kosten, die Postkarte 70 statt 60 Cent. Engpässe beim Material und gestiegene Bauland-preise treiben auch die Baukosten erheblich. Laut Statistischem Bundesamt legten die Baupreise im 3. Quartal 2021 um 12,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu– der stärkste Preissprung in diesem Sektor seit 1970. Die von der neuen Bundesregierung geplante Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro, weiter steigende Energiepreise und deutlich aufwendigere Energiespar - Vorschriften dürften die Baupreise auch 2022 weiter treiben – und damit mittelfristig auch das Miet- und Kaufpreisniveau im Neubaubereich. Mit ihrer Entscheidung machte Lagarde deutlich, dass sie vor eines im Auge hat: Die Lage der stark verschuldeten Euro-Länder, für die jedes Viertelprozent mehr Zinsen hunderte Milliar-den Euro mehr Zinsen bedeuten würde. Außenstände von insgesamt gut 11,5 Billionen Euro lasten auf der Euro-Zone. Griechenlands Schulden erreichten Ende 2021 fast 210 Prozent seiner Wirtschaftsleistung; Italien steht mit rund 160 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts im Schuldenregister, Frankreich mit 117 Prozent. Dazu kommen auch viele Unternehmen, die nur noch durch den ständigen Nachschub von Billiggeld überleben. Die EZB rechnet damit, dass das Volumen der faulen Kredite in der Eurozone, das vorübergehend schon einmal unter eine Billion Euro gefallen war, bis 2022 auf 1,4 Billionen Euro ansteigen könnte. Schon eine minimale Leitzinserhöhung würde die Schuldenstaaten in schwere politische Turbulenzen stoßen – und tausende Firmen in den Abgrund. Im Euro-Gebiet herrscht deshalb das, was Ökonomen Fiskaldominanz nennen: Die (dramatische) Lage der Staatshaushalte diktiert längst die Politik der auf dem Papier unabhängigen Zentralbank. Theoretisch könnte die neue Bundesregierung einiges gegen die Inflation tun, wenn schon die EZB nicht gegen die Geldentwertung kämpfen will. Aber alle Gegenmittel kommen aus ideologischen Gründen nicht in Frage. Eine längere Laufzeit für die restlichen sechs deutschen Kernkraftwerke würde den Anstieg der Gaspreise zumindest begrenzen (und gleichzeitig die CO2-Bilanz verbessern). Mit einer derartigen Kehrtwende gleich nach dem Regierungsantritt würden sich die Grünen allerdings pulverisieren. Auch ein Verzicht auf die nächsten Stufen der CO2-Steuer könnte die Geldentwertung dämpfen. Aber auch dieser Preisaufschlag gehört zu den politi-schen Kernanliegen der Grünen. Helfen würde es, wenigstens keine zusätzliche schuldenfinanzierte Geldumverteilung in der EU in Gang zu setzen. Aber auch hier gilt: die Lösung praktisch aller tatsächlichen oder politisch entworfenen Probleme gelingt nur mit viel öffentlichem Geld. Und das nicht nur national, sondern am besten immer via Brüssel. Unter den EU-Ländern erholt sich Deutschland bis jetzt nur schleppend von den Folgen der Lockdowns. Seine Wachs-tumsraten liegen unter denen von Italien – die Inflationsrate aber deutlich darüber. Normalerweise ist die Inflation ein normaler Begleiter von Boom und Hochkonjunktur. Aus genau diesem Grund verträgt die Wirtschaft dann auch hohe Zinsen. Der Euro-Zone und speziell Deutschland droht allerdings das schlechteste aus beiden Welten: Kaufkraftverlust bei schleppendem Wachstum, gedrosselt durch hohe Energiepreise, aber auch durch immer mehr staatliche Regulie-rung. Der Fachbegriff dafür lautet: Stagflation, also eine Mischung aus Stagnation und Inflation. Gegen die EZB-Entscheidung des Immer-weiter gab es einige oppositionelle Stimmen im Direktorium – die Minderheit der üblichen Verdächtigen. Auch der mutmaßlich neue Bundesbankchef Joachim Nagel, zurzeit noch in der Führung der Bank für internationalen Zahlungsausgleich – wird an diesem Kräfteverhältnis nichts ändern können, in dem die Sparer die Rolle der Verlierer übernehmen müssen."

Prof. Dr. Thorsten Polleit , 21.01.2022 :
"Die Effizienz der internationalen Produktions- und Lieferketten ist nach wie vor beeinträchtigt; der 'grünpolitisch' herbeigeführte Energiepreisschock, der sich vor allem in Europa zusehends zu einer Energie(- sicherheits-)Krise auswächst, belastet die Unternehmen und Konsumenten. Es ist weiterhin zu befürchten, dass die anhaltende Unsicherheit über den gesellschaftspolitischen Umgang mit der Viruskrise die Risiko- und Investitionsneigung der Unternehmen dämpfen könnte. Insbesondere aber wächst sich die Güterpreisinflation - sowohl auf der Verbraucher-stufe, aber auch in den Vermögensmärkten - immer mehr zu einem ernsten Problem aus, dass sowohl Unternehmen als auch den Haushalten immer stärker zu schaffen macht. Hinzu kommen geopolitische Risiken: Dazu zählen derzeit vor allem die Konfrontation zwischen den USA und China, aber auch der Ukraine-Konflikt zwischen Russland und dem Westen. Und - das lehrt die Erfahrung - man muss mit weiteren Überraschungen und Risiken rechnen. Gerade die letzten Jahre haben nur allzu deutlich gezeigt, dass es gerade das Unvorhersehbare sein kann, das die Entwicklung der Weltwirtschaft, der Weltfinanzmärkte stärker beeinflusst, als die Faktoren, die die Überlegungen der Prognostiker üblicherweise beschäftigen. Konsum und Investition ziehen an, aber die konjunkturelle Erholung wird vor allem angeführt durch die weiterhin großen Staatsdefizite, mit denen Transfers, aber auch direkt die gesamtwirtschaftliche Nachfrage finanziert wird; und natürlich treiben vor allem auch die nach wie vor sehr niedrigen nominalen Zinsen (die nach Abzug der Güterpreisinflation vielerorts negativ sind) die konjunkturelle Erholung an.
In der westlichen Welt vollzieht sich seit Jahr und Tag die mehr oder weniger schleichende Abkehr vom Modell der freien Marktwirtschaft. In den einen Volkswirtschaften geht das schneller, in den anderen langsamer, aber alle bewegen sich letztlich in die gleiche 'antikapitalistische Richtung'. Das zeigt sich in Form des wachsenden Einflusses des Staates im Wirtschafts- und Gesellschaftsleben - und lässt sich messen zum Beispiel anhand der wachsenden Staatsausgaben im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP), dem steigenden Schuldenstand pro BIP, den anschwel-lenden Zentralbankbilanzen relativ zum BIP etc. Dahinter verbirgt sich die Gesinnung, das System der freien Märkte zu 'zähmen', es durch staatliche Einflussnahme gestalten und lenken zu wollen. Das erklärt, warum der Staat in nahezu alle Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche vordringt beziehungsweise vordringen konnte: Bildung (Kindergarten, Schule, Universität), Altersvorsorge, Gesundheit, Umwelt, Transport, Geld und Kredit, Recht und Sicherheit.
Da der Staat mittlerweile als 'Problemlöser' für alle Bedrängnisse angesehen wird, konnte er im Zuge der Themen 'Klimawandel' und 'Coronavirus' vielerorten die Freiheitsrechte der Bürger und Unternehmer in erheblichem Umfang ausschalten und im Gegenzug seinen Einfluss im Wirtschafts- und Gesellschaftsleben ausweiten - durch Kontrollen, Überwachung, Zahlung von Transfers etc. Aus ökonomischer Sicht steht außer Frage, dass ein wachsender Anteil des Staates im Wirtschafts- und Gesellschaftsleben die produktive Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaften herabsetzt - im Vergleich zu einem System der (relativ) freien Märkte. Wie weit diese Entwicklung gehen wird, wie stark die 'Brems-spuren' für Wachstum und Beschäftigung in der westlichen Welt ausfallen werden, ob es Bürgern und Unternehmern gelingen wird, den Staatseinfluss wieder kräftig zurückzudrängen, oder ob die jüngsten Entwicklungen der Startschuss für den Übergang in eine noch stärker staatlich beeinflusste, gelenkte Wirtschaft und Gesellschaft markieren: In dieser Entscheidung liegt gewissermaßen eine Art Schicksalsfrage sowohl für den materiellen Wohlstand als auch für die friedvolle Kooperation der Menschen - nicht nur in der westlichen Welt, sondern weltweit; eine Schicksalsfrage, deren Bedeutung über den kurzfristigen Konjunkturverlauf weit hinausreicht. Vor allem die Folgen der politisch diktierten Lockdown-Krisen sowie auch der politisch angetriebenen Energiewende/ grüne Politik haben für Knappheit und Preissteigerungen auf den Gütermärkten gesorgt. Dieser 'Preisschock' trifft jetzt auf einen gewaltigen 'Geldmengen-überhang', für den die Zentralbanken gesorgt haben: Um die Einkommensausfälle der Lockdown-Politik aufzufangen, haben die Zentralbanken Schuldpapiere der Staaten in großem Stil aufgekauft und dadurch die umlaufende Geld-menge gewaltig erhöht, die sich nun in steigenden Güterpreisen - steigenden Konsumgüter- und/oder Vermögens-preisen - entlädt. Inflation - also das Ansteigen der Güterpreise auf breiter Front - hat eine Reihe von negativen Wirkungen für die Volkswirtschaft. Sie verteuert die Lebenshaltung für die breite Bevölkerung, führt also zu einer Verarmung. Zwar werden die Löhne in der Regel früher oder später an die erhöhte Inflation angepasst, aber sie hinken der Inflation zeitlich hinterher, so dass Inflation für die meisten Menschen eine reale Einkommensminderung darstellt. Die Inflation entwertet zudem zinstragende Wertschriften und damit die Altersvorsorge vieler Menschen. Nicht nur Altersarmut ist die Folge, sie macht aus Bürgern Almosenempfänger des Staates. Inflation sorgt auch für soziale und politische Spannungen: Neid und Missgunst greifen um sich, Menschen empfinden die Einkommens- und Vermögens-verteilung als zusehends ungerecht, das friedvolle und kooperative Miteinander leidet. Die Nöte, für die die Inflation sorgt, ruft regelmäßig marktfeindliche Politiken auf den Plan - Stichworte sind hier Preiskontrollen, Überwachung, Bestrafung -, die die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaften herabsetzen. Zudem erschwert Inflation die mit Geld ausgeführte Wirtschaftsrechnung. Unternehmen begehen in Inflationszeiten verstärkt Fehlinvestitionen, und das wiederum schmälert Wachstum und Beschäftigung. Vor allem aber entsteht bei einer Inflationspolitik, ist sie erst einmal in Gang gekommen, der Anreiz, für immer mehr Inflation zu sorgen. Denn solange die Inflation über-raschend kommt, treibt sie in der Regel die Wirtschaft ab; Inflation wirkt durch die Täuschung, für die sie sorgt. Wird die Inflation aber von den Marktakteuren richtig erwartet, kommt sie also nicht mehr überraschend daher, verliert sie ihre konjunkturtreibende Wirkung. Um dann der drohenden Rezession (also Folge der geplatzten 'Inflationsillusion') entkommen zu können, muss die Zentralbanken erneut zu Überraschungsinflation greifen. Wohin dieser Prozess führt, wenn er nicht gestoppt wird, ist absehbar: zu Hoch- oder gar Hyperinflation.
Seit Jahrzehnten wird das internationale Finanz- und Wirtschaftssystem durch ein Anschwellen des Kredit- und Geldangebots, das die Zentralbanken, in enger Kooperation mit den Geschäftsbanken, bereitstellen, angetrieben. Damit einher geht unübersehbar eine Geldpolitik des fallenden Zinses: Im Zeitablauf schleust die Zentralbank den Zins auf immer niedrigere Niveaus. Warum? Vereinfacht gesprochen lautet die Antwort: Die Verschuldung der Volkswirt-schaften steigt immer weiter an, und um einen Schuldenkollaps zu vermeiden, sorgt die Zentralbank für immer geringere Kreditkosten. Das ist ein (ganz wesentlicher) Grund, warum die Kapitalmarktzinsen in vielen Volkswirt-schaften seit Jahrzehnten fallen. Mittlerweile sind die Möglichkeiten, die Staatshaushalte durch neue Steuern und Platzierung neuer Anleihen bei privaten Investoren zu finanzieren, weitestgehend ausgeschöpft. Die Staaten greifen daher auf ihre Zentralbanken zurück, die ihnen per Kredit neues Geld in die Kassen spülen. Das ist nichts anderes als die Finanzierung der Staaten durch die elektronische Notenpresse - etwas, was in der Vergangenheit immer wieder den Volkswirtschaften zum Verhängnis wurde, das in Hoch- oder gar Hyperinflation geendet hat. Die Zentralbanken stehen mittlerweile unter der 'Dominanz der Fiskalpolitik'. Das heißt, die öffentliche Kassenlage bestimmt den geldpolitischen Kurs; und dass dadurch die Inflation in die Höhe getrieben wird, liegt auf der Hand. Damit ist ein ganz entscheidender Aspekt angesprochen: Die Prioritäten in der Geldpolitik haben sich verschoben. Es geht nicht mehr darum, die Inflation der Konsumgüterpreise (relativ) niedrig zu halten, es geht darum, die Inflation 'kontrolliert' zu erhöhen, um dadurch eine Entwertung der ausstehenden Schulden - vor allem der Schulden von Staaten und Banken - herbeizuführen. Dazu fixieren die Zentralbank die Kapitalmarktzinsen auf einem niedrigen Niveau (beispielsweise durch Ankäufe von Staatsanleihen), und gleichzeitig erhöhen sie die Geldmenge, die sich nachfolgend in steigenden Güterpreisen entladen, also die Kaufkraft der offiziellen Währungen herabsetzt. Die Inflation wird gezielt als 'Steuer' eingesetzt, um die Staatsfinanzen und die 'Scheinprosperität' zu 'retten'. Natürlich sagt man das der Öffentlichkeit so nicht. Schließlich ist die Inflation ja ein Betrug, eine Täuschung, die nur dann im Sinne des Staates (und der von ihm begünstigten Sonderinteressengruppen) 'funktioniert', wenn sie für die von ihr Betroffenen überraschend eintritt. Vor allem die Zentralbankräte werden alles tun, um den Eindruck zu vermeiden, sie würden für höhere Inflation sorgen, dass sie die Staatshaushalte durch Inflation finanzieren beziehungsweise sanieren wollten. Denn wenn der Inflations-schwindel auffliegt, droht das Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, dass sich durch die chronische Papiergeldinflation in den letzten Dekaden aufgebaut hat, in sich zusammenzustürzen. Die Zentralbanken werden daher vermutlich ver-suchen, dass die Inflation nicht außer Kontrolle gerät, gleichzeitig aber verhindern wollen, dass die Finanzierungskos-ten des Staates steigen. Wie lässt sich dieser 'Spagat' vollziehen? Antwort: Indem die Zentralbanken der Öffentlichkeit in Aussicht stellen, sie werden die Inflation (die sie ja selber erzeugt haben) 'bekämpfen' - und zwar indem sie vorge-ben, die Zinsen zu einem künftigen Zeitpunkt anzuheben. Dadurch sollen die Inflationserwartungen der Marktakteure im Zaume gehalten werden, es soll also verhindert werden, dass sich die Inflationserwartungen nach oben schrauben und entsprechend Preiserhöhungen auf den Gütermärkten angeheizt werden. Worten werden notgedrungen Taten folgen (müssen), sonst ist die Glaubwürdigkeit der Zentralbanken verspielt - zumal die breite Öffentlichkeit ja die Inflation als Problem erkannt hat."

Unsere Wirtschaft kann sich schon seit einigen Jahren also gar nicht mehr selbst erhalten, sondern hängt am Tropf (an der Gelddruckerei) der Europäischen Zentralbank. Man versucht so, die Wirtschaft zu stimulieren. Das ist auch der Grund, warum man die massenhafte Einwanderung nach Deutschland zulässt. Es profitieren jedoch nur Großkonzerne und Politiker, die nach Einbürgerung der Fremden neue Konsumenten bzw. Wählerstimmen bekommen wollen.
Die gegenwärtige Bundesregierung möchte sich nicht auf eine Obergrenze für Einwanderer festlegen, es gibt jedoch anscheinend eine inoffizielle Untergrenze von etwa 3 Mio Arbeitslosen im weiteren Sinne, um den Druck auf die Beschäftigten aufrecht zu halten. Ohne massenhafte Einwanderung bräuchte man keine Gesetze zu Mindestlohn, sozialem Wohnungsbau und Mietpreisbremse: der Markt könnte das am besten regeln.
Die Masseneinwanderung verhindert außerdem das Erreichen einer ausgeglichenen nationalen Ökobilanz.
Land-, Rohstoff- und Energieverbrauch nehmen unweigerlich zu.

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